Financial Times Deutschland - Deutschland | Montag, 12. September 2011
Bankrott Griechenlands zu teuer
Deutschlands Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat am Sonntag erstmals öffentlich über einen Staatsbankrott Griechenlands nachgedacht. Das deutsche Finanzministerium rechnet Medienberichten zufolge gerade die Kosten eines solchen Szenarios durch. Die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland findet beides unverantwortlich: "Selbst wenn langfristig möglicherweise vieles für eine vernünftige Umschuldung Griechenlands spricht - im Moment wären die Folgewirkungen sowohl einer geordneten als auch einer ungeordneten Insolvenz gefährlicher und teurer, als es jeder Hilfskredit an die Griechen sein könnte. Die Ansteckungsgefahr für andere Euro-Länder ist zu groß. Die Institutionen, die überhaupt erst eine geordnete Insolvenz erlauben könnten - wie der Europäische Stabilisierungsmechanismus -, werden gerade erst geschaffen. Die vermeintliche Lösung einer Griechenland-Pleite würde in die nächste Abwärtsspirale führen. Europa kann es sich leisten, Griechenland noch einige Jahre zu finanzieren. Der Titanenkampf der Griechen ist auch der aller anderen Euro-Länder."
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