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Avvenire - Italien | Donnerstag, 9. Juni 2011

Krieg der Ölkonzerne

Die Nato-Staaten haben den Wunsch von Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach einer breiteren Teilnahme der Bündnisländer am Libyen-Einsatz nicht erfüllt. Das liegt daran, dass der Krieg vor allem aus wirtschaftlichen Interessen geführt wird, meint die katholische Tageszeitung Avvenire: "Wie brutal auch immer Libyens heutiger Machthaber sein mag: Hat es sich wirklich gelohnt, ihm den Krieg zu erklären? ... Man muss eingestehen, dass es ohne Erdöl in der libyschen Wüste niemals zu diesem Aufgebot alliierter Kräfte gekommen wäre. Beinahe hat man das Gefühl, dass der Entschluss zur Bombardierung Libyens von den großen internationalen Ölkonzernen gefällt wurde und nicht von Staaten, die die Demokratie verteidigen. Die Regierungen sind erneut unentschlossen, zumal die libysche Revolte sich von denen in den Nachbarländern Ägypten und Tunesien unterscheidet. In Libyen ist ein Bürgerkrieg ausgebrochen."

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