Galamus - Ungarn | Mittwoch, 22. September 2010
"Zigeunerkriminalität" bleibt Unwort
Die rechtsradikale Partei Jobbik ist jüngst mit der Idee vorgeprescht, die Leugnung der "Zigeunerkriminalität" unter Strafe zu stellen, genau so wie die Leugnung des Holocaust und der Verbrechen des Kommunismus. Der Philosoph Ferenc L. Lendvai erläutert auf dem linken Meinungsportal Galamus, warum der Begriff ein Unwort ist: "Diese Partei und ihre Sympathisanten sind schon seit langem beleidigt, weil der Begriff 'Zigeunerkriminalität' in der Öffentlichkeit nicht salonfähig ist. Warum ist der Begriff denn nicht salonfähig? Für sich betrachtet könnte er durchaus eine gängige Bezeichnung ... für ein Phänomen sein. Sinngemäß hat er eigentlich zwei Bedeutungen. Erstens: Er bezeichnet die im Kreis der Roma vorkommende Kriminalität. ... Zweitens: Er bezieht sich auf jenes Segment krimineller Vergehen, die zum großen Teil von Roma begangen werden. ... Nur dass die ursprüngliche Bedeutung der Wörter häufig verdreht wird, genaugenommen wenn Missbrauch mit ihnen getrieben wird. Ebendies ist das Problem mit dem Wort 'Zigeunerkriminalität'. Es ist dermaßen zu einer rassistischen Losung verkommen, dass man sich davor hütet, es zu benutzen, selbst wenn man dies ohne rassistischen Hintergedanken und gutwillig tut."
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