Europas Energiemix
Europa diskutiert, wie es unabhängiger von der Lieferung fossiler Brennstoffe werden und gleichzeitig den C02-Ausstoß verringern kann. Der Vorschlag, Atomenergie als einen Faktor im Energiemix zu nutzen, spielt dabei zunehmend eine Rolle.
Die EU-Politik
Frankfurter Rundschau - Deutschland | Mittwoch, 10. Januar 2007
Vera Gaserow sieht in den Plänen der EU-Kommission, wieder stärker auf Atomenergie zu setzen, keine tragfähige Lösung für Europas vielschichtige Energiepropleme: » mehr
Vera Gaserow sieht in den Plänen der EU-Kommission, wieder stärker auf Atomenergie zu setzen, keine tragfähige Lösung für Europas vielschichtige Energiepropleme: "Die EU hat dabei altbekannte Kronzeugen im Gepäck: Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die russische Pipeline mag da für die Atomdiskussion willkommener Panikmacher sein. Doch das aktuelle Beispiel zeigt: Europas Energiepolitik muss sich gegen die Abhängigkeit von einem Rohstoff und einem Land schützen. Gegen potenzielle Erpressbarkeit hilft aber keine nationale Autarkiepolitik, wie sie einigen mit Blick auf die Atomkraft vorschwebt. Auch das dafür nötige Uran wächst schließlich nicht auf heimischen Kuhweiden. Nein, gegen die Abhängigkeit von Energielieferanten helfen nur ein breiter Energiemix, große Diversifizierung der Lieferstaaten und funktionierende Märkte, die darauf bauen können, dass Russland oder die arabischen Ölstaaten ihre politisch instrumentalisierten Schätze auch verkaufen wollen."
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Woxx - Luxemburg | Freitag, 12. Januar 2007
"Der gar nicht so heimliche Flirt der Barroso-Kommission mit einem Comeback der Nuklearenergie datiert nicht von heute", meint Richard Graf. "Doch sind in den letzten Monaten und Wochen die Zeichen deutlicher geworden, dass die Kommission den Druck auf die Atomskeptiker verstärken will. Dass sie das ausgerechnet unter Rückgriff auf jüngste Klimawandel-Studien macht, ist mehr als eine Ironie der Geschichte. Gerade die, die am Anfang der Klimadebatte, damals in den frühen 90er Jahren, den Klimawandel und seine Konsequenzen negiert haben, nutzen jetzt die Katastrophenmeldungen, um die Atomenergie wieder mehrheitsfähig zu machen. Barroso behauptet zwar, sich nicht in die (Anti-)Atompolitiken der einzelnen Mitglieder einmischen zu wollen, doch hat sein Wink mit dem Zaunpfahl zumindest eines erreicht: » mehr
"Der gar nicht so heimliche Flirt der Barroso-Kommission mit einem Comeback der Nuklearenergie datiert nicht von heute", meint Richard Graf. "Doch sind in den letzten Monaten und Wochen die Zeichen deutlicher geworden, dass die Kommission den Druck auf die Atomskeptiker verstärken will. Dass sie das ausgerechnet unter Rückgriff auf jüngste Klimawandel-Studien macht, ist mehr als eine Ironie der Geschichte. Gerade die, die am Anfang der Klimadebatte, damals in den frühen 90er Jahren, den Klimawandel und seine Konsequenzen negiert haben, nutzen jetzt die Katastrophenmeldungen, um die Atomenergie wieder mehrheitsfähig zu machen. Barroso behauptet zwar, sich nicht in die (Anti-)Atompolitiken der einzelnen Mitglieder einmischen zu wollen, doch hat sein Wink mit dem Zaunpfahl zumindest eines erreicht: Geredet wird fast nur vom Atomstrom, kaum einer schaut aber genauer auf das gesamte Energiepaket der EU-Kommission."
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Kritische Stimmen
El Mundo - Spanien | Mittwoch, 17. Januar 2007
Der spanische Klimaexperte Antonio Ruiz de Elvira warnt vor einem Comeback der Atomenergie: » mehr
Der spanische Klimaexperte Antonio Ruiz de Elvira warnt vor einem Comeback der Atomenergie: "Unsere unmittelbare Zukunft wird von dem bestimmt, was wir in den letzten 40 Jahren getan haben. Der Energieplan ist das Resultat inzwischen überholter Ideen, die noch Gültigkeit haben, weil es keine politische Entscheidung gibt. Jetzt will man also wieder auf Atomenergie setzen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass sie gefährlich ist. Die Abfälle sind schwer zu lagern und zu neutralisieren. Ist die Atomenergie wirklich notwendig? Nein. Auch die Solarenergie bringt viel, sie ist ungefährlich und ihre Abfälle stellen keine Gefahr dar. Doch manche Politiker haben schon immer von Atomenergie geträumt. Ob sie ihren Träumen entsagen können, wenn sie einsehen müssen, dass sich die Technologie schneller entwickelt als ihre Konzepte?"
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Stimmen für Atomenergie
La Stampa - Italien | Dienstag, 9. Januar 2007
Der britische Klimaforscher James Lovelock warnt vor der Klimaerwärmung und fordert die ökologischen Parteien zum Umdenken auf. "Der Menschheit steht die größte Prüfung bevor, die ... » mehr
Der britische Klimaforscher James Lovelock warnt vor der Klimaerwärmung und fordert die ökologischen Parteien zum Umdenken auf. "Der Menschheit steht die größte Prüfung bevor, die sie jemals zu meistern hatte. Die derzeitige Beschleunigung des Klimawandels wird die komfortable Umwelt, an die wir uns gewöhnt haben, wegfegen... Wenn wir auch nicht zu der wunderbaren Zeit um 1800 zurückkehren können, als wir nur eine Milliarde waren, können wir trotzdem etwas tun, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu begrenzen... Politisch gesehen bin ich ein Grüner, doch vor allem bin ich Wissenschaftler. Daher bitte ich meine grünen Freunde, ihr Vertrauen in die nachhaltige Entwicklung und die erneuerbaren Energien zu überdenken. Vor allem sollten die Grünen ihren sturen Widerstand gegen die Atomenergie aufgeben."
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România Liberă - Rumänien | Dienstag, 9. Januar 2007
Die Politologin Alina Mungiu-Pippidi meint, Rumänien müsse angesichts des neuerlichen Energiestreits zwischen Russland und Weißrussland Alternativen zur russischen Energieversorgung suchen - und sich an Frankreich ... » mehr
Die Politologin Alina Mungiu-Pippidi meint, Rumänien müsse angesichts des neuerlichen Energiestreits zwischen Russland und Weißrussland Alternativen zur russischen Energieversorgung suchen - und sich an Frankreich und Finnland orientieren, die auf Atomkraft setzen. "Eine Energiepolitik, die auf den instabilen Kaukasus setzt oder ihr Gas vom Balkan und ihr Erdöl aus Kasachstan bezieht, ist meines Erachtens keine wirkliche Alternative. Die Energiekosten sowie die politischen Risiken sind hoch und die Abhängigkeit von diesen Staaten ist enorm. Eine sinnvolle Energiepolitik sollte auf eine effiziente Industrie setzen und auf Ressourcen, die nicht erst ganze Kontinente durchqueren müssen - auf Sonne, Wasser, Wind und Holz... Aber auch die Atomenergie müssen wir ernsthafter in Betracht ziehen. In dieser Hinsicht sollten wir mit dem Verstand des 21. Jahrhunderts entscheiden und nicht mit dem des 20. Jahrhunderts."
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Göteborgs-Posten - Schweden | Dienstag, 25. April 2006
Bereits nach dem Atomunglück 1979 im amerikanischen Harrisburg beschlossen die Schweden ein Jahr später in einer Volksabstimmung den langsamen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2010. Nach Tschernobyl sollte man Atomenergie neu betrachten, findet Anders Kilner: » mehr
Bereits nach dem Atomunglück 1979 im amerikanischen Harrisburg beschlossen die Schweden ein Jahr später in einer Volksabstimmung den langsamen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2010. Nach Tschernobyl sollte man Atomenergie neu betrachten, findet Anders Kilner: "Die Regierung scheint einverstanden damit, dass Schweden große Mengen an Energie importiert. Diese wird durch Kohle, Öl und Kernkraft produziert. Gleichzeitig hat man diskret begonnen, die Produktion in heimischen Atomanlagen zu erhöhen. Kohle scheint zwar noch für viele Jahre vorhanden. Doch ist es verantwortungsbewusster, den Treibhauseffekt in Kauf zu nehmen, über die Endlagerung in tiefen Gesteinsschichten aber nicht einmal diskutieren zu wollen? Überall auf der Welt werden neue Reaktoren gebaut. Auch wir brauchen neue und effektivere Atomanlagen."
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