Libération - Frankreich | Montag, 2. Mai 2011
Kritik an Nato gerechtfertigt
Das libysche Regime hat die mutmaßliche Tötung des Gaddafi-Sohns Saif für die eigene Propaganda instrumentalisiert und damit die Widersprüche des Nato-Einsatzes deutlich gemacht, meint die linksliberale Tageszeitung Libération: "Der Tod von Gaddafis Sohn ist ungünstig und wurde sofort vom Regime instrumentalisiert. Das ist legitim. Der Gegenangriff ist insofern geschickt, als er die Schwächen der Koalition aufdeckt, die seit sieben Wochen Libyen bombardiert: die Widersprüche und das Ungesagte, die schwammigen Ziele des Kriegs und die Tatsache, dass kein schneller Sieg errungen wurde. Dies sind die einzigen wirksamen Waffen Gaddafis. ... Doch man sollte das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren: Auch wenn das libysche Regime noch existiert und punkten kann, so kann es die Situation doch nicht mehr ändern. Es mag noch etwas dauern, aber Gaddafis Tage sind gezählt."
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