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Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 22. September 2010

Gefährliche Wahlwerbung in Tschechien

Vor den tschechischen Kommunalwahlen im kommenden Monat häufen sich Werbeplakate, auf denen soziale Randgruppen wie die Roma als faul und dumm verunglimpft werden. Wer nicht arbeite, so heißt es da, habe auch keinen Anspruch auf Unterstützung. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny verurteilt das als Stimmungsmache: "Als Premier Nečas die politisch motivierte Abschiebung der Roma aus Frankreich kommentierte, sprach er auch über das Roma-Problem in Tschechien, das andere Ursachen als das in Frankreich hat - nämlich soziale und mit Bildung zusammenhängende. Wo aber legt das Programm der [Nečas-Partei] ODS Nachdruck auf Arbeit und Bildung? Die kapitalistische Gesellschaft produziert Gruppen, die am Rand leben, die aus verschiedensten Gründen in existenzielle Not geraten. ... Die Vorstellung, dass die Obdachlosen, Roma, andere Sozialhilfeempfänger oder Langzeitarbeitslose an ihrer Armut selbst schuld sind, weil sie dumm und faul seien, ist stereotyp und gefährlich. Zumal dann, wenn sie Grundlage offizieller Politik wird."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 22. September 2010

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