Heute unterzeichnen US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr polnischer Amtskollege Radosław Sikorski das Abkommen über die Stationierung des US-Raketenabwehrschilds in Polen. Der Umweltaktivist und Journalist George Monbiot kritisiert in der Tageszeitung The Guardian, dass damit nur innenpolitische und wirtschaftliche Ziele bedient werden: "Polen ist einfach nur der neueste Strohmann für eine US-amerikanische Außenpolitik, die von Lobbyisten der Militärindustrie in Washington diktiert wird. ... Die amerikanische Regierung versichert, dass die Abfangraketen, die an der Ostseeküste stationiert werden, nichts mit Russland zu tun haben: Ihr Zweck ist es, Europa und die USA gegen die Interkontinentalraketen zu verteidigen, die der Iran und Nordkorea nicht besitzen. Das ist der Grund, warum sie in Polen aufgestellt werden, das, wie jeder texanische Geografiestudent weiß, an beide Schurkenstaaten grenzt. Das System ist seit 1946 in der Entwicklung und hat bis jetzt unterm Strich nichts erreicht. ... Die US-amerikanische Politik ist wegen des Versagens der Republikaner und Demokraten, die Probleme der Kampagnenfinanzierung anzugehen, im Kern verfault. ... Die Bundesregierung ist ein riesiges Wohlfahrtsprogramm für Unternehmen, das jene Industriezweige, die Millionen Dollar an politischen Spenden vergeben, mit Verträgen belohnt, die Milliarden wert sind. Die Raketenabwehr ist der größte Fleischtopf von allen. ... Die Interessen der Regierung waren immer provinziell. ... Die USA haben keine wirkliche Außenpolitik. Sie haben eine Reihe von innenpolitischen Strategien, die sie über ihre Grenzen projiziert. ... Die einzig interessante Frage ist, wer bezahlt wird und wie hoch die politischen Schmiergelder ausfallen." (19.08.2008)
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