Der Standard - Österreich | Dienstag, 28. Juni 2011
Krise zersetzt griechische Gesellschaft
In Griechenland haben die Gewerkschaften am heutigen Dienstag mit einem 48-stündigen Streik begonnen. Damit wollen sie erneut gegen das Programm der Regierung protestieren, mit dem 78 Milliarden Euro eingespart werden sollen, worüber das Parlament in dieser Woche abstimmen will. Die linksliberale Tageszeitung Der Standard fürchtet den Zerfall der griechischen Gesellschaft: "Die Griechen haben das Vertrauen verloren, dass ihre Regierung und die EU-Institutionen außer einem lähmenden, deflatorischen Sparprogramm auch noch eine Perspektive zu bieten haben. Die erhöhte Bereitschaft zur Gewalttätigkeit ist ein besorgniserregendes Zeichen, dass das soziale Gefüge der Gesellschaft zu zerfallen droht, weil die Verteilung von Besitz und Status zu immer größerer Ungleichheit führt, weil die Menschen mitten in der Krise (freilich nicht nur in Griechenland) fühlen, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. ... Die von der Griechenlandkrise ausgehenden Infektionsgefahren sind die Folge der Handlungsunfähigkeit des politischen Personals - nicht nur in Athen, sondern in ganz Europa."
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