Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 1. September 2010
Osteuropa quält sich mit Romaproblematik
Hinter dem Amoklauf von Bratislava am Montag, bei dem unter anderem eine fünfköpfige Roma-Familie ausgelöscht wurde, steckt Polizeiermittlungen zufolge vermutlich auch ein rassistisches Motiv. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny zeichnet ein düsteres Bild von der Lage der Roma in Mittel- und Osteuropa: "In Tschechien gibt es mehr als 300 'ausgelagerte' Romasiedlungen. Ungarns Polizisten fahndeten in den letzten Jahren nur sehr langsam nach Mördern von Roma. Jede Regierung in Bratislava versucht die Situation der Roma irgendwie zu lösen. Ein Wunderrezept hat man dort aber ebenso wenig wie in Ungarn oder Tschechien. ... Besonders kompliziert sind die Beziehungen zwischen den Roma und der Mehrheitsbevölkerung. In Ungarn wurde Jobbik zur drittstärksten Partei, erhielt mit ungeschminkter Anti-Roma- und antisemitischer Rhetorik knapp 17 Prozent der Stimmen. Wir müssen über die Romaproblematik sprechen und die Dinge beim Namen nennen. Und wir dürfen diese Debatte nicht Leuten von Jobbik und ähnlichen Gruppen in den übrigen mittelosteuropäischen Ländern überlassen."
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