Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Mittwoch, 10. August 2011
Assad muss sich nicht fürchten
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat am Mittwoch erfolglos mehrere Stunden lang mit syrischen Regierungsvertretern über ein Ende der Gewalt in Syrien verhandelt. Vor einer militärischen Intervention muss sich Syriens Präsident Baschar al-Assad aber auch jetzt nicht fürchten, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Es liegt in der Natur eines jeden totalitären Regimes, dass selbst kleinste Konzessionen am Alleinanspruch auf die Staatsmacht den Anfang vom Ende bedeuten. Dessen sind sich Assad und sein Clan sehr wohl bewusst. Auch die meisten Regimegegner sehen das nicht anders. Die am Montag erfolgte Ernennung eines neuen Verteidigungsministers ist denn auch nur Kosmetik. Die wahre Verfügungsgewalt über Syriens weitverzweigten Sicherheitsapparat obliegt dem Bruder des Präsidenten. Und dieser hat keinen Anlass, die Zügel zu lockern. Vor einer militärischen Intervention wie in Libyen braucht sich das Regime nicht zu fürchten. Bis heute fehlt auch eine strukturierte Opposition, die nach einem Regierungssturz bereitstünde."
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