Avvenire - Italien | Montag, 11. April 2011
Ägyptens Probleme mit Demokratie
Auf dem Tahrir-Platz in Kairo ist es am Wochenende zu den schwersten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak gekommen. Die Revolutionswelle in der arabischen Welt führt nicht automatisch zu demokratischen Strukturen, meint die katholische Tageszeitung Avvenire: "Wie vorherzusehen war, ist auch in Ägypten die Gewalt auf den Symbolplatz der Revolte zurückgekehrt. Die Machteliten konnten mit Ben Ali oder Mubarak zwar die Herrscher opfern, die das Regime symbolisierten. Sie leisten jedoch erheblich mehr Widerstand gegen die Übergabe der wahren Macht, weil sie dann sicher Opfer ihrer alten politischen Widersacher werden. Nach dem Sturz des Pharaos bleiben mit den Militärs, die den Übergang kontrollieren, der Verwaltungselite, der liberalen Opposition und den muslimischen Radikalen sowie einer Jugend ohne sichere Zukunftsaussichten sämtliche Konfliktelemente bestehen. Eine Lösung, die alle befriedigt, ist praktisch unmöglich."
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