Tages-Anzeiger - Schweiz | Montag, 6. Juni 2011
Saudis gefährden Reformen im Jemen
Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh ist am Freitag durch Granatsplitter verletzt worden und lässt sich nun in Saudi-Arabien behandeln. Er wird wohl kaum in den Jemen zurückkehren, vermutet der liberale Tages-Anzeiger, doch die Machtpolitik Saudi-Arabiens und der USA könnten demokratische Reformen im Jemen blockieren: "Die Saudi werden ihn kaum zurück nach Sanaa lassen. Stabilität im Jemen ist mit ihm nicht mehr möglich. ... Saudiarabien will als Vormacht auf der arabischen Halbinsel Ruhe im Jemen. ... Ein demokratisches System wollen die Saudi allerdings auch nicht: Das Reformvirus wäre für ihre erstarrte Monarchie ebenso gefährlich wie ein Krieg an ihrer Grenze. Also werden sie einen Ausgleich suchen und dürften dabei die Unterstützung der USA finden. Die haben im Jemen wenig Einfluss, fürchten ihn aber als Hochburg militanter Islamisten und Al-Qaida-Kämpfer. Die demokratischen Reformen, die die Demonstranten in Sanaa seit Monaten fordern, könnten bei dieser Hinterzimmerdiplomatie auf der Strecke bleiben."
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