Diena - Lettland | Montag, 4. September 2006
Debatte um Arbeitskräftemangel
Immer stärker macht sich in Lettland, vor allem in der Hauptstadt Riga, ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. Anders als in Estland und Litauen, wo inzwischen nahezu Vollbeschäftigung herrscht, gibt es in Lettland aber noch rund sieben Prozent Arbeitslosigkeit. Angesichts eines ohnehin hohen nicht-lettischen Bevölkerungsanteils von über 30 Prozent wird eine Anwerbung von Gastarbeitern, beispielsweise aus der Ukraine, daher höchst kontrovers debattiert. Für Mareks Niklass ist Einwanderung nicht das geeignete Instrument: "Wir haben durchaus andere Möglichkeiten, die wir bekanntlich noch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen haben. Lettland hat eine niedrige Produktivität, die bei rund einem Drittel des Wertes in den alten EU-Staaten liegt. In Bereichen wie der Landwirtschaft und der Holzverarbeitung können wir nur durch niedrige Lohnkosten konkurrieren, und je mehr die Gehälter steigen, desto härter wird die Konkurrenz für die Unternehmer. Eine Erhöhung der Produktivität könnten wir dadurch erreichen, dass Unternehmer darauf verzichten, Arbeitskräfte extensiv zu nutzen und weniger auf Handarbeit, sondern mehr auf Anlagen setzen."
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