The Daily Telegraph - Großbritannien | Freitag, 25. August 2006
Das britische Verhältnis zu Fremdsprachen
Nach neuen Statistiken nimmt die Zahl von Oberschülern, die eine Fremdsprache lernen, in Großbritannien ab. Die Zeitung reagiert auf Äußerungen der Lehrergewerkschaft, die das als "absolute Katastrophe" bezeichnet hat. "Die Zuspitzung der Lehrergewerkschaft erregt zwar Aufmerksamkeit. Aber es wäre hilfreicher, wenn man von einer Verarmung unserer Kultur sprechen würde. Denn es gibt zwar sehr überzeugende praktische Gründe, warum man eine Fremdsprache beherrschen sollte - egal, ob es um die Karriere geht oder um Reisen zum Vergnügen. Doch wenn man nur mit der Nützlichkeit argumentiert, ignoriert man einen viel tiefer greifenden Aspekt der Bildung. Man öffnet eine Tür zu einer anderen Ausdrucksweise und erschließt damit auch eine andere Art des Denkens. Sprachen lernen erweitert das Bewusstsein und verhilft wiederum zu einem besseren Verständnis der eigenen Muttersprache. Englisch ist eine wunderbar flexible Sprache mit einem sehr umfangreichen Vokabular, das sich aus lateinischen und germanischen Quellen speist. Doch leider vermittelt seine universelle Rolle den Muttersprachlern das Gefühl, es lohne nicht, eine andere Sprache zu lernen."
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