La Stampa - Italien | Dienstag, 5. September 2006
Giovanni De Luna über die 1968er Generation
Der italienische Historiker Giovanni De Luna greift eine Debatte auf, die der französische Innenminister Nicolas Sarkozy kürzlich mit einer scharfen Kritik an der 1968er Generation angestoßen hat. De Luna wirft Sarkozy vor, diese Generation zu instrumentalisieren und fragt, was aus den 68ern in Italien heute geworden ist. "Für die 68er war Jugend eine existentielle Kategorie, die nichts mit den vom Staat auferlegten Zwängen zu tun hatte... Die Anhänger von 68 haben es nie geschafft, sich von ihrer Jugend zu verabschieden. Daraus folgte eine Art Fluch, der sie dazu verurteilte, immer jung zu bleiben - als Gefangene einer Vergangenheit, die nie vergeht. Diese unendliche Jugend macht den Bruch schwerer und birgt die Gefahr, dass sich die natürliche Staffelübergabe von den Alten an die Jungen verzögert."
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