Europas Monarchien im Wandel
In Belgien und Spanien wird über die Rolle des Königs gestritten, in anderen Ländern mit konstitutionellen Monarchien steht diese Rolle nicht in Frage. Wie unterscheiden sich Europas Monarchien?
euro|topics-Dossier
Top-Thema vom Freitag, 21. April 2006
Die britische Queen feiert am 21. April ihren 80. Geburtstag. Die europäische Presse nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Rolle der Monarchie für die britische ... » mehr
Die britische Queen feiert am 21. April ihren 80. Geburtstag. Die europäische Presse nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Rolle der Monarchie für die britische Identität und für Europa insgesamt zu thematisieren.
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Großbritannien
Belgien
Le Soir - Belgien | Montag, 12. November 2007
Marc Uyttendaele, Jurist an der Freien Universität Brüssel, glaubt, dass der belgische König durch die Regierungskrise politischen Schaden genommen hat. Seit dem 10. Juni ... » mehr
Marc Uyttendaele, Jurist an der Freien Universität Brüssel, glaubt, dass der belgische König durch die Regierungskrise politischen Schaden genommen hat. Seit dem 10. Juni ist das Land ohne Regierung. "Die Rolle des Königs ist ohnehin rein formal und symbolisch. Wenn also der Monarch eine Existenzberechtigung hat, dann die in seiner Funktion als Schiedsrichter, die ihm als Staatsoberhaupt in Zeiten zukommt, in denen die politischen Institutionen so zerstritten sind, dass sie nicht mehr aus eigener Kraft das Gemeinwohl garantieren können... Aber statt sich über die streitenden Parteien zu stellen, lässt er sich von den Gegnern der orange-blauen Koalition instrumentalisieren... So mancher könnte versucht sein zu sagen, dass man sich eines Königs auch entledigen könnte, der nicht in der Lage ist, sich über die Debatte zu erheben und den streitenden Parteien eine andere Perspektive aufzuwingen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Belgien
Alle verfügbaren Texte von » Marc Uyttendaele
Diario Sur - Spanien | Dienstag, 6. November 2007
"Der Zwist zwischen Flamen und Wallonen hat den belgischen Staat in eine schwere politische Krise gestürzt. Belgien hat gestern einen neuen Rekord aufgestellt: » mehr
"Der Zwist zwischen Flamen und Wallonen hat den belgischen Staat in eine schwere politische Krise gestürzt. Belgien hat gestern einen neuen Rekord aufgestellt: 148 Tage wurde bisher erfolglos über die Regierungsbildung verhandelt", schreibt die Zeitung. "Das Autonomiestreben des flämischen Nordens und die Verschiedenheiten zwischen den beiden Landesteilen haben schon immer eine große Instabilität bewirkt. Doch drei Faktoren konnten als Gegengewicht bislang die Einheit des Landes garantieren: die Monarchie, Brüssel als Herz und Sitz der EU und die Regierungsbeteiligung von Flamen und Wallonen, die sehr komplexe Absprachen treffen konnten. Nun, da dieses letzte Element fehlt, um den nationalen Zusammenhalt zu garantieren, erkennt man das Ausmaß der Krise und begreift, warum sie so schwer zu lösen ist."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Belgien
Diário de Notícias - Portugal | Dienstag, 6. November 2007
Das Beispiel Belgien zeigt: Nationalregierungen sind in der EU überflüssig, meint Ferreira Fernandes ironisch. "Belgien ist die Verwaltungshauptstadt Europas. Von Brüssel aus werden die Richtlinien ... » mehr
Das Beispiel Belgien zeigt: Nationalregierungen sind in der EU überflüssig, meint Ferreira Fernandes ironisch. "Belgien ist die Verwaltungshauptstadt Europas. Von Brüssel aus werden die Richtlinien an alle Regierungen der 27 EU-Staaten geschickt. Doch im Moment gibt es in Brüssel selbst keine Regierung, die diese Richtlinien empfangen könnte. Am Mittwoch ist Belgien seit 150 Tagen regierungsunfähig... Die institutionellen Aussetzer des Landes sind nichts Neues, aber sie haben noch nie so lange gedauert. Man könnte das als rein lokales Problem betrachten (wenn wir ihre Traditionen achten, dann sollten wir vielleicht besser sagen: ein flämisches Problem und ein wallonisches Problem), wenn da nicht diese zentrale Rolle wäre, die Belgien spielt. Wenn selbst das Land, aus dem die Richtlinien stammen, keine Regierung braucht, wozu brauchen die anderen dann eine?"
» zum ganzen Artikel (externer Link, portugiesisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Innenpolitik, » Belgien
Alle verfügbaren Texte von » Ferreira Fernandes
El País - Spanien | Dienstag, 4. September 2007
"Das föderale System kann den separatistischen Anwandlungen vor allem der Flamen kaum Einhalt gebieten", schreibt die spanische Zeitung. "In dem Land, das nur deshalb noch ... » mehr
"Das föderale System kann den separatistischen Anwandlungen vor allem der Flamen kaum Einhalt gebieten", schreibt die spanische Zeitung. "In dem Land, das nur deshalb noch eine Einheit ist, weil es katholisch und eine Monarchie ist und weil Brüssel die europäischen Institutionen beherbergt, sind die Flamen die Reicheren. Aber immer weniger Flamen sprechen Französisch, immer weniger Wallonen sprechen Flämisch... Die Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung sind ein Echo auf die Schwierigkeit, in Belgien überhaupt ein Gefühl von Einheit aufrecht zu erhalten. Im flämischen Teil ist der Drang nach Unabhängigkeit vor allem bei den Rechtsextremen sehr stark. Die Flamen wollen eine Reform des föderalen Systems vor allem mit dem Ziel, eine autonome Regierung zu bekommen, und denken an eine Konföderation. Die Wallonen leisten Widerstand. Sie sind die wirtschaftlichen Verlierer - nur nicht in der Brüsseler Region, die selbst eine föderale Einheit ist."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Belgien
Het Laatste Nieuws - Belgien | Donnerstag, 19. Oktober 2006
"Politik ist wie Sport. Wenn man gewinnt, darf man zum König. Und so wird nach den Sportlerinnen Kim Gevaert und Tia Hellebaut nun Patrick Janssens, ... » mehr
"Politik ist wie Sport. Wenn man gewinnt, darf man zum König. Und so wird nach den Sportlerinnen Kim Gevaert und Tia Hellebaut nun Patrick Janssens, Antwerpens sozialistischer Bürgermeister, im königlichen Palais zu einem Gespräch unter vier Augen mit Seiner Majestät Albert II. erwartet", meldet Luc Van der Kelen. "Der König und Janssens haben eines gemeinsam, den Kampf gegen den Vlaams Belang. Für den König stellt diese Partei eine doppelte Bedrohung dar. Zum einen für die Einheit des Landes und die Funktionsweise unseres demokratischen Systems. Zum anderen für die konstitutionelle Monarchie... Mit der Einladung an Patrick Janssens hat der König dem Vlaams Belang, der über die Schwachpunkte der Monarchie hergefallen war, ein Signal gegeben... Zwölf Mal ist Parteichef Filip Dewinter als Gewinner aus den Antwerpener Wahlen hervorgegangen. Am 8. Oktober hat sich Antwerpen gewehrt. 'Das Imperium hat zurückgeschlagen', und das ist schon ein Gläschen im Palast wert!"
» zur Homepage (externer Link, Het Laatste Nieuws)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Belgien
Bulgarien
Sega - Bulgarien | Dienstag, 4. Dezember 2007
In Bulgarien haben 13 Abgeordnete der an der Regierung beteiligten liberalen NDSW ihre Fraktion verlassen. Anlass war, dass Parteichef und Ex-König Simeon Sakskoburggotski vergangene Woche fünf Fraktionsmitglieder wegen Differenzen über den Kurs der Partei ausgeschlossen hatte. Emil Spachijski kommentiert: » mehr
In Bulgarien haben 13 Abgeordnete der an der Regierung beteiligten liberalen NDSW ihre Fraktion verlassen. Anlass war, dass Parteichef und Ex-König Simeon Sakskoburggotski vergangene Woche fünf Fraktionsmitglieder wegen Differenzen über den Kurs der Partei ausgeschlossen hatte. Emil Spachijski kommentiert: "Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber Freiheit ist der politische Grundwert des Liberalismus. Freiheit braucht vor allem eine Konkurrenz der Ideen. Die Ereignisse von vergangener Woche räumen mit dem Mythos auf, die NDSW sei eine liberale Partei. Es hat sich gezeigt, dass nur der König Freiheit genießt, und zwar die Freiheit zu tun, was er will. Sakskoburggotski hat sich als Liberaler getarnt, er denkt und handelt aber wie ein König. Ich bin froh, dass Bulgarien keine Monarchie ist. Simeon Sakskoburggotski hat vier Jahre regiert. Nun gehört er zur Geschichte."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Emil Spachijski
Großbritannien
Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 11. Januar 2007
Zum heutigen Kinostart von Stephen Frears' Film "The Queen" in Deutschland erklärt BBC-Moderator und Elizabeth-Biograf Jeremy Paxman, warum er seiner Königin ergeben ist, auch wenn er die Monarchie eigentlich für altmodisch, unlogisch und undemokratisch hält: » mehr
Zum heutigen Kinostart von Stephen Frears' Film "The Queen" in Deutschland erklärt BBC-Moderator und Elizabeth-Biograf Jeremy Paxman, warum er seiner Königin ergeben ist, auch wenn er die Monarchie eigentlich für altmodisch, unlogisch und undemokratisch hält: "Im Grunde besteht ihre Stärke darin, dass einiges für ein Arrangement spricht, in welchem das höchste Amt außer Reichweite derer liegt, die danach streben. Alle Völker suchen nach einem Ausdruck für ihr Nationalgefühl, sei es durch Flaggen, Hymnen oder simple politische Phrasen über die Bestimmung der Nation. Eine Präsidialdemokratie wie in den USA oder - in anderer Form - in Frankreich bietet dieses Amt einer Person an, die damit ihren politischen Ehrgeiz befriedigen will. In einer Monarchie liegt das Vorrecht, in einer vergoldeten Kutsche zu fahren, außerhalb des Zugriffs von Politikern. Gut so."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Film, » Großbritannien
Alle verfügbaren Texte von » Jeremy Paxman
El País - Spanien | Dienstag, 5. September 2006
Der britische Filmregisseur Stephen Frears hat in Venedig seinen Film "Die Queen" gezeigt, in dem es um die Beziehungen zwischen Elisabeth II. und Premierminister Tony ... » mehr
Der britische Filmregisseur Stephen Frears hat in Venedig seinen Film "Die Queen" gezeigt, in dem es um die Beziehungen zwischen Elisabeth II. und Premierminister Tony Blair geht. Im Interview mit Daniela Creamer erklärt Frears, Blair habe immer gehofft, "die Dinge verändern zu können. Aber es ist nicht so gekommen, wie er gedacht hat. Er hat sich in den letzten fünf Jahren wie ein Hampelmann benommen. Er hat sein Amt mit dem Wunsch nach Reformen angetreten, mit der Idee, England zu modernisieren. Aber am Ende ist er ein Konservativer geworden, überzeugt und fasziniert von der Queen... Die Monarchie ist eine absurde und antiquierte Institution. Königin Elisabeth II. ist es in gewisser Weise gelungen, sie zum Funktionieren zu bringen. Deshalb respektieren und schätzen die Briten sie sehr. Doch ich glaube, die Dinge werden sich dramatisch verändern, wenn sie stirbt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Film, » Großbritannien
Alle verfügbaren Texte von » Stephen Frears
Luxemburg
Woxx - Luxemburg | Freitag, 27. Oktober 2006
David Wagner kommentiert den Vorschlag des luxemburgischen Abgeordneten Michel Wolter, der sich für eine neue luxemburgische Fahne einsetzt. "Alles weist auf härtere Zeiten hin. Was gibt es da Besseres, als die Debatte von den Themen Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik abzulenken? Denn Patriotismus ist ein bisschen wie die Monarchie oder die Religion: » mehr
David Wagner kommentiert den Vorschlag des luxemburgischen Abgeordneten Michel Wolter, der sich für eine neue luxemburgische Fahne einsetzt. "Alles weist auf härtere Zeiten hin. Was gibt es da Besseres, als die Debatte von den Themen Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik abzulenken? Denn Patriotismus ist ein bisschen wie die Monarchie oder die Religion: Er ist zu nichts nutze, außer dass er zur Entstehung eines künstlichen gemeinsamen Gefühls führt - und so verhindert, dass man Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeiten, die sehr real sind, wahrnimmt. Dennoch ist das Manöver von Wolter und Konsorten beunruhigend. Die Verantwortlichen der Initiative Roter Löwe mögen nützliche Idioten in einer Operation sein, die die patriotischen oder nationalistischen Gefühle der Bevölkerung befriedigen oder gar schüren soll. Nach einem Fußballfrühling, der von Debatten über ausländische Fahnen und das Gesetz zur doppelten Staatsbürgerschaft getrübt war, war es an der Zeit, diejenigen zu beruhigen, die meinen, dass nationale Identität nichts mehr wert ist."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Luxemburg
Alle verfügbaren Texte von » David Wagner
Polen
Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 21. Dezember 2006
In Polen verehren die Katholiken die Jungfrau Maria als "Königin Polens", weil sie der Legende nach vor 350 Jahren in Tschenstochau dem Land im Kampf gegen die schwedischen Besatzer geholfen hat. Nun haben 46 Abgeordnete der Regierungsparteien PiS und LPR sowie der oppositionellen Bauernpartei PSL gemeinsam im Parlament beantragt, Jesus Christus zum "König Polens" zu erklären. Jan Turnau kommentiert ironisch: » mehr
In Polen verehren die Katholiken die Jungfrau Maria als "Königin Polens", weil sie der Legende nach vor 350 Jahren in Tschenstochau dem Land im Kampf gegen die schwedischen Besatzer geholfen hat. Nun haben 46 Abgeordnete der Regierungsparteien PiS und LPR sowie der oppositionellen Bauernpartei PSL gemeinsam im Parlament beantragt, Jesus Christus zum "König Polens" zu erklären. Jan Turnau kommentiert ironisch: "Möge also der Sejm Christus zum König Polens küren. Es wäre aber angebracht, das vorher mit ihm abzusprechen. Wir wissen nicht, was er sagt, ob er nicht ruft: 'Macht doch keinen Blödsinn, zieht mich nicht in Euer Sodom und Gomorrha hinein! Schaut mal ins Evangelium, in dem ich deutlich gesagt habe: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Also ich bin kein Kaiser, und wenn schon ein König, dann sagte ich deutlich, dass mein Königreich nicht von dieser Welt ist...' Vielleicht antwortet Jesus auch anders, ich weiß es ja nicht, aber fragen muss man ihn schon!"
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Religion, » Weltanschauung, » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Jan Turnau
Rumänien
România Liberă - Rumänien | Mittwoch, 19. Dezember 2007
In Rumänien wird über eine Wiedereinführung der Monarchie diskutiert. Ioan Vianu erinnert an den 30. Dezember 1947, den Tag, an dem der rumänische König Mihai ... » mehr
In Rumänien wird über eine Wiedereinführung der Monarchie diskutiert. Ioan Vianu erinnert an den 30. Dezember 1947, den Tag, an dem der rumänische König Mihai I. vom kommunistischen Regime Rumäniens zur Abdankung gezwungen wurde. "Ich war ein Jugendlicher und erinnere mich an eine tiefe Trauer, die das ganze Land erfasst hatte, als wäre ein uns allen naher Verwandter gestorben. Die Kommunisten kontrollierten zwar bereits alle Bereiche der Macht, aber die erzwungene Abdankung des Souveräns gab uns das Gefühl, verlassen zu sein. Derzeit zirkuliert ein Aufruf zur Wiederherstellung der Monarchie, den berühmte Persönlichkeiten unterzeichnet haben. Ihre Motive sind sicher ehrenwert, aber nur ein parlamentarisches System kann die richtige Entwicklung eines Landes garantieren. Dafür jedoch brauchen wir eine 'sauberes' Parlament und genau das fehlt uns. Wenn wir nicht ein solches wählen, mit oder ohne König, werden wir untergehen, und die Abgeordneten mit uns."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Rumänien
Alle verfügbaren Texte von » Ion Vianu
Spanien
Diario Sur - Spanien | Dienstag, 13. November 2007
Der spanische König hat den venezolanische Präsident Hugo Chavez beim iberoamerikanischen Gipfel in Chile abgekanzelt. Chavez hat daraufhin durchblicken lassen, der spanische König wäre vorab über den Staatsstreich gegen ihn informiert gewesen. Die Tageszeitung kommentiert: » mehr
Der spanische König hat den venezolanische Präsident Hugo Chavez beim iberoamerikanischen Gipfel in Chile abgekanzelt. Chavez hat daraufhin durchblicken lassen, der spanische König wäre vorab über den Staatsstreich gegen ihn informiert gewesen. Die Tageszeitung kommentiert: "Es ist indiskutabel, dass der Präsident von Venezuela wagt, auf eine Verwicklung von König Juan Carlos in den Staatsstreich von 2002 anzuspielen... Keine Regierung darf ihre Politik von solchen Provokationen leiten oder ihre Reaktionen davon abhängig machen. Aber man kann auch nicht aus vermeintlich diplomatischen Gründen die Beleidigungen ignorieren, die letztlich allen Spaniern galten. Schon möglich, dass die Einbestellung des spanischen Botschafters aus Caracas nach Madrid nicht die beste Option in dieser Situation war. Aber wenn man dieser Provokation keine Beachtung schenkt oder dem Geäußerten keine Bedeutung beimisst, unterstützt man nur den Öl-Populisten und ermuntert ihn zu neuen Provokationen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Spanien, » Lateinamerika
El País - Spanien | Freitag, 2. November 2007
Der spanische König Juan Carlos wird am Montag, den 5. November, die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Marokko besuchen. Die marokkanische Regierung, die dieses Territorium für sich beansprucht, hat ihr "klares Missfallen" darüber ausgedrückt. Die spanische Zeitung misst der Reaktion Marokkos jedoch wenig Bedeutung bei: » mehr
Der spanische König Juan Carlos wird am Montag, den 5. November, die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Marokko besuchen. Die marokkanische Regierung, die dieses Territorium für sich beansprucht, hat ihr "klares Missfallen" darüber ausgedrückt. Die spanische Zeitung misst der Reaktion Marokkos jedoch wenig Bedeutung bei: "Die Reise des Königs ist an sich nichts Ungewöhnliches - außer dass Juan Carlos in den 32 Jahren seiner Regentschaft niemals die spanischen Enklaven besucht hat. Diese zeitliche Verzögerung macht diesen Besuch so außergewöhnlich, während sie doch eigentlich Routine sein sollte, so wie die Besuche des Königs in anderen spanischen Städten... Marokko und Spanien brauchen einander, und ihre Beziehungen sind so gut wie schon seit 50 Jahren nicht. Die Proteste der marokkanischen Regierung, selbst wenn sie heftiger sind als die beim Besuch von Premierminister Zapatero 2006, entkommen dieser Realität nicht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Spanien, » Nordafrika
El País - Spanien | Mittwoch, 31. Oktober 2007
Die spanische Historikerin Isabel Burdiel kritisiert die katholische Kirche in Spanien, die immer noch glaube, die Könige seien ihr unterstellt. "Nach der Vorstellung der Kirche ... » mehr
Die spanische Historikerin Isabel Burdiel kritisiert die katholische Kirche in Spanien, die immer noch glaube, die Könige seien ihr unterstellt. "Nach der Vorstellung der Kirche basiert die Macht der Monarchie auf göttlichem Recht und nicht etwa auf dem Willen des Volkes. Die Könige haben demnach die Pflicht, die Kirche gegenüber Säkularisierung durch Staat und Gesellschaft in Schutz zu nehmen. Doch die Vorstellung von einem König, der über den Parteistreitigkeiten steht - und auch über Streitigkeiten, die die 'religiöse Frage' provoziert - , ist nicht mit dem Selbstverständnis der Kirche zu vereinbaren... Eine demokratische Monarchie funktioniert nach einer Logik, die der der Kirche entgegen steht... Die Anwesenheit von Juan Carlos trägt sehr zur Beruhigung der Gemüter bei. Für die Demokraten besteht seine Legitimität genau darin, dass er sich aus den berechtigten Kämpfen der Parteien konsequent heraushält, auch in 'religiösen Fragen'. Der König sollte nur dann eingreifen,... wenn die Demokratie in Gefahr ist."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Religion, » Spanien
Alle verfügbaren Texte von » Isabel Burdiel
ABC - Spanien | Donnerstag, 27. September 2007
Die konservative Tageszeitung verteidigt die spanische Monarchie, deren Fortbestand in jüngster Zeit immer mehr in Frage gestellt wird. "Das Republikanertum stellt eine legitime ideologische Option ... » mehr
Die konservative Tageszeitung verteidigt die spanische Monarchie, deren Fortbestand in jüngster Zeit immer mehr in Frage gestellt wird. "Das Republikanertum stellt eine legitime ideologische Option dar, und seit jeher haben demokratische Parteien die Einführung der Republik gefordert. Aber noch nie gab es so heftige und anhaltende antimonarchistische Bekundungen wie in den letzten Wochen in Katalonien... Die spanische Krone ist einer Dauerprüfung ausgesetzt, die ebenso unverantwortlich wie ungerechtfertigt ist. In einem Staat wie Spanien, der schwerwiegende Probleme mit dem Separatismus und einer unklaren Aufteilung seines Territoriums hat, sind solche Angriffe inakzeptabel - vor allem gegen eine Institution, die, mehr als jede andere, die historische Einheit der Nation verkörpert."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Spanien
El Periódico de Catalunya - Spanien | Dienstag, 7. August 2007
Die spanische Justiz hat die Satirezeitschrift "El Jueves" verklagt, weil sie in einer dort veröffentlichten Karikatur eine Beleidigung der Königsfamilie sah, die laut Verfassung strafbar ist. Der Schriftsteller und Journalist José Manuel Fajardo überlegt: » mehr
Die spanische Justiz hat die Satirezeitschrift "El Jueves" verklagt, weil sie in einer dort veröffentlichten Karikatur eine Beleidigung der Königsfamilie sah, die laut Verfassung strafbar ist. Der Schriftsteller und Journalist José Manuel Fajardo überlegt: "Eine Gesellschaft, die nicht über ihre Eliten lachen kann, die nicht in der Lage ist, sich mit Humor in seiner einfachsten Form auseinander zu setzen, mit allem was grobschlächtig und ungehörig daherkommt, ist eine unterdrückte Gesellschaft... Man muss wissen, ob man das Recht hat, über die Monarchie zu lachen. Denn es gibt Journalisten und Zeichner, die möglicherweise im Gefängnis landen, wenn sie über die spanische Krone scherzen... Das Problem besteht darin, dass die Verteidigung der Ehre der Monarchie im Strafgesetzbuch festgeschrieben ist, statt sie dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu unterstellen, in dem keine Gefängnisstrafen vorgesehen sind, sondern nur Entschädigungen. Die Ehre unserer Monarchen wird nicht so verteidigt wie die anderer Bürger, nämlich mit der Androhung von Entschädigungszahlungen, sondern durch strafrechtliche Verfolgung."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Printmedien, » Spanien
Alle verfügbaren Texte von » José Manuel Fajardo
El País - Spanien | Freitag, 12. Oktober 2007
Autonomiebestrebungen, Terrorismus und neuerdings auch Kundgebungen gegen die spanische Krone haben im Land die Debatte um nationale Fragen neu entfacht. Der konservative Politiker Mariano Rajoy forderte mit einem Video auf Youtube die Bevölkerung dazu auf, am heutigen Nationalfeiertag 'voller Stolz' die spanische Fahne herauszuholen. Für den Schriftsteller Juan José Millas hat er damit die Debatte weiter angeheizt: » mehr
Autonomiebestrebungen, Terrorismus und neuerdings auch Kundgebungen gegen die spanische Krone haben im Land die Debatte um nationale Fragen neu entfacht. Der konservative Politiker Mariano Rajoy forderte mit einem Video auf Youtube die Bevölkerung dazu auf, am heutigen Nationalfeiertag 'voller Stolz' die spanische Fahne herauszuholen. Für den Schriftsteller Juan José Millas hat er damit die Debatte weiter angeheizt: "Das Schlimmste an diesem Videoclip, mit dem sich Rajoy in einen Youtube-Star verwandelt, ist nicht, dass er versucht, die Weihnachtsansprache des Königs zu imitieren, sondern dass er damit an Carlos Arias Navarro erinnert, dem Protagonisten einer anderen in die Geschichte eingegangenen Fernsehrede [am 20. November 1975 hatte der damalige Regierungschef Navarro unter Tränen den Tod Francos verkündet]... Dass so etwas passiert, ist keine Überraschung, schließen widersetzen sich die Politiker der Volkspartei mit mit aller Macht jedem Versuch, die Opfer des Franco-Regimes zu ehren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Spanien
Alle verfügbaren Texte von » Juan José Millas
El Correo - Spanien | Mittwoch, 26. September 2007
Separatisten in Spanien haben kürzlich mehrfach symbolisch die spanische Krone angegriffen. Der im Baskenland geborene Schriftsteller Juan Bas findet, es sei an der Zeit, die spanischen Institutionen in Frage zu stellen. "Warum ich für eine dritte Republik in Spanien bin und gegen einen König als Staatschef? Aus einem schwerwiegenden, demokratischen Grund, der in Einklang mit der Moderne des 21. Jahrhunderts steht: » mehr
Separatisten in Spanien haben kürzlich mehrfach symbolisch die spanische Krone angegriffen. Der im Baskenland geborene Schriftsteller Juan Bas findet, es sei an der Zeit, die spanischen Institutionen in Frage zu stellen. "Warum ich für eine dritte Republik in Spanien bin und gegen einen König als Staatschef? Aus einem schwerwiegenden, demokratischen Grund, der in Einklang mit der Moderne des 21. Jahrhunderts steht: weil der Staatschef einer Republik der Präsident ist. Er wird gewählt und erbt nicht durch seine Geburt die Macht. Das steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass wir alle gleich geboren werden... Die Monarchie gehört einer altmodischen Welt an, einer mittelalterlichen Ästhetik, einer Welt, die es - mit einigen Ausnahmen - nicht mehr gibt ."
» zur Homepage (externer Link, El Correo)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Spanien
Alle verfügbaren Texte von » Juan Bas
La Vanguardia - Spanien | Montag, 24. September 2007
Mehrere hundert katalanische Nationalisten haben am Samstag in Gerona Porträts des spanischen Königs Juan Carlos verbrannt, um ihre Unterstützung für einen jungen Katalanen zu demonstrieren, der ebenfalls ein Bild des Königs aus Protest verbrannt hatte und nun der Herabsetzung des Königshauses beschuldigt wird. Die Zeitung kommentiert: » mehr
Mehrere hundert katalanische Nationalisten haben am Samstag in Gerona Porträts des spanischen Königs Juan Carlos verbrannt, um ihre Unterstützung für einen jungen Katalanen zu demonstrieren, der ebenfalls ein Bild des Königs aus Protest verbrannt hatte und nun der Herabsetzung des Königshauses beschuldigt wird. Die Zeitung kommentiert: "Demonstrationen fanatischer Separatisten nehmen zu und vergiften die Beziehungen zwischen Katalonien und dem Rest Spaniens... In diesem dumpfen Unabhängigkeitsstreben wird gewöhnlich vom spanischen Staat mit großer Geste die volle Anerkennung des Pluralismus gefordert - gleichzeitig ist man aber unfähig, die besondere Vielfältigkeit der katalanischen Gesellschaft anzuerkennen, geschweige denn zu respektieren... Es ist offensichtlich, dass dieser lautstarke und anmaßende Separatismus zu Vorurteilen gegenüber dem Anliegen der Katalanen führt und dass selbst die Katalanen ihm misstrauen."
» zur Homepage (externer Link, La Vanguardia)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Spanien
Schweden
Dagens Nyheter - Schweden | Mittwoch, 11. Juli 2007
Laut einer Umfrage zum bevorstehenden 30. Geburtstag von Kronprinzessin Victoria würden es 64 Prozent der Schweden begrüßen, wenn König Carl Gustaf nach Erreichen des Rentenalters das Zepter an Victoria übergeben würde. Mats Wiklund meint: » mehr
Laut einer Umfrage zum bevorstehenden 30. Geburtstag von Kronprinzessin Victoria würden es 64 Prozent der Schweden begrüßen, wenn König Carl Gustaf nach Erreichen des Rentenalters das Zepter an Victoria übergeben würde. Mats Wiklund meint: "Das ist natürlich keine Misstrauenserklärung an die derzeit amtierende Majestät, sondern ein Reflex des schwedischen Gleichheits-Denkens. Carl Gustaf soll es so machen wie alle anderen und sich mit 65 zurückziehen. Dass der König im Gegensatz zu allen anderen sein Amt geerbt hat, ficht dieses nicht an: Was Recht ist, soll Recht bleiben. Ob er sich auch Pensions-Punkte anrechnen können soll, diese Frage blieb bislang allerdings offen."
» zur Homepage (externer Link, Dagens Nyheter)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Alltagskultur, » Schweden
© Bundeszentrale für politische Bildung
Weitere Artikel zu den Themen » Innenpolitik, » Europa
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Europa