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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 24.04.2007

 

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Boris Jelzin - der Demokrat des Übergangs

Boris Jelzin - der Demokrat des Übergangs

 

Boris Jelzin ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Er war Russlands erster gewählter Präsident (1991 bis 1999). Viele Kommentatoren betonen die Ambivalenz seiner Amtszeit: Demokratie und Freiheit auf der einen, Zerfall der Sowjetunion, Tschetschenienkrieg und Wirtschaftschaos auf der anderen Seite. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Le Temps - Schweiz, Diario Sur - Spanien, Jyllands-Posten - Dänemark, SL Õhtuleht - Estland, Népszabadság - Ungarn, Mladá fronta Dnes - Tschechien

Le Temps - Schweiz

Russlandspezialist Eric Hoesli meint im Interview mit Stéphane Brussard, Jelzin sei sehr unterschiedlich wahrgenommen worden. "Für den Westen war er der erste Präsident eines demokratischen Russlands, der in verschiedener Hinsicht Freiheiten gebracht und durch Liberalisierung die Marktkräfte freigesetzt hat. Für die Russen hingegen symbolisiert er Jahre des Albtraums, des wirtschaftlichen Verfalls und des unaufhaltsamen Zusammenbruchs des Imperiums. Jelzin ist für sie gleichbedeutend mit nationaler Schande... Er ist von der Geschichte überrollt worden, die ihm eine Rolle zugewiesen hat, die niemand richtig hätte spielen können, weil die Umbrüche so enorm waren. Er war außerstande, die Übergangszeit sicher zu machen. Manchmal ist er den Entwicklungen einfach nur gefolgt, manchmal handelte er aus Optimismus oder naiv. Unter ihm war Russland nach außen hin nicht mehr stark genug. Es verlor sein Gewicht in der Weltpolitik und musste Zugeständnisse machen: in Bezug auf die Nato-Erweiterung nach Osten und auf den Balkan." (24.04.2007)

Diario Sur - Spanien

Die Tageszeitung fragt, welche Spuren Boris Jelzin in der Geschichte Russlands hinterlassen hat. "Die russischen Bürger scheinen mit Resignation und Erleichterung den von Jelzin bestimmten Nachfolger akzeptiert zu haben: Wladimir Putin. Nach seinem Amtsantritt schien sich die politische und wirtschaftliche Lage zu verbessern, wobei Russland jedoch einen autoritären Schwenk vollzog. Auf die chaotische Amtszeit Boris Jelzins im Kreml folgte das strenge Regiment eines Mannes, der sich vollkommen mit der absoluten Macht identifiziert hat. Jelzin verkörpert ein 'Interregnum', das gut in eine bestimmte Phase der russischen Geschichte passte. Diese Geschichte ist mehrere Jahrhunderte alt und scheint mit Putin zu ihrer alten Form zurückgefunden zu haben: zu einer gleichförmigen Gesellschaft mit starker Staatsmacht, die Kirchturmpolitik betreibt. Aber es ist nicht gesagt, dass das fatalistische Denken in der russischen Gesellschaft von Dauer ist. Und schon gar nicht sollte es als Argument dafür herhalten, dass man dem Kreml nicht mit demokratischen Forderungen kommen kann." (24.04.2007)

Jyllands-Posten - Dänemark

Für die dänische Tageszeitung war der verstorbene Boris Jelzin ein "Held der Revolution" und "Russlands Retter". "Er war ein Mann zwischen zwei Epochen: der totalitären Sowjetunion und dem neuen Russland. Solche Figuren des Übergangs dürfen zu Lebzeiten im Allgemeinen nicht mit besonderer Sympathie rechnen. Meist ist ihr Wirken paradox. So war es auch bei Jelzin. Er zog die russischen Truppen aus den baltischen Staaten und Deutschland ab, doch in Tschetschenien machte er große Fehler. Er öffnete Russland in einer nie da gewesenen Form, doch anstatt freie Wahlen zuzulassen, ernannte er selbst seinen Nachfolger. Aus historischer Sicht gibt es keinen Zweifel an Jelzins Bedeutung. Wenn man vom ersten Tschetschenien-Krieg absieht, dann hat sich Jelzins politisches Talent und seine Handlungsfähigkeit in den entscheidenden Momenten ausgezahlt." (24.04.2007)

SL Õhtuleht - Estland

Was immer man von Boris Jelzin behaupten mag, für Estland ist er ein wichtiger Mann gewesen, meint die estnische Zeitung. "Als Jelzin im Januar 1991 Tallinn besuchte, während in Lettland und Litauen Blut floss, war das eine internationale Heldentat. Damit hat Jelzin den ersten Schritt getan, um Estland zu seiner Unabhängigkeit zu verhelfen. Dass sich sein Verhältnis zu uns später schwieriger gestaltete, war vor allem innenpolitisch begründet. Estland hat vielen Staatsführern Preise verliehen, nicht aber Jelzin. Das ist unverständlich und peinlich. Man muss ihn nicht zum Freiheitshelden stilisieren, aber er war ein zuverlässiger Nachbar." (24.04.2007)

Népszabadság - Ungarn

In Jelzins Regierungszeit von 1991 bis 1999 fielen die Anfänge der Demokratisierung, aber auch Chaos, Armut und Raubtierkapitalismus, schreibt Gábor Miklós in seinem Nachruf. "Jelzin führte das Werk Gorbatschows, die Annäherung von Ost und West, weiter. Er bemühte sich um die Normalisierung der Beziehungen mit den ehemaligen Satellitenstaaten und entschuldigte sich in Budapest für die Niederschlagung der Revolution von 1956... Nach dem Machtantritt Putins musste Jelzin mit ansehen, wie sein Nachfolger alles wieder rückgängig machte und ein streng autoritäres Regime einführte. Von Meinungs- und Pressefreiheit kann man heute nur sehr bedingt sprechen, die Gouverneure werden nicht mehr gewählt und die Nachbarländer werden an der kurzen Leine Russlands geführt." (24.04.2007)

Mladá fronta Dnes - Tschechien

"Man wird Boris Jelzin nur gerecht, wenn man auch etwas über seinen Nachfolger Wladimir Putin sagt", schreibt Jan Rybar zum Tod des früheren russischen Präsidenten. "Als Putin an die Macht kam, wurde er für Russland und den Westen zum Held. Mit ihm zog Stabilität ein, die Wirtschaft brach nicht mehr zusammen, und die brutale Ausplünderung des Landes durch die mit Jelzin verbundenen Oligarchen nahm ein Ende. Putin schickte neue Panzer nach Tschetschenien, die Russen befürworteten die harte Hand und spendeten Beifall. Etwas Grundlegendes aber verschwand: die Freiheit der Jelzin-Ära. Ungeachtet aller seiner Fehler war Jelzin überzeugt, dass Russland ohne die absolute Freiheit des Wortes und ohne oppositionelle Parteien keine Chance haben würde... Das heutige Russland ist anders." (24.04.2007)

REFLEXIONEN

Kathimerini - Griechenland

Georgios Koumantos über die griechische Militärdiktatur

Der Putsch der griechischen Generäle hat sich am 21. April zum 40. Mal gejährt. Der Jurist Georgios Koumantos blickt auf die dem sieben Jahre Diktatur zurück, die auf den Putsch folgten. "Es ist oft gesagt worden, welche Übel die Diktatur mit sich gebracht hat; am schlimmsten ist der irreparable Schaden für Zypern. Ohne es zu wollen, haben die Putschisten aber auch etwas Gutes bewirkt, denn sie haben den Gang der Geschichte beschleunigt: die Abschaffung der Monarchie, die Einführung des Neugriechischen, die Zulassung aller politischer Parteien... - Veränderungen, die sonst Jahrzehnte gedauert hätten. Diktaturen bedienen sich der Gewalt und der Folter, damit schließen sie sich selbst aus der Sphäre der Politik aus. Man darf sie deshalb auf keinen Fall tolerieren. Eine Diktatur muss umgehend abgelehnt werden, ohne Wenn und Aber. Deshalb kann man überlegen, wie die Diktatur am besten zu stürzen oder zu untergraben ist. Eine Taktik kann sein, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen mit dem Ziel, die Toleranzspanne, und sei sie auch noch so gering (und meist nur pro forma), voll auszunutzen." (23.04.2007)

La Repubblica - Italien

Ismail Kadaré über Albanien zu Zeiten des Kommunismus

"Albanien war ein Albtraum", sagt der albanische Schriftsteller Ismail Kadaré in einem Interview über die Zeit der Hoxha-Diktatur (1945-1985). "Die Schwierigkeit bestand darin, trotz Selbstzensur weiter zu schreiben... Das Regime wusste, dass ich es missbilligte, und ich wusste, dass es das wusste. Das war seltsam. Der Erfolg meiner Bücher im Ausland hat mich geschützt, aber ich war dennoch ein Gefangener, wie alle anderen auch... In den Jahren der Diktatur bestand der Alltag aus Träumen von Flucht und der Unmöglichkeit zu fliehen. 'Der Adler' mag eine Art Fabel sein, aber sie bezieht sich auf das Schicksal der Albaner, die vor einer schlichten Alternative standen: fallen oder nicht fallen." (24.04.2007)

Dilema Veche - Rumänien

Andrei Plesu über Dämmerstunden im rumänischen Parlament

Der rumänische Philosoph Andrei Plesu stellt die Qualität rumänischer Parlamentsdiskussionen in Frage: "Wie, wann und über was sprechen unsere Parlamentarier? Wir sollten zunächst über die reden, die gar nichts sagen. Die Mehrheit der Gewählten kultiviert es, süß vor sich hin zu dämmern und einfach nur anwesend zu sein. Von diesem Standpunkt aus haben wir es mit einem äußerst angenehmen Handwerk zu tun: Man kann eine ganze Amtszeit zubringen, ohne dass einen jemand sieht, ohne dass ein Wähler auch nur eine Meinung vernimmt. Man lebt vier Jahre, indem man anonym die Hand hebt, wenn die Leitung der Sitzung darum bittet. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass unser Land in all den Jahren seiner zerbrechlichen Demokratie von Stimmrobotern ohne Antlitz geführt wurde, die zwischen zwei Nickerchen alles durchwinken, während die Demagogen reden." (24.04.2007)

POLITIK

Libération - Frankreich

Frankreichs umworbene Mitte

Der französische Philosoph Yves Michaud glaubt, dass die Wähler der Mitte, die im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen für den Zentristen François Bayrou gestimmt haben, das Duell zwischen dem Kandidaten der Rechten, Nicolas Sarkozy, und der Sozialistin Ségolène Royal entscheiden werden. "Die 'Weder-noch'-Dynamik von Bayrou gibt es zwar, sie konnte aber das Rechts-Links-Schema nicht durchbrechen. Royal wird gegen Sarkozy antreten, gerechte Ordnung gegen den sozialen Aufstieg durch Arbeit, das arme Frankreich gegen die wettbewerbsorientierten Franzosen, die Regionen gegen die Nation. Allerdings sind diese beiden politischen Lager nicht mehr die gleichen wie früher. Beide Seiten, Royal wie Sarkozy, brauchen Nachschub und müssen auch um die Weder-noch-Wähler werben... Das ist kompliziert und eine ernste Angelegenheit, denn die Weder-noch-Wähler sind zwar eine kleine, aber eine gut informierte und gebildete Gruppe." (24.04.2007)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Parlamentswahlen in Schottland

Am 1. Mai 2007 jährt sich der Unionsvertrag zwischen England und Schottland zum 300. Mal, zwei Tage später finden in Schottland regionale Parlamentswahlen statt. Der Scottish National Party (SNP) werden große Chancen auf eine Mehrheit eingeräumt. Georges Waser berichtet: "Alex Salmond, der im Falle eines Sieges der SNP als deren Führer der Erste Minister werden würde, gibt sich bereits im Stil eines elder statesman. Das Motto jener, die sich den Bruch mit der Union herbeiwünschen und von einem Aufschwung nach dem Beispiel Irlands träumen, heißt 'going it alone'. Aber wie realistisch ist dieser Traum vom Alleingang?... Zweifellos würde die SNP (die, taktisch geschickter geworden, ein Referendum nicht mehr sofort, sondern erst in etwa drei Jahren in Aussicht stellt) mit dem Hinweis auf die in der Nordsee vorhandenen Öl- und Gasreserven für den Austritt aus der Union mit England plädieren. Doch trotz einem von der britischen Regierung lange geheim gehaltenen Bericht, der den Schluss zulässt, dass die Schotten bisher die Benachteiligten waren, ist es immer noch ungewiss, wie viel Anrecht auf diese Reserven ihnen die vollständige Autonomie bringen würde." (24.04.2007)

WIRTSCHAFT

The Economist - Großbritannien

Bankenfusion im großen Stil

"Der niederländischen Bank ABN Amro, die noch vor kurzem als hässliches Entlein der Bankenbranche galt, fehlt es nicht an Verehrern. Barclays, eine große britische Bank, hat am 23. April 67 Milliarden Euro für die Übernahme von ABN geboten, was zur Entstehung der zweitgrößten Bank Europa führen würde", erläutert die Wochenzeitung. "Gespräche zwischen den beiden erhielten neuen Auftrieb, als vergangene Woche drei Rivalen auftauchten: die Royal Bank of Scotland (RBS), Santander aus Spanien und die belgisch-niederländische Gruppe Fortis. Sie könnten noch immer eine feindliche Übernahme versuchen – in dem Fall droht eine Aufteilung der niederländischen Bank zwischen ihnen. Der Ausgang dieser Geschichte wird uns etwas darüber sagen, wie Europas führende Banken verfahren sollen, wenn die EU auf einen gemeinsamen Markt für Banken und Finanzen drängt. Sind größere und unterschiedlich zusammengesetzte Banken die besseren Banken? Oder sollen Regierungen und Behörden die groß angelegte Vernichtung einiger ihrer Schutzbefohlenen zähneknirschend zulassen in der Hoffnung, dass aus den Überresten Etwas entsteht? ABN Amro ist ein guter Test." (24.04.2007)

MEDIEN

Woxx - Luxemburg

Ein luxemburgischer Kulturwegweiser im Internet

2007 ist Luxemburg Kulturhauptstadt Europas. Luc Caregari nimmt das zum Anlass, eine neue Website über Kunst unter die Lupe zu nehmen. "Die Seite heißt artchannel.lu und ist eine Initiative von vier Menschen, die - derzeit noch auf freiwilliger Basis - aus der Kunstszene oder den Medien kommend der lokalen Kulturlandschaft einen neuen Anstrich geben wollen. Das Team stellt entweder Reportagen, die von Institutionen in Auftrag gegeben wurden, online oder Porträts von Künstlern. Der intellektuelle Aspekt ist dabei nicht so wichtig, der Blick der Macher dieser Seite ist eher pragmatisch... Es besteht das Risiko, dass die Seite nur ein weiterer Kommunikationsort in der unüberschaubaren Flut von Flyern und Kulturankündigungen wird, die Luxemburg 2007 überschwemmen. Artchannel muss deshalb beweisen, dass es ein Metamedium ist, das dem Konsumenten Orientierung bietet." (20.04.2007)

KULTUR

Sega - Bulgarien

Bulgarischer Popfolk im Wahlkampf für Europa

Der Wahlkampf ist eröffnet: in Bulgarien werden im Mai erstmals 18 Abgeordnete für das Europaparlament gewählt. Die meisten Parteien, die sich zur Wahl stellen, haben zu ihren Wahlveranstaltungen die beliebtesten Popfolk-Stars des Landes eingeladen. Mit hämmerndem Bass-Sound und seichten Texten über die Heimat, wird um die Gunst der Wähler gekämpft. Bojko Lambowski kommentiert die Popfolk-Maschinerie: "Man frage lieber nicht, ob die Popfolk-Kampagne die Wahlen lächerlich macht. Man könnte das Ganze noch ganz anders aufziehen... Fraglich ist allerdings, ob nicht die Fahnenträger des Popfolk die Wahlen der Europaabgeordneten auf die Schippe nehmen. Oder verhält es sich noch anders: unsere Politik ist auf dem besten Wege, selbst eine Art Popfolk zu werden?" (24.04.2007)

Die Welt - Deutschland

Berlin bekommt eine Stadtschloss-Fassade

Jahrelang wurde in Berlin heftig über einen Wiederaufbau des 1950 gesprengten Stadtschlosses gestritten. Nun wurde entschieden, dass hinter der rekonstruierten historischen Fassade das "Humboldt-Forum" entstehen soll. Rainer Haubrich freut das: "Was nach so vielen Diskussionen, Anhörungen und Entwürfen von 2010 an am einstigen Schlossplatz gebaut werden soll, ist zum Glück einmal kein Kompromissprodukt entscheidungsschwacher Gremien: Es ist der richtige Inhalt in der richtigen Form. Die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen werden hier zusammen mit der Museumsinsel ein weltweit einzigartiges Ensemble der Weltkünste bilden – ohne kommerzielle Nutzungen wie Hotel oder Shopping-Mall. Und mit dem barocken Erscheinungsbild des Schlosses kehrt ein Baukörper ins Stadtbild zurück, der die umliegenden historischen Bauten wieder zusammenhalten wird. So weist der Neubau zurück in die Geschichte und zugleich weit voraus in eine Zeit des globalen Kulturaustausches." (24.04.2007)

Le Soir - Belgien

Das Marketingphänomen Tokio Hotel

Thierry Coljon porträtiert die deutsche Popgruppe Tokio Hotel, die auch in Europa immer mehr Erfolg hat. Tokio Hotel "zielt auf ein ganz spezielles Publikum: die Vorpubertären. Sie sind in einem Alter, in dem vor allem der Look zählt. Dort holt Tokio Hotel sie ab. Alles hängt von der Pose des Sängers Bill Kaulitz ab. Er ist noch keine 18, aber seine Tattoos, seine Piercings, sein androgynes Make-up und seine Frisur, die geradewegs aus einem Manga zu stammen scheinen, sind so überzeugend, dass es funktioniert... Die Eltern brauchen sich keine Sorgen zu machen. Die Geschichte der Popmusik ist mit Gestalten gepflastert, die keine Zukunft haben... Regelmäßig versetzen Boygroups orientierungslose Mädels in Aufregung... Die Produzenten, selbst sehr erwachsen, werden nicht müde, neue Produkte für den Markt der Vorpubertären zu entwerfen." (24.04.2007)

LOKALE FARBEN

România Liberă - Rumänien

Bukarest erstickt im Verkehr

Der rumänische Schriftsteller Ion Vianu sorgt sich um die Zukunft der Metropole Bukarest: "Bukarest erstickt an sich selbst! Wenn das so weiter geht, wird in fünf Jahren die Luft nicht mehr zu atmen sein, und der Verkehr, der jetzt schon langsamer ist als im Jahr 1900, wird vollends zum Erliegen kommen. Die Hauptschlagadern der rumänischen Hauptstadt sind für Droschken und Straßenbahnen konzipiert, nicht für den heutigen Verkehr. Man könnte den Verkehr mit einfachen Mitteln wieder zum Laufen bringen: durch die Aufwertung der öffentlichen Verkehrsmittel. Das Straßenbahnnetz müsste erweitert werden; die Busse, die die Straßenbahnen und Metro ergänzen, reichen nicht aus. Schauen wir uns die Autos an, die überall wüst parken. Es müsste verboten werden, dass die Autos die Fußwege erobern, die zusammen mit den Straßenhunden das Leben eines Fußgängers unerträglich machen." (24.04.2007)

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