Der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Newsweek International Fareed Zakaria schreibt in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera über Möglichkeiten des Dialogs zwischen dem Westen und der islamischen Welt. "Die Hauptaufgabe besteht heute darin, eine verfeinerte Strategie gegenüber den Fundamentalisten zu entwickeln. [US-Präsident Barack] Obama hat in der Wahlkampagne gegenüber den islamischen Ländern einen differenzierteren Ansatz versprochen. ... Das kann dazu dienen, die Unterschiede der Gruppen, der Bewegungen und der Gründe im Inneren dieser Welt hervorzuheben und die These zu stärken, dass es sich nicht um einen Krieg zwischen dem Islam und dem Westen handelt. [Der Terroristenführer] Bin Laden hingegen beteuert weiter, dass alle diese verschiedenen Gruppen einer globalen Bewegung angehören. Wir dürfen sein Spiel nicht mitmachen, sondern müssen die lokalen Unterschiede der Gruppen und ihrer Forderungen hervorheben. Das heißt aber nicht, dass wir die Augen vor Bränden in Mädchenschulen und Steinigungen von Übeltätern verschließen dürfen. Die Realität des radikalen Islam zu begreifen, heißt nicht, seine Ideen zu akzeptieren. Im Gegenteil, wir müssen mit Stolz und Eifer unsere Meinungen und unsere Werte verteidigen. Die einfache Tatsache, dass die Vereinigten Staaten in den islamischen Ländern präsent sind, sich mit den [dortigen] Problemen auseinandersetzen und und sich nicht darauf beschränken, Bomben abzuwerfen, Verhaftungen durchzuführen und zu töten, könnte die Einstellung der dortigen Menschen uns gegenüber verändern." (04.03.2009)
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