Financial Times Deutschland - Deutschland | Mittwoch, 13. Juli 2011
Griechenlands Pleite endlich eingestehen
Je länger die Finanzminister der Euro-Gruppe in Brüssel um eine Lösung der Krise ringen, desto mehr fühlt sich die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland an das Märchen Des Kaisers neue Kleider erinnert: "Alle sehen, dass Griechenland pleite ist. Das sagt natürlich niemand, wobei viele im Gegensatz zu Andersens Erzählung zumindest einsehen, dass der Kaiser ein ernstes Problem hat: Wir bekennen, dass seine Kleidung zerrissen ist. Wir nähen Flicken an die nackten Beine. ... Der rasend schnelle Übergriff auf Italien schwächt das Argument, dass ein Schuldenschnitt Griechenlands unbedingt vermieden werden muss. ... Wenn ein Schuldenschnitt aber nun erwogen wird, müsste er an das große Paket gekoppelt sein - zu dem einige Staaten Europas immer noch nicht bereit sind: Banken müssten unter Umständen gestützt, milliardenschwere Aufbauprogramme beschlossen werden. Der Steuerzahler würde de facto für die Schulden einstehen. Gut, dass wir endlich laut sagen, dass der Kaiser nackt ist. Aber wir müssten dann auch bereit sein, ihm neue Kleider zu schneidern."
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