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Magyar Nemzet - Ungarn | Samstag, 22. Mai 2010

János Sebeők über den Gegensatz zwischen Renaissance und Islam

Nicht der Westen oder das Christentum, sondern die Renaissance und dessen Gedankengut stehen dem Islam gegenüber, meint der Schriftsteller János Sebeők in der Wochenendbeilage der konservativen Tageszeitung Magyar Nemzet: "Der tatsächliche Gegensatz liegt nicht zwischen Europa und dem Islam, auch nicht zwischen dem Christentum und dem Islam, und auch nicht zwischen dem Westen und dem Islam, sondern zwischen der Renaissance und dem Islam. Oder noch drastischer ausgedrückt: zwischen der Renaissance und dem Rest der Welt, sprich den anderen Kulturen. Die Renaissance ist jenes Fegefeuer, aus dem die weltbeherrschende Modernität entsprungen ist. Dieses Fegefeuer haben weder der Islam noch der Hinduismus noch China durchlebt. Es handelt sich buchstäblich um ein Fegefeuer, denn die Scheiterhaufen der Inquisition gehören auch hierher. Ich kann förmlich das Knistern unter [dem italienischen Priester und Philosophen] Giordano Bruno hören. ... Auf dem Nährboden der Renaissance ... gediehen die Inquisition und die Aufklärung, die Reformation und Gegenreformation, der Antiklerikalismus und Fanatismus, der Rationalismus und die Massenpsychose, der Kapitalismus und die linken Werte. ... Ausgerechnet der Islam ist nicht in diesem Reigen enthalten."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 25. Mai 2010

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