Die Folgen von 1968
Das Jahr 1968 ist heute zu einem festen Bezugspunkt in vielen Ländern geworden. Hat es die Gesellschaften positiv oder negativ beeinflusst?
Open Democracy - Großbritannien | Freitag, 1. Februar 2008
Der erste Studentenaufstand 1968 habe in Warschau stattgefunden, berichtet Neal Ascherson. "Aber die westliche Presse ignoriert Polen in ihren Gedenkartikeln zu 1968 vollständig. Sie zeigt ... » mehr
Der erste Studentenaufstand 1968 habe in Warschau stattgefunden, berichtet Neal Ascherson. "Aber die westliche Presse ignoriert Polen in ihren Gedenkartikeln zu 1968 vollständig. Sie zeigt sich selektiv, hochmütig angesichts soviel Idealismus und gleichzeitig etwas nervös, dass sich eine neue Generation zur Nachahmung aufgerufen fühlen könnte... Auf den ersten Blick scheinen die Ursachen der Märzereignisse in Polen nichts gemein zu haben mit den Hintergründen des Pariser Mai, der Anti-Kriegsbewegung in den USA oder den Uni-Besetzungen in Westdeutschland, Großbritannien oder Italien. Das Gleiche gilt für den Prager Frühling im gleichen Jahr, der starke Impulse durch die Studentenbewegung erhielt... Gab es da eine Verbindung oder lag einfach 'etwas in der Luft'?.. Es gab Überschneidungen zwischen Ost und West... Ihre gemeinsame Utopie war eine Revolution zur Abschaffung der Fremdbestimmung. Die Menschen sollten direkt über ihr Arbeitsleben bestimmen können."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Geschichte, » Polen, » Europa, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Neil Ascherson
Polen
Die Welt - Deutschland | Dienstag, 11. März 2008
Die 68er-Bewegungen in West- und Osteuropa hatten wenig gemeinsam, schreibt der polnische Publizist Jan Skórzynski in einem Essay: » mehr
Die 68er-Bewegungen in West- und Osteuropa hatten wenig gemeinsam, schreibt der polnische Publizist Jan Skórzynski in einem Essay: "Anders als im Westen spielte der Generationenkonflikt 1968 in Polen nur eine untergeordnete Rolle... Die Studentenbewegung in Polen nahm während der Demonstration an der Universität Warschau am 8. März 1968 den Charakter einer Massenbewegung an... Die Forderung nach Abschaffung der Zensur war eine der ersten politischen Parolen der polnischen Märzunruhen des Jahres 1968. Rufe nach Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit folgten. Äußerst wichtig ist an dieser Stelle, dass die Protestierenden keine freien Wahlen verlangten. In dieser Hinsicht waren sie Realisten. Was sie aber forderten, war ein gewisses Maß bürgerlicher Kontrolle über die Obrigkeit, und zwar sowohl im politischen wie im wirtschaftlichen Bereich... Nach 1968 traten die protestierenden Studenten nach und nach in das politische und geistige Establishment ihrer jeweiligen Länder ein. Die polnischen Dissidenten fanden sich im Gefängnis oder im Exil wieder."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Soziale Bewegungen, » Geschichte, » Polen, » Osteuropa
Alle verfügbaren Texte von » Jan Skórzynski
Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Samstag, 8. März 2008
Polens Präsident Lech Kaczyński hat am Wochenende die vor 40 Jahren erfolgte Ausbürgerung und Ausweisung von rund 15.000 polnischen Juden als "schändlich" verurteilt. Im Gespräch ... » mehr
Polens Präsident Lech Kaczyński hat am Wochenende die vor 40 Jahren erfolgte Ausbürgerung und Ausweisung von rund 15.000 polnischen Juden als "schändlich" verurteilt. Im Gespräch mit Cezary Michalski betont der Historiker Paweł Machcewicz, Polen und nicht die Sowjetunion sei für die im März 1968 begonnene antisemitische Hetzkampagne verantwortlich. "Die antizionistische Kampagne im Jahr 1968 war autonom. Es gibt keine Beweise, dass Moskau Form oder Intensität vorschrieb. Moskau verlangte nur, dass sich der ganze Block im Konflikt mit Israel auf die richtige Seite stellte. Die Kampagne wurde vom Parteiapparat der polnischen Kommunisten mit enormer Heftigkeit betrieben. Natürlich wurde die Regierung im damals unsouveränen Staat nicht auf demokratische Weise gewählt, aber es waren trotzdem Polen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Religion, » Geschichte, » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Pawel Machcewicz, » Cezary Michalski
Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Donnerstag, 28. Februar 2008
Bis zu 15.000 Polen jüdischer Abstammung wurden im März 1968 vom damaligen kommunistischen Regime ausgebürgert und zur Ausreise gezwungen. Seit Oktober wartet die Leiterin der ... » mehr
Bis zu 15.000 Polen jüdischer Abstammung wurden im März 1968 vom damaligen kommunistischen Regime ausgebürgert und zur Ausreise gezwungen. Seit Oktober wartet die Leiterin der polnischen Shalom-Stiftung, Gołda Tencer, auf eine Antwort des Staatspräsidenten Lech Kaczyński auf ihre Forderung, alle Polen, denen damals ihr Pass abgenommen wurde, unbürokratisch wieder einzubürgern. Im Gespräch mit Zuzanna Dąbrowska plädiert Tencer zudem für eine Entschuldigung des Präsidenten zum 40. Jahrestag der antisemitischen Kampagne. "Wir sprechen von einer lebendigen Geschichte, die nicht nur in Büchern lebt, sondern in Menschen. Es kostet doch so wenig, 'Entschuldigung' zu sagen. Warum schafft das keiner?... Ich höre ständig vom Prozedere, von formellen Schwierigkeiten, seit Jahren schon. Wen interessiert das? Ich glaube, dass man das einfach wollen muss. Und jetzt ist der beste Moment dafür."
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Religion, » Geschichte, » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Gołda Tencer, » Zuzanna Dąbrowska
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 15. Februar 2008
Karol Sauerland erinnert sich an 1968 in Polen, als das Regime Studentenproteste mit Stimmungsmache gegen die Juden beantwortete: » mehr
Karol Sauerland erinnert sich an 1968 in Polen, als das Regime Studentenproteste mit Stimmungsmache gegen die Juden beantwortete: "Fast alle polnischen Juden, die die Schoa überlebt und nicht gleich nach dem Krieg aus Polen ausgewandert waren, verließen um diese Zeit... das Land. Der Danziger Bahnhof in Warschau war der Ort, von dem aus sie sich nach Wien begaben, um von dort aus nach Israel, in die Vereinigten Staaten oder auch in die Bundesrepublik weiterzureisen. Man nannte diesen Bahnhof damals den 'Umschlagplatz'. Gott sei Dank führte er nicht in den Tod, aber so gut wie niemand hatte sich freiwillig zur Ausreise entschlossen... Persönlich vergleiche ich den Exodus führender Köpfe und der vielen talentierten jungen Leute (zu ihnen gehörte übrigens auch Jan Tomasz Gross, der mit seinem Buch über Jedwabne und nun mit seiner Studie über den polnischen Nachkriegsantisemitismus für erregte Debatten sorgt) mit dem Jahr 1933 in Deutschland... Und so gut wie keiner von denen, die Polen verlassen hatten, kam nach einundzwanzig Jahren, also 1989, wieder zurück, um seinen verlorenen Posten einzunehmen."
» zur Homepage (externer Link, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Karol Sauerland
Tschechien und Slowakei
El País - Spanien | Samstag, 15. März 2008
Die Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen im August 1968 hat die Abkehr der westlichen Linken von Moskau besiegelt, meint die tschechische Schriftstellerin und ... » mehr
Die Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen im August 1968 hat die Abkehr der westlichen Linken von Moskau besiegelt, meint die tschechische Schriftstellerin und Übersetzerin Monika Zgustova. "Europa war durch den Kalten Krieg geteilt. In westlichen intellektuellen Kreisen wurde wenig über die Verfolgungen im Osten gesprochen... Nach dem Prager Frühling öffneten sich das Tschechische und einige andere slawische Sprachen dank einer ansehnlichen Zahl von Übersetzungen der Welt... Die übersetzten Werke zeigten die kommunistische Barbarei. Auch wenn manche Intellektuelle noch eine Weile auf ihrer Position beharrten, die sowjetische Invasion diene der gerechten Sache der Rettung des Kommunismus gegenüber der Gefräßigkeit des Kapitalismus, so wurde diese Argumentation doch angesichts des Gulag und der Praktiken der Geheimpolizei schwächer. Diese Beweise haben die pro-sowjetische Argumentation definitiv hinfällig gemacht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Geschichte, » Tschechien, » Europa, » Osteuropa
Alle verfügbaren Texte von » Monika Zgustová
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 29. Februar 2008
Die slowakische Schriftstellerin Irina Brezna hat den Prager Frühling als 18-jährige Schülerin in Bratislava erlebt. Sie erinnert sich daran, wie das rigide Regime von Präsident Antonín Novotný an Einfluss verlor: » mehr
Die slowakische Schriftstellerin Irina Brezna hat den Prager Frühling als 18-jährige Schülerin in Bratislava erlebt. Sie erinnert sich daran, wie das rigide Regime von Präsident Antonín Novotný an Einfluss verlor: "Novotnýs verbrecherische Biederkeit, mit der die Gesichter der Funktionäre vom Zentralkomitee der KP allgemein geschlagen waren, als kämen sie vom Fließband, stand für repressive Lüge und abtötende Langweile, die meiner Generation aufgezwungen wurde, seit wir denken konnten... Wäre der in jedem Klassenzimmer und in jedem Büro hängende Präsident attraktiv und jung wie Che Guevara auf dem berühmten Plakat gewesen, das ich dann später in den WGs der westlichen Linken hängen sah, wäre die tschechoslowakische Geschichte eine andere gewesen. Die Schönheit eines bärtigen Revolutionärs im schicken Béret hat aber zur westlichen Illusion vom Sozialismus gepasst und nicht in unsere hässliche Wirklichkeit... Der Frühling 1968 war licht, aber nicht, weil er eine lichte Zukunft entwarf, sondern, weil er die Dunkelheit als dunkel benannte."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Tschechien, » Slowakei
Alle verfügbaren Texte von » Irina Brezna
Pravda - Slowakei | Dienstag, 16. Oktober 2007
Im slowakischen Parlament häufen sich Anträge, einstige politische Größen des Landes per Beschlussfassung zu "Vätern der Nation" zu erklären. Das betrifft unter anderem den klerikal-nationalistischen ... » mehr
Im slowakischen Parlament häufen sich Anträge, einstige politische Größen des Landes per Beschlussfassung zu "Vätern der Nation" zu erklären. Das betrifft unter anderem den klerikal-nationalistischen Führer vom Anfang des 20. Jahrhunderts, Andrej Hlinka, aber auch den kommunistischen Parteichef aus der Zeit des Prager Frühlings 1968, Alexander Dubček. Márius Kopcsay findet das Verfahren zweifelhaft. "Man kann historische Ereignisse oder Persönlichkeiten nicht vom heutigen Standpunkt aus politisch bewerten - und schon gar nicht durch eine Abstimmung im Parlament. Es ist doch klar, dass Amateur-Historiker kaum mehr Licht in die Vergangenheit bringen... Die Abgeordneten führen unsinnige Kaffeehausdebatten auf Kosten der Steuerzahler."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowakisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Slowakei
Alle verfügbaren Texte von » Márius Kopcsay
Sme - Slowakei | Donnerstag, 1. Februar 2007
Die Bürgerrechtsbewegung Charta 77 sei hauptsächlich eine tschechische Angelegenheit gewesen, meint der slowakische Politologe und frühere Chartist Miroslav Kusy. Er begründet diese Tatsache mit der inhaltlichen Ausrichtung der Charta 77. "Sie nahm in gewisser Weise den tschechischen Standpunkt aus der Zeit des Prager Frühlings 1968 auf: » mehr
Die Bürgerrechtsbewegung Charta 77 sei hauptsächlich eine tschechische Angelegenheit gewesen, meint der slowakische Politologe und frühere Chartist Miroslav Kusy. Er begründet diese Tatsache mit der inhaltlichen Ausrichtung der Charta 77. "Sie nahm in gewisser Weise den tschechischen Standpunkt aus der Zeit des Prager Frühlings 1968 auf: 'Zuerst kommt die Demokratisierung', dann alles andere. Weder im Gründungsdokument noch in den nachfolgenden Erklärungen der Charta findet sich auch nur ein Wort zu den slowakisch-tschechischen Beziehungen und zu den Problemen, die aus der Entstehung einer Föderation sowjetischen Typs (1968) erwuchsen. Für die Slowaken hatte die Lösung der slowakisch-tschechischen Frage aber Priorität. Ein weiterer empfindlicher Punkt war die Vertretung der Slowaken in der Führung der Charta. In all den Jahren ihrer Existenz hat man sehr genau auf den Proporz zwischen Exkommunisten, Kirchenvertretern und bürgerlichen Dissidenten geachtet. Auf eine proportionale Vertretung der Slowaken jedoch nicht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowakisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Tschechien, » Slowakei
Alle verfügbaren Texte von » Miroslav Kusy
Právo - Tschechien | Donnerstag, 24. August 2006
Die derzeitige Flut tschechischer Betrachtungen zum gewaltsamen Ende des Reformversuchs des Prager Frühlings 1968 werden nach Meinung des Historikers Rudolf Kucera zu sehr auf das ... » mehr
Die derzeitige Flut tschechischer Betrachtungen zum gewaltsamen Ende des Reformversuchs des Prager Frühlings 1968 werden nach Meinung des Historikers Rudolf Kucera zu sehr auf das Geschehen in der damaligen Tschechoslowakei verengt. Sie würden außer Acht lassen, dass es damals auch große gesellschaftliche Bewegungen in Westeuropa und in Übersee gegeben habe. "Die radikalen Proteste dort hatten wie der tschechoslowakische Versuch eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz ein ähnliches Ziel. Westeuropa und Amerika bewegten sich nach links. Auch die tschechoslowakischen Reformen waren Ausdruck der Suche nach Freiheit, Gerechtigkeit und einer solidarischen Gesellschaft. Werte, die auch heute nicht veraltet sind. Es ist gerade die Balance zwischen Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die eine Schlüsselrolle in der sich globalisierenden Welt spielt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Tschechien
Alle verfügbaren Texte von » Rudolf Kucera
Frankreich
taz - Deutschland | Freitag, 4. Mai 2007
Dorothea Hahn weist darauf hin, dass die Generation der 1968er in Frankreich nie an die Macht gekommen ist. "Die beiden KandidatInnen, die am Sonntag antreten, ... » mehr
Dorothea Hahn weist darauf hin, dass die Generation der 1968er in Frankreich nie an die Macht gekommen ist. "Die beiden KandidatInnen, die am Sonntag antreten, gingen im Frühling 1968 noch in die Schule. Doch sie markieren nicht nur wegen ihres Alters eine Kehrtwende, sondern auch wegen ihrer zur Schau getragenen politischen Werte. Beide schicken sich an, das Erbe ihrer Altvorderen über Bord zu werfen. Sowohl die Sozialdemokratin Ségolène Royal als auch der Rechte Nicolas Sarkozy treten für die Restauration von staatlichen, schulischen und familiären Werten und Autoritäten ein. Sie sprechen von einer Erneuerung der Moral. Von der Wiederherstellung der elterlichen Autorität. Und - im Fall der Sozialdemokratin Royal - sogar von der Einbeziehung von Militärs in die Umerziehung von straffällig gewordenen Jugendlichen. Der Wahlkampf der letzten Monate und das Duell am Mittwoch markieren die Abkehr von den libertären Prinzipien von 68, die jahrzehntelang Frankreich geprägt haben. Sie markieren eine politische Bewegung nach rechts. Eine Abkehr von den ewigen Jugendlichen des Mai 68."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Dorothea Hahn
Le Monde - Frankreich | Dienstag, 21. März 2006
"Wir sind eure Kinder. Es ist fast 40 Jahre her, da wolltet ihr das Leben verändern, und dann habt ihr euch angepasst, wenn auch zweifellos ... » mehr
"Wir sind eure Kinder. Es ist fast 40 Jahre her, da wolltet ihr das Leben verändern, und dann habt ihr euch angepasst, wenn auch zweifellos ungern." Der Soziologe Philippe Labbé wendet sich an die Generation der 1968er und schreibt über den Zusammenstoß der Generationen, während "die Jugend" massenhaft gegen den Erstanstellungsvertrag CPE protestiert. "Euphorisch habt ihr damals Brüche in der Gesellschaft erzeugt und sie anschließend ganz pragmatisch wieder gekittet. Zu eurem eigenen Nutzen. Ausschließlich. Diejenigen von euch, die es an die Schalthebel geschafft haben, sind zu dem Schluss gekommen, dass wohlverstandene Barmherzigkeit bei sich selbst beginnt. Aber das hielt euch nicht davon ab, mit Tränen in den Augen am Wahltag die Einbindung der Jugend als 'nationalen Imperativ' zu bezeichnen... Genährt von Utopie habt ihr dann alles verspeist und uns auf Diät gesetzt. Gemessen an der menschlichen Geschichte seid ihr die erste Generation, die so unverdrossen und erfolgreich ihren Sprösslingen den Zugang zur Erwachsenenwelt versperrt hat."
» weiterführende Informationen (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Philippe Labbé
Deutschland
Die Welt - Deutschland | Dienstag, 12. Februar 2008
Der Schriftsteller Rolf Schneider erinnert dran, dass die Ostdeutschen das Jahr 1968 ganz anders erlebt haben als die Westdeutschen und sich vor allem am Prager Frühling orientierten: » mehr
Der Schriftsteller Rolf Schneider erinnert dran, dass die Ostdeutschen das Jahr 1968 ganz anders erlebt haben als die Westdeutschen und sich vor allem am Prager Frühling orientierten: "Lieber reisten wir, statt mit Angehörigen des [West-Berliner] Otto-Suhr-Instituts der FU [Freie Universität] Berlin zu zanken und Adlershofer Wodka zu trinken, nach Böhmen, um dort Gleichgesinnte zu treffen und in dortigen Buchhandlungen indiziertes Schrifttum zu erwerben. Am 21. August 1968 erfuhr dies alles ein jähes Ende. Aufgrund eines vorgeblichen Hilferufes... marschierten Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR, um der vorgeblichen Konterrevolution ein Ende zu bereiten... Vor diesem Hintergrund erschienen uns die über das Fernsehen verfolgbaren Aufmärsche in Westdeutschland, wo man mit roten Tüchern und dem Ruf nach Rätedemokratie auf den Straßen umherlief, irrelevant, kindisch und unendlich weit weg."
» zur Homepage (externer Link, Die Welt)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Deutschland, » Tschechien
Alle verfügbaren Texte von » Rolf Schneider
Spanien
El País - Spanien | Freitag, 25. Mai 2007
Der spanische Schriftsteller Josep Ramoneda beschäftigt sich mit dem Erbe des Mai 1968, einem Thema, das bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich eine große Rolle gespielt hat. "Nicolas Sarkozy hat im Wahlkampf die Beerdigung von 1968 angekündigt, aber seit er Präsident ist, hat er sich nicht um das Begräbnis gekümmert... Sarkozy hat zwei Fehler begangen. Der erste ist typisch für die Franzosen: » mehr
Der spanische Schriftsteller Josep Ramoneda beschäftigt sich mit dem Erbe des Mai 1968, einem Thema, das bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich eine große Rolle gespielt hat. "Nicolas Sarkozy hat im Wahlkampf die Beerdigung von 1968 angekündigt, aber seit er Präsident ist, hat er sich nicht um das Begräbnis gekümmert... Sarkozy hat zwei Fehler begangen. Der erste ist typisch für die Franzosen: Man erinnert sich nicht daran, dass es 1968 auch außerhalb von Frankreich Aufruhr gab. Der zweite ist typisch für die Rechte: Sie versteht nicht, dass der Kapitalismus aufgrund seiner Fähigkeit zum Wandel (ein Grund für seine Überlegenheit gegenüber dem Kommunismus) und die liberale Rechte die Hauptprofiteure von 68 waren... Warum spielt sich Sarkozy also als Totengräber von 68 auf? ... Wenn man bedenkt, dass Sarkozy sich im kulturellen Umfeld der Rechten bewegt, dann ist es für ihn leicht in der Mythologie der Linken die Zielscheibe für seinen moralischen Bruch zu suchen. Diese Funktion hatte der Mai 68 in Sarkozys Rede."
» zur Homepage (externer Link, El País)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Soziale Bewegungen, » Frankreich, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Josep Ramoneda
Italien
La Stampa - Italien | Dienstag, 5. September 2006
Der italienische Historiker Giovanni De Luna greift eine Debatte auf, die der französische Innenminister Nicolas Sarkozy kürzlich mit einer scharfen Kritik an der 1968er Generation ... » mehr
Der italienische Historiker Giovanni De Luna greift eine Debatte auf, die der französische Innenminister Nicolas Sarkozy kürzlich mit einer scharfen Kritik an der 1968er Generation angestoßen hat. De Luna wirft Sarkozy vor, diese Generation zu instrumentalisieren und fragt, was aus den 68ern in Italien heute geworden ist. "Für die 68er war Jugend eine existentielle Kategorie, die nichts mit den vom Staat auferlegten Zwängen zu tun hatte... Die Anhänger von 68 haben es nie geschafft, sich von ihrer Jugend zu verabschieden. Daraus folgte eine Art Fluch, der sie dazu verurteilte, immer jung zu bleiben - als Gefangene einer Vergangenheit, die nie vergeht. Diese unendliche Jugend macht den Bruch schwerer und birgt die Gefahr, dass sich die natürliche Staffelübergabe von den Alten an die Jungen verzögert."
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Soziale Bewegungen, » Italien
Alle verfügbaren Texte von » Giovanni De Luna
Weitere Artikel zu den Themen » Weltanschauung, » Soziale Bewegungen, » Alltagskultur, » Europa
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Weltanschauung, » Soziale Bewegungen, » Alltagskultur, » Europa