Schüler, Lehrer, Lerninhalte
Was sollen Schüler lernen? Wie gut sind Einwanderer-Kinder integriert? Was trägt die Schule zur Gesellschaft bei und wie prägt die Gesellschaft die Schule? Ansichten aus den Schulen Europas.
euro|topics-Dossier zum Thema Schule
Top-Thema vom Freitag, 30. November 2007
Zwei neue Studien haben die europäische Debatte über Bildungsstandards in den Schulen neu entfacht: » mehr
Zwei neue Studien haben die europäische Debatte über Bildungsstandards in den Schulen neu entfacht: die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (Iglu bzw. Pirls) und die neue Pisa-Studie der OECD. Wie gut fördern die nationalen Bildungssysteme ihre Schüler?
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Europa
Schule in den Mitgliedsländern
Belgien
De Standaard - Belgien | Donnerstag, 13. Juli 2006
"Sind Kopftuch tragende Lehrerinnen eine Gefahr für die Kinder, die sie unterrichten?", fragt Peter Vandermeersch. "Die Befürworter des Kopftuchverbots betrachten dieses Kleidungsstück als Symbol der ... » mehr
"Sind Kopftuch tragende Lehrerinnen eine Gefahr für die Kinder, die sie unterrichten?", fragt Peter Vandermeersch. "Die Befürworter des Kopftuchverbots betrachten dieses Kleidungsstück als Symbol der Unterdrückung der Frau und fürchten, dass die Neutralität des Unterrichts darunter leiden könnte. Für sie ist es ein offenkundiges Symbol, vor dem man sich angesichts der Radikalisierung des Islams, die auch in unsere Schulen Einzug halten könnte, schützen muss. Aber eine gesunde multikulturelle Gesellschaft kann und sollte das Kopftuch nicht verbieten. Es gefährdet die Erziehung unserer Kinder nicht. Ideen können schädlich sein. Aus diesem Grunde sollten wir gut aufpassen, dass die Ghettoschulen nicht in die Händen von islamistischen Lehrern geraten. Die Werte unserer demokratischen Gesellschaft, vor allem die Gleichheit von Mann und Frau, müssen bewahrt werden. Dann ist es ziemlich egal, ob Frauen ein Kopftuch tragen oder nicht."
» zur Homepage (externer Link, De Standaard)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Religion, » Integration, » Weltanschauung, » Belgien
Alle verfügbaren Texte von » Peter Vandermeersch
Bulgarien
Monitor - Bulgarien | Dienstag, 20. November 2007
Die bulgarischen Lehrer haben sich zu einem zweiten Streik in diesem Schuljahr entschlossen. Diesmal soll es nicht um höhere Gehälter, sondern um die Bildungsausgaben insgesamt gehen: » mehr
Die bulgarischen Lehrer haben sich zu einem zweiten Streik in diesem Schuljahr entschlossen. Diesmal soll es nicht um höhere Gehälter, sondern um die Bildungsausgaben insgesamt gehen: 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hält die Lehrergewerkschaft für unzureichend. Dolores Witanowa kritisiert, die Lehrer hätten bei ihrem ersten Streik, der 40 Tage dauerte, zu viele Fehler gemacht: "Zunächst haben sie für mehr Geld gekämpft. Aber als man sich bei Verhandlungen einigte, haben sie begriffen, dass ihre Rechnung nicht aufging. Viele Lehrer fühlten sich verraten und manche haben den Streik aufgegeben... Die Probleme in der Bildung sind nicht neu. Aber jede Regierung gibt der nächsten die Reform wie eine heiße Kartoffel weiter. Wenn die Reform jetzt noch einmal verschoben wird, werden wir bald sogar Rumänien hinterherhinken."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Dolores Vitanova
Sega - Bulgarien | Mittwoch, 17. Oktober 2007
Ljuben Obretenow versucht zu erklären, warum sich der bulgarische Lehrerstreik entgegen aller Erwartung nun schon seit drei Wochen hinzieht. "Ähnlichkeiten mit den Ereignissen von vor ... » mehr
Ljuben Obretenow versucht zu erklären, warum sich der bulgarische Lehrerstreik entgegen aller Erwartung nun schon seit drei Wochen hinzieht. "Ähnlichkeiten mit den Ereignissen von vor zehn Jahren sind auffallend. 1997 wurde die Regierung gestürzt... Die streikenden Lehrer von heute sind die Studenten von damals, die bei den Protestveranstaltungen hüpften und sangen. Die älteren Lehrer hingegen weinen vor Aufregung, weil es ihr erster Bürgerprotest ist. Die Jüngeren fühlen sich wie ein Fisch im Wasser. Wir haben mit einer neuen Lehrergeneration zu tun, die stark genug ist, um wie Hefe im Teig des Protestes zu wirken."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Ljuben Obretenow
Sega - Bulgarien | Montag, 15. Oktober 2007
Seit drei Wochen streiken die bulgarischen Lehrer. Für Ivaylo Ditschev geht es dabei um grundsätzliche Fragen: » mehr
Seit drei Wochen streiken die bulgarischen Lehrer. Für Ivaylo Ditschev geht es dabei um grundsätzliche Fragen: "Von der Lösung dieses Konflikts hängt ab, ob wir ein Land der Kellner und Kammermädchen werden, das von einer starken Armee beschützt wird, ein Steuerparadies für europäisches Kapital verdächtigen Ursprungs - oder ein europäisches Land mit einer gebildeten Bevölkerung und einem gut entwickeltem öffentlichen Sektor. Das Dilemma liegt in dem Konflikt zwischen kurfristigem Nutzen (Senkung der Steuern, Sozialdumping) und langfristigen Investitionen in die Zukunft (Bildung, Ordnung, Infrastruktur)... Der Vorwurf, der Protest habe sich politisiert, zwingt zur Gegenfrage, was Politik anderes ist als der Streit darüber, wofür öffentliches Geld ausgegeben werden soll: für Steuergeschenke an die Reichen und Militärtechnik oder für Bildung."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Ivaylo Ditchev
Dnevnik - Bulgarien | Freitag, 12. Oktober 2007
In Bulgarien fand gestern die größte Demonstration der letzten 10 Jahre statt – nach drei Wochen erfolgloser Verhandlungen mit der Regierung haben zehntausende Lehrer deren Rücktritt gefordert. Aus Angst, dass sich die stürmischen Ereignisse um den Kabinettsturz von 1997 wiederholen, hatten die regierenden Sozialisten für enorme Sicherheitsmaßnahmen gesorgt, berichtet Georgi Gospodinov: » mehr
In Bulgarien fand gestern die größte Demonstration der letzten 10 Jahre statt – nach drei Wochen erfolgloser Verhandlungen mit der Regierung haben zehntausende Lehrer deren Rücktritt gefordert. Aus Angst, dass sich die stürmischen Ereignisse um den Kabinettsturz von 1997 wiederholen, hatten die regierenden Sozialisten für enorme Sicherheitsmaßnahmen gesorgt, berichtet Georgi Gospodinov: "Lange habe ich die Innenstadt nicht mehr so erlebt: Metallgitter um das ganze Parlament, Horden von Polizisten und Gendarmen, Straßensperren. Als fände eine filmische Rekonstruktion der Ereignisse von vor 10 Jahren statt... Wer sind die 'gefährlichen Elemente', gegen die man sich da wappnet? Die Lehrer. Ihre Forderung nach Verdoppelung der 150-Euro-Löhne haben die Regierenden als gefährlich für die Inflation erklärt... In Zeiten, in denen man weltweit in Wissen investiert, legt der bulgarische Staat gegenüber Lehrern ein seltsam distanziertes Verhältnis an den Tag."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Georgi Gospodinow
Kultura - Bulgarien | Dienstag, 9. Oktober 2007
In Bulgarien streiken die Lehrer: » mehr
In Bulgarien streiken die Lehrer: für bessere Gehälter und bessere Schulen. Rumen Petrow kommt zu dem Schluss, dass die Schulen, so wie sie jetzt sind, einer Veränderung der Gesellschaft entgegenstehen: "Der Grund dafür ist die falsche Architektur der zwischenmenschlichen Beziehungen, die nur das totalitäre Paradigma bedient. Die Schule hat keine moderne Vision. Sie nimmt keinen Einfluss auf die Gesellschaft. Es mangelt ihr außerdem an Möglichkeiten zur Selbstverwaltung sowie an Fachkräften und Lehrmethoden, die auf den Prinzipien Mitwirkung, Toleranz und Förderung beruhen sollten."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Rumen Petrov
Dnevnik - Bulgarien | Freitag, 5. Oktober 2007
Bei dem seit zehn Tagen andauernden Lehrerstreik in Bulgarien geht es nach Georgi Gospodinow um mehr als bessere Bezahlung und Bildungsreformen: » mehr
Bei dem seit zehn Tagen andauernden Lehrerstreik in Bulgarien geht es nach Georgi Gospodinow um mehr als bessere Bezahlung und Bildungsreformen: "Der Lehrer befindet sich auf der dunklen Seite der bulgarischen Gesellschaft. Sein Auftritt auf der Straße, die Radikalisierung des Streiks ist ein Versuch, aus diesem Schattendasein herauszutreten... Denn es gibt, was die Lichtverhältnisse angeht, ein anderes, paralleles Bulgarien. Das sind Leute, die nie in den Zeitungen vorkommen, es sei denn, es geschieht ein Brand, eine Überschwemmung, ein Verbrechen. In diesem anderen Bulgarien arbeiten Schneiderinnen, Putzfrauen, Museumsmitarbeiter für minimale Löhne, ohne Rechte und mit falschen Versicherungspapieren... Die Forderung der Lehrer nach besserer Bezahlung ist ein Zeichen für den Wunsch nach Respekt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Georgi Gospodinow
Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 26. September 2007
Seit Montag streiken die bulgarischen Lehrer. Sie wollen damit eine Verdoppelung des bisherigen Durchschnittsgehalts von 170 Euro im Monat erreichen. Die Regierung will aber zuerst eine Bildungsreform durchführen und dann die Gehälter erhöhen. Bojko Pentschew kommentiert: » mehr
Seit Montag streiken die bulgarischen Lehrer. Sie wollen damit eine Verdoppelung des bisherigen Durchschnittsgehalts von 170 Euro im Monat erreichen. Die Regierung will aber zuerst eine Bildungsreform durchführen und dann die Gehälter erhöhen. Bojko Pentschew kommentiert: "Jeden Tag wird in den Medien die klassische Frage debattiert: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Braucht es zuerst höhere Einkommen für die Lehrer oder eine Reform des Bildungssystems? Sollte man die Angelegenheiten nicht lieber getrennt regeln? Die entwürdigend niedrigen Gehälter der Lehrer führen dazu, dass sich immer weniger Menschen für diesen Beruf entscheiden. Das lässt sich auch nicht durch Anreize wie neue Computer ändern... Niemand streikt für eine Reform des Bildungssystems. Die Leute wollen mehr Geld und sie haben Recht. Immerhin leben sie in einem EU-Land mit europäischen Preisen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Bojko Pentschew
Dänemark
Politiken - Dänemark | Dienstag, 5. Juni 2007
Nach dänischen Untersuchungen haben Einwandererkinder besonders häufig eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Die sozialdemokratische Parteivorsitzende Helle Thorning-Schmidt hat deshalb vorgeschlagen, in Kindergartengruppen und Schulklassen den Anteil von Einwandererkindern auf 25 Prozent zu begrenzen. Die Zeitung nennt den Vorschlag "kopflos" und schreibt: » mehr
Nach dänischen Untersuchungen haben Einwandererkinder besonders häufig eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Die sozialdemokratische Parteivorsitzende Helle Thorning-Schmidt hat deshalb vorgeschlagen, in Kindergartengruppen und Schulklassen den Anteil von Einwandererkindern auf 25 Prozent zu begrenzen. Die Zeitung nennt den Vorschlag "kopflos" und schreibt: "Das Screening für Kindergärten und später für Schulen sollte mithilfe von Tests geschehen, die farbenblind sind. Die Ergebnisse sollten dann darüber entscheiden, wie sich die einzelnen Klassen zusammensetzen. Eine Grenze von 25 Prozent für Kinder mit Lernschwierigkeiten kann vernünftig sein. Und wenn sich herausstellt, dass es sich größtenteils um Einwandererkinder handelt - nun, dann muss man sich danach richten. Die Sozialdemokraten befinden sich aber auf dem Holzweg, wenn sie ethnische Trennung in der Klasse fordern."
» zum ganzen Artikel (externer Link, dänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Dänemark
Politiken - Dänemark | Donnerstag, 10. August 2006
Zu Beginn des neuen Schuljahres gibt es Zoff in Dänemark. Eine Kopenhagener Schule wollte für Kinder dänischer und ausländischer Herkunft getrennte Klassen einrichten - nach eigenen Angaben, um die Integration zu verbessern. Während der zuständige Minister Bertel Haarder den Vorschlag begrüßt, zeigt sich die Zeitung entsetzt: » mehr
Zu Beginn des neuen Schuljahres gibt es Zoff in Dänemark. Eine Kopenhagener Schule wollte für Kinder dänischer und ausländischer Herkunft getrennte Klassen einrichten - nach eigenen Angaben, um die Integration zu verbessern. Während der zuständige Minister Bertel Haarder den Vorschlag begrüßt, zeigt sich die Zeitung entsetzt: "Niemand zweifelt daran, dass die Aufgabe, Kinder aus Familien zu integrieren, in denen kein Dänisch gesprochen wird und in denen die Kinder mit einer anderen Kultur aufwachsen, für die Schulen enorm ist. Aber diese Aufgabe muss fachlich gelöst werden. Eine fachliche Lösung beinhaltet, dass die Schulen für alle Eltern attraktiv gestaltet werden. Das bedeutet kleinere Klassen, mehr Stunden mit zwei Lehrern, Lehrerfortbildung. All das kostet Geld und wahrscheinlich können das die Gemeinden mit hohem Ausländeranteil nicht allein schultern. Doch wenn man bedenkt, wie viel die vielen abgebrochenen Ausbildungen die Gesellschaft kosten, dann müssen die entsprechenden Mittel gefunden werden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, dänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Dänemark
Deutschland
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 5. April 2006
Mit Unbehagen beobachtet Heribert Prantl die neue Debatte über die Integration von Ausländerkindern an deutschen Schulen, nachdem eine Berliner Schule ihre Kapitulation vor der Gewalt erklärt hatte: » mehr
Mit Unbehagen beobachtet Heribert Prantl die neue Debatte über die Integration von Ausländerkindern an deutschen Schulen, nachdem eine Berliner Schule ihre Kapitulation vor der Gewalt erklärt hatte: "Es gibt zehn Regeln, an die man sich halten muss, um den Ausländern in Deutschland den Weg zur Integration erfolgreich zu verbauen. Der Politik ist es seit dem Aufruhr über die Zustände an der Rütli-Schule in Berlin gelungen, viele dieser Regeln zu beherzigen", schreibt Prantl und nennt Drohungen mit Repressionen bis hin zur Ausweisung für "integrationsunwillige" Immigranten als Beispiel. "Mit Haudrauf und Wegdamit wird nur eines erreicht: Die Minderheit flüchtet sich noch mehr in ihr Anderssein. Noch ist Integration ein Fremdwort - für die Alt- wie für Neubürger in Deutschland... Es geht um viel, es geht um die zweite deutsche Einheit: um die zwischen Alt- und Neubürgern, also zwischen Bürgern deutscher und ausländischer Herkunft."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Deutschland
Alle verfügbaren Texte von » Heribert Prantl
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 3. April 2006
Korrespondent Eric Gujer blickt auf die ganz Deutschland bewegende Debatte über die Integration von Ausländerkindern an Schulen. Auslöser dafür war ein verzweifelter Brief Berliner Lehrer, ... » mehr
Korrespondent Eric Gujer blickt auf die ganz Deutschland bewegende Debatte über die Integration von Ausländerkindern an Schulen. Auslöser dafür war ein verzweifelter Brief Berliner Lehrer, die angesichts von Gewalt um die Schließung ihrer Schule baten. "In der gegenwärtigen Debatte geht es nicht nur um mehr Geld, zusätzliche Lehrer und Sozialarbeiter... Es geht auch um eine Pädagogik, die zu wenig Wert auf Autorität und Disziplin legt und den Kindern keine Grenzen aufzeigt. Wo dies aber geschieht und engagierte Lehrer tätig sind, kann selbst an Schulen mit ungünstigen Rahmenbedingungen ein positives Lernklima entstehen. Eine Berliner Schule machte kürzlich von sich reden, indem sie ihre Schüler in der Hausordnung verpflichtete, auch in den Pausen Deutsch zu sprechen."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Deutschland
Alle verfügbaren Texte von » Eric Gujer
Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 26. Januar 2006
Eine Berliner Schule hat in der Debatte um Integration von Immigranten für Schlagzeilen gesorgt, weil sie es zur Pflicht gemacht hat, auf dem Schulhof Deutsch ... » mehr
Eine Berliner Schule hat in der Debatte um Integration von Immigranten für Schlagzeilen gesorgt, weil sie es zur Pflicht gemacht hat, auf dem Schulhof Deutsch zu sprechen. "Die eifernde Empörungsroutine der Kritiker steht in auffallendem Kontrast zum Pragmatismus der Betroffenen", schreibt Jörg Lau. Die vermeintlich diskriminierende Regel ist nämlich in Wahrheit von den Schülern und Eltern der Hoover-Schule mitentwickelt worden. Und die Schulkonferenz, in der alle am Schulleben beteiligten Gruppen vertreten sind, hat sie bereits vor mehr als einem Jahr debattiert und abgesegnet. Mit der Deutschpflicht hat man an der Schule gut gelebt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Deutschland
Alle verfügbaren Texte von » Jörg Lau
Finnland
Hufvudstadsbladet - Finnland | Mittwoch, 5. Dezember 2007
Finnland belegt bei der Pisa-Studie erneut einen Spitzenplatz. Johanna Westman überlegt, wie das Land diese Position künftig halten kann: » mehr
Finnland belegt bei der Pisa-Studie erneut einen Spitzenplatz. Johanna Westman überlegt, wie das Land diese Position künftig halten kann: "Einer der Schwachpunkte ist das große Gefälle zwischen Jungen und Mädchen. Hinzu kommt, dass sich ein Zehntel der finnischen Fünfzehnjährigen in der Schule unwohl fühlt, doppelt so viele wie in Schweden. Diese Minderheit kommt zwar irgendwie zurecht, ist aber nicht motiviert - ein gefährlicher Mangel in einer Gesellschaft, in der lebenslanges Lernen Karrierevoraussetzung ist... Außerdem könnte Finnland in der Rangfolge zurückfallen, wenn die Einwanderung zunimmt, mehr Kinder ausländischer Herkunft in den Grundschulen sitzen und sich die Verhältnisse denen in Schweden oder Dänemark annähern. Wenn die Grundschule darauf nicht vorbereitet ist, kann der Absturz heftig werden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Finnland, » Dänemark, » Schweden
Alle verfügbaren Texte von » Johanna Westman
Frankreich
Le Nouvel Observateur - Frankreich | Donnerstag, 27. September 2007
Frankreich wäre es nie gelungen, stellt Jean Daniel fest, auf so erstaunliche Weise Franzosen ausländischer Herkunft zu integrieren,"hätte es nicht die katholische Kirche gegeben, die sich um Immigranten gleichen Glaubens gekümmert hat. Auch nicht ohne die Armee, die Soldaten brauchte, um das Vaterland zu verteidigen. Und vor allem nicht ohne die laizistische, republikanische Schule, die für alle verpflichtend ist. Früher gab es in jeder Familie gute Erinnerungen an wenigstens einen Lehrer. In der Biographie von Schriftstellern oder Künstlern findet man oft dieselbe Feststellung: » mehr
Frankreich wäre es nie gelungen, stellt Jean Daniel fest, auf so erstaunliche Weise Franzosen ausländischer Herkunft zu integrieren,"hätte es nicht die katholische Kirche gegeben, die sich um Immigranten gleichen Glaubens gekümmert hat. Auch nicht ohne die Armee, die Soldaten brauchte, um das Vaterland zu verteidigen. Und vor allem nicht ohne die laizistische, republikanische Schule, die für alle verpflichtend ist. Früher gab es in jeder Familie gute Erinnerungen an wenigstens einen Lehrer. In der Biographie von Schriftstellern oder Künstlern findet man oft dieselbe Feststellung: 'Als ich 10 oder 12 Jahre alt war, hat ein Lehrer meine Begabung erkannt und mich gefördert'... Wofür stand der schwarze Bauernkittel, von dem Jules Ferry wollte, dass man ihn überall in Frankreich trug? Er war genau das Gegenteil des Schleiers. Er sollte die Gleichheit aller Kinder bewirken, er sollte die Unterschiede zwischen armen und reichen Kindern und zwischen Schülern verschiedener Ethnien oder Religionen verschwinden lassen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Integration, » Geschichte, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Jean Daniel
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 22. Oktober 2007
Ab heute gehört in französischen Schulen der Abschiedsbrief des jungen Widerstandskämpfers Guy Môquet zur Pflichtlektüre. Der Historiker Max Gallo erklärt im Interview mit Michaela Wiegel, dass das an den Schulen vermittelte Geschichtsbild nicht von oben verordnet werden darf. "Für mich darf es keine Sanktionen geben, wenn ein Lehrer sich entscheidet, den Brief Guy Môquets nicht zu lesen. Das muss seiner Meinungsfreiheit überlassen sein. Genauso ist jeder Lehrer frei, den Brief zu kommentieren, wie er ihn historisch einordnet. Es soll Debatten geben, keine einheitliche Einordnung." Er erklärt, warum der Brief auch heute noch für Frankreich wichtig ist: » mehr
Ab heute gehört in französischen Schulen der Abschiedsbrief des jungen Widerstandskämpfers Guy Môquet zur Pflichtlektüre. Der Historiker Max Gallo erklärt im Interview mit Michaela Wiegel, dass das an den Schulen vermittelte Geschichtsbild nicht von oben verordnet werden darf. "Für mich darf es keine Sanktionen geben, wenn ein Lehrer sich entscheidet, den Brief Guy Môquets nicht zu lesen. Das muss seiner Meinungsfreiheit überlassen sein. Genauso ist jeder Lehrer frei, den Brief zu kommentieren, wie er ihn historisch einordnet. Es soll Debatten geben, keine einheitliche Einordnung." Er erklärt, warum der Brief auch heute noch für Frankreich wichtig ist: "Der Zweite Weltkrieg bleibt das Raster, auf das alle politischen Debatten zurückführen, wie jetzt wieder in der Debatte über die Gentests für Einwanderer. Es ist eine Vergangenheit, die nicht vergeht."
» zur Homepage (externer Link, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Michaela Wiegel, » Max Gallo
Le Soir - Belgien | Donnerstag, 12. Januar 2006
Der Genetiker und Philosoph Albert Jacquard unterstreicht im Interview mit William Bourton, wie wichtig Philosophie im Lehrprogramm der Schulen ist. "Ich hatte für Frankreich einen etwas exzessiven Schulplan vorgeschlagen. Demnach sollte in jeder Klasse ein Philosophie-Lehrer auf der Hinterbank sitzen und mitten im Unterricht die Hand heben und sagen: » mehr
Der Genetiker und Philosoph Albert Jacquard unterstreicht im Interview mit William Bourton, wie wichtig Philosophie im Lehrprogramm der Schulen ist. "Ich hatte für Frankreich einen etwas exzessiven Schulplan vorgeschlagen. Demnach sollte in jeder Klasse ein Philosophie-Lehrer auf der Hinterbank sitzen und mitten im Unterricht die Hand heben und sagen: 'Entschuldigen Sie, aber was bedeutet das?' Fragen zu stellen, das ist die Rolle der Philosophen. Das gilt für den Geschichtsunterricht, für Geografie, für Biologie. Man sollte sich zum Beispiel nicht erlauben, die Zeugung mit Keimzellen, Eizellen und Spermien zu lehren, ohne sich die Frage zu stellen: 'Was hat dieses Abenteuer hervorgebracht?'... Die Beschreibung der Wirklichkeit wird nur interessant, wenn es eine Fortsetzung, eine Infragestellung gibt."
» weiterführende Informationen (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Philosophie, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Albert Jacquard
Griechenland
Ta Nea - Griechenland | Mittwoch, 24. Oktober 2007
Die griechischen Schüler wollen nicht am traditionellen Aufmarsch zum griechischen Nationalfeiertag am 28. Oktober teilnehmen, berichtet die Tageszeitung. "Sie sehen keinen Sinn darin und haben auch genug damit zu tun, weiterhin die Schulen zu besetzen. Mehr als 130 Schulen – in Patras, Kreta, Thessaloniki und Athen – sind seit vergangener Woche besetzt worden; es dürften in den kommenden Tagen noch mehr werden. Die Forderungen der Schüler sind klar: » mehr
Die griechischen Schüler wollen nicht am traditionellen Aufmarsch zum griechischen Nationalfeiertag am 28. Oktober teilnehmen, berichtet die Tageszeitung. "Sie sehen keinen Sinn darin und haben auch genug damit zu tun, weiterhin die Schulen zu besetzen. Mehr als 130 Schulen – in Patras, Kreta, Thessaloniki und Athen – sind seit vergangener Woche besetzt worden; es dürften in den kommenden Tagen noch mehr werden. Die Forderungen der Schüler sind klar: Das Problem fehlender Schulbücher muss gelöst, der Unterricht an öffentlichen Schulen verbessert werden. Die Schüler haben sich außerdem die Forderungen der Studenten aus dem vergangenen Jahr zu eigen gemacht, die sich gegen eine Reform von Artikel 16 der Verfassung ausgesprochen hatten [Recht auf freie Bildung]. Alles deutet auf einen heißen Winter im Bildungssektor hin."
» zur Homepage (externer Link, Ta Nea)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Griechenland
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 26. Oktober 2006
Demonstrationen, Streiks und Schulbesetzungen - Griechenland-Korrespondentin Amalia van Gent macht darauf aufmerksam, dass das gesamte griechische Bildungssystem in einer tiefen Krise steckt: » mehr
Demonstrationen, Streiks und Schulbesetzungen - Griechenland-Korrespondentin Amalia van Gent macht darauf aufmerksam, dass das gesamte griechische Bildungssystem in einer tiefen Krise steckt: "Dem Protest der Lehrkräfte haben sich auch Professoren der Universitäten angeschlossen, die sich gegen die Hochschulreform der Regierung auflehnen. Völlig außer Kontrolle scheint mittlerweile die Protestbewegung der Schüler zu geraten, die sich in Besetzungen der Schulen äußert." Bildung sei nur gegen viel Geld zu bekommen: "Die chronische Krise im öffentlichen Bildungssektor hat nämlich ein 'Schattenausbildungssystem' geschaffen, das die Krise tendenziell nur noch vertieft. Wegen ihrer niedrigen Löhne sind die Lehrer bemüht, ihr Einkommen durch Privatunterricht aufzubessern. Der Unterricht in den öffentlichen Schulen wird daher stiefmütterlich behandelt. Um die Schwächen der öffentlichen Schulen aufzufangen, lassen die Eltern ihre Kinder nach dem regulären Schulbesuch in Privatstunden in fremden Sprachen, in Musik oder in Mathematik, in Geschichte und Physik ausbilden."
» zur Homepage (externer Link, Neue Zürcher Zeitung)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Soziale Bewegungen, » Griechenland
Alle verfügbaren Texte von » Amalia van Gent
To Vima Online - Griechenland | Donnerstag, 7. September 2006
Das Bildungs- und Religionsministerium hat angeordnet, die Beichte an öffentlichen Schulen Griechenlands abzuschaffen, berichtet die Zeitung. "Die griechische Kirche hat wütend auf diese Anweisung reagiert ... » mehr
Das Bildungs- und Religionsministerium hat angeordnet, die Beichte an öffentlichen Schulen Griechenlands abzuschaffen, berichtet die Zeitung. "Die griechische Kirche hat wütend auf diese Anweisung reagiert und weigert sich, die Anordnung zu befolgen. Sie verlangt von der Regierung ihre Rücknahme. Die Kirche, nicht vom Staat getrennt, setzt auf ihre Überzeugungskraft, doch das Ministerium will nicht nachgeben. Hat Ministerin Marietta Giannakou nicht Recht, wenn sie an den Schulen für Ordnung sorgen will? Denn, wenn man der Logik der Kirche folgt, dann müsste die jüngste Einwanderungswelle zur Folge haben, dass man den Schülern auch einen Imam zur Verfügung stellt, einen katholischen Priester, einen Pastor oder einen Lama! Die Religion ist eine heilige und private Angelegenheit, die in der Schule nichts mehr verloren hat."
» zur Homepage (externer Link, To Vima Online)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Weltanschauung, » Griechenland
Kathimerini - Griechenland | Mittwoch, 30. August 2006
"Das griechische Bildungssystem steckt in der Krise und erinnert an den nackten Kaiser: » mehr
"Das griechische Bildungssystem steckt in der Krise und erinnert an den nackten Kaiser: Jeder hat die Krise kommen sehen, aber niemand hat mit dem Finger darauf gezeigt", bedauert Nikos Xydakis. "Spätestens seit 1990, wenn nicht gar eher, hat das Bildungssystem jegliche Vision und Richtung verloren. Das einzige beständige Programm bestand darin, exotische Studiengänge aufzubauen, die keine Berufsperspektive bieten. Leider wurde unsere widersprüchliche und fehlerhafte Bildungspolitik auf ein lebloses Mischmasch von politischen Eigeninteressen und öffentlichen Erwartungen reduziert. Zudem ist die Leistungsbasis schwach und richtungslos. Das Scheitern der Bildungspolitik ist ein politisches Versagen, das Land in die Zukunft zu führen und außerdem das Eingeständnis, dass man nicht verstanden hat, welche Bedeutung das Kapital Wissen heute hat."
» zum ganzen Artikel (externer Link, griechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Griechenland
Alle verfügbaren Texte von » Nikos Xydakis
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 12. April 2007
Ein vom griechischen Erziehungsministerium herausgegebenes neues Geschichtsbuch sorgt für Aufregung, berichtet Amalia van Gent. Vor allem die orthodoxe Kirche wirft den Initiatoren des von der Historikerin Maria Repousi herausgegebenen Schulbuchs für die sechste Klasse vor, das griechisch-türkische Verhältnis aus Gründen der politischen Korrektheit schönzufärben und die Rolle der orthodoxen Kirche zu unterschlagen: » mehr
Ein vom griechischen Erziehungsministerium herausgegebenes neues Geschichtsbuch sorgt für Aufregung, berichtet Amalia van Gent. Vor allem die orthodoxe Kirche wirft den Initiatoren des von der Historikerin Maria Repousi herausgegebenen Schulbuchs für die sechste Klasse vor, das griechisch-türkische Verhältnis aus Gründen der politischen Korrektheit schönzufärben und die Rolle der orthodoxen Kirche zu unterschlagen: "Maria Repousi und ihre Gruppe haben beispielsweise beschlossen, im neuen Buch die Legende der 'geheimen Schule' zu ignorieren. Laut dieser aus dem 19. Jahrhundert stammenden Legende haben die griechische Sprache und Kultur nur dank der orthodoxen Geistlichen überlebt, die sich einem Verbot des Osmanischen Reichs widersetzt und in Kirchen und Klöstern heimlich die Kinder unterrichtet hätten. Das Bild des berühmten Malers Nicolaos Gyzis, in dem ein weißbärtiger Pope bei Kerzenlicht einem Mädchen und einem Knaben aus einem Buch vorliest, hat Generationen von Griechen beeinflusst. Es hat mit der historischen Wirklichkeit aber wenig zu tun. Griechische Schulen waren nämlich im Osmanischen Reich nicht verboten."
» zur Homepage (externer Link, Neue Zürcher Zeitung)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Geschichte, » Weltanschauung, » Griechenland, » Türkei
Alle verfügbaren Texte von » Amalia van Gent
Großbritannien
The Times - Großbritannien | Dienstag, 10. Juli 2007
Libby Purves lobt, dass nun 'wirtschaftliches Wohlergehen und finanzielle Leistungsfähigkeit' in die britischen Mathematik-Lehrpläne aufgenommen werden soll. "Zehn Jahre lang hat New Labour eine beispiellose Lawine individueller Verschuldung in Gang gesetzt: » mehr
Libby Purves lobt, dass nun 'wirtschaftliches Wohlergehen und finanzielle Leistungsfähigkeit' in die britischen Mathematik-Lehrpläne aufgenommen werden soll. "Zehn Jahre lang hat New Labour eine beispiellose Lawine individueller Verschuldung in Gang gesetzt: Die Wirtschaft wurde durch wildgewordene Konsumenten angestachelt, 18-Jährige lernten, wie cool es sei, fünfstellige Schulden zu machen. Insolvenzverfahren wurden vereinfacht, Lotterien und Casinos beworben, sich bei den Superreichen eingeschleimt und deren Freunden ihre finanziellen Sünden vergeben. Nun beginnt der unaufhaltsame Aufstieg der Göttin Prudentia, der Vorsicht, aus dem Schuldenberg, um die Unbesonnenen zu peinigen. Jugendliche lernen nun, was Verzinsung, Hypotheken, Renten, Steuern, Geldmanagement sind. Sie begreifen die harten finanziellen Fakten des Lebens wieder. Und das ist gut so... Wir haben ein Blendwerk finanzieller Illusionen hergestellt und Generationen werden dafür bezahlen müssen, dass wir einen kurzen Moment glaubten, es gebe so etwas wie frei verfügbares Geld."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Verbraucher, » Großbritannien
Alle verfügbaren Texte von » Libby Purves
Italien
La Repubblica - Italien | Donnerstag, 6. September 2007
Der Historiker Aldo Schiavone denkt über das italienische Schulsystem nach. "Das Problem des italienischen Bildungswesens liegt in dem Konflikt, dass die Schule eine soziale Rolle hat und gleichzeitig hochbegabte Kinder früh erkannt werden sollen. Lange wurde Schule als Instrument gesehen, um Wissen einheitlich zu streuen und so Solidarität und Gleichheit der sozialen Klassen zu sichern... Doch seit Beginn der 1970er Jahre hat diese Methode der Gleichbehandlung zur Senkung des Niveaus geführt. Weil die Lehrer gewerkschaftlich orientiert waren und misstrauisch gegenüber einer Auswertung des Unterrichts wurde das Modell verdreht... Wirtschaftliches und soziales Wachstum kann es heute nur geben, wenn man Begabungen wieder zu schätzen lernt. Nicht die Demokratie muss Einzug in die Schule halten, sondern umgekehrt: » mehr
Der Historiker Aldo Schiavone denkt über das italienische Schulsystem nach. "Das Problem des italienischen Bildungswesens liegt in dem Konflikt, dass die Schule eine soziale Rolle hat und gleichzeitig hochbegabte Kinder früh erkannt werden sollen. Lange wurde Schule als Instrument gesehen, um Wissen einheitlich zu streuen und so Solidarität und Gleichheit der sozialen Klassen zu sichern... Doch seit Beginn der 1970er Jahre hat diese Methode der Gleichbehandlung zur Senkung des Niveaus geführt. Weil die Lehrer gewerkschaftlich orientiert waren und misstrauisch gegenüber einer Auswertung des Unterrichts wurde das Modell verdreht... Wirtschaftliches und soziales Wachstum kann es heute nur geben, wenn man Begabungen wieder zu schätzen lernt. Nicht die Demokratie muss Einzug in die Schule halten, sondern umgekehrt: Die Schule muss das demokratische Leben gewährleisten. Dazu braucht man Wissen, Vielfalt und kritischen Geist."
» zur Homepage (externer Link, La Repubblica)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Italien
Alle verfügbaren Texte von » Aldo Schiavone
La Repubblica - Italien | Dienstag, 3. Juli 2007
Pietro Citati erinnert sich daran, dass Lehrer in seiner Kindheit nicht sehr reich waren. Ihr Unterricht war aber hervorragend, weil das Schulsystem eine solide humanistische Bildung bot und die Schüler begeisterte. Nun sei es anders, bedauert Citati: » mehr
Pietro Citati erinnert sich daran, dass Lehrer in seiner Kindheit nicht sehr reich waren. Ihr Unterricht war aber hervorragend, weil das Schulsystem eine solide humanistische Bildung bot und die Schüler begeisterte. Nun sei es anders, bedauert Citati: "Vor 50 Jahren wurden die Lehrer in ihrer Rolle respektiert und sie konnten anständig leben. Die Schulreform, die Vetternwirtschaft und die heutigen schlechten Löhne haben eine Unterschicht, eine Art Sub-Proletariat hervorgebracht, das kaum genug Geld hat, um sich zu ernähren und zu kleiden und sicherlich gar keines, um Bücher zu kaufen. Die Zukunft der westlichen Zivilisation hängt von den Qualifikationen ab, die in der Schule erworben werden. Deshalb sollten Lehrer wieder eine Elite werden."
» zur Homepage (externer Link, La Repubblica)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Kulturpolitik, » Italien
Alle verfügbaren Texte von » Pietro Citati
Malta
Times of Malta - Malta | Mittwoch, 5. Dezember 2007
Der maltesische Historiker Henry Frendo schlägt vor, maltesische Landes- und Kulturgeschichte in den Unterricht an den Schulen einzubeziehen: » mehr
Der maltesische Historiker Henry Frendo schlägt vor, maltesische Landes- und Kulturgeschichte in den Unterricht an den Schulen einzubeziehen: "Die Geschichte Maltas ist in der Schule noch immer kein Pflichtfach, manchmal nicht einmal eine Wahlmöglichkeit. Es geht bei der Geschichte Maltas nicht so sehr um Daten, so wie sich 'Maltesisch' auch nicht einfach bloß mit der Sprache befassen sollte. Die Tatsache, Malteser zu sein, so weit man das in Zeit und Raum überhaupt fassen kann, geht weit über Sprache hinaus, auch wenn Sprache und Kultur ein Hauptbestandteil davon sind... Ich finde, es ist Zeit für einen ganzheitlichen Unterricht in 'Maltesisch', nicht immer bloß hier und da ein paar Häppchen davon. Lassen wir die Belanglosigkeiten und die Streitereien ruhen und fragen lieber sinnvoll, wer oder was wir sind, wer oder was wir waren, wer oder was wir sein werden. Legen wir den Finger auf den Puls, spüren das Schlagen des Herzens und der Seele, so lange sie noch leben."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Malta
Alle verfügbaren Texte von » Henry Frendo
Österreich
Der Standard - Österreich | Mittwoch, 5. Dezember 2007
Während Österreich sich bei der Pisa-Studie unverändert im Mittelfeld befindet, ist Polen bei der Lesekompetenz der 15-Jährigen von einem hinteren Platz in die Spitzengruppe aufgerückt. Österreich solle von Polen lernen, findet Alexandra Föderl-Schmid: » mehr
Während Österreich sich bei der Pisa-Studie unverändert im Mittelfeld befindet, ist Polen bei der Lesekompetenz der 15-Jährigen von einem hinteren Platz in die Spitzengruppe aufgerückt. Österreich solle von Polen lernen, findet Alexandra Föderl-Schmid: "In Polen gab es eine Bildungsreform im Jahr 2000. Teil der Reformen ist es gewesen, das Alter, in dem Jugendliche auf unterschiedliche Schultypen aufgeteilt werden, um ein Jahr von 15 auf 16 Jahre hinaufzusetzen... Das sollte all jenen zu denken geben, die sich strikt gegen die Neue Mittelschule [Einheitsschule] aussprechen. Die Pisa-Studie liefert noch ein weiteres Argument: Einmal mehr zeigt dieser internationale Vergleich auf, dass es einen starken Einfluss des Elternhauses auf die Leistung gibt. Akademikerkinder schneiden in der Regel besser ab. Die OECD weist im Zusammenhang mit Österreich darauf hin, dass das Elternhaus beim Schulerfolg eine größere Rolle spielt, je früher die Kinder auf verschiedene Schultypen aufgeteilt werden - auch das spricht dafür, die Neue Mittelschule zumindest auszuprobieren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Polen, » Österreich, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Alexandra Föderl-Schmid
Polen
Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Donnerstag, 30. August 2007
Polen führt mit Beginn des Schuljahres am 3. September Schuluniformen ein. Die Fernsehjournalistin Dorota Gawryluk verspricht sich davon die Rückkehr der Disziplin in die Schulen. ... » mehr
Polen führt mit Beginn des Schuljahres am 3. September Schuluniformen ein. Die Fernsehjournalistin Dorota Gawryluk verspricht sich davon die Rückkehr der Disziplin in die Schulen. Die Uniformpflicht könnten nur Publizisten kritisieren, "die nie ein Problem damit hatten, dass ihr Kind weinte, weil ein Klassenkamerad eine bessere Hose oder bessere Schuhe hatte. Uniformen lösen nicht nur praktische Fragen. Sie können auch der Bildung dienen. Sie sind nämlich der erste Schritt zur Wiedereinführung der Normalität an den Schulen. Eine liberale Einstellung zur Erziehung, der es an festen Regeln und Prinzipien mangelt, die auch in den Schulen Einzug gehalten hat, hat sich nicht bewährt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Dorota Gawryluk
Gazeta Wyborcza - Polen | Mittwoch, 25. Juli 2007
Die polnische Regierungskoalition streitet seit Monaten über Pflichtlektüren an Schulen. Erziehungsminister Roman Giertych, Vorsitzender der ultrarechten LPR, strich unter anderem zwei Bücher von Witold Gombrowicz aus dem Literaturkanon. Gestern hob das Kabinett diesen Literaturkanon wieder auf. Der Minister kündigte umgehend eine Klage vor dem Verfassungsgericht an. Miroslaw Czech kommentiert: » mehr
Die polnische Regierungskoalition streitet seit Monaten über Pflichtlektüren an Schulen. Erziehungsminister Roman Giertych, Vorsitzender der ultrarechten LPR, strich unter anderem zwei Bücher von Witold Gombrowicz aus dem Literaturkanon. Gestern hob das Kabinett diesen Literaturkanon wieder auf. Der Minister kündigte umgehend eine Klage vor dem Verfassungsgericht an. Miroslaw Czech kommentiert: "Er will den Wählern und der Kirche zeigen, dass er bis zu den letzten Sekunden im Ministersessel gegen die 'Päderasten' kämpft... Selbst Witold Gombrowicz wäre nicht darauf verfallen: Das Schicksal seiner Bücher hängt nicht von den Lesern ab, sondern vom Verfassungstribunal... Wir ärgern uns nicht mehr, sondern lächeln und fragen, wie lange noch dieser Regierungszirkus im Namen einer moralischen Revolution dauern wird."
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Kulturpolitik, » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Mirosław Czech
Portugal
Diário de Notícias - Portugal | Freitag, 30. Dezember 2005
"Die Blogosphäre ist für Lehrer ein geniales Hilfsmittel. Mit dieser Einstellung hat eine Gruppe begeisterter Lehrer den BLOPE-Preis ins Leben gerufen, der portugiesische und spanische ... » mehr
"Die Blogosphäre ist für Lehrer ein geniales Hilfsmittel. Mit dieser Einstellung hat eine Gruppe begeisterter Lehrer den BLOPE-Preis ins Leben gerufen, der portugiesische und spanische Lern-Blogs auszeichnet", berichtet die Zeitung. Der Lehrer Vítor Relvas, einer der Initiatoren des Projekts, meint, dass "die Blogosphäre in der Schule immer mehr genutzt wird". Die Schüler ziehen es vor, für ein reelles Publikum zu schreiben als lediglich "für den Rotstift des Lehrers". Und die Zeitung stellt fest, dass das Interesse am Schreiben um ein Vielfaches zunimmt, wenn die Arbeiten online veröffentlicht werden. "Die Blogs können dem Lernen ein Stück Lebendigkeit zurückgeben", hofft Relvas.
» weiterführende Informationen (externer Link, portugiesisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Medien, » Portugal
Rumänien
Gândul - Rumänien | Dienstag, 20. November 2007
Melania Mandas Vergu kommentiert die Kürzungen im rumänischen Bildungsetat: » mehr
Melania Mandas Vergu kommentiert die Kürzungen im rumänischen Bildungsetat: "Elf Monate lang sind wir fast taub geworden von den Lobeshymnen, die auf das Kabinett Tariceanu gesungen wurden, diese Wohltäter der rumänischen Schulen. Keine Rede, in der nicht erwähnt wurde, dass zum ersten Mal in der Geschichte nach 1989 ausreichend Geld für Bildung bereitgestellt wurde, ja sogar etwas mehr. Aber mit der gestrigen Regierungssitzung wurde jede Hoffnung auf konsequentes Handeln der Politiker zunichte gemacht: der Bildung wurden auf einen Schlag 130 Millionen Euro gestrichen... Von der Summe, die den Schulen gestern gestohlen wurde, waren 100 Millionen Euro für didaktisches Material vorgesehen. Das heißt konkret, jede Schule hätte eine neue Tafel anschaffen können, Spinde für Sportsachen, Kartenmaterial, Chemie- und Physikausstattung, Mikroskope, CDs oder andere Dinge, die gebraucht werden. Aber diese Kleinigkeiten - die in anderen europäischen Ländern die Qualität des Unterrichts ausmachen - werden bei uns als Dummheiten abgetan, als Luxus."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Rumänien
Alle verfügbaren Texte von » Melania Mandas Vergu
Gândul - Rumänien | Dienstag, 25. September 2007
Vergangene Woche wurde in Rumänien eine Lehrerin dabei erwischt, als sie sich während einer Prüfung von einem Schüler für eine gute Note bezahlen ließ. Melania Mandas Vergu kommentiert: » mehr
Vergangene Woche wurde in Rumänien eine Lehrerin dabei erwischt, als sie sich während einer Prüfung von einem Schüler für eine gute Note bezahlen ließ. Melania Mandas Vergu kommentiert: "Ich weiß nicht genau, was im Kopf und im Herzen eines Schülers vorgeht, wenn er seinen Lehrer predigen hört, Ehre, Fairness und andere moralische Werte machten den Menschen aus, und dabei genau weiß, dass er seinen Einserschnitt ein paar Millionen Lei verdankt. Das weiß er, weil er gehört hat, wie Mama mit Papa darüber gesprochen hat. Das Kind versteht, dass die Erwachsenen lügen. Und ist verwirrt, weil es noch nicht gelernt hat, etwas zu sagen und das genaue Gegenteil davon zu tun. Aber das wird es noch – es geht ja auf die Schule!"
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Rumänien
Alle verfügbaren Texte von » Melania Mandas Vergu
Gândul - Rumänien | Freitag, 3. August 2007
Bei der Pisa-Studie hat Rumänien Platz 34 von 43 belegt. Bildungsminister Cristian Adomnitei will nun das Bildungssystem reformieren und eine Kindergarten-Pflicht für alle Kinder ab 3 Jahren einführen. Marius Nitu kommentiert: » mehr
Bei der Pisa-Studie hat Rumänien Platz 34 von 43 belegt. Bildungsminister Cristian Adomnitei will nun das Bildungssystem reformieren und eine Kindergarten-Pflicht für alle Kinder ab 3 Jahren einführen. Marius Nitu kommentiert: "In der Theorie ist die Kindergarten-Pflicht eine wunderbare Maßnahme, die die Unterschiede zwischen den Schulanfängern aufheben könnte. In Wirklichkeit bedenkt aber niemand, dass die erste Voraussetzung für den Erfolg eines Gesetzes seine Anwendbarkeit ist. So fehlen allein in der Hauptstadt Bukarest 15 000 Kindergartenplätze. Zudem gibt es in anderen europäischen Ländern Kindergartengruppen mit 20 Kindern und nicht wie bei uns mit 40 bis 50 Kindern... Bei der Mehrheit der Bukarester Kindergärten ist zudem oft nur ein einziger Raum zum Essen, Schlafen, Spielen vorhanden. In den ländlichen Gegenden ist das Gesetz noch schwerer umsetzbar, weil die Kleinen, selbst wenn es einen Kindergarten in ihrer Region gibt, selten dorthin gelangen. Es gibt keinerlei Busse für sie."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Rumänien
Alle verfügbaren Texte von » Marius Nitu
Schweden
Expressen - Schweden | Dienstag, 20. November 2007
Kinder und ihre Eltern sind für Schwedens Schulen begehrte Kunden auf einem offenen Markt: » mehr
Kinder und ihre Eltern sind für Schwedens Schulen begehrte Kunden auf einem offenen Markt: Die finanziellen Mittel, die jedem Kind vom Staat für die Ausbildung zugewiesen werden, gehen jeweils an die vom Schüler gewählte – öffentliche oder freie – Schule. Die Schulen denken sich daher spektakuläre Werbeaktionen aus. Die Zeitung fordert stattdessen sachliche Informationen über die Qualität der Ausbildung: "Ein Teil der Reklame auf diesem Markt ist derart zweifelhaft, dass im Vergleich dazu SMS-Angebote für Kredite seriös wirken. Auf der Schulmesse in Älvsjö pries sich kürzlich eine Schule unter dem Motto an: 'Hier musst du nur den halben Tag zur Schule gehen.' Man sollte die Schulen zwingen, bei ihrer Vermarktung auch Rechenschaft über ihre Qualität abzulegen. Wie sieht der Notendurchschnitt aus? Wie groß ist der Anteil der Schüler, die in den Kernfächern bestanden haben? Auf welchem Platz landet die Schule in einem gesamtnationalen Ranking? Sachlich informierte Verbraucher können so besser wählen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Schweden
Dagens Nyheter - Schweden | Freitag, 26. Januar 2007
Eine Schule im südschwedischen Landskrona hat kürzlich das Sprechen von fremden Sprachen auf dem Schulgelände untersagt. Die Leitung beschloss diese Regelung, nachdem eine Gang von Schülern mit Migrationshintergrund Mitschüler und Personal systematisch gemobbt und misshandelt hatte. Inzwischen ist das Sprachverbot auf den Unterricht begrenzt. Die Zeitung hinterfragt die Einführung solcher Regeln: » mehr
Eine Schule im südschwedischen Landskrona hat kürzlich das Sprechen von fremden Sprachen auf dem Schulgelände untersagt. Die Leitung beschloss diese Regelung, nachdem eine Gang von Schülern mit Migrationshintergrund Mitschüler und Personal systematisch gemobbt und misshandelt hatte. Inzwischen ist das Sprachverbot auf den Unterricht begrenzt. Die Zeitung hinterfragt die Einführung solcher Regeln: "Dass Schwedisch Schwedens offizielle Sprache ist, bedeutet nicht, dass Menschen mit anderen Muttersprachen diese nicht benutzen dürfen. Es bedeutet nur, dass sie Schwedischkenntnisse brauchen und ein Recht auf sie haben. Erfahrungsgemäß erlernt man eine andere Sprache besser, wenn man seine Muttersprache richtig beherrscht. Zweisprachigkeit bedeutet nicht Halbsprachigkeit... Eine Sprache eignet man sich durch zuhören und lesen, sprechen und schreiben an. Mit Mühe und Fleiß, Freude und Leichtigkeit. Je mehr wir die Sprache benutzen, desto leichter wird es. Eins ist sicher: Verbote machen niemanden zu einem besseren Sprachbenutzer. Möglicherweise bringen sie jemanden zum Schweigen, in welcher Sprache auch immer."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Migration, » Integration, » Schweden
Dagens Nyheter - Schweden | Dienstag, 1. August 2006
Die schwedische Partei Folkpartiet hat vorgeschlagen, einen verbindlichen Literaturkanon einzuführen und damit für eine landesweite Debatte gesorgt. Stefan Jonsson ist gegen den Vorschlag, da er ... » mehr
Die schwedische Partei Folkpartiet hat vorgeschlagen, einen verbindlichen Literaturkanon einzuführen und damit für eine landesweite Debatte gesorgt. Stefan Jonsson ist gegen den Vorschlag, da er meint, hier werde Literatur missbraucht, um ein falsches und beschränktes Bild von dem zu vermitteln, was schwedisch sei. "Es ist naiv zu glauben, man erhalte das Interesse an Literatur, indem man einen staatlichen Kanon verordnet. Eine solche Maßnahme wirkt erbärmlich, wenn man bedenkt, welche Wissenslücken und soziale Ungleichheiten in den Schulen herrschen. Im Vergleich zu wirksamen Maßnahmen – zum Beispiel einer Stärkung des Lehrerberufs, mehr Förderung für Schulen und Bibliotheken oder mehr Schulstunden für Schwedischunterricht – ist der Vorschlag eines schwedischen Literaturkanons rein symbolisch."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Literatur, » Schweden
Alle verfügbaren Texte von » Stefan Jonsson
Slowenien
Večer - Slowenien | Donnerstag, 5. Januar 2006
An einer Grundschule im slowenischen Novo Mesto werden Roma-Kinder jetzt in den Hauptfächern Mathematik, Slowenisch und Englisch getrennt von den slowenischen Mitschülern unterrichtet. Für Jasna ... » mehr
An einer Grundschule im slowenischen Novo Mesto werden Roma-Kinder jetzt in den Hauptfächern Mathematik, Slowenisch und Englisch getrennt von den slowenischen Mitschülern unterrichtet. Für Jasna Snezic ist das ein "Kompromiss im Konflikt zwischen der Grundschule und den slowenischen Eltern, die mit der Umschulung ihrer Kinder und dem Boykott des Unterrichts drohten." Nun könnten alle Kinder unter einem Dach lernen, ohne das Lernziel zu gefährden. "Schulminister Milan Zver versicherte mehrfach, diese Trennung sei nicht ethnisch, sondern basiere lediglich auf dem unterschiedlichen Wissensstand der Schüler."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowenisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Slowenien
Alle verfügbaren Texte von » Jasna Snezic
Delo - Slowenien | Donnerstag, 22. Februar 2007
Das slowenische Bildungsministerium will das Angebot an Wahlpflichtfächern in den letzten drei Grundschuljahren (Klasse 7 bis 9) drastisch kürzen. Bislang können Schüler theoretisch aus bis zu 60 Fächern drei Wahlpflichtstunden pro Woche auswählen, darunter Fächer wie Imkerei, Rhetorik und Journalismus. Nun sollen stattdessen eine zweite Fremdsprache, mehr Sport und Technik verbindlich werden. Der Pädagoge Zdenko Medves argumentiert dagegen: » mehr
Das slowenische Bildungsministerium will das Angebot an Wahlpflichtfächern in den letzten drei Grundschuljahren (Klasse 7 bis 9) drastisch kürzen. Bislang können Schüler theoretisch aus bis zu 60 Fächern drei Wahlpflichtstunden pro Woche auswählen, darunter Fächer wie Imkerei, Rhetorik und Journalismus. Nun sollen stattdessen eine zweite Fremdsprache, mehr Sport und Technik verbindlich werden. Der Pädagoge Zdenko Medves argumentiert dagegen: "Uns [der Expertenkommission] war bereits Ende der 1980er Jahre klar, dass der programmatische Aspekt und die Uniformität der Grundschule überwunden werden müssen. Und dies wurde eben mit einer Differenzierung des Unterrichts durch die Wahlpflichtfächer als verbindlichem Bestandteil des Lehrplans an Grundschulen erreicht. Wenn wir mit den europäischen und globalen Entwicklungen mithalten möchten, müssen wir es den Schülern ermöglichen, einerseits zwar großes Wissen anzuhäufen, andererseits sollten sie aber auch nicht ihre Neigungen und Interessen aus den Augen verlieren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowenisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Slowenien
Spanien
El País - Spanien | Mittwoch, 12. September 2007
Zum spanischen Schuljahrsbeginn am 12. September sind neue Schülerzahlen veröffentlicht worden: » mehr
Zum spanischen Schuljahrsbeginn am 12. September sind neue Schülerzahlen veröffentlicht worden: Der Anteil von Immigranten, der 1996 bei 0,7 Prozent lag, beträgt heute 9,4 Prozent. Kinder von Immigranten besuchen meist die staatlichen Schulen. Die Zeitung stellt fest, es gebe immer mehr staatliche Schulen, in denen mehr als 80 Prozent der Schüler Immigranten seien. "Das ähnelt Schulghettos und führt dazu, dass das Niveau des Unterrichts in vielen Einrichtungen sinkt. Es ist einfach etwas anderes, wenn man 20 Kinder unterrichtet und 15 von ihnen ausländischer Herkunft sind und viele verschiedene Sprachen sprechen, als eine Klasse zu unterrichten, in der nur drei Kinder ausländischer Herkunft sind. Ohne Zweifel sind die Kinder aus anderen Kulturen eine Bereicherung für die spanischen Schüler, die viel über das Zusammenleben lernen können. Doch sie stellen auch ein Problem für unser Bildungssystem dar."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Migration, » Integration, » Spanien
Tschechien
Lidové noviny - Tschechien | Mittwoch, 26. September 2007
"Junge Tschechen hören auf, sich für Deutsch zu interessieren," beobachtet Jana Machalkova. "Die Kinder an den Schulen wollen vor allem Englisch lernen. Als zweite Fremdsprache wählen sie vorzugsweise Spanisch oder Russisch, nicht Deutsch. Die sinkende Popularität der deutschen Sprache macht sich nun auch in den Hochschulen bemerkbar. Der Germanistik-Dekan der Universität Brno (Brünn), Jaroslav Kovar, meint: » mehr
"Junge Tschechen hören auf, sich für Deutsch zu interessieren," beobachtet Jana Machalkova. "Die Kinder an den Schulen wollen vor allem Englisch lernen. Als zweite Fremdsprache wählen sie vorzugsweise Spanisch oder Russisch, nicht Deutsch. Die sinkende Popularität der deutschen Sprache macht sich nun auch in den Hochschulen bemerkbar. Der Germanistik-Dekan der Universität Brno (Brünn), Jaroslav Kovar, meint: 'In ein paar Jahren werden wir nicht einmal mehr Aufnahmeprüfungen brauchen. Wir können dann froh sein, wenn sich überhaupt noch jemand meldet, der Deutsch studieren möchte.' Sollte der Trend weiter anhalten, könnte die Germanistik an den Hochschulen völlig verschwinden, so wie es in Italien und den Niederlanden bereits geschehen ist."
» zum ganzen Artikel (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Wissenschaft / Forschung, » Tschechien
Alle verfügbaren Texte von » Jana Machalkova
Ungarn
Népszabadság - Ungarn | Dienstag, 7. Februar 2006
Vor wenigen Tagen hatte Oppositionschef Viktor Orban in einer Rede Verständnis für jene Eltern geäußert, die ihre Kinder nicht in die gleiche Schule wie die Roma schicken wollen. Der Roma-Bürgerrechtler Laszlo Kallai protestiert in einem Offenen Brief an Orban: » mehr
Vor wenigen Tagen hatte Oppositionschef Viktor Orban in einer Rede Verständnis für jene Eltern geäußert, die ihre Kinder nicht in die gleiche Schule wie die Roma schicken wollen. Der Roma-Bürgerrechtler Laszlo Kallai protestiert in einem Offenen Brief an Orban: "Wenn Kinder von ärmeren oder von Roma-Familien in Sonderklassen gehen müssen, erhalten sie eine schlechtere Bildung. Gesonderte Schulen haben nämlich ein niedrigeres Niveau zur Folge, egal ob die Kinder aufgrund ihrer Hautfarbe oder der sozialen Situation der Eltern von der Mehrheit getrennt wurden. Kinder in solchen Schulen haben meistens keine Chance, wettbewerbsfähige Kenntnisse zu erwerben, sie werden künftig auf Arbeitslosen- und Sozialhilfe angewiesen sein."
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Ungarn
Alle verfügbaren Texte von » Laszlo Kallai
Zypern
Cyprus Mail - Zypern | Dienstag, 17. Juli 2007
Zyperns Bildungsminister Akis Klenthous hat neue Schuluniformen vorgestellt, die modern und vielseitig sein sollen. "Das war also die große Herausforderung des Bildungsministeriums: » mehr
Zyperns Bildungsminister Akis Klenthous hat neue Schuluniformen vorgestellt, die modern und vielseitig sein sollen. "Das war also die große Herausforderung des Bildungsministeriums: Jeans mit Schulfarben zu kombinieren. Man wollte, dass die Schüler cool und gleichzeitig schlau aussehen. Zwei Jahre lang hat das gedauert - eine Zeit, in der das Ministerium eigentlich die Aufgabe hatte, ein gescheitertes Schulsystem voller Probleme zu reformieren. Nach zwei Jahren Reformdiskussion ist lediglich eine neue Schuluniform herausgekommen. Das zeigt, wie oberflächlich das Thema Bildung in unserer Gesellschaft behandelt wird: Hauptsache, die Uniform sitzt. Dann ist es egal, ob es Analphabetismus gibt und mehr als die Hälfte der Schulabgänger die Griechischprüfung nicht besteht, weil, laut Kleanthous, die Schulen das kritische Denken der Kinder nicht fördern."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Zypern
© Bundeszentrale für politische Bildung
Weitere Artikel zu den Themen » Europa
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Europa