Le Figaro - Frankreich | Mittwoch, 7. September 2011
Paris gibt Geld für verlorenes Griechenland
Die französische Nationalversammlung hat am Dienstag wie erwartet dem neuen Hilfspaket für Griechenland zugestimmt. Damit ist Frankreich das erste Land in Europa, das das Abkommen vom 21. Juli umsetzt. Die Finanzmärkte bleiben leider aus gutem Grund nervös, meint die konservative Tageszeitung Le Figaro: "Natürlich kann man sich jetzt über die Spekulanten aufregen, über die übermäßige Angepasstheit der Investoren und die Unvernunft der Märkte. Hat Europa nicht auf jedem einzelnen Gipfel den festen Willen unter Beweis gestellt, Griechenland zu retten, egal was es kostet? ... Warum also dieser Argwohn? ... Weil man Griechenland nicht ohne dessen aktive Mithilfe retten kann. Zwei Jahre nach dem ersten Rettungspaket legt das Land immer noch eine unglaubliche Nachlässigkeit an den Tag. Die Verwaltung ist nach wie vor komplett unorganisiert. Sie schafft es nicht einmal, eine Liste der versprochenen Privatisierungen zu erstellen, während Steuerhinterziehung weiterhin ein weitgehend straffreier Nationalsport ist. Man kann sich nicht so recht vorstellen, wie sich unter diesen Bedingungen die Staatskassen füllen sollen."
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