Sprachenvielfalt und Übersetzungswahnsinn
Ist der Übersetzungsaufwand in den EU-Institutionen gerechtfertigt? Welchen Schatz birgt die europäische Sprachenvielfalt, wie kann man sie bewahren?
Vielsprachigkeit in Europa
El País - Spanien | Dienstag, 4. März 2008
Die europäische Kommission hatte eine Gruppe von Intellektuellen beauftragt, über das Bewahren der Sprachenvielfalt in Europa nachzudenken. Ihr vor kurzem veröffentlichter Bericht empfiehlt, an Schulen neben der Muttersprache und Englisch eine weitere europäische Sprache zu unterrichten. Die Tageszeitung meint: » mehr
Die europäische Kommission hatte eine Gruppe von Intellektuellen beauftragt, über das Bewahren der Sprachenvielfalt in Europa nachzudenken. Ihr vor kurzem veröffentlichter Bericht empfiehlt, an Schulen neben der Muttersprache und Englisch eine weitere europäische Sprache zu unterrichten. Die Tageszeitung meint: "Europa ist unvermeidlich mehrsprachig. Man kann zwar Arbeitssprachen vorschreiben, allem voran das Englische, aber die offiziellen Sprachen jedes Landes müssen in juristischen Texten und Debatten weiterhin Gültigkeit haben. Eine Demokratie erfordert es, dass sich jeder in seiner Sprache ausdrücken kann... Die sprachliche Vielfalt in der EU ist kein Hindernis, sondern ein großer Schatz. Es bedarf der großen Anstrengung der öffentlichen Einrichtungen, der Studenten und Lehrenden, ihn zu bewahren."
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La Repubblica - Italien | Donnerstag, 31. Januar 2008
Eine Gruppe europäischer Intellektueller hat im Auftrag der EU Vorschläge gemacht, wie die Sprachenvielfalt Europas erhalten werden kann. Der französisch-libanesische Schriftsteller Amin Maalouf, der die Gruppe geleitet hat, erklärt: » mehr
Eine Gruppe europäischer Intellektueller hat im Auftrag der EU Vorschläge gemacht, wie die Sprachenvielfalt Europas erhalten werden kann. Der französisch-libanesische Schriftsteller Amin Maalouf, der die Gruppe geleitet hat, erklärt: "Die sprachliche Verschiedenheit ist eine gewinnbringende Herausforderung für Europa. Die EU muss, um mit dieser Verschiedenheit gut umzugehen, alle Fragen beantworten, die damit zukünftig zusammenhängen. Wie können so unterschiedliche Gruppen von Menschen harmonisch zusammenleben? Wie kann man ihnen ein gemeinsames Gefühl und ein gemeinsames Ziel vermitteln?... Respekt für sprachliche Vielfalt ist die Basis der europäische Idee, die aus den Trümmern der Konflikte entstanden ist, die das 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt haben. Die europäische Idee basiert auf dem Universalismus gemeinsamer moralischer Werte und auf der Verschiedenheit des kulturellen Ausdrucks. Die sprachliche Verschiedenheit ist dabei ein wunderbares Instrument der Integration und der Harmonisierung."
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Vasabladet - Finnland | Freitag, 23. Februar 2007
Der klassische europäische Nationalstaat ist auf dem Rückzug, stellt der finnische Journalist Peter Ehrström fest. Außer in Island gebe es in allen europäischen Staaten nationale Minderheiten - Katalanen, Südtiroler, Waliser, Sorben oder Finnlandschweden – , die alle von der Entwicklung zur Stärkung der Regionen profitierten. "In einem grenzenlosen Europa liegt der Gedanke nahe, in den Vertretern sprachlicher Minderheiten besonders erfolgreiche Europäer zu sehen. Zwangsläufig sind die meisten von ihnen mindestens zweisprachig, meistens jedoch mehrsprachig. Und wenn es etwas gibt, was das Europa der Zukunft braucht, dann sind das Menschen mit breit gefächerten Sprachkenntnissen. 'Broken English' mag die führende Sprache der Welt sein, aber das reicht nicht aus. Drei Sprachen, vier, vielleicht sogar fünf: » mehr
Der klassische europäische Nationalstaat ist auf dem Rückzug, stellt der finnische Journalist Peter Ehrström fest. Außer in Island gebe es in allen europäischen Staaten nationale Minderheiten - Katalanen, Südtiroler, Waliser, Sorben oder Finnlandschweden – , die alle von der Entwicklung zur Stärkung der Regionen profitierten. "In einem grenzenlosen Europa liegt der Gedanke nahe, in den Vertretern sprachlicher Minderheiten besonders erfolgreiche Europäer zu sehen. Zwangsläufig sind die meisten von ihnen mindestens zweisprachig, meistens jedoch mehrsprachig. Und wenn es etwas gibt, was das Europa der Zukunft braucht, dann sind das Menschen mit breit gefächerten Sprachkenntnissen. 'Broken English' mag die führende Sprache der Welt sein, aber das reicht nicht aus. Drei Sprachen, vier, vielleicht sogar fünf: Für die Vertreter sprachlicher Minderheiten ist das eine Notwendigkeit und eine Selbstverständlichkeit, anders als für die Angehörigen der Mehrheit. Sprachkenntnisse sind keine Belastung im Sprachmosaik Europas – vielmehr sind sie harte Währung."
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La Vanguardia - Spanien | Donnerstag, 10. August 2006
Der deutsche Linguist Tilbert D. Stegmann ist einer der Gründer des virtuellen Servicecenters zur Europäischen Mehrsprachigkeit Eurocom, dessen Ziel es ist, die Sprachenvielfalt in Europa ... » mehr
Der deutsche Linguist Tilbert D. Stegmann ist einer der Gründer des virtuellen Servicecenters zur Europäischen Mehrsprachigkeit Eurocom, dessen Ziel es ist, die Sprachenvielfalt in Europa zu bewahren. Im Interview mit Lluis Amiguet erklärt Stegmann, der selbst zehn Sprachen spricht, dass es unzählige linguistische Brücken gibt. "Es gibt eine unbegründete Angst, seine eigene Sprachidentität zu verlieren, weil es so viele Sprachen gibt - aber genau das Gegenteil ist der Fall... Man muss versuchen, diesen altüberlieferten Widerstand zu überwinden, der von einer Angst herrührt, die eigene Identität zu verlieren. Verstärkt wird diese Angst vor Identitätsverlust durch die Verachtung von Minderheitensprachen... In Deutschland haben wir es beispielsweise geschafft, dass sich Romanistik-Studenten, die Französisch oder Spanisch lernen wollen, auch für Katalan interessieren."
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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 4. Juli 2006
Die Zeitung dokumentiert einen Text der Präsidentin des Goethe-Instituts Jutta Limbach, in dem sie über die Vielsprachigkeit Europas nachdenkt. "Zwar erscheint manchem das Verlangen nach Mehrsprachigkeit als ein störendes nationalistisches Relikt in der künftigen europäischen Kultur. Doch ist sich die Mehrheit der europäischen Eliten aus Politik und Kultur einig, dass Mehrsprachigkeit intellektuellen Reichtum verbürgt. Manche Gedanken, so der tschechische Kommissar Vladmir Spidla, können überhaupt nur in bestimmten Sprachen entstehen. Der hohe Wert der Mehrsprachigkeit hat seinen Niederschlag in der noch nicht ratifizierten EU-Verfassung gefunden." Aus pragmatischen Gründen schlägt sie aber vor, in der EU drei Arbeitssprachen zu verwenden: » mehr
Die Zeitung dokumentiert einen Text der Präsidentin des Goethe-Instituts Jutta Limbach, in dem sie über die Vielsprachigkeit Europas nachdenkt. "Zwar erscheint manchem das Verlangen nach Mehrsprachigkeit als ein störendes nationalistisches Relikt in der künftigen europäischen Kultur. Doch ist sich die Mehrheit der europäischen Eliten aus Politik und Kultur einig, dass Mehrsprachigkeit intellektuellen Reichtum verbürgt. Manche Gedanken, so der tschechische Kommissar Vladmir Spidla, können überhaupt nur in bestimmten Sprachen entstehen. Der hohe Wert der Mehrsprachigkeit hat seinen Niederschlag in der noch nicht ratifizierten EU-Verfassung gefunden." Aus pragmatischen Gründen schlägt sie aber vor, in der EU drei Arbeitssprachen zu verwenden: Deutsch, Englisch und Französisch. "Diese Sprachen werden in mehr als einem Land als Amtssprachen gesprochen und weisen schon von daher über den nationalstaatlichen Rahmen hinaus."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 23. Januar 2006
"Europa ist nicht mit der Europäischen Union identisch", schreibt der Tübinger Philosoph Otfried Höffe in einem Essay über Europas Zukunftsfähigkeit. "Vor allem dort, wo die Sprache kein kulturneutrales Transportmittel ist, sollte man freilich den kulturellen Reichtum Europas bewahren, also trotz einer lingua franca noch in zwei oder drei weiteren der großen Wissenschaftssprachen Europas veröffentlichen... Sprachkompetenz hat aber nicht bloß eine Bedeutung unter dem Aspekt des Nutzens. In ihr zeigt sich auch die für Europa unverzichtbare Haltung wechselseitiger Anerkennung: » mehr
"Europa ist nicht mit der Europäischen Union identisch", schreibt der Tübinger Philosoph Otfried Höffe in einem Essay über Europas Zukunftsfähigkeit. "Vor allem dort, wo die Sprache kein kulturneutrales Transportmittel ist, sollte man freilich den kulturellen Reichtum Europas bewahren, also trotz einer lingua franca noch in zwei oder drei weiteren der großen Wissenschaftssprachen Europas veröffentlichen... Sprachkompetenz hat aber nicht bloß eine Bedeutung unter dem Aspekt des Nutzens. In ihr zeigt sich auch die für Europa unverzichtbare Haltung wechselseitiger Anerkennung: Wer andere Sprachen lernt, achtet andere Kulturen als so weit gleichberechtigt, dass er sie einer sprachlichen Kenntnis für wert hält."
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Sprachen in den EU-Institutionen
Irish Examiner - Irland | Montag, 21. Januar 2008
Vor einem Jahr ist das Irische, also das Gälische, offizielle EU-Sprache geworden. Im Europäischen Parlament wurden im vergangenen Jahr aber insgesamt weniger als 30 Minuten ... » mehr
Vor einem Jahr ist das Irische, also das Gälische, offizielle EU-Sprache geworden. Im Europäischen Parlament wurden im vergangenen Jahr aber insgesamt weniger als 30 Minuten Irisch gesprochen, berichtet Mary Regan. Das liefe auf Kosten von knapp 13.000 Euro pro Minute hinaus. "Obwohl es viel Druck gab, das Gälische zur offiziellen Sprache zu machen, zeigen die Parlamentsberichte, dass sechs unserer 13 EP-Mitglieder in den Parlamentadebatten im vergangenen Jahr das Irische nicht benutzt haben... EU-Beamte werden in vier Jahren Bilanz ziehen, ob der offizielle Status beibehalten werden soll. Die Kosten für das Irische in allen EU-Institutionen werden auf etwa 3,5 Millionen Euro geschätzt... Vier Übersetzer arbeiten im Parlament, davon immer zwei gleichzeitig, denn es gibt pro Sitzungstag (insgesamt zehn pro Monat) zwei Schichten. Die Übersetzer kosten 30.000 Euro monatlich, die die EU aus den Zuwendungen ihrer Mitgliedstaaten bezahlt."
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Cinco Días - Spanien | Montag, 8. Oktober 2007
Der britische Anwalt Ian Forrester beschreibt die Verständigungsschwierigkeiten beim Gericht erster Instanz des Europäischen Gerichtshofs, der unter anderem für Wettbewerbsfragen zuständig ist. "Der Präsident Bo ... » mehr
Der britische Anwalt Ian Forrester beschreibt die Verständigungsschwierigkeiten beim Gericht erster Instanz des Europäischen Gerichtshofs, der unter anderem für Wettbewerbsfragen zuständig ist. "Der Präsident Bo Vesterdorf ist Däne und sitzt einem Gericht vor, dessen Arbeitssprache französisch ist. Aber ein Großteil der Klagen wird auf Englisch eingereicht. In Luxemburg als Verteidiger zu arbeiten, ist eine große Herausforderung für einen Anwalt. Man kann davon ausgehen, dass bei einem Gericht, dessen Richter aus 27 verschiedenen Ländern kommen, die Mehrheit der Richter einer normalen Kammer mit fünf Richtern eine andere Muttersprache haben als die Verhandlungssprache. Spricht ein Anwalt zu schnell, dann muss der (hoch qualifizierte) Übersetzer einen Teil seiner Worte auslassen oder zumindest vereinfachen... Früher war Latein die Wissenschaftssprache. Es war sicher schwer, diese Sprache zu sprechen, die Sprecher erfanden neue Worte oder begingen grammatikalische Fehler, aber zumindest haben sie einander verstanden."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 2. Oktober 2007
Andrea Bonanni beschreibt, wie der italienische Justizminister Clemente Mastella kürzlich ein Treffen der EU Innen- und Justizminister verlassen hat, weil dort kein Italienisch gesprochen wurde. ... » mehr
Andrea Bonanni beschreibt, wie der italienische Justizminister Clemente Mastella kürzlich ein Treffen der EU Innen- und Justizminister verlassen hat, weil dort kein Italienisch gesprochen wurde. "Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Slowenisch. Die anwesenden Minister konnten zwischen diesen fünf Sprachen wählen, um die Redebeiträge zu hören und ihre eigene Meinung zu äußern. Die Auswahl der Sprachen kann man der portugiesischen Präsidentschaft kaum zum Vorwurf machen, denn mit 23 offiziellen Sprachen hätte das informelle Arbeitsessen seinen spontanen Charakter eingebüßt... Auch wenn Mastella Unrecht und die Portugiesen Recht hatten, muss man zur Kenntnis nehmen, dass sich das Italienische nicht als Verkehrssprache etablieren konnte... Italien ist in einer schlechten Position, weil seine Politiker Fremdsprachen kaum beherrschen."
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Dnevnik - Slowenien | Freitag, 3. August 2007
Vinko Ošlak nimmt einen Esperanto-Kongress, der in Slowenien stattgefunden hat, zum Anlass, über die Sprachen der EU nachzudenken: » mehr
Vinko Ošlak nimmt einen Esperanto-Kongress, der in Slowenien stattgefunden hat, zum Anlass, über die Sprachen der EU nachzudenken: "Heute gibt es etwa 6000 Sprachen auf der Welt. Die EU hat 23 Amtssprachen, für die kreuzweise 300 Übersetzungen notwendig sind. Das macht 30 Prozent aller administrativen Kosten der EU aus. In konkreten Zahlen ausgedrückt ist das etwas weniger als eine Milliarde Euro. Diese Milliarde Euro sichert die Gleichberechtigung aller Sprachen der EU allerdings nur auf dem Papier. In der sprachlichen Realität haben wir es mit einer ähnlichen Situation zu tun, wie sie einst im Habsburger Reich herrschte, als Deutsch die dominierende Sprache war. In der EU ist es heute eben das Englische."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 16. März 2007
Paul Jandl sorgt sich um das Überleben des österreichischen Deutsch in Europa. "Plurizentrisch ist die Welt Europas, plurizentrisch aber ist auch die deutsche Sprache. In ihr ist das österreichische Hochdeutsch, so wie das schweizerische, keine Randerscheinung. Sagen die Sprachwissenschafter. Aber sage das einmal einer den Europäern. Allmählich erst hat Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu seiner Sprache gefunden." In EU-Gremien kann das österreichische Deutsch durchaus für Verwirrung sorgen, beschreibt Jandl: » mehr
Paul Jandl sorgt sich um das Überleben des österreichischen Deutsch in Europa. "Plurizentrisch ist die Welt Europas, plurizentrisch aber ist auch die deutsche Sprache. In ihr ist das österreichische Hochdeutsch, so wie das schweizerische, keine Randerscheinung. Sagen die Sprachwissenschafter. Aber sage das einmal einer den Europäern. Allmählich erst hat Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu seiner Sprache gefunden." In EU-Gremien kann das österreichische Deutsch durchaus für Verwirrung sorgen, beschreibt Jandl: "Große Unruhe gab es bei einem EU-Plenum, in dem ein österreichischer Beamter davon sprach, dass in seiner Heimat illegale Grenzgänger 'betreten' worden seien. Die Folge war ein halbstündiger Tumult, weil allgemein befürchtet wurde, dass in Österreich die Menschenrechte buchstäblich mit Füßen getreten würden. Die Sache ließ sich aufklären: Wird jemand 'betreten', so ist er ertappt."
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Diário de Notícias - Portugal | Sonntag, 10. Dezember 2006
Die portugiesische Europa-Parlamentarierin Edite Estrela freut sich, dass die Vielsprachigkeit Europas nun Thema ist. "Von Januar 2007 an wird es einen EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit geben. Die Union hat heute 20 offizielle Sprachen... Diese Vielfalt stellt einen zentralen Wert Europas dar, auch wenn daraus viele Schwierigkeiten entstehen... Angesichts des Sprachenlabyrinths machen sich Stimmen für eine neutrale Sprache stark, etwa das Esperanto oder das Englische. Aber selbst wenn man zwei Sprachen beherrscht, ist der Verlust der Muttersprache etwas Dramatisches. Sprachpolitik berührt zwei wunde Punkte: » mehr
Die portugiesische Europa-Parlamentarierin Edite Estrela freut sich, dass die Vielsprachigkeit Europas nun Thema ist. "Von Januar 2007 an wird es einen EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit geben. Die Union hat heute 20 offizielle Sprachen... Diese Vielfalt stellt einen zentralen Wert Europas dar, auch wenn daraus viele Schwierigkeiten entstehen... Angesichts des Sprachenlabyrinths machen sich Stimmen für eine neutrale Sprache stark, etwa das Esperanto oder das Englische. Aber selbst wenn man zwei Sprachen beherrscht, ist der Verlust der Muttersprache etwas Dramatisches. Sprachpolitik berührt zwei wunde Punkte: die Identität und die Gefühle. Eine Einigung auf eine gemeinsame Währung ist folglich leichter als die Einigung auf eine gemeinsame Sprache."
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Népszabadság - Ungarn | Montag, 20. November 2006
Brüssel-Korrespondent László Szöcs beobachtet, dass sich das Englische, Französische und Deutsche unter den Bürgern Europas mehr und mehr als Verkehrssprachen durchsetzen, während die EU-Institutionen weiterhin auf Vielsprachigkeit und Übersetzung in 21 offizielle Sprachen bestehen: » mehr
Brüssel-Korrespondent László Szöcs beobachtet, dass sich das Englische, Französische und Deutsche unter den Bürgern Europas mehr und mehr als Verkehrssprachen durchsetzen, während die EU-Institutionen weiterhin auf Vielsprachigkeit und Übersetzung in 21 offizielle Sprachen bestehen: "In den EU-Institutionen herrscht ein Sprachengewirr wie in Babel, das auch auf administrativer Ebene zum Chaos führt. Vor kurzem wurde das Gälische zur einundzwanzigsten offiziellen Sprache der EU erklärt, bald folgen das Rumänische und das Bulgarische. Drei regionale Sprachen Spaniens – das Katalanische, das Baskische und das Galizische – bekommen einen Sonderstatus... Wenn man die Kosten schriftlicher und mündlicher Übersetzung zusammenrechnet, wird jährlich nahezu eine Milliarde Euro für Übersetzung ausgegeben. 'Die Sprache Europas ist die Übersetzung' - bemühte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso den italienischen Schriftsteller Umberto Eco, um zu legitimieren, dass es nun einen EU-Kommissar für Vielsprachigkeit geben wird."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 1. November 2006
Brüssel-Korrespondent Radek Honzak fragt sich, was der Rumäne Leonard Orban als künftiger EU-Kommissar für Vielsprachigkeit tun soll. "Der Einfall ist ein weiterer Beleg dafür, dass ... » mehr
Brüssel-Korrespondent Radek Honzak fragt sich, was der Rumäne Leonard Orban als künftiger EU-Kommissar für Vielsprachigkeit tun soll. "Der Einfall ist ein weiterer Beleg dafür, dass die EU ein Kommunikationsproblem hat - der normale Europäer versteht Brüssel nicht mehr. Kommunikation auf 'lokaler Ebene und in den Sprachen der Region' ist deshalb ein Ziel der EU-Kommission. Der neue rumänische Kommissar Orban wird deshalb Teil einer besonderen Gruppe sein, die die Kommunikation mit den Bürgern der EU verbessern soll... Vielleicht ist Orban auch der Richtige, um den Westeuropäern die Angst vor den armen Bewohnern des postkommunistischen Europas zu nehmen. Als Vertreter Rumäniens, vor dessen Bürgern sich die Grenzen der meisten jetzigen EU-Mitglieder gerade schließen, dürfte das in seinem eigenen Interesse sein."
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Libération - Frankreich | Donnerstag, 28. September 2006
In Bukarest wird heute der Kongress der Internationalen Organisation der Francophonie (OIF) eröffnet. Der Linguist Bernard Cerquiglini meint, dass das Nein der Franzosen beim Referendum zur EU-Verfassung teilweise auch der Beziehung der Franzosen zu ihrer Sprache zuzuschreiben ist. "Trotz seiner offiziellen Mehrsprachigkeit scheint das politische Europa das Englische gewählt zu haben... Die Vorstellung eines englischsprachigen Europas stößt die Mehrheit der Franzosen ab. Sie sehen darin, nicht ohne Grund, den Treueschwur auf eine bestimmte europäische Politik - bestimmt vom Import bestimmter Worte und somit von rechtlichen und wirtschaftlichen Konzepten nach angelsächsischem Vorbild. Der Liberalismus beginnt mit der sprachliche Vorherrschaft des Angelsächsischen. Man kann anhand des Referendums den französischen Verdruss ermessen: » mehr
In Bukarest wird heute der Kongress der Internationalen Organisation der Francophonie (OIF) eröffnet. Der Linguist Bernard Cerquiglini meint, dass das Nein der Franzosen beim Referendum zur EU-Verfassung teilweise auch der Beziehung der Franzosen zu ihrer Sprache zuzuschreiben ist. "Trotz seiner offiziellen Mehrsprachigkeit scheint das politische Europa das Englische gewählt zu haben... Die Vorstellung eines englischsprachigen Europas stößt die Mehrheit der Franzosen ab. Sie sehen darin, nicht ohne Grund, den Treueschwur auf eine bestimmte europäische Politik - bestimmt vom Import bestimmter Worte und somit von rechtlichen und wirtschaftlichen Konzepten nach angelsächsischem Vorbild. Der Liberalismus beginnt mit der sprachliche Vorherrschaft des Angelsächsischen. Man kann anhand des Referendums den französischen Verdruss ermessen: Der Universalismus seiner Sprache wurde zerschlagen, die nationale Identität unterlaufen. Und das Verlangen nach Europa nimmt ab."
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Gazet van Antwerpen - Belgien | Mittwoch, 6. September 2006
Der Europaparlamentarier Alexander Stubb hat diese Woche einen Bericht über die Ausgaben für Übersetzungen im Europaparlament vorgelegt. Paul Geudens findet, dass dieser Bericht "einmal mehr ... » mehr
Der Europaparlamentarier Alexander Stubb hat diese Woche einen Bericht über die Ausgaben für Übersetzungen im Europaparlament vorgelegt. Paul Geudens findet, dass dieser Bericht "einmal mehr zeigt, wieviel Geld die EU verschwendet. 2003 hat Europa eine Milliarde Euro für Übersetzungen ausgegeben... Das ist bei einer Institution, die 20 offizielle Sprachen führt, nicht überraschend. Kulturelle Vielfalt kostet Geld. Englisch als europäische Arbeitssprache wäre zwar viel effektiver und würde sparen helfen. Aber will man das? Offensichtlich nicht. Die von dem Bericht aufgedeckte Verschwendung ist nicht so sehr der Vielsprachigkeit in der EU geschuldet, sondern vielmehr der Nonchalance der Mandatsträger und Beamten. Denn mehr als 25 Millionen Euro wurden 2003 für Buchungen von Übersetzern ausgegeben, die dann nicht gebraucht wurden. Gut bezahlte Übersetzer hatten schließlich stunden- oder gar tagelang nichts zu tun."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 25. April 2006
Alexandra Kemmerer berichtet von einer Tagung über die "Herausforderungen der Sprachenvielfalt in der Europäischen Union", die in Regensburg stattfand. Dort beschrieb der lettische Richter Egils Levits die Sprachenpraxis am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg: » mehr
Alexandra Kemmerer berichtet von einer Tagung über die "Herausforderungen der Sprachenvielfalt in der Europäischen Union", die in Regensburg stattfand. Dort beschrieb der lettische Richter Egils Levits die Sprachenpraxis am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg: "Dass die Vielsprachigkeit dem Glanz von Sprache und Stil meist nicht zuträglich ist, gestand der in Deutschland ausgebildete Jurist und Politologe dabei freimütig ein: 'Jeder lettische Student würde durchfallen, wenn er in der Prüfung einen Urteilsentwurf so schreiben würde wie der EuGH.' Doch die Luxemburger Richter müssen sich eben auch mit Kniffligkeiten wie der aktuellen Frage herumschlagen, wie man denn den deutschen Begriff der 'Zumutbarkeit' treffend ins Französische, Englische oder Lettische übersetzen könnte. Oder mit der kaum weniger brisanten Frage, was denn den sprachlichen Unterschied zwischen 'verpacktem' und 'vorverpacktem' Olivenöl ausmacht."
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Dänisch
Dagbladet Information - Dänemark | Montag, 4. Februar 2008
In Dänemark wird zur Zeit diskutiert, die drei Buchstaben æ, å und ø aus dem dänischen Alphabet zu streichen. Die Zeitung kommentiert: » mehr
In Dänemark wird zur Zeit diskutiert, die drei Buchstaben æ, å und ø aus dem dänischen Alphabet zu streichen. Die Zeitung kommentiert: "Der Sozialdemokrat Mogens Jensen und [Søren] Krarup von der Dänischen Volkspartei... sind sich ausnahmsweise einig: Kein Herumgeschnippel an der dänischen Sprache, nur weil die Internet-Sprache Englisch ist! ... Bald könnte es passieren, dass Eltern ihren Kleinen keine Namen mit den drei Buchstaben mehr geben, damit sie später einen Job in einem internationalen Unternehmen finden können!... Im Übrigen: Der letzte Buchstabe im dänischen Alphabet [å] ist aus dem Schwedischen geklaut und kam erst mit einer Sprachreform 1948 nach Dänemark. Wenn man vorher gut ohne ihn ausgekommen ist, gelingt das möglicherweise in Zukunft auch."
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Deutsch
Libération - Frankreich | Dienstag, 25. Dezember 2007
Laurent Dispot von der philosophischen Zeitschrift La Règle du jeu (Spielregel) ärgert sich über eine Äußerung des französischen Außenministers Bernard Kouchner, der das Wort "Realpolitik", das auch im Französischen verwendet wird, als "brutales germanisches Wort" bezeichnet hatte. "Das Deutsche ist die ursprüngliche Sprache der Psychoanalyse und des Zionismus. 'Brutal germanisch' ist ein Anschlag auf das Vermächtnis Theodor Herzls und die unendlichen Verdienste Sigmund Freuds – als Jude und Germanischstämmiger - , was beides unlösbar miteinander verbunden ist, da er den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt erhalten hat... 'Ich will nicht, dass meine Kinder die Sprache der Nazis lernen', propagieren Eltern, die sich für politisch korrekt halten; der Staat, Europa, die Stiftung für das Gedenken an die Shoah, sie alle müssten ihnen ihren Irrtum erklären: » mehr
Laurent Dispot von der philosophischen Zeitschrift La Règle du jeu (Spielregel) ärgert sich über eine Äußerung des französischen Außenministers Bernard Kouchner, der das Wort "Realpolitik", das auch im Französischen verwendet wird, als "brutales germanisches Wort" bezeichnet hatte. "Das Deutsche ist die ursprüngliche Sprache der Psychoanalyse und des Zionismus. 'Brutal germanisch' ist ein Anschlag auf das Vermächtnis Theodor Herzls und die unendlichen Verdienste Sigmund Freuds – als Jude und Germanischstämmiger - , was beides unlösbar miteinander verbunden ist, da er den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt erhalten hat... 'Ich will nicht, dass meine Kinder die Sprache der Nazis lernen', propagieren Eltern, die sich für politisch korrekt halten; der Staat, Europa, die Stiftung für das Gedenken an die Shoah, sie alle müssten ihnen ihren Irrtum erklären: es handelt sich um die Sprache der europäischen Juden, nicht die ihrer Vernichtung."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 6. Juli 2007
Der Biophysiker und Autor Stefan Klein findet es falsch, wenn deutsche Wissenschaftler selbst bei Konferenzen in Deutschland nur Englisch sprechen - von mäßiger Qualität -, statt sich um eine klare, mitreißende Ausdrucksweise in ihrer Muttersprache zu bemühen. "Wie wollen sie Verständnis in einer Gesellschaft finden, mit der sie nicht einmal mehr die Sprache verbindet? Und werden wir bald auf Deutsch überhaupt nicht mehr über neue Forschungsergebnisse sprechen können, weil uns die Worte fehlen? Die Gesellschaft droht sich zu spalten zwischen den Nutzern einer Elitesprache und all den anderen, an denen die aktuellen Entwicklungen vorübergehen. Ob Deutsch eine Wissenschaftssprache bleibt oder nicht, ist darum keine Frage des Nationalstolzes. Es geht um viel mehr: » mehr
Der Biophysiker und Autor Stefan Klein findet es falsch, wenn deutsche Wissenschaftler selbst bei Konferenzen in Deutschland nur Englisch sprechen - von mäßiger Qualität -, statt sich um eine klare, mitreißende Ausdrucksweise in ihrer Muttersprache zu bemühen. "Wie wollen sie Verständnis in einer Gesellschaft finden, mit der sie nicht einmal mehr die Sprache verbindet? Und werden wir bald auf Deutsch überhaupt nicht mehr über neue Forschungsergebnisse sprechen können, weil uns die Worte fehlen? Die Gesellschaft droht sich zu spalten zwischen den Nutzern einer Elitesprache und all den anderen, an denen die aktuellen Entwicklungen vorübergehen. Ob Deutsch eine Wissenschaftssprache bleibt oder nicht, ist darum keine Frage des Nationalstolzes. Es geht um viel mehr: um die Demokratie... Wissenschaft ist auch eine Erzählung von Menschen, die auszogen, die Welt zu begreifen und zu verbessern. Deshalb sind die Werke von Darwin, Galileo und Einstein bis heute so faszinierend. Nur wenn wir wieder lernen, Wissenschaft zu erzählen, hat Deutsch als Sprache der Wissenschaft eine Zukunft."
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Englisch
Télérama - Frankreich | Freitag, 27. Oktober 2006
Thomas Bécart amüsiert sich über die "Simple-English"-Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia, die er im Internet entdeckt hat und die "in einer Sprache verfasst ist, die nicht wirklich eine ist, und die doch mehr als 11.000 Artikel zählt. Simple English ist ein Englisch, das leicht zugänglich ist und weniger als 1.000 Worte umfasst... Der Gebrauch einer vereinfachten Sprache hat eine lange Tradition. Für das Englische gibt es sogar mehrere Versionen: » mehr
Thomas Bécart amüsiert sich über die "Simple-English"-Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia, die er im Internet entdeckt hat und die "in einer Sprache verfasst ist, die nicht wirklich eine ist, und die doch mehr als 11.000 Artikel zählt. Simple English ist ein Englisch, das leicht zugänglich ist und weniger als 1.000 Worte umfasst... Der Gebrauch einer vereinfachten Sprache hat eine lange Tradition. Für das Englische gibt es sogar mehrere Versionen: das 'simplified English', das für die Zwecke der Raumfahrtindustrie entwickelt wurde, das 'plain English' (ein Englisch, das geradewegs zum Punkt kommt und von der amerikanischen Regierung gefördert wird), das 'globish', eine Zusammenrückung von 'global' und 'English', das ein vereinfachtes, aber nicht formalisiertes Englisch ist, das 'Voice of America English' (das von dem gleichnamigen Radiosender verwendet wird) oder auch das 'basic English'. Dieses wurde 1930 vom Sprachwissenschaftler Charles K. Odgen eingeführt und verfolgte den universalistischen Ehrgeiz, jeden erdenklichen semantischen Inhalt in sage und schreibe 850 Worten wiederzugeben!"
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New Statesman - Großbritannien | Dienstag, 12. September 2006
"Allein schon die Idee, eine Geschichte der englischen Sprache zu schreiben, ist problematisch und der Weg dahin dornig. Nun befassen sich zwei neue Sprachgeschichten überzeugend mit dem Thema und beide bieten einen neuen Zugang", schreibt Henry Hitchings, der Autor von "Dr. Johnson's Dictionary: » mehr
"Allein schon die Idee, eine Geschichte der englischen Sprache zu schreiben, ist problematisch und der Weg dahin dornig. Nun befassen sich zwei neue Sprachgeschichten überzeugend mit dem Thema und beide bieten einen neuen Zugang", schreibt Henry Hitchings, der Autor von "Dr. Johnson's Dictionary: the Extraordinary Story of the Book that Defined the World". "Englisch hat unglaublich viele Variationen. Dazu gehört das irische Englisch und das Englisch der Mori, das westafrikanische Englisch, das in Ghana und Sierra Leone gesprochen wird und auch neue Fusionen wie das Singlish (das in Singapur gesprochen wird). Früher konnte sich eine Geschichte der englischen Sprache noch auf den 'Standard' konzentrieren. Doch heute muss ein Werk von Gewicht die Dialekte und Varianten mit einbeziehen. Früher war es vielleicht akzeptabel, vom 'Triumph des Englischen' zu sprechen. Heutzutage ist es üblich, die außergewöhnliche Verbreitung der Sprache als Zeichen für den unbarmherzigen Imperialismus Großbritanniens und Amerikas zu sehen. Gleichwohl könnte eine vielseitige Geschichte des Englischen sich durchaus auch den in England gesprochenen Sprachen widmen, was wieder etwas ganz anderes ist."
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Flämisch
La Libre Belgique - Belgien | Montag, 17. Dezember 2007
Die Wahl zur Miss Belgien am letzten Wochenende verlief nicht ohne Schwierigkeiten, berichtet Myriam Leroy, denn Siegerin Alizée Poulicek wurde vom Publikum ausgebuht, weil sie eine Frage auf Flämisch nicht verstanden hatte. "Die Miss-Wahlen in Belgien, die letzte anspruchsvolle Sendung, die von Wallonen und Flamen gemeinsam gemacht wurde, ging in Intoleranz unter. Unser Rat an künftige Anwärterinnen auf das Peugeot Cabrio und die damit verbundene Auszeichnung: » mehr
Die Wahl zur Miss Belgien am letzten Wochenende verlief nicht ohne Schwierigkeiten, berichtet Myriam Leroy, denn Siegerin Alizée Poulicek wurde vom Publikum ausgebuht, weil sie eine Frage auf Flämisch nicht verstanden hatte. "Die Miss-Wahlen in Belgien, die letzte anspruchsvolle Sendung, die von Wallonen und Flamen gemeinsam gemacht wurde, ging in Intoleranz unter. Unser Rat an künftige Anwärterinnen auf das Peugeot Cabrio und die damit verbundene Auszeichnung: Seid zweisprachig, sonst seid ihr leider schlecht für die Stimmung. Wir sind hier, weil wir Hintern, Busen, Augen, Lächeln und Auftreten küren wollen, und - das ist Belgien - eine gewisse Strebsamkeit beim Lernen von Sprachen... Egal ob Alizée spontan ist oder ein Leben voller Leidenschaft hat, egal ob sie Tschechisch oder Englisch spricht: Am Tag nach der Wahl titelten die flämischen Zeitungen: 'Helaas spreekt Alizée nauwelijks Nederlands' - 'Leider spricht Alizée kaum Flämisch'."
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Gälisch/Irisch
The Irish Times - Irland | Freitag, 5. Januar 2007
Seit dem 1. Januar ist das irische Gälisch eine der mittlerweile 23 offiziellen EU-Sprachen. Der irische Schriftsteller Manchan Magan versuchte herauszufinden, wer in seinem Land ... » mehr
Seit dem 1. Januar ist das irische Gälisch eine der mittlerweile 23 offiziellen EU-Sprachen. Der irische Schriftsteller Manchan Magan versuchte herauszufinden, wer in seinem Land eigentlich Irisch spricht. "Bei der letzten Volkszählung gab ein Viertel der Bevölkerung an, regelmäßig Irisch zu sprechen. Ich habe diesen Erhebungen immer misstraut. Um sie zu überprüfen, bin ich durch das Land gereist und habe nur Irisch gesprochen, um zu sehen, wie ich damit durchkommen würde... Einige Leute, die ich getroffen habe, waren gewillt, sich mit mir zu befassen und ein paar Worte Schulirisch, die sie aus den hintersten Winkeln ihres Gedächtnisses hervor kramten, aneinander zu reihen ... Ich wurde in die falsche Richtung geschickt, bekam das falsche Essen und den falschen Haarschnitt... Am Ende meiner Reise fühlte ich mich ziemlich zerschlagen, aber ich hatte auch Zeichen der Hoffnung gesehen. In einigen Teilen Nordirlands, wo Irisch bis in die frühen 1990er Jahre gewissermaßen verboten war, findet eine unglaubliche Wiederbelebung der Sprache statt."
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The Irish Times - Irland | Freitag, 1. Dezember 2006
"Institutionen, zumal Regierungsinstitutionen, spielen für die Pflege der Sprache eine wichtige Rolle", schreibt Irisch-Dozent Alan Titley. "Gewiss muss immer darüber gestritten werden, wie diese Institutionen ... » mehr
"Institutionen, zumal Regierungsinstitutionen, spielen für die Pflege der Sprache eine wichtige Rolle", schreibt Irisch-Dozent Alan Titley. "Gewiss muss immer darüber gestritten werden, wie diese Institutionen die Sprachpflege unterstützen. Wahrscheinlich wird diese Debatte innerhalb der irisch-sprachigen Gemeinschaft lebendiger und kontroverser geführt als anderswo... Wer Irisch spricht, wird oft mit Kommentaren bedacht oder mit Missachtung gestraft, was man manchmal nur als rassistisch bezeichnen kann... Zwar erklären die meisten, die Sprache sei großartig, ein nationaler Schatz, Teil unserer Identität. Sie geben vor, sich zu freuen, wenn sie es gesprochen hören, und wünschen, mehr Menschen würden es benutzen und so weiter. Doch sobald es einen konkreten Vorschlag gibt, egal ob er groß oder klein ist, hagelt es nur noch Entschuldigungen."
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Katalanisch
Libération - Frankreich | Donnerstag, 6. Dezember 2007
Der Schriftsteller Sergi Pàmies hat sich mit Natalie Levisalles über den Sprachenstreit in Katalonien unterhalten. Pàmies schreibt seine Bücher auf katalanisch, Artikel aber in Spanisch. ... » mehr
Der Schriftsteller Sergi Pàmies hat sich mit Natalie Levisalles über den Sprachenstreit in Katalonien unterhalten. Pàmies schreibt seine Bücher auf katalanisch, Artikel aber in Spanisch. "Man kann spanisch sprechender Katalane sein, aber man auch katalanisch sprechen, ohne Katalane zu sein. Mir gefällt die Vorstellung, dass die Nationalität nichts darüber sagt, in welcher Sprache man schreibt. Dennoch sollte man wissen, dass das Katalanische eine der großen europäischen Sprachen ist, mit einer eigenen Geschichte und einer eigenen Literatur... Man sollte nicht ungerecht sein. Ungerecht wäre es, wenn man katalanische Schriftsteller wie Mendoza, Vila-Matas, Vasquez Montalban, Carlos Ruiz Zafon, die in Barcelona leben, aber auf Spanisch schreiben, nicht als herausragende Vertreter der katalanischen Kultur begreifen würde. Umgekehrt wäre es ungerecht zu vergessen, dass diese großartige europäische Sprache große Schriftsteller wie Josep Pla oder Quim Monzó hervorgebracht hat."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 24. September 2007
Der katalanische Schriftsteller Javier Cercas wird auf der Frankfurter Buchmesse nicht die Region Katalonien repäsentieren, denn er schreibt - wie andere bekannte Autoren der Region ... » mehr
Der katalanische Schriftsteller Javier Cercas wird auf der Frankfurter Buchmesse nicht die Region Katalonien repäsentieren, denn er schreibt - wie andere bekannte Autoren der Region auch - auf spanisch. In einem Gastbeitrag kritisiert er den katalanischen und spanischen Nationalismus. Beide seien "so heuchlerisch, so engstirnig und potenziell gefährlich wie alle Nationalismen. Der spanische, weil er nicht begreift oder nicht begreifen will, dass die katalanische Sprache keine Erfindung der Katalanen zwecks Zersetzung der spanischen Einheit ist, sondern für das ganze Land eine Bereicherung, die des Schutzes und der Förderung bedarf, weil sie sonst verschwinden wird; der katalanische, weil er nicht begreift oder nicht begreifen will, dass umgekehrt Katalonien durch die spanische Sprache bereichert wird, wurde diese von Spanien doch offenkundig nicht erfunden, um das Katalanische zugrunde zu richten. Und vielleicht hat català, das ja nicht das Privateigentum einiger fanatischer Nationalisten ist, gerade im Windschatten der Weltsprache Spanisch seine einzige Überlebenschance."
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La Vanguardia - Spanien | Donnerstag, 1. Februar 2007
Die katalanische Zeitung bedauert das "politische Durcheinander", das eine Entscheidung des spanischen Bildungsministeriums verursacht hat, in katalanischen Schulen den Pflichtunterrichtsanteil des kastillanischen Spanisch von zwei ... » mehr
Die katalanische Zeitung bedauert das "politische Durcheinander", das eine Entscheidung des spanischen Bildungsministeriums verursacht hat, in katalanischen Schulen den Pflichtunterrichtsanteil des kastillanischen Spanisch von zwei auf drei Wochenstunden zu erhöhen. "Spanier und Katalanen sind unnützen Streit gewohnt... Man muss die Verantwortungslosigkeit der Politiker eindeutig anprangern, die zwei vollkommen kompatible Sprachen gegeneinander ausspielen. Bildungsministerin Mercedes Cabrera hat gesagt, dieses Dekret solle die Zweisprachigkeit garantieren. Es wirft einen unbegründeten Verdacht auf das jetzige katalanische Bildungssystem, obwohl ein Bericht des Bildungsministeriums belegt, dass das Niveau im Kastillanischen bei katalanischen Schülern genauso hoch ist wie bei Schülern aus anderen Landesteilen. Diese politisch völlig verantwortungslose Entscheidung, die auf einem Vorurteil beruht, hat in nationalistisch gesonnenen katalanischen Kreisen entsprechende spanischfeindliche Reaktionen ausgelöst.
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Lateinisch
The Guardian - Großbritannien | Montag, 30. Oktober 2006
Das Lateinische kehrt nach Europa zurück, stellt die Zeitung angesichts des "wenig bekannten" lateinischen Dienstes von Google fest. "Es ist nicht erstaunlich, dass der Vatikan ... » mehr
Das Lateinische kehrt nach Europa zurück, stellt die Zeitung angesichts des "wenig bekannten" lateinischen Dienstes von Google fest. "Es ist nicht erstaunlich, dass der Vatikan Restriktionen bei der tridentinischen oder lateinischen Messe aufhebt und dass sie nun ohne besondere Erlaubnis gehalten werden kann. Oder dass die vatikanische Zeitung vorschlägt, dass Latein die offizielle Sprache der EU werden sollte. Das war klar, oder? Doch das sind nur Symptome eines umfassenderen Trends. Finnland, das derzeit die EU-Präsidentschaft inne hat, sendet im nationalen Radio Nachrichten auf Latein - für angeblich 75.000 Hörer, was relativ gesehen mehr Hörer sind als eine BBC Radio 4 Sendung hat... Die finnische EU-Ratspräsidentschaft bringt auch einen regelmäßigen Nachrichtenüberblick in lateinischer Sprache heraus... Das sollte daran erinnern, dass Latein einst die Sprache war, die einer gemeinsamen europäischen Sprache am nächsten kam."
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Maltesisch
Times of Malta - Malta | Montag, 5. Februar 2007
"Da wir ein zweisprachiges Volk sind, muss man zwischen auf Maltesisch und auf Englisch verfassten Werken unterscheiden", stellt die Zeitung fest. "Wenn ein Verlag... einen ... » mehr
"Da wir ein zweisprachiges Volk sind, muss man zwischen auf Maltesisch und auf Englisch verfassten Werken unterscheiden", stellt die Zeitung fest. "Wenn ein Verlag... einen Titel 'Die Schätze Maltas' auf Maltesisch herausgeben würde, wäre das Nichtverkaufsrisiko ein entscheidender Faktor. Davon abgesehen, dass 'Die Schätze Maltas' in der maltesischen Sprache zu verfassen ein linguistisches Problem für die Autor mit sich bringen würde. Sie sind es seit Jahren gewohnt, Englisch zu schreiben. Wäre es den Aufschrei und das Risiko wert, nur um zu zeigen, dass der Text in der Nationalsprache geschrieben wurde? Und würde das zur Ausweitung der Zielgruppe führen? Es sei denn, 'Die Schätze' würden in beiden Sprachen herausgegeben... Um in literarischen Zirkeln wirklich bekannt zu werden, müssen wir als Nation mit unserer Zweisprachigkeit abschließen und die beiden konkurrierenden Sprachen ohne Verlegenheit oder Hemmung akzeptieren. Nur so wird die Literatur gedeihen und sich zu etwas entwickeln, das wirklich internationale Anerkennung verdienen würde."
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Schwedisch
Sydsvenskan - Schweden | Mittwoch, 19. März 2008
Schweden hat bislang keine offizielle Amtssprache. Die Regierung will das nun ändern und Schwedisch als Hauptsprache gesetzlich festlegen. Die Zeitung findet das gut: » mehr
Schweden hat bislang keine offizielle Amtssprache. Die Regierung will das nun ändern und Schwedisch als Hauptsprache gesetzlich festlegen. Die Zeitung findet das gut: "Die Stellung des Schwedischen in Schweden ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher. In bestimmten Kreisen – vor allem bei Menschen mit höherer technischer, medizinischer und naturwissenschaftlicher Ausbildung – ist das Schwedische fast vollständig durch Englisch ersetzt worden. Domainverlust nennt man so etwas. Sprachschützer befürchten, dass es in den kommenden Jahren in Teilen der Arbeitswelt und in der Politik zu ähnlichen Verlusten kommt... In Schweden muss die Fähigkeit, eine andere Sprache als Schwedisch zu sprechen, als Chance gesehen werden, und nicht als Zwang."
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Dagens Nyheter - Schweden | Montag, 15. Mai 2006
In Schweden hat es in den vergangenen Wochen eine breite Diskussion über die eigene Landessprache gegeben. Viele sehen das Schwedische durch Zuwanderung und zahlreiche Subkulturen gefährdet. Die Stockholmer Zeitung ist optimistischer, hält es jedoch für einen Fehler, die eigene Sprache vor dem Hintergrund einer falsch verstandenen Internationalität nicht zu pflegen: » mehr
In Schweden hat es in den vergangenen Wochen eine breite Diskussion über die eigene Landessprache gegeben. Viele sehen das Schwedische durch Zuwanderung und zahlreiche Subkulturen gefährdet. Die Stockholmer Zeitung ist optimistischer, hält es jedoch für einen Fehler, die eigene Sprache vor dem Hintergrund einer falsch verstandenen Internationalität nicht zu pflegen: "Natürlich müssen wir Englisch in internationalen Zusammenhängen anwenden. Aber warum formulieren Forscher ihre Thesen in einer Sprache, die sie nicht vollends beherrschen, anstatt sie in ihrer eigenen Landessprache aufzuschreiben und sich anschließend der Dienste eines professionellen Übersetzers zu bedienen? Warum soll ein Politiker in schwierigen Verhandlungen keinen Dolmetscher an seiner Seite haben? Hier gibt es genug Raum für pragmatische Reformen. Drakonische Verbote wie seitens der Franzosen gegenüber englischen Begriffen sind schlichtweg dumm. Doch ein nachhaltiger Einsatz für die schwedische Sprache an den Universitäten, in der öffentlichen Verwaltung und den großen Unternehmen würde am Ende - paradoxerweise – eben auch der multikulturellen Gesellschaft dienen."
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Slowakisch
Sme - Slowakei | Donnerstag, 16. Februar 2006
Das slowakische Fernsehen wurde vom Rundfunkrat mit einer Geldbuße belegt, weil es einen Film mit den tschechischen Marionetten Speijbl und Hurvinek auf Tschechisch ausstrahlte. Nach dem Gesetz über die Staatssprache müssen Filme für Kinder bis zu 12 Jahren slowakisch synchronisiert werden. Ondrej Dostal empört sich: » mehr
Das slowakische Fernsehen wurde vom Rundfunkrat mit einer Geldbuße belegt, weil es einen Film mit den tschechischen Marionetten Speijbl und Hurvinek auf Tschechisch ausstrahlte. Nach dem Gesetz über die Staatssprache müssen Filme für Kinder bis zu 12 Jahren slowakisch synchronisiert werden. Ondrej Dostal empört sich: "Das Sprachengesetz stammt aus der Zeit nationalen Eifers unter Regierungschef Meciar, als man den nationalen Minderheiten, namentlich der ungarischen, zeigen wollte, wer der Herr im Hause ist. Das Fernsehen für die Ausstrahlung klassischer tschechischer Märchen auf Tschechisch in einer Zeit zu bestrafen, wo in der Slowakei jedes kleine Kind Tschechisch versteht und via Kabel eine große Auswahl tschechischsprachiger Kinderprogramme existiert, ist völlig absurd."
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Spanisch
ABC - Spanien | Donnerstag, 13. Juli 2006
Die konservative Tageszeitung, in der Vergangenheit sehr um die Einheit Spaniens bemüht, beklagt, dass Katalonien bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse einen eigenen Stand für katalanische ... » mehr
Die konservative Tageszeitung, in der Vergangenheit sehr um die Einheit Spaniens bemüht, beklagt, dass Katalonien bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse einen eigenen Stand für katalanische Literatur beantragt hat. "Das ist absurd, denn ein großer Teil der Werke aus Katalonien entsteht auf Spanisch und nicht bloß auf Katalanisch... Sprache ist ein Instrument des sozialen Zusammenhalts und darf nicht zur Diskriminierung von Bürgern oder für revanchistische Politik missbraucht werden. Manche nationale Ideologen lehnen das Spanische ab und plädieren für ein Konzept, bei dem die individuellen Rechte den kollektiven geopfert werden. Leider will eine Minderheit zu einer Zeit, in der der Einfluss des Spanischen in der Welt zunimmt, diese Sprache im Herzen des spanischen Staates ausrotten."
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Ungarisch
Heti Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 18. Mai 2006
Ungarisch gilt als eine der schwierigsten Fremdsprachen der Welt. Sprachwissenschaftler behaupten nun das Gegenteil: » mehr
Ungarisch gilt als eine der schwierigsten Fremdsprachen der Welt. Sprachwissenschaftler behaupten nun das Gegenteil: Ungarisch sei sogar einfacher als andere Sprachen: "Die Grammatik unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern. Die Schrift folgt meist der Aussprache, es gibt im Ungarischen kaum solch rätselhafte Buchstabenverbindungen wie beim französischen 'eau' oder beim englischen 'enough'. Betont wird immer die erste Silbe." Das Ungarische werde als schwer empfunden, weil es nur mit dem Finnischen und dem Estnischen verwandt ist und "sich historisch auch von ihnen so weit entfernte, dass es praktisch keine Sprache gibt, deren Sprecher im Ungarischen etwas wiedererkennen."
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Mehrsprachigkeit in der Schweiz
Le Temps - Schweiz | Donnerstag, 25. Januar 2007
Christine Salvadé befasst sich anlässlich der Solothurner Filmtage mit einer Schwierigkeit bei der Verbreitung des Schweizer Films: » mehr
Christine Salvadé befasst sich anlässlich der Solothurner Filmtage mit einer Schwierigkeit bei der Verbreitung des Schweizer Films: der Vielsprachigkeit. "Während die Laufzeit der Filme im Kino immer kürzer wird und Hollywoodfilme in immer schnellerer Abfolge über uns hereinbrechen, muss das französischsprachige Publikum bis zu 13 Monate warten, bis es sich eine Meinung zu einem deutschsprachigen Film machen kann. Wenn es ihn denn überhaupt sehen kann. Denn ein großer Teil der Spielfilme wird nie untertitelt oder synchronisiert und also auch nie jenseits der Sprachgrenze gezeigt. Das war in Solothurn ganz deutlich, als gestern die Schweizer Filmpreise vergeben wurden: Die meisten Filme hatten entweder nur die deutschsprachigen oder nur die französischsprachigen Schweizer gesehen, selten beide... Dass die Schweizer beim Erlernen der Sprache der anderen so träge sind, ist nicht sehr hilfreich. In der französischsprachigen Schweiz werden nicht-synchronisierte Filme im besten Falle von Besuchern der Programmkinos wahrgenommen. Das gilt für Filme aus Zürich oder Sankt Gallen ebenso wie für Filme aus dem Senegal."
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Tribune de Genève - Schweiz | Mittwoch, 11. Januar 2006
Die Zeitung befasst sich mit dem Erfolg des Schwyzerdütsch in der Schweiz - ein Phänomen, über das das Forum Helveticum, ein Zusammenschluss zur Förderung des ... » mehr
Die Zeitung befasst sich mit dem Erfolg des Schwyzerdütsch in der Schweiz - ein Phänomen, über das das Forum Helveticum, ein Zusammenschluss zur Förderung des Dialogs in der Schweiz, mehrere Studien veröffentlicht hat. "Der alemannische Dialekt ist sehr in Mode und verdrängt immer mehr die Sprache Goethes... Forum Helveticum hält das für beunruhigend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass diejenigen, die die Schule früh verlassen, manchmal erhebliche Wissenslücken haben. Außerdem gibt es Schwierigkeiten beim Kontakt mit sprachlichen Minderheiten im Land und mit Ausländern, wenn man mit ihnen Schwyzerdütsch spricht. Ist der Dialekt also ein Gefängnis? Vielleicht. Aber die Verjüngung dieses Dialekts kann auch als eine Chance gesehen werden... Die sprachliche Vielfalt, kompliziert und chaotisch wie sie ist, hat ihren Preis. Aber es ist auch der Preis einer echten kulturellen Vielfalt."
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Regionalsprachen, Minderheitensprachen und Dialekte
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 17. März 2008
Stefan Ulrich berichtet über die "am wenigsten benutzte Sprache", die es heute noch gibt: » mehr
Stefan Ulrich berichtet über die "am wenigsten benutzte Sprache", die es heute noch gibt: das Zimbrische, einer Mischung aus Bayerisch, Italienisch und Mittelhochdeutsch, das weltweit von ungefähr 1000 Menschen gesprochen wird: "So schien auch der letzte Hort der Zimbern, das auf 1300 Metern Höhe abgelegene Lusern, zu verschwinden oder zu einem ganz normalen italienischen Bergdorf zu werden. Immer mehr Familien zogen fort. Doch es entstand auch eine Art zimbrischer Widerstand... Zur Stärkung seiner Muttersprache will der Bürgermeister [Luigi Nicolussi] Touristen aus Deutschland anlocken. So kam ihm die Idee mit Bruno, dem Problembären, der im Sommer 2006 aus dem Trentino nach Bayern überlief und erschossen wurde. Nicolussi bat die Staatsregierung in München, ihm das ausgestopfte Tier zur Ausstellung zu überlassen. 'Wir sind Altbayern', schrieb der Bürgermeister an den Ministerpräsidenten. Doch die Zimbern seien vom Verschwinden bedroht. 'Beim Kampf ums Überleben kann der tote Bär Bruno einen positiven Beitrag leisten.'"
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Libération - Frankreich | Mittwoch, 13. Dezember 2006
Der Linguist Pierre Encrevé vertritt den Standpunkt, Regional- und Minderheitensprachen kämen in Frankreich zu kurz. "Solange wie es nirgendwo in der Verfassung Erwähnung findet, ist unser unersetzliches linguistisches Erbe in Gefahr... Frankreich singt stets das Hohelied auf seine kulturelle Vielfalt und auf seine Vielsprachigkeit, doch es ist heute eines der wenigen Länder, das die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen nicht ratifiziert hat. Kritiker fordern eine Verfassungsänderung... Die Abgeordneten müssen den ersten Absatz des 2. Artikels in unzweifelhaft demokratischem Sinne umschreiben: » mehr
Der Linguist Pierre Encrevé vertritt den Standpunkt, Regional- und Minderheitensprachen kämen in Frankreich zu kurz. "Solange wie es nirgendwo in der Verfassung Erwähnung findet, ist unser unersetzliches linguistisches Erbe in Gefahr... Frankreich singt stets das Hohelied auf seine kulturelle Vielfalt und auf seine Vielsprachigkeit, doch es ist heute eines der wenigen Länder, das die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen nicht ratifiziert hat. Kritiker fordern eine Verfassungsänderung... Die Abgeordneten müssen den ersten Absatz des 2. Artikels in unzweifelhaft demokratischem Sinne umschreiben: 'Die Sprache der Republik ist das Französische, mit Respekt für die anderen Sprachen Frankreichs'."
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Hufvudstadsbladet - Finnland | Freitag, 28. April 2006
Finnland unterstützt die finnische Kultur und Sprache in Schweden – nun beginnt auch Schweden verstärkt mit der Förderung des Schwedischen in Finnland. Eigentlich ein logischer ... » mehr
Finnland unterstützt die finnische Kultur und Sprache in Schweden – nun beginnt auch Schweden verstärkt mit der Förderung des Schwedischen in Finnland. Eigentlich ein logischer Prozess der Gegenseitigkeit, meint Björn Mansson – aber viele Finnen sehen darin eine Einmischung in innere Angelegenheiten, denn Schwedisch ist in Finnland zweite Landessprache. "Offenbar ist die Frage noch immer heikel, fast zweihundert Jahre nachdem sich Finnland aus der Umarmung von Mutter Svea befreit hat. Natürlich zucken vor allem diejenigen zusammen, die für monokulturelle Staaten nach dem Prinzip 'ein Land, ein Volk, eine Sprache' eintreten – sie sehen den Vorstoß Schwedens als reinen Kulturimperialismus... Finnland ist ein zweisprachiges Land, und es besteht kein Bedarf, mit schwedischer Hilfe neue schwedische Schulen in Finnland zu gründen."
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Sprachen lernen
ABC - Spanien | Freitag, 8. Februar 2008
Eine Umfrage des soziologischen Instituts CIS in Madrid aus dem Jahr 2007 zeigt, dass die meisten Spanier kaum Fremdsprachen beherrschen. Irene Lozano findet: » mehr
Eine Umfrage des soziologischen Instituts CIS in Madrid aus dem Jahr 2007 zeigt, dass die meisten Spanier kaum Fremdsprachen beherrschen. Irene Lozano findet: "Diese Unkenntnis bedeutet nicht nur einen großen Nachteil bei der Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch eine bedauerliche kulturelle Verarmung. Gründe dafür sind die Isolation Spaniens in der Vergangenheit, eine Gelassenheit, die daher rührt, dass die eigene Sprache in einem Großteil der Welt verstanden wird und die Angewohnheit, Filme zu synchronisieren. Aber das alles rechtfertigt den Abstand zum Rest Europas nicht. Im besten Fall müssen wir noch die Hälfte des Wegs zurücklegen, den unsere europäischen Nachbarn bereits hinter sich gebracht haben. Unsere Ausgangssituation ist schwierig, da man noch vor 30 Jahren kaum Fremdsprachen an spanischen Schulen unterrichtet hat. Jetzt müssen wir uns beeilen, sie zu lernen."
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Lidové noviny - Tschechien | Mittwoch, 26. September 2007
"Junge Tschechen hören auf, sich für Deutsch zu interessieren," beobachtet Jana Machalkova. "Die Kinder an den Schulen wollen vor allem Englisch lernen. Als zweite Fremdsprache wählen sie vorzugsweise Spanisch oder Russisch, nicht Deutsch. Die sinkende Popularität der deutschen Sprache macht sich nun auch in den Hochschulen bemerkbar. Der Germanistik-Dekan der Universität Brno (Brünn), Jaroslav Kovar, meint: » mehr
"Junge Tschechen hören auf, sich für Deutsch zu interessieren," beobachtet Jana Machalkova. "Die Kinder an den Schulen wollen vor allem Englisch lernen. Als zweite Fremdsprache wählen sie vorzugsweise Spanisch oder Russisch, nicht Deutsch. Die sinkende Popularität der deutschen Sprache macht sich nun auch in den Hochschulen bemerkbar. Der Germanistik-Dekan der Universität Brno (Brünn), Jaroslav Kovar, meint: 'In ein paar Jahren werden wir nicht einmal mehr Aufnahmeprüfungen brauchen. Wir können dann froh sein, wenn sich überhaupt noch jemand meldet, der Deutsch studieren möchte.' Sollte der Trend weiter anhalten, könnte die Germanistik an den Hochschulen völlig verschwinden, so wie es in Italien und den Niederlanden bereits geschehen ist."
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Le Vif/L'Express - Belgien | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Die Wochenzeitung kritisiert das "sprachliche Desaster" in Belgiens französischsprachiger Gemeinschaft. "Trotz Technologieparks und Spitzentechnologien - wie kann von einer Modernisierung Walloniens die Rede sein, wenn der Großteil der Bevölkerung einsprachig ist?... Während die Welt immer mehrsprachiger wird, hat die kürzlich von Victor Ginsburgh (ULB/UCL) und Shlomo Weber (UCL) unter dem Titel 'Belgiens Sprachendynamik' durchgeführte Umfrage ergeben, dass 57 Prozent der Wallonen lediglich Französisch sprechen. Dies liegt weit über dem europäischen Durchschnitt von 44 Prozent Einsprachigen, der vom Eurobarometer 2006 ermittelt wurde. Ein weiteres Beispiel: » mehr
Die Wochenzeitung kritisiert das "sprachliche Desaster" in Belgiens französischsprachiger Gemeinschaft. "Trotz Technologieparks und Spitzentechnologien - wie kann von einer Modernisierung Walloniens die Rede sein, wenn der Großteil der Bevölkerung einsprachig ist?... Während die Welt immer mehrsprachiger wird, hat die kürzlich von Victor Ginsburgh (ULB/UCL) und Shlomo Weber (UCL) unter dem Titel 'Belgiens Sprachendynamik' durchgeführte Umfrage ergeben, dass 57 Prozent der Wallonen lediglich Französisch sprechen. Dies liegt weit über dem europäischen Durchschnitt von 44 Prozent Einsprachigen, der vom Eurobarometer 2006 ermittelt wurde. Ein weiteres Beispiel: Gerade einmal 16 Prozent der Wallonen sind in der Lage, sich auf Englisch auszudrücken. Dies können hingegen vier von zehn Brüsselern und sogar mehr als fünf von zehn Flamen... Laut Ginsburgh und Weber 'werden die Wallonen international ernsthaft isoliert bleiben'."
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The Daily Telegraph - Großbritannien | Freitag, 25. August 2006
Nach neuen Statistiken nimmt die Zahl von Oberschülern, die eine Fremdsprache lernen, in Großbritannien ab. Die Zeitung reagiert auf Äußerungen der Lehrergewerkschaft, die das als ... » mehr
Nach neuen Statistiken nimmt die Zahl von Oberschülern, die eine Fremdsprache lernen, in Großbritannien ab. Die Zeitung reagiert auf Äußerungen der Lehrergewerkschaft, die das als "absolute Katastrophe" bezeichnet hat. "Die Zuspitzung der Lehrergewerkschaft erregt zwar Aufmerksamkeit. Aber es wäre hilfreicher, wenn man von einer Verarmung unserer Kultur sprechen würde. Denn es gibt zwar sehr überzeugende praktische Gründe, warum man eine Fremdsprache beherrschen sollte - egal, ob es um die Karriere geht oder um Reisen zum Vergnügen. Doch wenn man nur mit der Nützlichkeit argumentiert, ignoriert man einen viel tiefer greifenden Aspekt der Bildung. Man öffnet eine Tür zu einer anderen Ausdrucksweise und erschließt damit auch eine andere Art des Denkens. Sprachen lernen erweitert das Bewusstsein und verhilft wiederum zu einem besseren Verständnis der eigenen Muttersprache. Englisch ist eine wunderbar flexible Sprache mit einem sehr umfangreichen Vokabular, das sich aus lateinischen und germanischen Quellen speist. Doch leider vermittelt seine universelle Rolle den Muttersprachlern das Gefühl, es lohne nicht, eine andere Sprache zu lernen."
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