Õhtuleht - Estland | Donnerstag, 2. September 2010
Estlands Arbeitgeber beuten Angestellte aus
Estlands Arbeitgeberverband hat ein Manifest vorgelegt, in dem unter anderem ein Verbot von Solidaritätsstreiks, die Streichung von Sozialleistungen und eine Anhebung des Renteneintrittsalters gefordert werden. Die Tageszeitung Õhtuleht ist empört: "Was den Umgang mit Angestellten betrifft, leben unsere Arbeitgeber noch im 19. Jahrhundert. Arbeitskräfte werden von ihnen nur als undankbare dumme Masse gesehen, deren Rechte beschränkt werden müssen, um am Ende jeder Verantwortung ledig zu sein. Aber inmitten unserer Rückständigkeit in diesem Punkt sehen wir uns auch als nordisches Land und als Nachbar von Skandinavien mit seinem hohen Lebensstandard, und dort gibt es starke Gewerkschaften, die verhindern, dass sich die Arbeitgeber zu viel herausnehmen. Warum folgt Estland in diesem Punkt nicht dem Vorbild Finnlands? Unsere Arbeitskosten sind wegen der lächerlich geringen Löhne ohnehin deutlich niedriger als bei unserem nördlichen Nachbarn, und obwohl es bei uns fast keine Streiks gibt, soll jetzt auch noch das Streikrecht eingeschränkt werden?"
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