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El Mundo - Spanien | Donnerstag, 17. August 2006

Ismail Kadare über den Fluch des Balkans

Der albanische Schriftsteller Ismail Kadare schreibt über die Europa-Sehnsucht der Völker des Balkans. "Entlassen aus der osmanischen Sklaverei haben sie eines nach dem anderen versucht, sich wieder mit Mutter Europa zu vereinen. Doch sie tragen alle ein Mal: Das Zeichen der osmanischen Sklaverei. Deshalb hat Europa sie lange Zeit mit Kälte und Argwohn betrachtet. Mittlerweile haben sie, wie die Helden der antiken Mythologie, versucht, dieses verfluchte Zeichen vergessen zu machen. Dank der Erinnerung an alte Zeiten hat es Griechenland als erstes geschafft, daheim wieder aufgenommen zu werden. Rumänien und Bulgarien warten immer noch darauf, dass man sie in die Arme schließt. Aber da ist noch eine Zone übrig, die zweifellos sehr balkanisch ist, der westliche Balkan. Fünf Länder - Serbien, Montenegro, Albanien, das Kosovo und Mazedonien - die sich reuig und unschuldig geben, warten bis heute auf einen Urteilsspruch des Mutterkontinents. Diese fünf tragen noch das berüchtigte Mal, das Zeichen der Sklaverei."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 17. August 2006

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