Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 7. September 2010
Merkel verletzt Gerechtigkeitssinn
Bundeskanzlerin Angela Merkel preist die Laufzeitverlängerung als eine Energie-Revolution an. Dagegen hält die linksliberale Frankfurter Rundschau die Entscheidung für unklug und wirtschaftlich rückwärtsgewandt: "Die erneuerbaren Energien sind schließlich kein Freizeitvergnügen von Öko-Optimisten. Sie sind ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschafts- und Wachstumsfaktor. ... Merkel hätte niemals einer Laufzeitverlängerung zustimmen dürfen, die der Atomindustrie so wenig, ja eigentlich nichts abverlangt. Sie hätte niemals Ja sagen dürfen zu solch gigantischen Zusatzgewinnen ohne nennenswerte Gegenleistung. Sie verletzt damit das inzwischen außerordentlich scharf ausgeprägte Gerechtigkeitsdenken in der Gesellschaft. Ein Gerechtigkeitsdenken, das sich ganz unterschiedlich Bahn bricht: im Protest gegen den gigantischen Bahnhof Stuttgart 21, in der Zustimmung zu Sarrazins Beschreibung des Integrationsversagens, im Widerstand gegen eine Einheitsschule und, wir werden es erleben, in der Empörung gegen noch mehr Atommüll und eine ungelöste Endlagerfrage."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Umwelt, » Energie, » Soziale Bewegungen, » Deutschland
Alle verfügbaren Texte von » Brigitte Fehrle
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 7. September 2010