Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 1. Juni 2010
Deutscher Präsident war zu schwach
Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler ist am Montag wegen anhaltender Kritik an seinen Aussagen über die Rolle von internationalen Bundeswehreinsätzen zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen überraschend zurückgetreten. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita begrüßt den Schritt Köhlers, weil er ein schwaches Staatsoberhaupt war: "Laut Verfassung hat der Präsident der Bundesrepublik Deutschland bei Staatsangelegenheiten eigentlich nichts zu sagen. Das heißt aber nicht, dass er ein politischer Strohmann wäre. Deutschland erwartet vom Staatsoberhaupt eine moralische Führung und politische Visionen, die Anhaltspunkte geben, in welche Richtung sich der Staat entwickelt. Der Präsident der Bundesrepublik hat zwar keine verfassungsmäßigen Rechte, doch verfügt er über eine mächtige Waffe: nämlich das Wort. Horst Köhler hat es nicht vermocht, diese Waffe zu nutzen. Und wenn er es doch getan hat, dann folgte darauf stets Unverständnis. Seine Reden und Interviews haben in den Medien selten Widerhall gefunden."
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