Corriere della Sera - Italien | Montag, 8. Februar 2010
Atomwaffenfrei bis 2030 zu ambitioniert
Die Kampagne Global Zero hat letzte Woche in Paris gefordert, alle Atomwaffen bis zum Jahr 2030 abzuschaffen. Der Historiker Timothy Garton Ash weist in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera daraufhin, dass so weitgesteckte Ziele von den konkreten Aufgaben ablenken könnten: "Die effektive nukleare Abrüstung wird strenge Kontrollen erfordern, welche die meisten Großmächte dieser Welt mit Verweis auf ihre Souveränität nur widerwillig akzeptieren werden. Der Iran ist nicht das einzige Land, das wacker gegen den Strom schwimmt. ... Das Problem ist nicht 2030, sondern was heute geschieht. Zurzeit bewegt sich die Welt in die entgegengesetzte Richtung, wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Verbreitung von Atomwaffen. Wenn die traditionellen Atomstaaten dieses Jahr (beim Treffen im Mai zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags) nicht entschieden die Initiative ergreifen, um die Zahl und die Verbreitung von Nuklearwaffen zu reduzieren, könnte es zu spät sein. Und, nebenbei bemerkt, mit Blick auf die schwierige Lage der Staatshaushalte, mit der wir heute alle konfrontiert sind, könnte man so auch ein bisschen Geld sparen."
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