Die Presse - Österreich | Mittwoch, 15. Juni 2011
Keiner investiert in marode Wirtschaft
Griechenland fehlt es vor allem an gesunden Wirtschaftsstrukturen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Dem Land am südlichen Rockzipfel Europas fehlt nicht nur ein sanierter Haushalt, sondern vor allem eine funktionstüchtige Wirtschaft, wodurch Hilfsgelder und Investitionen keine Früchte tragen und immer neue Rettungspakete nach sich ziehen. Abgesehen von schlagkräftigen Reedereien (die zwar unter griechischer Flagge, aber unter ausländischen Steuernummern segeln) hat das Land jede Menge Steuerhinterzieher und abgeschottete Sektoren anzubieten. Ob Apotheken, Taxler [Taxifahrer], Anwaltskanzleien, Frächter [Transportunternehmer] oder Architekten - fast überall wurde der Wettbewerb abgeschafft, was die schwache Produktivität immer weiter nach unten drückt. Erst wenn diese Sektoren für den Wettbewerb geöffnet werden (so wie das die EU-Verträge ohnehin vorschreiben), wird wieder frisches Kapital ins Land strömen."
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