Libération - Frankreich | Dienstag, 31. August 2010
Sara Vidal über den Reiz der Roma
Die französische Schriftstellerin Sara Vidal bricht in der linksliberalen Tageszeitung Libération eine Lanze für die Roma in Frankreich: "Jeden Morgen habe ich die Ankunft von Prinzessinnen gesehen. Mit ihren langen, glitzernden Röcken, ihren funkelnden Gürteln und Ohrringen, ihren mit Dukaten bestickten Schals, ... sprechend, lachend, gemeinsam. ... Ich konnte raten, woher sie kamen. Aus diesen improvisierten Slums ohne Wasser und Strom. Umso magischer war ihr Glanz jeden Morgen, ihre 'schönen Kleider', wir wir als Kind sagten, wenn wir uns verkleideten. ... Wo ist die Kriminalität? Wo die ständige Gefahr, vor der unsere Minister - für Polizei, Immigration, Justiz - uns schützen sollen? Ach ja, die Bettelei! Die Bettelei ist unschön, daher die Faulheit, der Kinderhandel und so weiter. Das Durchsuchen von Müll: Mit Kupferkabeln ... Geld machen. Das ist ja die Höhe! ... Die Kriminalität: Private Grundstücke ohne Erlaubnis zu bewohnen. Verlassene Gelände der französischen Bahn SNCF, das Niemandsland geschlossener Industrieanlagen, kleine Wälder, leere und besetzte Häuser."
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