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Le Temps - Schweiz | Mittwoch, 20. September 2006

Tariq Ramadan über die Papst-Debatte

Nach Ansicht des Islamexperten Tariq Ramadan gehen die Reaktionen auf die Papst-Vorlesung in Regensburg an der eigentlich wichtigen Debatte vorbei. "Es handelt sich um einen sehr europäischen Papst, der die Völker des Kontinents dazu aufruft, sich der zentralen und unverhandelbaren Eigenschaften des Christentums bewusst zu werden, um ihre Identität nicht zu verlieren. Diese Botschaft ist in dieser Zeit der Identitätskrise vielleicht legitim. Doch sie ist gewiss beunruhigend und sogar potenziell gefährlich, denn es handelt sich um eine doppelte Reduktion: einmal bei der historischen Herangehensweise und einmal bei der Definition europäischer Identität. Genau darauf sollten die Muslime reagieren und vor allem die Lesart der Geschichte des europäischen Denkens infrage stellen, in der muslimischer Rationalismus überhaupt keine Rolle spielt... Weder Europa noch der gesamte Okzident werden überleben können, wenn man sich darin verausgabt, sich immer nur in Abgrenzung vom Anderen - vom Islam oder von den Muslimen -, das uns Angst macht, zu definieren."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 20. September 2006

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