Lidové noviny - Tschechien | Donnerstag, 9. Juni 2011
Russland und China nähern sich Rebellen an
Russland und China, die sich beim Libyen-Konflikt anfangs sehr zurückhaltend gezeigt haben, nehmen nach Einschätzung der konservativen Tageszeitung Lidové noviny eine zunehmend pragmatischere Haltung ein: "Mitte März enthielten sich Russen und Chinesen im UN-Sicherheitsrat der Stimme, weil ihnen die Art des militärischen Eingreifens zu ungenau formuliert war. Jetzt sagt der russische Botschafter bei einem Besuch bei den Rebellen, Gaddafi habe nach den ersten Schüssen auf libysche Bürger seine Legitimität eingebüßt. ... Peking, das Respekt vor der Souveränität Libyens gefordert hatte, spricht nun davon, dass die Entscheidung [über die Zukunft des Landes] allein beim libyschen Volk liege. ... Eine russische Zeitung nannte den libyschen Konflikt gestern einen versteckten amerikanisch-chinesischen Kampf um Einfluss. Es wäre pikant, wenn dieser Konflikt zwar mit einem militärischen Sieg des Westens enden würde, aber ein Sahnehäubchen aus chinesischem Kapital bekäme."
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