Der Streit um die Geschichte
Das Verhältnis der osteuropäischen EU-Länder zu Russland ist historisch belastet, der Blick auf die gemeinsame Geschichte extrem unterschiedlich. Europa, das hat der Streit um die sowjetische Bronzestatue in Estland exemplarisch gezeigt, ist komplizierter geworden.
euro|topics-Dossiers zum Denkmalstreit
Top-Thema vom Donnerstag, 10. Mai 2007
Der gestrige 9. Mai ist in Russland traditionsgemäß als "Tag des Sieges" über die Nationalsozialisten mit einer großen Militärparade gefeiert worden. Wladimir Putin hat die ... » mehr
Der gestrige 9. Mai ist in Russland traditionsgemäß als "Tag des Sieges" über die Nationalsozialisten mit einer großen Militärparade gefeiert worden. Wladimir Putin hat die Gedenkveranstaltung dazu genutzt, nicht nur an Russlands Vergangenheit zu erinnern, sondern auch in aktuellen Konflikten nationale Stärke zu demonstrieren. Wenige Tage vor dem EU-Russland-Gipfel in Samara sehen die europäischen Zeitung die russische Vergangenheitspolitik kritisch.
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Top-Thema vom Mittwoch, 2. Mai 2007
In Estland ist das umstrittene sowjetische Kriegsdenkmal aus Tallinn entfernt und auf einem Militärfriedhof außerhalb des Stadtzentrums wieder aufgestellt worden. Die Umsetzung der Bronzestatue, die ... » mehr
In Estland ist das umstrittene sowjetische Kriegsdenkmal aus Tallinn entfernt und auf einem Militärfriedhof außerhalb des Stadtzentrums wieder aufgestellt worden. Die Umsetzung der Bronzestatue, die für viele Esten ein Symbol der sowjetischen Besatzung ist, hatte zu heftigen Tumulten geführt. Auch in Russland und Polen denkt man über die Versetzung von Kriegsdenkmälern nach.
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Top-Thema vom Mittwoch, 11. April 2007
Die Beziehungen zwischen Russland und seinen ehemaligen "Satellitenstaaten" sind nicht einfach. Sie werden belastet durch die unterschiedlichen Ansichten über den Umgang mit der Vergangenheit - ... » mehr
Die Beziehungen zwischen Russland und seinen ehemaligen "Satellitenstaaten" sind nicht einfach. Sie werden belastet durch die unterschiedlichen Ansichten über den Umgang mit der Vergangenheit - mit weitreichenden Folgen für die Gegenwart.
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Stimmen
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 11. Mai 2007
Im Interview mit Sonja Zekri erklärt der Philosoph Boris Groys den Streit um sowjetische Denkmäler in den osteuropäischen Ländern so: » mehr
Im Interview mit Sonja Zekri erklärt der Philosoph Boris Groys den Streit um sowjetische Denkmäler in den osteuropäischen Ländern so: "Die ganze Auseinandersetzung hat damit zu tun, dass in allen Ländern Osteuropas ein wachsender Nationalismus zu verzeichnen ist. In Estland und Polen etwa wird dafür die kommunistische Vergangenheit herangezogen, die als Okkupation durch Russland gesehen wird. Alles wird in den Termini eines ethnischen Konfliktes zwischen Esten und Russen formatiert. Ich würde diesem Geschichtsbild nicht zustimmen, aber so ist es. Und je weiter diese Ethnisierung des Kommunismus geht, die meist zur Selbstentlastung praktiziert wird, desto mehr Spannungen müssen wir erwarten."
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Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Mittwoch, 9. Mai 2007
Die polnische Regierung hat einen Gesetzentwurf für die Entfernung sowjetischer Kriegsdenkmäler in Polen verschoben, um den Streit mit Russland nicht weiter anzuheizen. Der Historiker Pawel ... » mehr
Die polnische Regierung hat einen Gesetzentwurf für die Entfernung sowjetischer Kriegsdenkmäler in Polen verschoben, um den Streit mit Russland nicht weiter anzuheizen. Der Historiker Pawel Machcewicz von der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun hält das für richtig und betont, die Esten seien von der Sowjetunion stärker unterdrückt worden als die Polen. "Die Polen sind in einer unvergleichlich besseren Situation. Wir müssen kein koloniales Joch und kein Erbe von jahrzehntelanger Russifizierung von uns abschütteln. Wir haben in unserem Land nicht Millionen von Russen, deren Identifikation mit der polnischen Staatlichkeit zur Debatte stünde. Es gibt auch keine Stimmung in der Gesellschaft, die solch spektakuläre Aktionen rechtfertigen würde, die gegen einzelne, immer noch verbliebene Denkmäler russischer Soldaten gerichtet wären... Wir müssen also keinen eigenen Denkmalkrieg gegen Russland beginnen. Vor allem, weil das nicht nur ein Streit mit der Regierung der Russischen Föderation wäre, sondern auch mit Millionen Russen, deren Erinnerung an die im Krieg gegen Deutschland Gefallenen immer noch heilig und der wichtigste Bestandteil ihrer patriotischen Tradition ist."
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Le Figaro - Frankreich | Freitag, 27. April 2007
Der französische Philosoph André Glucksmann entrüstet sich, die europäischen Staaten hätten auf das Demonstrationsverbot und die Repressalien bei Kundgebungen in Russland am 14. April nicht reagiert: » mehr
Der französische Philosoph André Glucksmann entrüstet sich, die europäischen Staaten hätten auf das Demonstrationsverbot und die Repressalien bei Kundgebungen in Russland am 14. April nicht reagiert: "Paris, London, Rom, Berlin – sie alle schauen sich anderswo um und kommen zu dem Schluss: Putin, sein Erdöl, sein Gas, sein zerstörerisches Waffenarsenal und die Waffen, die er in aller Welt verkauft, wiegen mehr als ein paar tausend Demonstranten, die von mehr als zehnmal so vielen Polizisten verprügelt, auseinander getrieben und festgenommen wurden... Es wird Zeit, dass die EU verkündet, dass die Liebe zur Freiheit dem europäischen Geist seit der Antike innewohnt. Dass diese Liebe seine Entstehung leitet. Und dass es diese ideelle Kraft war, die die Aufstände gegen die Diktatur in Berlin (1953), das Erwachen Polens (1956), den Aufstand in Budapest (1956), später in Prag und Warschau bis hin zum Fall der Mauer inspiriert hat."
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Rzeczpospolita - Polen | Samstag, 18. November 2006
Der in Großbritannien lebende russische Publizist und Bürgerrechtler Wladimir Bukowski begrüßt das polnische Veto gegen ein EU-Partnerschaftsabkommen mit Russland. Bukowski beschreibt, wie Polen aus russischer Perspektive gesehen wird: » mehr
Der in Großbritannien lebende russische Publizist und Bürgerrechtler Wladimir Bukowski begrüßt das polnische Veto gegen ein EU-Partnerschaftsabkommen mit Russland. Bukowski beschreibt, wie Polen aus russischer Perspektive gesehen wird: "Wenn der russischen Regierung in der polnischen Politik etwas nicht gefällt, zögert sie nicht, euch einen Seitenhieb zu erteilen... Meiner Ansicht nach wird die russische Position Warschau gegenüber von zwei wesentlichen Dingen beeinflusst: von der polnischen Ostpolitik, die auf die Unabhängigkeit von Weißrussland und der Ukraine setzt, und vom Engagement Polens im Sicherheitsbündnis mit den USA im Rahmen der Nato. Natürlich gibt es auch tiefer gehende psychologische Motive. Es ist schwer, jemanden als gleichberechtigten Partner zu behandeln, der bis vor kurzem Diener war. Zwar sind seit dem Rückzug der Roten Armee aus Polen mehr als 15 Jahre vergangen, doch in der russischen Regierung ist niemand bereit, Warschau ähnlich wie Paris zu behandeln. Niemand will in Moskau mit Polen diskutieren. Der Kreml meint nach wie vor, Warschau solle russische Entscheidungen einfach akzeptieren, ohne zu verhandeln."
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Die Chronologie des Konfliktes um die Bronzestatue in Estland
La Voix du Luxembourg - Luxemburg | Freitag, 4. Mai 2007
Die Versetzung des russischen Kriegsdenkmals aus dem Zentrum von Tallinn auf einen Soldatenfriedhof am Stadtrand hat in den letzten Tagen zu Demonstrationen und heftigen diplomatischen ... » mehr
Die Versetzung des russischen Kriegsdenkmals aus dem Zentrum von Tallinn auf einen Soldatenfriedhof am Stadtrand hat in den letzten Tagen zu Demonstrationen und heftigen diplomatischen Spannungen zwischen Estland und Russland geführt. Für die einen symbolisiert die Bronzestatue das Ende der Naziherrschaft, für die anderen den Anfang der Besetzung durch die Sowjetunion. Laurent Moyse hebt hervor, "es ist nicht überraschend, dass die Gespenster der Vergangenheit in den zentralen und östlichen Teilen des europäischen Kontinents sukzessive wieder erscheinen. Weiter im Westen hat man sich schon seit längerer Zeit mit den schmerzhaften Episoden der Geschichte beschäftigt... Die nationale Versöhnung war immer eine schmerzhafte Zerreißprobe in den Ländern, die stark traumatisiert waren. Seit 60 Jahren lebt Europa im Frieden, aber in vielen Bereichen ist seine Erinnerung trotz allem die eines bei lebendigem Leib Gehäuteten."
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Delfi - Estland | Donnerstag, 3. Mai 2007
Der Ton im Konflikt zwischen Russland und Estland um den Standort eines Kriegsdenkmals wird schärfer. Neben Vorfällen an der Grenze zwischen beiden Ländern gab es ... » mehr
Der Ton im Konflikt zwischen Russland und Estland um den Standort eines Kriegsdenkmals wird schärfer. Neben Vorfällen an der Grenze zwischen beiden Ländern gab es in Moskau Tumulte in der Redaktion der Wochenzeitung Argumenty i Fakty, als Mitglieder einer Kreml-nahen Jugendorganisation das Gebäude stürmten, in dem die estnische Botschafterin eine Pressekonferenz abhalten wollte. Das estnische Nachrichtenportal befürchtet, die eigentliche Eskalation stehe noch bevor. "Wenn Russland Diplomaten physisch angreift und die Server der estnischen Regierung und die Internetseiten von Zeitungen stört, kann man fast sagen, der Krieg habe begonnen. Die russischen Behörden verstoßen nicht nur gegen die Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen, sondern gegen sämtliche Regeln des internationalen Umgangs, von denen des guten Benehmens ganz zu schweigen. Die anti-estnische Hysterie wird von der obersten Machtelite Russlands geschürt, die marodierende Jugendliche als Kanonenfutter missbraucht. Wir können nur hoffen, dass die Staaten, die uns Unterstützung zugesagt haben, auch ihr Wort halten. Man sollte Russland daran erinnern, dass Estland nicht nur zur EU, sondern auch zur Nato gehört."
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Klaipeda - Litauen | Donnerstag, 3. Mai 2007
In Litauen spöttelt man gerne, die Esten seien eher langsame Naturen. Vigantas Danilavicius sieht dies auch in Bezug auf die Bronzestatue so: » mehr
In Litauen spöttelt man gerne, die Esten seien eher langsame Naturen. Vigantas Danilavicius sieht dies auch in Bezug auf die Bronzestatue so: "Die Sowjetdenkmäler wären am besten gleich nach dem Putsch in der Sowjetunion entfernt worden, als die Russen selbst ihre Dscherschinskis vom Sockel stürzten, aber nicht jetzt, wo in Russland Lenindenkmäler errichtet werden... Die Reaktionen [Russlands] auf den Schritt Estlands sind jedoch nichts anderes als paranoid. Die Esten haben das Denkmal ja eben nicht gestürzt, wie es oft genug nach dem Putsch passiert ist, sondern sie haben es dorthin gebracht, wo es hingehört: auf einen Friedhof. Vielleicht trauert man in anderen Kulturen lieber in der Öffentlichkeit und an belebten Plätzen, in den Baltischen Staaten ist das aber nicht so."
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Lietuvos rytas - Litauen | Montag, 30. April 2007
Rimvydas Valatka fordert die Litauer auf, sich im Streit Estlands mit Russland um die Bronzestatue solidarisch zu erklären. "Die Esten sind Opfer Moskaus und seiner ... » mehr
Rimvydas Valatka fordert die Litauer auf, sich im Streit Estlands mit Russland um die Bronzestatue solidarisch zu erklären. "Die Esten sind Opfer Moskaus und seiner Gefolgsleute, darunter der deutsche Exkanzler Schröder, den Gasprom für 30 Silberlinge gekauft hat. Manchmal verspotten wir die Esten, doch oft genug beneiden wir sie, denn Estland ist uns immer ein Stück voraus... Selbst nach den Unruhen, die die fünfte Kolonne Moskaus in Tallinn angezettelt hat, können wir noch auf die Esten neidisch sein. Sie haben gezeigt, dass sie über einen funktionstüchtigen Staat verfügen. Ihr Premier hat sich als handlungsfähig erwiesen, ihre Polizei war einsatzbereit und ist professionell gegen die von Moskau gesteuerten Vandalen vorgegangen. Können wir uns so etwas in Litauen vorstellen?"
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Népszabadság - Ungarn | Samstag, 28. April 2007
Nach schweren Ausschreitungen wegen des Streits um ein sowjetisches Kriegerdenkmal in Tallinn, das Ende vergangener Woche demontiert wurde, hat die estnische Regierung den Wiederaufbau des Mahnmals auf einem Soldatenfriedhof angekündigt. Gábor Miklós kommentiert: » mehr
Nach schweren Ausschreitungen wegen des Streits um ein sowjetisches Kriegerdenkmal in Tallinn, das Ende vergangener Woche demontiert wurde, hat die estnische Regierung den Wiederaufbau des Mahnmals auf einem Soldatenfriedhof angekündigt. Gábor Miklós kommentiert: "Überall in Mitteleuropa gibt es solche umstrittenen Denkmäler. Deutschland ist merkwürdigerweise das einzige Land, wo sie niemanden stören. In allen anderen Ländern überwiegt die Meinung, dass sowjetische Denkmäler inakzeptabel sind. Die Ausschreitungen in Tallinn und die Kritik aus Moskau zeigen, dass Politiker nicht nur Geschichtsbilder, sondern auch die Gefühle der Menschen manipulieren wollen... Auf der einen Seite steht ein riesiges, offensives Land, auf der anderen Seite eine kleine Republik, die vom Westen Rückenstärkung bekommt. Die eigentlichen Opfer des Streites sind aber die Russen in Estland, eine Minderheit in einem Land, das seine nationale Renaissance ausleben will."
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Postimees - Estland | Freitag, 27. April 2007
Das umstrittene Sowjetdenkmal in der estnischen Hauptstadt Tallinn, die sogenannte Bronzestatue, ist in der Nacht zum 27. April auf einen Friedhof am Rand der Stadt gebracht worden. Kurz vorher kam es an der Statue zu heftigen Krawallen, ein Mensch wurde getötet, 40 verletzt. Russland hatte gegen die Demontage der Bronzestatue protestiert. Die estnische Zeitung lobt den Einsatz der Sicherheitskräfte: » mehr
Das umstrittene Sowjetdenkmal in der estnischen Hauptstadt Tallinn, die sogenannte Bronzestatue, ist in der Nacht zum 27. April auf einen Friedhof am Rand der Stadt gebracht worden. Kurz vorher kam es an der Statue zu heftigen Krawallen, ein Mensch wurde getötet, 40 verletzt. Russland hatte gegen die Demontage der Bronzestatue protestiert. Die estnische Zeitung lobt den Einsatz der Sicherheitskräfte: "Die Operation war gut durchdacht, aber leider hat es doch Zwischenfälle gegeben. Die Demonstranten haben so heftig provoziert, dass der Polizei nichts anderes übrig blieb als einzuschreiten. Es ist zwar unklar, ob es zu einer weiteren Eskalation gekommen wäre, doch die Reaktion der Polizei war notwendig, um die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu bewahren. Schade, dass es im 21. Jahrhundert wegen einer Statue zu Märtyrertum und Blutvergießen kommen musste."
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SL Õhtuleht - Estland | Dienstag, 3. April 2007
Ein sowjetisches Kriegerdenkmal im Zentrum von Tallinn sorgt seit Monaten für Daueraufregung. Die estnische Regierung will die Bronzestatue versetzen, die russische Minderheit in Estland und die russische Regierung sind empört. Hillar Kohv schlägt eine dauerhafte Lösung vor: » mehr
Ein sowjetisches Kriegerdenkmal im Zentrum von Tallinn sorgt seit Monaten für Daueraufregung. Die estnische Regierung will die Bronzestatue versetzen, die russische Minderheit in Estland und die russische Regierung sind empört. Hillar Kohv schlägt eine dauerhafte Lösung vor: "Am 9. Mai [Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs] werden die Russen wieder ihre Blumen an der Bronzestatue niederlegen, während die estnischen Nationalisten das Denkmal am liebsten auf den Mond schießen würden. Die Angelegenheit verschafft zwar Akteuren beider Seiten die Chance auf einen Fernsehauftritt, aber die meisten Esten können die Geschichte nicht mehr hören. Wenn diese Bronzestatue ein so wichtiges Symbol und der große Stolz der Russen ist, dann könnte man sie doch einfach nach Russland bringen. Dann könnten die Russen dort mit ihren Blumen hinpilgern und für Estland wäre das Problem gelöst."
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Diena - Lettland | Donnerstag, 5. April 2007
Der russische Vizepremier Sergej Iwanow hat zu einem Boykott estnischer Waren aufgerufen – ein Skandal, findet Aivars Ozolins. "Vor den Duma-Wahlen im Dezember 2007 und den Präsidentschaftswahlen im März 2008 brauchen der Kreml und die politische Elite des Landes sowohl innere als auch äußere Feinde, und da bietet sich als äußerer Feind vor allem Estland an. Die 'inneren Feinde' sind die Ausländer: » mehr
Der russische Vizepremier Sergej Iwanow hat zu einem Boykott estnischer Waren aufgerufen – ein Skandal, findet Aivars Ozolins. "Vor den Duma-Wahlen im Dezember 2007 und den Präsidentschaftswahlen im März 2008 brauchen der Kreml und die politische Elite des Landes sowohl innere als auch äußere Feinde, und da bietet sich als äußerer Feind vor allem Estland an. Die 'inneren Feinde' sind die Ausländer: Seit dem 1. April dürfen sie nicht mehr auf russischen Märkten Handel treiben, was den Rassismus weiter schürt." Grund für die verschärfte Tonlage sei der Streit um die Bronzestatue, ein Sowjetdenkmal im Zentrum Tallinns, das Estland versetzen lassen möchte. Dieser ganze Vorgang verheiße auch für Lettland nichts Gutes: "Das Tauwetter, das wir im Augenblick nach der Unterzeichnung des Grenzvertrags mit Russland erleben, dürfte sich daher in Kürze ebenfalls als Episode erweisen."
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Postimees - Estland | Donnerstag, 11. Januar 2007
Estland hat ein neues Gesetz verabschiedet, das Ruhe und Schutz von Kriegsgräbern garantieren soll. Befürworter wie Kritiker sind sich aber einig, dass es einzig und allein darum geht, eine rechtliche Handhabe für die Entfernung der umstrittenen "Bronzestatue" zu haben, ein Kriegerdenkmal aus Sowjetzeiten, das sich zur Kultstätte für Nostalgiker entwickelt hat. "Es ist keine Überraschung, dass das neue Gesetz prompt für negative Reaktionen aus Russland gesorgt hat. Aber das Gesetz bedeutet noch lange nicht, dass das Denkmal wirklich verschwindet, es schafft nur die gesetzliche Grundlage. Selbst wenn die Statue entfernt und die dort bestatteten Toten umgebettet werden sollten, geschähe dies auf gesetzlichem Wege, nicht mit Gewalt und Provokation. Eines ist klar: » mehr
Estland hat ein neues Gesetz verabschiedet, das Ruhe und Schutz von Kriegsgräbern garantieren soll. Befürworter wie Kritiker sind sich aber einig, dass es einzig und allein darum geht, eine rechtliche Handhabe für die Entfernung der umstrittenen "Bronzestatue" zu haben, ein Kriegerdenkmal aus Sowjetzeiten, das sich zur Kultstätte für Nostalgiker entwickelt hat. "Es ist keine Überraschung, dass das neue Gesetz prompt für negative Reaktionen aus Russland gesorgt hat. Aber das Gesetz bedeutet noch lange nicht, dass das Denkmal wirklich verschwindet, es schafft nur die gesetzliche Grundlage. Selbst wenn die Statue entfernt und die dort bestatteten Toten umgebettet werden sollten, geschähe dies auf gesetzlichem Wege, nicht mit Gewalt und Provokation. Eines ist klar: Vor den Wahlen wird auf keinen Fall mehr etwas passieren, aber wir werden in den nächsten Wochen den Propagandaangriffen aus Moskau ausgesetzt sein."
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Postimees - Estland | Dienstag, 27. Juni 2006
Seit Monaten tobt in Estland ein Streit über den Abriss einer Bronzestatue aus Sowjetzeiten in Tallinn. Krista Kodres bricht eine Lanze für die kulturellen Hinterlassenschaften ... » mehr
Seit Monaten tobt in Estland ein Streit über den Abriss einer Bronzestatue aus Sowjetzeiten in Tallinn. Krista Kodres bricht eine Lanze für die kulturellen Hinterlassenschaften des kommunistischen Regimes. "Man stelle sich vor, die Französische Revolution hätte die Schlösser der verhassten Bourbonen abgerissen oder die Russische Revolution hätte das Winterpalais und den Kreml zerstört. Und man stelle sich vor, Estland hätte seine Gutshöfe geschleift, das Symbol für 700 Jahre Sklaverei... Auch in der Sowjetunion gab es Kultur. Natürlich war sie nicht immer frei von ideologischer Beeinflussung, doch Schriftsteller schrieben, Künstler malten, Komponisten komponierten und Architekten bauten. Gewiss ist nicht alles Hochkultur, doch das Geschaffene fällt unter den Begriff Kultur."
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Postimees - Estland | Freitag, 26. Mai 2006
Im Zentrum von Tallinn steht die Bronzestatue eines Sowjetsoldaten. Nach Ansicht von Premierminister Andrus Ansip steht dieses Denkmal für die Besatzung des Landes und soll ... » mehr
Im Zentrum von Tallinn steht die Bronzestatue eines Sowjetsoldaten. Nach Ansicht von Premierminister Andrus Ansip steht dieses Denkmal für die Besatzung des Landes und soll nun verschwinden – doch stößt dies auf Widerstand vor allem unter der russischen Bevölkerungsgruppe. Kalle Muuli rät zur Besonnenheit. "Seit fünfzehn Jahren legen Russen im unabhängigen Estland am 9. Mai Blumen am Bronzesoldaten nieder, und für die Mehrzahl der Esten ist das zwar ein unangenehmer Anblick, aber doch auch nicht so fürchterlich, dass man ihn nicht im Namen eines friedlichen Zusammenlebens ein bis zwei Tage im Jahr ertragen könnte. Und auch Esten kommen zu der Statue, um dort zu trauern. Warum also auf einmal die Aufregung?... Gewiss, die Regierung sollte die Statue vom Tonismägi entfernen, aber das darf nicht unter solchem Druck geschehen, denn dies würde als Provokation aufgefasst."
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Das estnisch-russische Verhältnis
Heti Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 29. März 2007
Die Statue eines sowjetischen Soldaten soll aus der Innenstadt von Tallinn entfernt werden - so entschied das estnische Parlament Mitte Februar. Ein neuer Gesetzesentwurf verbietet generell die öffentliche Zurschaustellung von Monumenten, die die Zeit der sowjetischen Besatzung verherrlichen. András Németh erläutert den Hintergrund des Konflikts: » mehr
Die Statue eines sowjetischen Soldaten soll aus der Innenstadt von Tallinn entfernt werden - so entschied das estnische Parlament Mitte Februar. Ein neuer Gesetzesentwurf verbietet generell die öffentliche Zurschaustellung von Monumenten, die die Zeit der sowjetischen Besatzung verherrlichen. András Németh erläutert den Hintergrund des Konflikts: "Die 350.000 Angehörigen der russischen Minderheit in Estland stellen nach wie vor ein Problem dar: Nur ein Drittel besitzt die estnische Staatsbürgerschaft, der Rest ist staatenlos oder russischer Staatsbürger... Die Esten werfen dieser Minderheit Untreue gegenüber Estland vor und fordern, dass sie Estnisch lernen. Die Russen kritisieren die 'offizielle Geschichtsfälschung' Estlands. Im 'Museum der Besatzungen' lesen wir eine Bildunterschrift, die das Missfallen der Russen erklärt: 'Angesichts der Zahl der Ermordeten und der Brutalität war die deutsche Besatzung weniger erbarmungslos als die sowjetische Besatzung Estlands'. Nebenan läuft gerade ein Dokumentarfilm, in dem ehemalige estnische SS-Soldaten ihre Kollaboration mit Nazi-Deutschland damit rechtfertigen, dass sie sich als treue Söhne des Vaterlands für die russischen Gräueltaten auf diese Weise rächen wollten."
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Postimees - Estland | Mittwoch, 28. Februar 2007
Amnesty International hat einen Brief an den estnischen Premier Andrus Ansip geschrieben, in dem ein zu strenges Vorgehen der Sprachinspektion gegen die russische Minderheit in ... » mehr
Amnesty International hat einen Brief an den estnischen Premier Andrus Ansip geschrieben, in dem ein zu strenges Vorgehen der Sprachinspektion gegen die russische Minderheit in Estland beklagt wird. Die Argumente von Amnesty sind schwach, findet Erkki Bahovski. "Das Beispiel von dem Taxifahrer, der kein Estnisch kann, ist gelinde gesagt seltsam. Soll ich denn im Taxi gezwungen sein, Russisch zu sprechen? Und gäbe es in Estland eine muslimische Gemeinde, würde Amnesty dann die Estinnen auffordern, den Schleier zu tragen? Es ist ja nicht so, dass in Estland alles in bester Ordnung wäre und dass Estland alles Erdenkliche für seine russischen Mitbürger getan hätte. Sprachunterricht ist nach wie vor sehr teuer und die Annahme der Staatsbürgerschaft zu bürokratisch. Aber Moskau kann in dem Zusammenhang gerne daran erinnert werden, dass Amnesty auch die Aufmerksamkeit auf das Vorgehen in Tschetschenien lenkt. Dort liegen die Probleme, nicht in Estland."
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Delfi - Estland | Montag, 18. Dezember 2006
Estland hat Symbole der Besatzerzeit verboten, darunter auch Sowjetsymbole wie Hammer und Sichel – und damit Proteste in Russland ausgelöst. Hanno Pevkur verweist darauf, dass Estland damit kein Pionier ist. In Deutschland sei das Hakenkreuz ebenso verboten wie SS- und andere Nazi-Symbole. "Die Liste verbotener Symbole könnte ewig weitergeführt werden. Es zeigt nur, dass jeder, der Hass säen will, sich immer wieder ein anderes Symbol suchen kann. Aber er kann dafür jetzt auch bestraft werden. Der Grund, warum in Estland speziell die Besatzersymbole gewählt wurden, liegt auf der Hand: » mehr
Estland hat Symbole der Besatzerzeit verboten, darunter auch Sowjetsymbole wie Hammer und Sichel – und damit Proteste in Russland ausgelöst. Hanno Pevkur verweist darauf, dass Estland damit kein Pionier ist. In Deutschland sei das Hakenkreuz ebenso verboten wie SS- und andere Nazi-Symbole. "Die Liste verbotener Symbole könnte ewig weitergeführt werden. Es zeigt nur, dass jeder, der Hass säen will, sich immer wieder ein anderes Symbol suchen kann. Aber er kann dafür jetzt auch bestraft werden. Der Grund, warum in Estland speziell die Besatzersymbole gewählt wurden, liegt auf der Hand: Hiermit kann man in Estland aus historischen Gründen am ehesten Hass schüren – sofern dies in der Öffentlichkeit geschieht... Jemand kann ohne weiteres ein T-Shirt mit der Aufschrift CCCP tragen und damit spazieren gehen. Beginnt er aber, laut die Okkupation zu loben, dann muss er jetzt eine Strafe befürchten."
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Eesti Päevaleht - Estland | Donnerstag, 14. Dezember 2006
Estland will Symbole der Besatzerzeit verbieten, neben Nazi-Emblemen sind dies auch die Symbole der Sowjetunion wie Hammer und Sichel. Als Reaktion darauf hat die kremltreue ... » mehr
Estland will Symbole der Besatzerzeit verbieten, neben Nazi-Emblemen sind dies auch die Symbole der Sowjetunion wie Hammer und Sichel. Als Reaktion darauf hat die kremltreue Jugendorganisation "Junges Russland" estnische Fahnen verbrannt. Eerik-Niiles Kross fühlt sich an die Reaktionen in der muslimischen Welt auf die Mohammed-Karikaturen erinnert. "Offenbar sind Hammer und Sichel in Russland so heilig wie Mohammed in Marokko... Aber das Problem ist nicht das Verbrennen von Flaggen - Estland gehört jetzt halt auch zu den Ländern, deren nationale Symbole als verbrennenswert erachtet werden. Das Problem ist vielmehr, dass die Täter Frömmigkeit vorschützen."
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Postimees - Estland | Freitag, 1. Dezember 2006
Die estnische Regierung hat einen Gesetzesvorschlag verabschiedet, wonach der Gebrauch von Symbolen der "Besatzerregime" unter Strafe gestellt wird. Sowohl Symbole der Nationalsozialisten als auch der Sowjetunion sind davon betroffen. Die estnische Zeitung sieht dies kritisch: » mehr
Die estnische Regierung hat einen Gesetzesvorschlag verabschiedet, wonach der Gebrauch von Symbolen der "Besatzerregime" unter Strafe gestellt wird. Sowohl Symbole der Nationalsozialisten als auch der Sowjetunion sind davon betroffen. Die estnische Zeitung sieht dies kritisch: "Wie die meisten Verbote weist dieser Beschluss auf eine Schwachstelle der Gesellschaft hin. Durch Verbote und Strafen wird kein einziges Problem gelöst, doch eben dieser Eindruck soll in der Öffentlichkeit entstehen... Das Verbot von Okkupationssymbolen stellt unsere Unfähigkeit unter Beweis, unsere Geschichte aufzuarbeiten. Allerdings ist Estland bei weitem nicht das einzige Land, das hierzu das Strafrecht heranzieht: In manchen Ländern ist sogar die Leugnung des Holocaust verboten."
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Postimees - Estland | Montag, 13. November 2006
Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves hat angekündigt, bei seinem nächsten Treffen mit Russlands Präsident Putin keine öffentliche Entschuldigung Russlands für die Okkupation Estlands zu ... » mehr
Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves hat angekündigt, bei seinem nächsten Treffen mit Russlands Präsident Putin keine öffentliche Entschuldigung Russlands für die Okkupation Estlands zu fordern oder andere brisante Punkte anzusprechen. Dies zeige zwar die pragmatische Linie von Ilves, kommentiert die estnische Zeitung, fragt aber auch, wo die Gegenleistungen bleiben. "Ilves hat offenbar beschlossen, seinen guten Willen zu zeigen und praktische Fragen auf die Tagesordnung zu setzen, zum Beispiel die Brücke am Grenzübergang Narva, Energielieferungen oder die Zusammenarbeit im Ostseeraum. Dafür hat Ilves Lob verdient. Doch wie sehen die Fakten aus? Vor 1995 dachten viele, man müsse lediglich auf unsere Gebietsansprüche gegenüber Russland verzichten. Doch elf Jahre später haben wir noch immer keinen Grenzvertrag mit Russland."
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Streit um die Geschichte zwischen Russland und Osteuropa
Top-Thema vom Freitag, 27. April 2007
Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit seiner Rede an die Nation vom 26. April in Europa für Aufregung gesorgt: » mehr
Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit seiner Rede an die Nation vom 26. April in Europa für Aufregung gesorgt: Er kündigte an, den Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE), der 1990 mit der Nato geschlossen wurde, einseitig aufzukündigen. Putin begründete dies unter anderem mit den US-Plänen für ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa.
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Postimees - Estland | Dienstag, 24. April 2007
Russland und Polen streiten sich um die Bewertung der Geschichte von Auschwitz, nachdem sich die Leitung der Gedenkstätte des Vernichtungslagers geweigert hat, die von Russland vorgegebenen Zahlen zu übernehmen. Demnach wären die Hälfte der ermordeten Juden sowjetische Staatsbürger gewesen, während das Museum darauf verweist, dass viele der Juden aus Gebieten in Polen, Rumänien und der baltischen Staaten stammten, die erst 1939 durch den Hitler-Stalin-Pakt an die Sowjetunion fielen. Erkki Bahovski erläutert: » mehr
Russland und Polen streiten sich um die Bewertung der Geschichte von Auschwitz, nachdem sich die Leitung der Gedenkstätte des Vernichtungslagers geweigert hat, die von Russland vorgegebenen Zahlen zu übernehmen. Demnach wären die Hälfte der ermordeten Juden sowjetische Staatsbürger gewesen, während das Museum darauf verweist, dass viele der Juden aus Gebieten in Polen, Rumänien und der baltischen Staaten stammten, die erst 1939 durch den Hitler-Stalin-Pakt an die Sowjetunion fielen. Erkki Bahovski erläutert: "Es ist nicht das erste Mal, dass sich Polen und Russen über die Geschichte streiten. Russland hat bis jetzt das Massaker von Katyn nicht anerkannt, bei dem rund 20.000 polnische Offiziere ermordet wurden. Vielmehr betrachtet es das als ein inzwischen verjährtes Verbrechen. Problematisch ist auch die Geschichte des Warschauer Aufstands von 1944, als die Rote Armee am anderen Weichselufer wartete und dem Morden der Deutschen zusah. Im Vergleich dazu sind die Auseinandersetzungen um die Texte von Auschwitz eher harmlos."
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Diena - Lettland | Montag, 23. April 2007
Die EU-Justizminister haben sich bei ihrem Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auch darauf geeinigt, die Leugnung von Genozid, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die ... » mehr
Die EU-Justizminister haben sich bei ihrem Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auch darauf geeinigt, die Leugnung von Genozid, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bestrafen. Askolds Rodins kritisiert, dass die Verbrechen des Stalin-Regimes nicht mit auf der Liste stehen. "Der Grund ist, dass es zu diesen Verbrechen bislang noch kein internationales juristisches Urteil gibt. Immerhin hat die EU-Kommission ihre Zustimmung gegeben, dass es zu einer Anhörung darüber kommt, was die Rote Armee in den 'befreiten Gebieten' zur Stalin-Zeit wirklich angerichtet hat. In den vergangenen zwanzig Jahren wurde in Lettland viel darüber gesprochen und geschrieben, dass 'die Welt uns nicht versteht' oder 'wir unsere Geschichte schlecht erklären'. Nun zeigt sich, dass wir damit nicht allein sind, denn das gilt auch für Estland, Litauen und Polen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der internationalen Justiz auf eines der blutigsten totalitären Regime der Geschichte zu lenken."
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Népszabadság - Ungarn | Mittwoch, 18. April 2007
Das Museum in Auschwitz hat die Eröffnung einer russischen Ausstellung über die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung des Vernichtungslagers verschoben. Grund ist ein Streit um die Staatsbürgerschaft von Holocaust-Opfern, die aus den Gebieten verschleppt wurden, die von der UdSSR im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes annektiert worden waren. Endre Aczél findet die Debatte der Opfer unwürdig: » mehr
Das Museum in Auschwitz hat die Eröffnung einer russischen Ausstellung über die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung des Vernichtungslagers verschoben. Grund ist ein Streit um die Staatsbürgerschaft von Holocaust-Opfern, die aus den Gebieten verschleppt wurden, die von der UdSSR im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes annektiert worden waren. Endre Aczél findet die Debatte der Opfer unwürdig: "Die polnischen Kuratoren des Museums finden es inakzeptabel, dass polnische oder litauische Juden in der Ausstellung als sowjetische Bürger bezeichnet werden. Mehrere Millionen Juden wurden tatsächlich über Nacht zu Bürgern der UdSSR, ob sie das wollten oder nicht. In der Bezeichnung 'sowjetische Bürger' sehen die Polen die nachträgliche Legitimation der Aufteilung Polens zwischen der Sowjetunion und Nazi-Deutschland. Aus der Perspektive der Opfer ist es jedoch niederträchtig, über ihre Staatsbürgerschaft zu streiten. Sie wurden nicht wegen ihrer Staatsbürgerschaft, sondern aufgrund ihrer Abstammung nach Auschwitz deportiert."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Samstag, 27. Januar 2007
Die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" und das niederländische Blatt "De Volkskrant" haben gemeinsam eine Debatte über Europa begonnen. Zu den Artikeln in beiden Medien können im Internet auch Leser ihren Kommentar abgeben. Aktuell plädiert Jacek Pawlicki aus historischen Gründen für den EU-Beitritt der Ukraine: » mehr
Die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" und das niederländische Blatt "De Volkskrant" haben gemeinsam eine Debatte über Europa begonnen. Zu den Artikeln in beiden Medien können im Internet auch Leser ihren Kommentar abgeben. Aktuell plädiert Jacek Pawlicki aus historischen Gründen für den EU-Beitritt der Ukraine: "Die Ukrainer können sich der Unterstützung von uns Polen sicher sein. Nicht nur, weil wir die Osterweiterung der Union als große Chance sehen. Der EU-Beitritt bestätigte unseren prowestlichen Kurs, den wir 1989 eingeschlagen haben, endgültig. Er half uns, aus dem Schatten Russlands herauszutreten. Diese Chance sollten wir weitergeben. Solidarität ist hier das Stichwort. Die Erweiterung ist für uns der Prozess einer historischen Versöhnung. Und der Westen schuldet dem Osten etwas. Für uns ist Jalta nicht nur ein Kurort am Schwarzen Meer. Es ist ein Symbol eines politischen Verrats: Vor über 50 Jahren verschaffte sich der Westen Sicherheit, indem er uns an Russland verkaufte. Es ist an der Zeit, die Schuld abzubezahlen."
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Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Mittwoch, 29. November 2006
Polen hat am 28. November in der zweiten Runde der Volleyball-Weltmeisterschaft in Japan 3: » mehr
Polen hat am 28. November in der zweiten Runde der Volleyball-Weltmeisterschaft in Japan 3:2 gegen Russland gewonnen. Siege gegen die Sowjetunion waren schon in kommunistischen Zeiten etwas Großartiges, erinnert der Publizist Maciej Rybinski ironisch: "Die polnischen Volleyballer stärken uns geistig, indem sie gegen Russland gewinnen. Sportwettkämpfe gegen Russen, ob das Angehörige der Sowjetunion oder Russen selbst waren, hatten immer ein transzendentales Element. Wettkämpfe unter Beteiligung von Polen und Russen waren, um Clausewitz zu travestieren, eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Zu Zeiten der Volksrepublik war ein Sieg gegen die Sowjets gleichzeitig ein Triumph über die Ideologie. Heute, in Zeiten der Freiheit und Marktwirtschaft, bedeutet das einen Sieg gegen Gasprom."
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Lietuvos rytas - Litauen | Donnerstag, 21. September 2006
Der 17. September 1939 wird bis heute sehr unterschiedlich bewertet, stellt Jacekas Komaras fest. Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen war am 17. ... » mehr
Der 17. September 1939 wird bis heute sehr unterschiedlich bewertet, stellt Jacekas Komaras fest. Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen war am 17. September 1939 die Rote Armee in Ostpolen einmarschiert. Nach dem Krieg fielen große Teile Ostpolens an die Sowjetunion und gehören heute zu Weißrussland. "Dem weißrussischen Diktator Lukaschenko gefällt dieses Datum, und er hat es zum Feiertag der Befreiung des westlichen Landesteils von den Polen ausgerufen. In Städten wie Grodno oder Minsk gibt es sogar 'Straßen des 17. September'. Aber für Polen war dieses Datum der Dolchstoß in den Rücken, für Litauen das Ende der Unabhängigkeit... In den Köpfen vieler Litauer spuken noch immer sowjetische Stereotype herum, aber wir können zumindest hoffen, dass unsere Kinder die Wahrheit über den September 1939 lernen. In Russland besteht hingegen wenig Aussicht, dass sich in den Schulen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren etwas ändern wird."
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Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 21. Juni 2006
Pawel Reszka schreibt über eine Umfrage in Russland, durchgeführt vom unabhängigen soziologischen Institut Lewada Center, nach der sieben Prozent der Russen Polen für einen feindlichen Staat halten. Auch Lettland, Georgien, Litauen und die USA gelten demnach als feindlich. Als befreundete Staaten werden zuerst Weißrussland, Kasachstan und China genannt. Reszka zitiert Boris Timoschenko von der Moskauer "Stiftung zur Verteidigung von Glasnost": » mehr
Pawel Reszka schreibt über eine Umfrage in Russland, durchgeführt vom unabhängigen soziologischen Institut Lewada Center, nach der sieben Prozent der Russen Polen für einen feindlichen Staat halten. Auch Lettland, Georgien, Litauen und die USA gelten demnach als feindlich. Als befreundete Staaten werden zuerst Weißrussland, Kasachstan und China genannt. Reszka zitiert Boris Timoschenko von der Moskauer "Stiftung zur Verteidigung von Glasnost": "Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht erstaunlich. Die offizielle Propaganda spiegelt sich in ihnen. Wenn die baltischen Staaten und auch Polen die sowjetische Besatzung mit der Besatzung durch die Nazis vergleichen, stößt das in Russland nur auf Unverständnis. Die Russen erwarten immer noch, dass das Gespräch über die Geschichte mit einem 'Dank für die Befreiung' endet. Die drei 'Freunde' hingegen zeugen von einer 'Lukaschenkoisierung' Russlands."
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