Jornal de Negócios - Portugal | Dienstag, 7. Juni 2011
Kenneth Rogoff fordert eine schnelle Umschuldung Griechenlands
Europa verfolgt bei der Schuldenkrise hartnäckig die falsche Strategie, meint der Harvard-Professor und ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, in der Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios: "Statt die offensichtlich nicht zu bewältigenden Schuldenlasten Portugals, Irlands und Griechenlands umzustrukturieren, drängen Politiker und Entscheidungsträger auf immer größere Rettungspakete mit immer unrealistischeren Sparauflagen. Leider schieben sie damit das Problem nicht nur vor sich her, sondern wie einen Schneeball den Berg hinunter. … Könnte Europa mit Glück davonkommen? Besteht die Chance, dass der Schneeball aus Schulden, Funktionsstörungen und Zweifeln auf harmlose Weise zerfällt, bevor er zu einer Lawine anwächst? Angesichts der derzeit bestehenden großen Unsicherheit ist alles möglich. … Doch wahrscheinlich ist, dass die derzeitige Strategie mit einem Krach und ungeordneter Umstrukturierung endet. Warum sollten die Griechen (von den Iren und Portugiesen gar nicht zu reden) auf Jahre hinaus Einsparungen und ein niedriges Wirtschaftswachstum hinnehmen, um die französischen und deutschen Bankensysteme zu stützen - sofern man ihnen nicht enorme Bestechungssummen dafür bietet?"
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