Der Islam in Europa
In den westeuropäischen Ländern ist der Islam die drittgrößte Religionsgemeinschaft. Die Zeitungen berichten vom Zusammenleben in Europa, beobachten Konflikte wie den Karrikaturenstreit, betrachten Traditionen des Islam in Europa, fragen nach der Möglichkeit der Modernisierung des Islam und nach dessen Vereinbarkeit mit europäischen Werten.
Dossiers
Top-Thema vom Mittwoch, 21. März 2007
Die Antworten auf die Frage, wie das überwiegend christliche Europa mit seinen muslimischen Bürgern umgehen soll, fallen unterschiedlich aus: » mehr
Die Antworten auf die Frage, wie das überwiegend christliche Europa mit seinen muslimischen Bürgern umgehen soll, fallen unterschiedlich aus: Muss sich Europa muslimischen Einwanderern öffnen oder müssen sich Muslime anpassen? Oder gibt es einen dritten Weg: den Euro-Islam?
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Top-Thema vom Mittwoch, 15. November 2006
In vielen Ländern Europas bekunden Muslime den Wunsch, ihre Religion sichtbarer vertreten zu sehen. Wie geht die christliche Mehrheit mit diesem Wunsch um? Und gibt ... » mehr
In vielen Ländern Europas bekunden Muslime den Wunsch, ihre Religion sichtbarer vertreten zu sehen. Wie geht die christliche Mehrheit mit diesem Wunsch um? Und gibt es gemeinsame Anknüpfungspunkte?
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Alle verfügbaren Texte von » Wolfgang Böhm
Top-Thema vom Donnerstag, 6. Juli 2006
Am Vorabend des ersten Jahrestages der Attentate vom 7. Juli 2005 in London wehren sich europäische Muslime gegen Tendenzen, Islam mit Terrorismus gleichzusetzen. Wie kann ... » mehr
Am Vorabend des ersten Jahrestages der Attentate vom 7. Juli 2005 in London wehren sich europäische Muslime gegen Tendenzen, Islam mit Terrorismus gleichzusetzen. Wie kann die Integration der Muslime in westliche Gesellschaften gelingen?
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Euro-Islam
Le Soir - Belgien | Freitag, 23. Juni 2006
Chemsi Cheref-Khan, Mitglied der 'Vereinigung für einen offenen Islam', erläutert im Gespräch mit Ricardo Gutierrez die Entwicklung des Islam in Europa. "Die Anpassung geschieht vor ... » mehr
Chemsi Cheref-Khan, Mitglied der 'Vereinigung für einen offenen Islam', erläutert im Gespräch mit Ricardo Gutierrez die Entwicklung des Islam in Europa. "Die Anpassung geschieht vor unseren Augen - langsam aber sicher. Sie geht von einer Reihe Intellektueller und gewöhnlicher Muslime aus. Die neuen Denker des Islam haben die theologische Basis für einen säkularisierten, liberalen und humanistischen Islam gelegt, der von seinen veralteten Rechtsvorstellungen befreit und mit der Demokratie und den Menschenrechten versöhnt wurde... Leider fehlt es dem Staat und den politisch Verantwortlichen an Willen, den Islam in westliche Institutionen zu integrieren. Es scheint, als hätte man sich freiwillig entschieden, nur mit der konservativen und fundamentalistischen Spielart des Islam zu tun zu haben, statt mit den humanistischen Strömungen... Man muss die Muslime bei ihrer Entwicklung zu einem europäischen Islam unterstützen."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 19. Mai 2006
Milada Jedrysik befasst sich mit einer Warschauer Diskussion zur Rolle des Islam in Europa, die die Stefan-Batory-Stiftung veranstaltet hat. Dabei vertrat die aus dem Iran stammende französische Wissenschaftlerin Azadeh Kian-Thiebaut die Auffassung, der Islam sei mit Demokratie in vollem Umfang vereinbar. Die islamischen Intellektuellen in Europa sollten es sich zur Aufgabe machen, die Traditionen und das Koranrecht entsprechend umzudefinieren: » mehr
Milada Jedrysik befasst sich mit einer Warschauer Diskussion zur Rolle des Islam in Europa, die die Stefan-Batory-Stiftung veranstaltet hat. Dabei vertrat die aus dem Iran stammende französische Wissenschaftlerin Azadeh Kian-Thiebaut die Auffassung, der Islam sei mit Demokratie in vollem Umfang vereinbar. Die islamischen Intellektuellen in Europa sollten es sich zur Aufgabe machen, die Traditionen und das Koranrecht entsprechend umzudefinieren: "Leider gibt es in Frankreich solche Intellektuelle nicht. Zum Beispiel beschäftigt sich der aktuell so populäre Islamwissenschaftler Tariq Ramadan vor allem damit, Ungleichheit zu rechtfertigen: die Polygamie oder die schlechtere Stellung der Frauen im islamischen Erbschaftsrecht."
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Le Monde - Frankreich | Dienstag, 7. Februar 2006
Auf der Meinungsseite beschreibt der in Nizza lehrende Philosophie-Professor Abdennour Bidar die durch eine "tatsächliche muslimische Präsenz" zu Wege gebrachte "demokratische Wandlung des Islam" in Europa. "Diese zeichnet sich durch etwas aus, das ich einen 'self islam' genannt habe, will heißen: » mehr
Auf der Meinungsseite beschreibt der in Nizza lehrende Philosophie-Professor Abdennour Bidar die durch eine "tatsächliche muslimische Präsenz" zu Wege gebrachte "demokratische Wandlung des Islam" in Europa. "Diese zeichnet sich durch etwas aus, das ich einen 'self islam' genannt habe, will heißen: eine Kultur der Autonomie und der persönlichen Wahlfreiheit, und damit eine Kultur der Vielfalt und der differenzierten Identität: ein Islam der Individuen und nicht der Gemeinschaft!... In der Tat ist der 'self islam' Ausdruck einer Kultur, die sich radikal von ihrer ursprünglichen autoritären Form weg entwickelt hat, und die dadurch, dass ein jeder Moslem in Europa sich die Frage nach seiner Identität individuell stellt, demokratisch geworden ist. Es ist Zeit, endlich von diesem Wandel Kenntnis zu nehmen und unser Verständnis des europäischen Islam zu berichtigen, indem wir daran arbeiten, die Wahnvorstellung der 'Gemeinschaft' abzutragen."
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Die Welt - Deutschland | Montag, 13. März 2006
Der niederländische Schriftsteller Geert Mak erklärt im Interview mit Jan Kanter, dass "die Basis der europäischen Identität... der christliche Raum mit seinen Werten [ist], erweitert um die Renaissance mit Aufklärung und schließlich den Verfassungen und den darin enthaltenden Grundrechten." Die Frage, ob Europa und der Islam zusammenpassen, beantwortet Mak mit ja. "Allerdings gehört zu Europa auch die Verschiedenheit: » mehr
Der niederländische Schriftsteller Geert Mak erklärt im Interview mit Jan Kanter, dass "die Basis der europäischen Identität... der christliche Raum mit seinen Werten [ist], erweitert um die Renaissance mit Aufklärung und schließlich den Verfassungen und den darin enthaltenden Grundrechten." Die Frage, ob Europa und der Islam zusammenpassen, beantwortet Mak mit ja. "Allerdings gehört zu Europa auch die Verschiedenheit: Der Kontinent war nie ein so monolithischer Block wie das chinesische Reich. Europa ist Vielfalt, Konkurrenz und Dynamik. Die dadurch entstehende Schwäche war immer auch unsere Stärke. Die Europäische Union war in den vergangenen Jahren so erfolgreich, weil sie in der Vielfalt Frieden und Zusammenarbeit bewahrt hat. Jetzt fürchte ich jedoch, dass diese Errungenschaften, diese europäische Philosophie, durch eine neue Gleichgültigkeit gefährdet werden."
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Kann es eine Modernisierung des Islam geben?
taz - Deutschland | Mittwoch, 28. März 2007
Der aus der Türkei stammende deutsche Schriftsteller Zafer Senocak kritisiert, die Auseinandersetzung muslimischer Gelehrter mit dem Koran sei rein scholastisch. "Im Islam gibt es keine ... » mehr
Der aus der Türkei stammende deutsche Schriftsteller Zafer Senocak kritisiert, die Auseinandersetzung muslimischer Gelehrter mit dem Koran sei rein scholastisch. "Im Islam gibt es keine korankritischen Muslime. Es ist offensichtlich, dass die Muslime ohne eine textkritische Auseinandersetzung mit dem Koran in den modernen Gesellschaften nicht weiterkommen... Das Scheitern an den Herausforderungen der Moderne hat nicht nur soziale, sondern auch pathologische Folgen. Vor allem für die Männer, die von ihrem hohen Ross absteigen müssen. Es schafft auch jenes Bild des nicht integrierbaren, ja gefährlichen Muslims, hinter das sich alle Kräfte versammeln und bequem machen, die ein Problem mit dem Fremden schlechthin haben. Aus der hermeneutischen Krise der Muslime wird eine Krise der offenen Gesellschaft, ein Scheitern des Multikulturalismus konstruiert, als gäbe es in unserer Welt überhaupt noch so etwas wie eine kulturelle Homogenität. Plötzlich erscheinen Moscheebauten in deutschen Städten und der Gebetsruf des Muezzins im selben Kontext wie Zwangsehen und Ehrenmorde."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Dienstag, 7. Februar 2006
Dieser Aufeinanderprall der Zivilisationen musste kommen, erklärt die niederländische Schriftstellerin und Politikerin Ayaan Hirsi Ali im Interwiev mit Orla Blog. Und auch wenn es nach den Angriffen auf westliche Botschaftsgebäude zynisch klinge, so biete der derzeitige Konflikt doch eine große Chance, findet Ali: » mehr
Dieser Aufeinanderprall der Zivilisationen musste kommen, erklärt die niederländische Schriftstellerin und Politikerin Ayaan Hirsi Ali im Interwiev mit Orla Blog. Und auch wenn es nach den Angriffen auf westliche Botschaftsgebäude zynisch klinge, so biete der derzeitige Konflikt doch eine große Chance, findet Ali: "Die Karikaturen können dazu führen, dass die Entwicklung des Islam in Europa binnen weniger Jahre Jahrhunderte vorangebracht wird. Es wurde höchste Zeit, dass ein Aufruhr entfacht wurde. Hätte man die Zeichnungen nicht gebracht, hätte die Diskussion um den Propheten nicht stattgefunden. Man sollte daran denken, dass der Islam nicht die Reform und Anpassung durchgemacht hat, die das Christen- und Judentum über tausend Jahre durchlaufen haben. Im Gegenteil. Der Islam stagniert, seine Gesetze beruhen auf der Stammesgesellschaft. Nun sind alle Moslems in Dänemark und Europa gezwungen, darüber nachzudenken, wie sie sich zu den moslemischen Tabus verhalten sollen, die nicht mit einer modernen demokratischen Gesellschaft übereinstimmen."
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Kritik am Islam in Europa
Der Tagesspiegel - Deutschland | Donnerstag, 8. März 2007
Im Interview mit Caroline Fetscher nimmt die im Iran geborene Frauenrechtlerin Mina Ahadi Bezug auf die Multikulturalismus-Debatte: » mehr
Im Interview mit Caroline Fetscher nimmt die im Iran geborene Frauenrechtlerin Mina Ahadi Bezug auf die Multikulturalismus-Debatte: "Europa zeigt sich nach wie vor tolerant gegenüber Intoleranz. Der Islam sei eben eine andere Kultur, heißt es, da gebe es andere soziale Regeln. Wenn ich so etwas von Politikern gesagt bekomme, auch in Deutschland, empfinde ich das als Zumutung. In erster Linie bin ich Staatsbürgerin und Frau, nicht Muslimin. Und als erwachsener Mensch habe ich das Recht, mich selbst zu definieren. Falsche Rücksichtnahme hilft uns politisch nicht weiter. Keine Frau will eine 'Kultur' der Erniedrigung, keine Frau wünscht sich Gewalt oder Vergewaltigung... Viele der europäischen Politiker sind einfach naiv, wenn sie beispielsweise weiter den Kinder-Hijab dulden, das Kopftuch für Mädchen. Fragen die sich nie, warum die Mehrheit der Muslime zu den elementaren Fragen schweigt?"
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La Repubblica - Italien | Freitag, 1. Dezember 2006
Die Zeitung druckt ein Interview, das der Schriftsteller Salman Rushdie dem Kulturmagazin 'MicroMega' gegeben hat. "Ich bin nicht gläubig, deshalb kann ich nicht im Namen ... » mehr
Die Zeitung druckt ein Interview, das der Schriftsteller Salman Rushdie dem Kulturmagazin 'MicroMega' gegeben hat. "Ich bin nicht gläubig, deshalb kann ich nicht im Namen der muslimischen Gemeinschaft sprechen. Aber ich meine, dass es dringend nötig ist, vom Szenario 'Wir gegen die anderen' Abstand zu nehmen und sich für einen Wandel einzusetzen... Der Kern des Problems liegt in den Koranschulen und den muslimischen Schulen, in denen man in einer Atmosphäre lebt, die die Realität der Außenwelt leugnet... Ich glaube, die Reform des Islam beginnt im Westen und mit den muslimischen Frauen. Denn sie haben die Probleme des Islam besser begriffen als alle anderen - und gewiss besser als die Männer. In den Flugzeugen des 11. September saß keine einzige Frau als Attentäterin."
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Erscheinungsformen des Islam in Europa und Umgang mit Muslimen
El Periódico de Catalunya - Spanien | Montag, 15. Januar 2007
Die Tageszeitung berichtet, dass immer mehr Spanierinnen zum Islam konvertieren. "Dem Islam haftet nichts Exotisches mehr an... Die westlichen europäischen Gesellschaften sind nicht mehr, wie ... » mehr
Die Tageszeitung berichtet, dass immer mehr Spanierinnen zum Islam konvertieren. "Dem Islam haftet nichts Exotisches mehr an... Die westlichen europäischen Gesellschaften sind nicht mehr, wie noch bis vor kurzem, kulturell homogen. Längst ist das christliche Erbe nicht mehr der einzige gemeinsame Bezugspunkt, und der Islam wird nicht als ein Relikt der Vergangenheit, sondern als immer wichtiger werdender sozialer Bestandteil wahrgenommen. Das liegt nicht nur an seinem Bekehrungseifer, der des öfteren von fundamentalistischen Ölmonarchien finanziert wird, sondern auch an der ständigen Ankunft von Immigranten aus Ländern, in denen der Islam eine tausendjährige Tradition hat. Es ist klar, dass diese neue Situation die Parameter verändert, an denen sich bisher der europäische Prozess orientiert hat."
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Dagbladet Information - Dänemark | Donnerstag, 15. Februar 2007
Palle Weis, Chefredakteur der Zeitung, nimmt Stellung zur Debatte um die beste Strategie im Umgang mit dem Islam in Europa: » mehr
Palle Weis, Chefredakteur der Zeitung, nimmt Stellung zur Debatte um die beste Strategie im Umgang mit dem Islam in Europa: "Einerseits besteht kein Zweifel, dass sich in Europa ein islamistischer Wertekampf abspielt, ein Kampf, bei dem Islamisten zielgerichtet versuchen, den Islam in Europa zu stärken, die Integration zu bekämpfen und Parallelgesellschaften zu etablieren. Andererseits sieht man glücklicherweise ebenso Muslime, die einen anderen Weg gehen, beispielsweise die 'Demokratischen Muslime'. Sie entstanden in der Zeit der Krise um die Mohammed-Karikaturen, um zu verhindern, dass schwache und marginalisierte Einwanderer in den Reihen der Islamisten landen. Sie wollen zeigen, dass man problemlos Muslim und Demokrat sein kann... Eine Forderung an Muslime - so wie an jeden anderen auch - muss natürlich sein, das Gesetz und somit die Meinungsfreiheit zu respektieren und zu akzeptieren, dass das, was ihnen heilig ist, zum Gegenstand von Ironie und Satire werden kann. Aber letztlich geht es darum, die demokratiefeindlichen Kräfte einzudämmen und den Muslimen Zukunftsaussichten zu ermöglichen, die die Worte sämtlicher religiöser Fundamentalisten unnötig und lächerlich erscheinen lassen. Man muss einen Weg bahnen, damit es nach Pascal Bruckners Worten 'eine vernünftigere Religiosität' geben kann."
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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 30. Januar 2006
In Deutschland wird wieder debattiert, welche Anforderungen an Migranten gestellt werden sollen und wie eine deutsche "Leitkultur" aussehen kann, an die sie sich anpassen sollen. Dazu schreibt die Grünen-Abgeordnete Ekin Deligöz: » mehr
In Deutschland wird wieder debattiert, welche Anforderungen an Migranten gestellt werden sollen und wie eine deutsche "Leitkultur" aussehen kann, an die sie sich anpassen sollen. Dazu schreibt die Grünen-Abgeordnete Ekin Deligöz: "Es geht vielen in dieser in Deutschland geführten Debatte längst nicht mehr um europäische Grundwerte, die uns in unseren Visionen, wohin Europa sich entwickelt, beschäftigen. Es geht längst nicht mehr um den Aufsatz von Bassam Tibi, in dem er von einer demokratischen, laizistischen und zivilisatorischen Identität Europas sprach. Wir reden über Migration und Segregation in Deutschland. Genauer gesagt, reden wir über den Islam in Deutschland, über die bestehenden Ängste, über Vermutungen über das Unbekannte... Ich fühle, lebe, arbeite in Deutschland. Ich identifiziere mich deutlich mehr mit Schwaben als mit meinem Geburtsort. Ich übernehme Verantwortung in diesem Land und will diese Gesellschaft mitgestalten. Aber ich bin auch, und werde es immer bleiben, ethnisch eine Türkin, religiös eine Muslimin. Dennoch ist Integration möglich. Ich bin kein Einzelfall."
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taz - Deutschland | Dienstag, 30. Januar 2007
Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie plädiert dafür, die Begriffe Islamofaschismus und Islamophobie aus dem Diskurs zu verbannen. Letzterer rücke legitime Religionskritik in die Nähe von Diskriminierung. "Es geht also um Eingrenzung - nämlich auf Fälle, in denen Muslime tatsächlich Angriffen ausgesetzt sind, ihre Moscheen, Schulen und Friedhöfe beschädigt werden und sie im Bildungswesen, Arbeitsleben und öffentlichen Einrichtungen auf Grund ihrer Religion oder wegen äußerer Erscheinung diskriminiert werden. Gibt es diese Eingrenzung nicht, schafft falsche Toleranz und Sensibilität nur einen Schonraum, in dem die islamische Welt auf selbstkritische Einsichten verzichten und ihren Opfermythos weiter pflegen kann. Dazu trägt leider ein anderer Kampfbegriff bei, der im islamkritischen Lager Verbreitung gefunden hat: » mehr
Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie plädiert dafür, die Begriffe Islamofaschismus und Islamophobie aus dem Diskurs zu verbannen. Letzterer rücke legitime Religionskritik in die Nähe von Diskriminierung. "Es geht also um Eingrenzung - nämlich auf Fälle, in denen Muslime tatsächlich Angriffen ausgesetzt sind, ihre Moscheen, Schulen und Friedhöfe beschädigt werden und sie im Bildungswesen, Arbeitsleben und öffentlichen Einrichtungen auf Grund ihrer Religion oder wegen äußerer Erscheinung diskriminiert werden. Gibt es diese Eingrenzung nicht, schafft falsche Toleranz und Sensibilität nur einen Schonraum, in dem die islamische Welt auf selbstkritische Einsichten verzichten und ihren Opfermythos weiter pflegen kann. Dazu trägt leider ein anderer Kampfbegriff bei, der im islamkritischen Lager Verbreitung gefunden hat: 'Islamofaschismus'... Bei allen Parallelen gibt es zu viele Unterschiede zu dem europäischen Phänomen des Faschismus, der anders als die Dschihadisten einen starken Nationalstaat postulierte und keine Synthese zwischen herkömmlicher Kulturreligion und sozialer Bewegung wollte, sondern ein radikal gegen das Christentum und andere Religionen gerichtetes Neuheidentum."
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L'Express - Frankreich | Donnerstag, 26. Januar 2006
Der Islamforscher Gilles Kepel erklärt im Interview mit Eric Conan und Christian Makarian, wie Europa Teil der "islamischen Welt" geworden ist. Er bezeichnet damit den ... » mehr
Der Islamforscher Gilles Kepel erklärt im Interview mit Eric Conan und Christian Makarian, wie Europa Teil der "islamischen Welt" geworden ist. Er bezeichnet damit den Umstand, dass in Europa lebende Muslime die Scharia, das Gesetz des Koran, anwenden können. "Um zu verstehen, was sich geändert hat, muss man bis ins Jahr 1989 zurückgehen... Am 15. Februar fand ein beachtliches Ereignis statt, der Rückzug der Roten Armee aus Afghanistan. Es war das Vorspiel zur Auflösung des sowjetischen Systems. Am 14. Februar verhängte Ajatollah Chomeini eine Fatwa gegen Salman Rushdie, was neben dem symbolischen Aspekt weitreichende Folgen hatte. Prinzipiell betrifft eine Fatwa ein fest umrissenes Territorium, über das ein führender Imam politische Macht ausübt. Nun hat aber Chomeini im Falle Rushdies, eines britischen Staatsbürgers, der in Großbritannien lebte, aus Europa ein Territorium gemacht, auf das er die Fatwa angewandt hat. Damit hat er Europa juristisch der Sphäre des Islams einverleibt."
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Kulturelle Auseinandersetzungen mit dem Islam in Europa
El País - Spanien | Donnerstag, 26. Januar 2006
"Wie lebt man muslimische Spiritualität in Dakar oder die Trennung von Kirche und Staat in Istanbul? Wie sieht das muslimische Leben in Marrakesch aus und wie pflegt man die islamische Tradition in Paramaribo? Welchen Widersprüchen und Konflikten sind Männer und Frauen muslimischen Glaubens in Zürich, Basel oder Genf ausgesetzt? Das ist ein Teil der Fragen, auf die die Ausstellung 'Städtischer Islam: » mehr
"Wie lebt man muslimische Spiritualität in Dakar oder die Trennung von Kirche und Staat in Istanbul? Wie sieht das muslimische Leben in Marrakesch aus und wie pflegt man die islamische Tradition in Paramaribo? Welchen Widersprüchen und Konflikten sind Männer und Frauen muslimischen Glaubens in Zürich, Basel oder Genf ausgesetzt? Das ist ein Teil der Fragen, auf die die Ausstellung 'Städtischer Islam: Zwischen Koran und Handy' Antworten zu geben versucht", schreibt Schweiz-Korrespondent Rodrigo Carrizo Couto, der die Schau in Basel besucht hat. "Hauptziel ist es, die Menschen und ihre Lebensweisen nicht auf Klischees zu reduzieren. Die Ausstellung versucht eine Antwort auf eine der strittigsten Fragen Europas zu geben: Wieviel Raum soll der Islam im öffentlichen Leben einnehmen?"
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 20. März 2006
Peter Laudenbach berichtet von der Berliner Uraufführung des Theaterstücks "Schwarze Jungfrauen", das auf Interviews basiert, die der türkisch-deutsche Autor Feridun Zaimoglu mit "gläubigen Neo-Musliminnen" in Deutschland geführt hat: » mehr
Peter Laudenbach berichtet von der Berliner Uraufführung des Theaterstücks "Schwarze Jungfrauen", das auf Interviews basiert, die der türkisch-deutsche Autor Feridun Zaimoglu mit "gläubigen Neo-Musliminnen" in Deutschland geführt hat: "Neben der hedonistischen Fundamentalistin, deren Hass auf die westliche Moderne ein Produkt eben dieser Moderne ist, begegnen wir einer Bosnierin, die gleichermaßen vom Dschihad und von der großen Liebe träumt, einer zum Islam konvertierten, verstört wirkenden Deutschen und einer Querschnittsgelähmten, die sich selbst verachtet, weil sie kein 'Vollkraftmensch' ist. Mit Allah hadert sie, weil sie ab und zu Oralsex mit ihrem Pfleger hat. Am beunruhigendsten für die Multi-Kulti-Fraktion wie für den deutschnationalen Stammtisch dürfte die Intellektuelle sein, die Osama bin Laden als 'Jahrhunderthelden' verehrt. Sie studiert Jura, um mit ihrem Wissen dem heiligen Krieg in Europa zu dienen."
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Ausstrahlungskraft des Euro-Islam
Vasabladet - Finnland | Freitag, 17. Februar 2006
Die alte Trennung zwischen "wir im Westen" und "die im Orient" gibt es nicht mehr, meint Kommentator Dennis Rundt. "Zwischen einem fundamentalistischen Christen und einem ... » mehr
Die alte Trennung zwischen "wir im Westen" und "die im Orient" gibt es nicht mehr, meint Kommentator Dennis Rundt. "Zwischen einem fundamentalistischen Christen und einem fundamentalistischen Moslem kann es größere Übereinstimmungen geben als zwischen einem liberalen und einem konservativen Vertreter derselben Religion... Religion oder von Religion geprägte Kulturmuster werden seit dem Zusammenbruch des Kommunismus ein immer wichtigerer Faktor in der Weltpolitik. Konflikte und Terroranschläge werden heute eher religiös als ideologisch begründet. Und auch im Westen ist die Religion ein Fundament, obwohl dies zurückhaltender geäußert wird... Wenn aber die muslimischen Einwanderer in Europa eine tolerante Form des Islam entwickeln, der in einer multikulturellen Gesellschaft neben anderen Religionen bestehen kann und auch in den Heimatländern Anhänger findet, dann könnte das zu mehr Demokratie auch im Westen führen."
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Die Welt - Deutschland | Freitag, 17. Februar 2006
Es sind nicht die Karikaturen allein, die Europa zum "Hassobjekt der islamischen Welt" machen, meint die Journalistin Mariam Lau. Es ist auch das gewachsene Selbstbewusstsein Europas: » mehr
Es sind nicht die Karikaturen allein, die Europa zum "Hassobjekt der islamischen Welt" machen, meint die Journalistin Mariam Lau. Es ist auch das gewachsene Selbstbewusstsein Europas: "Die größte Gefahr aber geht für die Despoten-Regimes der Region von dem aus, was unter der Zauberformel 'Euro-Islam' immer hartnäckiger durch ihre Grenzen einsickert: das Bestehen darauf, dass Islam und Demokratie eben doch keine unversöhnlichen Gegensätze sind, dass Scharia und Koran doch immer noch getrennte Reiche bilden, dass Frauen im Besitz eines Führerscheins und eines Wahlzettels nicht der Untergang des Morgenlandes sind und dass Bildungsdefizite oder ökonomischer Rückstand vieler moslemischer Länder ebenso eine Schande für die Umma sind wie Folter, Korruption und Aberglaube. Auch wenn unsere hiesigen Freunde der Dritten Welt es nicht wahrhaben wollen: Für immer mehr Moslems ist längst Standard, was westlicher Selbsthass gern als Kulturimperialismus verkaufen möchte, individuelle Freiheit, persönliche Integrität, politische Legitimation."
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Tradition und und Geschichte des Euro-Islam
El Diario Vasco - Spanien | Montag, 26. Februar 2007
Die muslimische Gemeinschaft in Spanien hat vorgeschlagen, die Große Moschee von Córdoba, die nach der christlichen Wiedereroberung 1236 Kathedrale wurde, in ein ökumenisches Gotteshaus zu verwandeln. Doch Juan José Asenjo, Bischof von Córdoba, hat für das gemeinsame Beten von Muslimen und Christen nichts übrig. Der spanische Theologe Juan José Tamayo bedauert seine ablehnende Haltung: » mehr
Die muslimische Gemeinschaft in Spanien hat vorgeschlagen, die Große Moschee von Córdoba, die nach der christlichen Wiedereroberung 1236 Kathedrale wurde, in ein ökumenisches Gotteshaus zu verwandeln. Doch Juan José Asenjo, Bischof von Córdoba, hat für das gemeinsame Beten von Muslimen und Christen nichts übrig. Der spanische Theologe Juan José Tamayo bedauert seine ablehnende Haltung: "Wir sollten nicht vergessen, dass Córdoba jahrhundertelang das herausragende Beispiel für das Miteinander von drei Kulturen und Religionen war. Die Moschee ist zweifelsohne das bedeutendste historische Wahrzeichen des europäischen Islam. Beinahe acht Jahrhunderte lang haben Muslime in Spanien gelebt, genauer gesagt 781 Jahre... Gibt es einen geeigneteren Ort der Begegnung als diese Moschee-Kathedrale in Córdoba, die zum Weltkulturerbe zählt und und ein Ort der Vermischung der drei religiösen Traditionen war: der jüdischen, der christlichen und der muslimischen? Das Gebet ist das Wesentliche der Religion, es gibt es in allen Religionen. Warum ist dem Bischof von Córdoba so daran gelegen, zu trennen, was die Religionen verbindet?"
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Der Standard - Österreich | Donnerstag, 12. April 2007
Der aus Bulgarien stammende Schriftsteller Ilija Trojanow, der in vielen Ländern gelebt hat und zurzeit in Wien unterrichtet, wendet sich gegen die Gleichsetzung von EU und Europa: » mehr
Der aus Bulgarien stammende Schriftsteller Ilija Trojanow, der in vielen Ländern gelebt hat und zurzeit in Wien unterrichtet, wendet sich gegen die Gleichsetzung von EU und Europa: "Die EU maßt sich an, diese europäische Identität zu bilden, was absurd ist. Kein Mensch, der bei Trost ist, würde bezweifeln, dass beispielsweise die Ukraine Teil einer europäischen Identität ist. Gleichzeitig ist der Versuch, die europäische Tradition als eine christliche zu definieren, auch Humbug. Ein ganz banales Beispiel: Der westlichste Teil Europas, nämlich Spanien, war 800 Jahre lang nicht nur islamisch geprägt, sondern von einer ganz außergewöhnlichen Multikulturalität im positiven Sinne und von einer religiösen Toleranz, von der man heute nur träumen kann. Europa ist von seiner Identität her erheblich vielfältiger und komplexer, als die jetzige politische Diskussion es zulässt."
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La Vie - Frankreich | Donnerstag, 9. November 2006
Der algerische Philosoph Mustapha Chérif hat einen offenen Brief an seine "christlichen Brüder" geschrieben und kurz darauf eine Audienz beim Papst gehabt. "Euer Papst Benedikt ... » mehr
Der algerische Philosoph Mustapha Chérif hat einen offenen Brief an seine "christlichen Brüder" geschrieben und kurz darauf eine Audienz beim Papst gehabt. "Euer Papst Benedikt XVI. hat kürzlich zum Ausdruck gebracht, dass er sich um den Stellenwert der Vernunft und über die Gewalt im Islam sorgt. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Offenbarung des Koran an die Vernunft richtet, um aufzuklären. Dieses Wort kommt 45 Mal im Koran vor, die Begriffe 'Wissen' und 'Erkenntnis' mehrere hundert Mal. Gott selbst wird manchmal als der 'Wissende' bezeichnet. Im Mittelalter haben muslimische Theologen und Philosophen zur europäischen Renaissance beigetragen, indem sie die Grundlage für das legten, was ich die jüdisch-islamisch-christliche Kultur nenne, eine Schlüsselperiode unserer gemeinsamen Geschichte... Ich wünsche mir, dass wir uns zusammen um den Erhalt unseres gemeinsamen Sockels von Werten kümmern und gegen die kämpfen, die uns spalten wollen."
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Islamisierung Europas?
Sme - Slowakei | Donnerstag, 28. Dezember 2006
Der slowakische Wirtschaftsanalytiker Maros Balo hält Europa vor, sich der Gefahren des islamischen Fundamentalismus - anders als die USA - nicht bewusst zu sein. Er ... » mehr
Der slowakische Wirtschaftsanalytiker Maros Balo hält Europa vor, sich der Gefahren des islamischen Fundamentalismus - anders als die USA - nicht bewusst zu sein. Er fürchtet, "dass Europa aus Angst vor einer Eskalation des Konflikts lieber seine Werte negiert, zu denen zweifellos die Freiheit des Wortes gehört. Einen weiteren fatalen Fehler begehen die Europäer, wenn sie ihren Gegner unterschätzen. Wir begreifen die islamischen Terroristen zwar als gefährliche Fanatiker, machen uns aber nicht bewusst, dass sie auch sehr intelligent sind und an westlichen Universitäten studiert haben... Die christliche Zivilisation in Europa räumt (durch die ungebremste Zuwanderung seit den siebziger Jahren) ihren Platz zunehmend neuen Mehrheitsgesellschaften... Wenn Europa nicht sehr schnell begreift, auf welchen Fundamenten es steht, wenn es weiter seine christlichen Wurzeln negiert und in der EU-Verfassung über die Verständigung von Völkern und Religionen spricht, dann wird eine andere Zivilisation die Feder führen."
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Terve Moistuse Sündikaat - Estland | Mittwoch, 12. Juli 2006
In Estland sympathisieren immer mehr Menschen mit der vorchristlichen Religion und mit Göttern wie dem altestnischen Taar, behauptet Veiko Vihuri. Aber Taar werde nicht kommen ... » mehr
In Estland sympathisieren immer mehr Menschen mit der vorchristlichen Religion und mit Göttern wie dem altestnischen Taar, behauptet Veiko Vihuri. Aber Taar werde nicht kommen - sondern stattdessen der Islam. "Bis zum Jahr 2050 wird der Islam zu einer der führenden Religionen in Russland. Und in einem halben Jahrhundert erklingt an unserer Ostgrenze nicht mehr das Knurren des russischen Bären, sondern der Gebetsruf des Muezzin. Wenn sich die europäischen Kirchen und Gesellschaften nicht zusammenreißen, passiert bei uns dasselbe wie in Großbritannien."
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Interreligiöser Dialog
La Stampa - Italien | Dienstag, 14. März 2006
Der Oberrabbiner von Rom hat am 13. März die Moschee von Rom besucht, eine der größten Moscheen Europas. Franco Garelli sieht in diesem ersten offiziellen ... » mehr
Der Oberrabbiner von Rom hat am 13. März die Moschee von Rom besucht, eine der größten Moscheen Europas. Franco Garelli sieht in diesem ersten offiziellen Besuch ein Friedenszeichen. "Diese Geste des Oberrabbiners Riccardo Di Segni, der der ältesten und bedeutendsten jüdischen Gemeinde im Mittelmeerraum vorsteht, hat sehr große Bedeutung. Hinter den Worten des Rabbis, der Islamophobie mit Antisemitismus verglich, zeichnet sich die Vision eines gemeinsamen Weges zum Frieden von Juden und Muslimen ab, in Rom und in der ganzen Welt... Mit seinem Besuch hat sich Di Segni als Ansprechpartner für den italienischen Islam angeboten - und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem auch der Vatikan eine bedachte Haltung gegenüber der mittlerweile zweitwichtigsten Religion in Italien einnimmt."
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Muslime in Osteuropa
Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 28. Februar 2006
Der Ehrenvorsitzende des polnischen Journalistenverbandes Stefan Bratkowski meint, die Muslime des Landes, die Tataren, könnten in dem von den Mohammed-Karikaturen ausgelösten Konflikt eine Brücke bauen. ... » mehr
Der Ehrenvorsitzende des polnischen Journalistenverbandes Stefan Bratkowski meint, die Muslime des Landes, die Tataren, könnten in dem von den Mohammed-Karikaturen ausgelösten Konflikt eine Brücke bauen. Schließlich sei Polen das einzige christliche Land in Europa, in dem Muslime 500 Jahre lang friedlich mit Christen koexistiert hätten. "Eben unsere Muslime könnten, wie sonst kaum jemand, Mittler in einem Dialog der Kulturen werden... Die ganze Welt, uns eingeschlossen, könnte von diesen ungewöhnlichen Pionieren einer Entwicklung aus eigener Kraft... lernen. Sie könnten auch sagen, dass der Islam in Polen keine neu importierte Ware ist, die eine Identitätskrise in der dritten Generation zur Folge hat, ...sondern eine Jahrhunderte lange Tradition hat."
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Über und von Tariq Ramadan
La Libre Belgique - Belgien | Dienstag, 20. März 2007
Die Freie Universität Brüssel (ULB) hat es dem Islamspezialisten Tariq Ramadan kürzlich untersagt, auf ihrem Gelände eine Konferenz abzuhalten. Ali Daddy, der Chef der Zeitung Reflets Magazine, meint, diese Entscheidung zeige die Schwierigkeiten der Integration des Islam in Europa. "Es ist mehr als anstrengend, ohne Ende Leute anhören zu müssen, die den Koran verachten, die aber diesen Text gar nicht kennen und oft ihre ekelhafte Islamophobie nur schlecht kaschieren. Sie wollen uns, die wir diesen Text seit vielen Jahren täglich lesen, erklären, dass wir am Ende nur eine 'Bande von Idioten' sind und unfähig, 'die zutiefst gewalttätige Natur' des Textes des Islam-Gründers zu erkennen. Eine Gewalt, die jeder Moslem auf gewisse Weise in sich trage!... Der Islam gehört in Europa zur Inneneinrichtung und niemand scheint es zu merken, außer wenn Wahlen sind, aber dann nur im Hinblick auf die Stimmen der Muslime. Dabei hat Europa schon ein Modell des religiösen, sozialen und interkulturellen Friedens hervorgebracht: » mehr
Die Freie Universität Brüssel (ULB) hat es dem Islamspezialisten Tariq Ramadan kürzlich untersagt, auf ihrem Gelände eine Konferenz abzuhalten. Ali Daddy, der Chef der Zeitung Reflets Magazine, meint, diese Entscheidung zeige die Schwierigkeiten der Integration des Islam in Europa. "Es ist mehr als anstrengend, ohne Ende Leute anhören zu müssen, die den Koran verachten, die aber diesen Text gar nicht kennen und oft ihre ekelhafte Islamophobie nur schlecht kaschieren. Sie wollen uns, die wir diesen Text seit vielen Jahren täglich lesen, erklären, dass wir am Ende nur eine 'Bande von Idioten' sind und unfähig, 'die zutiefst gewalttätige Natur' des Textes des Islam-Gründers zu erkennen. Eine Gewalt, die jeder Moslem auf gewisse Weise in sich trage!... Der Islam gehört in Europa zur Inneneinrichtung und niemand scheint es zu merken, außer wenn Wahlen sind, aber dann nur im Hinblick auf die Stimmen der Muslime. Dabei hat Europa schon ein Modell des religiösen, sozialen und interkulturellen Friedens hervorgebracht: das andalusische Modell! Ein Modell, das heute wiederbelebt wird und bei dem es klar darum geht, sich für die Interkulturalität zu entscheiden und gegen die Barbarei."
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Le Soir - Belgien | Donnerstag, 1. März 2007
Der Rektor der Freien Universität Brüssel (ULB) Philippe Vincke und seine Beraterin Emmanuelle Danblon erklären, warum sie den Islamspezialisten Tariq Ramadan nicht an ihrer Uni ... » mehr
Der Rektor der Freien Universität Brüssel (ULB) Philippe Vincke und seine Beraterin Emmanuelle Danblon erklären, warum sie den Islamspezialisten Tariq Ramadan nicht an ihrer Uni sprechen lassen wollen. Sie wollen "die Gemeinschaft darauf aufmerksam machen, dass bestimmte Positionen, die potenziell aufklärungsfeindlich sind, Zulauf haben, auch wenn sich die Teilnehmer der Debatte einer politisch korrekten Sprache bedienen. Keiner von uns würde es akzeptieren, wenn ein Führer der fremdenfeindlichen Rechtsextremen auf dem Campus erschiene. Wir haben die Pflicht, nicht mit zweierlei Maß zu messen. Seit einiger Zeit sind bestimmte Ansichten, Praktiken und Forderungen, die den politischen Laizismus und das Zusammenleben bedrohen, auf dem Campus gang und gäbe geworden... Muss man daran erinnern, dass Tariq Ramadan die Steinigung von Frauen nie klar verurteilt hat, auch wenn man ihn direkt dazu aufgefordert hat? Vielmehr werden seit einiger Zeit Unbehagen, Tabus und Ängste spürbar, sich auf bestimmte wissenschaftliche Theorien zu beziehen oder bestimmte historische Fakten ans Tageslicht zu bringen."
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Tribune de Genève - Schweiz | Mittwoch, 31. Januar 2007
Jean-Noël Cuénod fordert in seiner Buchbesprechung von Ian Hamels "Die Wahrheit des Tariq Ramadan" mehr Engagement der muslimischen Wählerschaft in Frankreich. "Das letzte Kapitel beschäftigt ... » mehr
Jean-Noël Cuénod fordert in seiner Buchbesprechung von Ian Hamels "Die Wahrheit des Tariq Ramadan" mehr Engagement der muslimischen Wählerschaft in Frankreich. "Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den muslimischen Wählern in Frankreich... In dieser heißen Phase des Wahlkampfs der französischen Präsidentschaftswahlen sollte man dieses Thema nicht ausblenden. Laut Hamel gibt Tariq Ramadan zu verstehen, dass die Muslime nicht wählen gehen werden.... Wenn sich also Ramadan gegen die Gründung einer muslimischen Partei in Frankreich ausspricht, besteht unserer Meinung nach die Gefahr, dass die Wahlbeteiligung der französischen Muslime – nicht der Islamisten – gefährdet ist. Warum sollte es uns schockieren, wenn sich in westlichen Ländern muslimische Interessensverbände bilden? Im Gegenteil, eine muslimische Lobby erscheint unabdingbar, um die neuen Bürger in das demokratische Verfahren einzubeziehen."
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Le Temps - Schweiz | Mittwoch, 20. September 2006
Nach Ansicht des Islamexperten Tariq Ramadan gehen die Reaktionen auf die Papst-Vorlesung in Regensburg an der eigentlich wichtigen Debatte vorbei. "Es handelt sich um einen sehr europäischen Papst, der die Völker des Kontinents dazu aufruft, sich der zentralen und unverhandelbaren Eigenschaften des Christentums bewusst zu werden, um ihre Identität nicht zu verlieren. Diese Botschaft ist in dieser Zeit der Identitätskrise vielleicht legitim. Doch sie ist gewiss beunruhigend und sogar potenziell gefährlich, denn es handelt sich um eine doppelte Reduktion: » mehr
Nach Ansicht des Islamexperten Tariq Ramadan gehen die Reaktionen auf die Papst-Vorlesung in Regensburg an der eigentlich wichtigen Debatte vorbei. "Es handelt sich um einen sehr europäischen Papst, der die Völker des Kontinents dazu aufruft, sich der zentralen und unverhandelbaren Eigenschaften des Christentums bewusst zu werden, um ihre Identität nicht zu verlieren. Diese Botschaft ist in dieser Zeit der Identitätskrise vielleicht legitim. Doch sie ist gewiss beunruhigend und sogar potenziell gefährlich, denn es handelt sich um eine doppelte Reduktion: einmal bei der historischen Herangehensweise und einmal bei der Definition europäischer Identität. Genau darauf sollten die Muslime reagieren und vor allem die Lesart der Geschichte des europäischen Denkens infrage stellen, in der muslimischer Rationalismus überhaupt keine Rolle spielt... Weder Europa noch der gesamte Okzident werden überleben können, wenn man sich darin verausgabt, sich immer nur in Abgrenzung vom Anderen - vom Islam oder von den Muslimen -, das uns Angst macht, zu definieren."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Donnerstag, 7. September 2006
Der Philosoph und Islamwissenschaftler Tariq Ramadan hat anlässlich des 5. Jahrestages des 11. September einen "Appell an die Muslime im Westen" verfasst, den die Zeitung druckt: » mehr
Der Philosoph und Islamwissenschaftler Tariq Ramadan hat anlässlich des 5. Jahrestages des 11. September einen "Appell an die Muslime im Westen" verfasst, den die Zeitung druckt: "Die Muslime müssen dringend einen kritischen Diskurs entwickeln, der die Opferpose verwirft und der stattdessen radikale, wörtliche oder kulturelle Auslegungen der Schriften kritisiert. Im Namen der Leitprinzipien des Islam müssen sie etwa Position dagegen beziehen, dass ihre Religion zur Rechtfertigung von Terrorismus, häuslicher Gewalt oder Zwangsehen missbraucht wird... Unglücklicherweise spielen Politiker zunehmend mit Ängsten, um Wähler zu mobilisieren. Als Antwort auf solche Versuche, Ängste auszubeuten und manchmal auch zu manipulieren, müssen muslimische Bürger genau das Gegenteil dessen tun, was die natürliche Reaktion wäre. Statt sich aus der öffentlichen Debatte zurückzuziehen, müssen sie ihre religiösen, sozialen, kulturellen oder politischen Ghettos verlassen."
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The Independent - Großbritannien | Donnerstag, 6. Juli 2006
Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan meint, dass westliche Muslime "eine klare Alternative haben: » mehr
Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan meint, dass westliche Muslime "eine klare Alternative haben: sie können entweder das gekränkte Opfer spielen oder ihre Schwierigkeiten in Angriff nehmen. Nichts wird sich ändern, bis sie die volle Verantwortung für sich selbst übernehmen, bis sie auf konstruktive Weise andere wie sich selbst kritisieren können, bis sie auf die schleichende 'Evolution von Angst' mit Selbstsicherheit und einer 'Revolution des Vertrauens' reagieren... Statt sich weiter zu isolieren, sollten sich die Muslime in Großbritannien und anderen europäischen Ländern Gehör verschaffen, aus ihren religiösen und sozialen Ghettos herauskommen... Aber wir alle, Muslime wie Nicht-Muslime, haben die Pflicht, den falschen Diskurs zu benennen, der die Unterscheidung von 'uns' und 'ihnen' fortschreibt. Unsere Gesellschaften brauchen ein neues 'wir'."
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Die Welt - Deutschland | Montag, 6. Februar 2006
Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ruft zur Mäßigung auf: » mehr
Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ruft zur Mäßigung auf: "Nein, es geht nicht um den Kampf der Kulturen; nein, diese Affäre steht nicht für eine Konfrontation der Prinzipien der Aufklärung mit denen der Religion. Nein, durchaus nicht. Was im Herzen dieser Geschichte auf dem Spiel steht, ist, inwieweit die einen und die anderen frei und rational (gläubig oder atheistisch) sein können und - zugleich - vernünftig. Denn der Riss, der sich aufzutun scheint, verläuft nicht zwischen dem Westen und dem Islam, sondern zwischen denen, die - in beiden Universen - im Namen einer Religion und/oder einer vernünftigen Vernunft maßvoll erklären können, wer sie sind und für was sie stehen, und jenen, die von exklusiven Wahrheiten, blinden Leidenschaften, Vorurteilen und hastigen Schlussfolgerungen getrieben werden."
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Dagbladet Information - Dänemark | Donnerstag, 2. Februar 2006
Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan bezeichnet die derzeitige Radikalisierung des Konflikts im Interview mit Jörgen Steen Nielsen als wahnsinnig: » mehr
Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan bezeichnet die derzeitige Radikalisierung des Konflikts im Interview mit Jörgen Steen Nielsen als wahnsinnig: "Auf beiden Seiten gibt es Leute, die Interesse an einer Eskalation des Konflikts haben. Sie nähren die Gegenseite mit Überreaktionen und Provokationen und nehmen dabei eine Menge Menschen als Geiseln. Auf muslimischer Seite sind es diktatorische Regime, die den Konflikt dazu nutzen zu demonstrieren, dass sie die besten Beschützer der Muslime und des Islam sind. Auf der anderen Seite, in Europa, ist es eine Rechte, deren Anliegen es ist, ein Bild von Muslimen zu verbreiten, die die Meinungsfreiheit untergraben und die westliche Gesellschaft ändern wollen. Es bedarf kluger, besonnener Menschen auf beiden Seiten, die diese Kränkungen und Überreaktionen stoppen."
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