Supermarkt der Kunst oder Schule des Sehens?
Kunstkritiker bewerten die Biennale, die Documenta, die Skulpturprojekte und die Kunstmesse Art Basel. Die Zeitungen berichten über das Entstehen der großen Ausstellungen oder nehmen diese zum Anlass über die Zukunft der Kunst nachzudenken. Sie analysieren den wachsenden Einfluss der Marktes auf die Kunst.
Über die Ausstellungen
Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 6. Juni 2007
Am 10. Juni beginnt in Venedig die 52. Biennale - unter Leitung des Amerikaners Robert Storr. Der Kunstkritiker Sebastiano Grosso erkennt die Stadt nach einem ... » mehr
Am 10. Juni beginnt in Venedig die 52. Biennale - unter Leitung des Amerikaners Robert Storr. Der Kunstkritiker Sebastiano Grosso erkennt die Stadt nach einem Rundgang kaum wieder. Venedig gleiche einem Zirkus und sei voll von Nebenausstellungen. "Ist eine Biennale ohne Streit vorstellbar? Um Gottes Willen, nein. In Venedig ist der Streit das Lebenselexier." In diesem Jahr ist Streit entbrannt, "weil Venedig immer stärker den internationalen Charakter der Kunst betont und seine Rolle als Initiator und Gastgeber eingebüßt hat... Es gibt Ausstellungen in Häusern und Büros, in ausrangierten Kirchen, in den Innenhöfen der Palazzi, in privaten Galerien. Die Kunstszene wird immer vielfältiger. Die ganze Stadt kann man mieten – und die Inseln noch dazu."
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Télérama - Frankreich | Mittwoch, 30. Mai 2007
Die Künstlerin Sophie Calle wird Frankreich diesen Sommer bei der Biennale in Venedig vertreten. Im Interview mit Erwan Desplanques et Virginie Félix spricht sie über ihre Arbeit und über ihren Wettbewerbsbeitrag, der von Liebeskummer inspiriert ist. "Vor zweieinhalb Jahren habe ich einen Brief bekommen, der die Beziehung beendete. Ich hatte schon bemerkt, dass es mir hilft, Distanz zu schaffen, und ich schmerzhafte Situationen besser bewältige, wenn ich solche Ereignisse meines Lebens spielerisch verarbeite. Ich habe mir also diesen Brief vorgeknöpft. Und es hat geklappt: » mehr
Die Künstlerin Sophie Calle wird Frankreich diesen Sommer bei der Biennale in Venedig vertreten. Im Interview mit Erwan Desplanques et Virginie Félix spricht sie über ihre Arbeit und über ihren Wettbewerbsbeitrag, der von Liebeskummer inspiriert ist. "Vor zweieinhalb Jahren habe ich einen Brief bekommen, der die Beziehung beendete. Ich hatte schon bemerkt, dass es mir hilft, Distanz zu schaffen, und ich schmerzhafte Situationen besser bewältige, wenn ich solche Ereignisse meines Lebens spielerisch verarbeite. Ich habe mir also diesen Brief vorgeknöpft. Und es hat geklappt: Das künstlerische Projekt hat die Leere ersetzt. Die Idee hat mich in ein solches Fieber versetzt, dass ich schon Angst hatte, dass dieser Mann wiederkommt. Für die Biennale habe ich dann Frauen gebeten, den Brief gemäß ihrem Beruf zu interpretieren. Die Korrektorin korrigiert die Zeichensetzung, die Kreuzworträtsel-Schreiberin ersinnt ein Kreuzworträtsel und die Kriminologin erstellt ein Phantombild des Verfassers."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 17. Juli 2007
Ferran Adrià ist der erste Koch, der als Künstler an einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst – der Kasseler Documenta - teilnimmt. Pro Tag wird ein Documenta-Besucher ausgewählt, der zum Kunstspeisen in Adriàs katalanisches Restaurant "El Bulli" reisen darf. Merten Worthmann war dabei: » mehr
Ferran Adrià ist der erste Koch, der als Künstler an einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst – der Kasseler Documenta - teilnimmt. Pro Tag wird ein Documenta-Besucher ausgewählt, der zum Kunstspeisen in Adriàs katalanisches Restaurant "El Bulli" reisen darf. Merten Worthmann war dabei: "Adrià geht konzeptuell vor. Immer wieder versucht er, Gerichte aus 'Abfallprodukten' zu komponieren, zum Beispiel ein Risotto aus Gurkensamen mit getrockneter Gurkenhaut. Oder Nicht-Essbares aufzutischen, einen Klotz Vulkangestein etwa, der sich als Biscuit aus schwarzem Sesam herausstellt... Nach viereinhalb Stunden sind die beiden Documenta-Besucher beim Kaffee angekommen. Wie war's? Überfordernd. Anregend. Grandios. War es Kunst? Schwer zu sagen; aber es war bestimmt eine künstlerische Erfahrung. Der Mann sagt: 'Manche Dinge schmeckt man plötzlich wieder in einer Reinheit und Intensität, als wäre es ein Drogenerlebnis'. Die Frau sagt: 'Ich habe selten beim Essen so viel darüber nachgedacht, was dieses Essen überhaupt war.'"
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Polityka - Polen | Mittwoch, 4. Juli 2007
"Würde die Documenta in Kassel Preise verleihen, Zmijewski wäre mein Favorit", schreibt Piotr Sarzynski über den polnischen Künstler Artur Zmijewski und dessen 15-minütiges Video "Oni" (Sie). Vier höchst unterschiedliche Gruppen waren an dem Werkstattprojekt beteiligt: » mehr
"Würde die Documenta in Kassel Preise verleihen, Zmijewski wäre mein Favorit", schreibt Piotr Sarzynski über den polnischen Künstler Artur Zmijewski und dessen 15-minütiges Video "Oni" (Sie). Vier höchst unterschiedliche Gruppen waren an dem Werkstattprojekt beteiligt: Hörerinnen des ultrarechten Radio Maryja, Mitglieder der rechtsextremen Allpolnischen Jugend, Angehörige einer linken Organisation und eine Gruppe junger polnischer Juden. Sarzynski beschreibt das Projekt: "Jede Gruppe bereitet eine Arbeit vor, die ihre ideologische Orientierung zum Ausdruck bringen soll. Die älteren Damen malen eine Kirche, die Mitglieder der Allpolnischen Jugend das Schwert der polnischen Könige mit der Nationalfahne, die Juden eine Karte mit der Aufschrift 'Polen' auf Hebräisch, die Linken den Spruch 'Freiheit'... Die anfängliche Toleranz weicht zunehmender Aggression. Die Teilnehmer zerschneiden sich gegenseitig die T-Shirts und zünden schließlich die 'feindlichen Arbeiten' an... Die letzte Szene zeigt nach dem Treffen ein Bild der Zerstörung. Eine ausgesprochen suggestive Arbeit."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 22. Juni 2007
Nicht nur, dass die Kasseler Straßenreinigung das Kunstwerk der chilenischen Künstlerin Lotty Rosenfeld entfernte - auch mit den Naturgewalten hat die documenta in Kassel zu kämpfen. Das populärste Kunstwerk der Ausstellung, Ai Weiweis Skulptur "Template" - ein aus alten Türen und Fenstern, die dem chinesischen Bauboom zum Opfer fielen, gebauter Turm - ist nach einem Unwetter zusammengestürzt. Der Künstler aus China findet sein Kunstwerk nun besser und auch Niklas Maak ist angetan: » mehr
Nicht nur, dass die Kasseler Straßenreinigung das Kunstwerk der chilenischen Künstlerin Lotty Rosenfeld entfernte - auch mit den Naturgewalten hat die documenta in Kassel zu kämpfen. Das populärste Kunstwerk der Ausstellung, Ai Weiweis Skulptur "Template" - ein aus alten Türen und Fenstern, die dem chinesischen Bauboom zum Opfer fielen, gebauter Turm - ist nach einem Unwetter zusammengestürzt. Der Künstler aus China findet sein Kunstwerk nun besser und auch Niklas Maak ist angetan: "Interpretationsfreudige Ruinenbesucher könnten sagen: Aus Teilen der zerstörten alten Häuser machte Ai eine Skulptur, wandelte die Destruktionsenergie der Globalisierung also in eine neue, sinnbefreit schöne Form um; dieses Kunstwerk wird nun von der klimaveränderungsgebeutelten Natur noch einmal verformt... Produktives Scheitern ist ein Grundmotiv dieser documenta - in diese Kunstgeschichte des Aufgebens und der durch Deformation befreiten Form passt auch Ai Weiweis zusammengestürzte Bauschrottkathedrale. So gesehen, haben die Wettergötter Roger M. Buergel und seiner documenta am Ende das perfekte Kunstwerk beschert."
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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Freitag, 15. Juni 2007
Elke Buhr hat die am Samstag beginnende Documenta in Kassel vorab besichtigt: » mehr
Elke Buhr hat die am Samstag beginnende Documenta in Kassel vorab besichtigt: "Die 'Migration der Form' hatten der künstlerische Leiter Roger M. Buergel und seine Kuratorin Ruth Noack zum zentralen Inszenierungsprinzip ihrer Documenta12 gemacht. Sie wollten zeigen, wie Formen wandern, durch die Zeit und von Kultur zu Kultur; sie wollten untersuchen, wie ähnliche ästhetische Lösungen auf unterschiedliche Weise mit Kontexten und Inhalten paktieren. Und wo das gelingt, ist der Effekt atemberaubend... So zeigt die Documenta 12 nicht nur die Avantgarde von heute - sie tut auch das, und zwar mit einem internationalen Blick, der längst nicht mehr angestrengt wirkt -, sondern sie zeigt auch, auf wessen Schultern diese Künstlerinnen und Künstler stehen. Sie reicht nicht nur die weibliche Seite der jüngeren Kunstgeschichte, sondern auch die Avantgarden Osteuropas nach und gibt, bei aller Sprödigkeit, die sich da manchmal breit macht, ihren Besuchern die Mittel an die Hand, um auch bei den strukturalistischen Abstraktionen noch das Schöne, die spezifische Ästhetik zu sehen."
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Die Welt - Deutschland | Donnerstag, 10. Mai 2007
Der spanische Spitzen-Koch Ferran Adrià, der das Restaurant El Bulli an der Costa Brava führt, nimmt an der diesjährigen Documenta in Kassel teil. Im Interview mit Lothar Schmidt spricht er über sein Projekt für die Ausstellung. "Was Kunst ist oder nicht, ist eine Debatte, die seit Jahrhunderten geführt wird. Auch die Kochkunst existiert schon lange. Es gibt dazu zwei einfache Antworten. Erstens: » mehr
Der spanische Spitzen-Koch Ferran Adrià, der das Restaurant El Bulli an der Costa Brava führt, nimmt an der diesjährigen Documenta in Kassel teil. Im Interview mit Lothar Schmidt spricht er über sein Projekt für die Ausstellung. "Was Kunst ist oder nicht, ist eine Debatte, die seit Jahrhunderten geführt wird. Auch die Kochkunst existiert schon lange. Es gibt dazu zwei einfache Antworten. Erstens: Etwas ist Kunst, wenn die Kunstwelt entscheidet, dass es Kunst ist. Die Fotografie zum Beispiel wurde nicht als Kunst betrachtet, bis jemand sagte, 'Hört mal zu, ab jetzt kann die Fotografie Kunst sein.' Oder die Mode, das Kino usw. Die andere Antwort ist: Kunst ist, was der Einzelne entscheidet, was Kunst sein soll... Mir ist es egal ob die Hohe Küche Kunst ist oder nicht - da bin ich mit Roger Buergel, dem Direktor der Documenta, einer Meinung. Die Reflexion darüber, das ist das Gute an der Einladung. Die Erfahrung, die man in einigen Restaurants macht, ist vergleichbar mit Erfahrungen, die man in der Welt der Kunst hat."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 3. April 2007
Der chinesische Künstler Ai Weiwei erklärt Henrik Bork im Interview, warum er für sein Projekt "Fairytale" 1001 Chinesen zur Documenta nach Kassel bringt. "Was mich ... » mehr
Der chinesische Künstler Ai Weiwei erklärt Henrik Bork im Interview, warum er für sein Projekt "Fairytale" 1001 Chinesen zur Documenta nach Kassel bringt. "Was mich an Kassel interessiert, ist, was dort mit einem 18-jährigen Mädchen passiert, das aus der Provinz Gansu im Nordwesten kommt, dort auf einem Feld Kartoffeln anbaut. Oder mit den Frauen einer Minderheit aus der entfernten Provinz Guangxi, die bisher nicht einmal eigene Namen hatten. Sie mussten sich welche geben lassen, für ihre Reisepässe. Sie entdecken gerade, dass ein Name zu mehr zu gebrauchen ist, als sich damit vom Ehemann rufen zu lassen. All dies wird gerade von einigen der besten Dokumentarfilmer und Schriftsteller unseres Landes dokumentiert. Es ist dieser Prozess, der mich am meisten interessiert. Am Schluss treffen wir uns dann alle zu einer großen Party in Kassel."
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Die Welt - Deutschland | Freitag, 24. Februar 2006
"So früh war noch keiner", bemerkt Uta Baier anlässlich einer Pressekonferenz, auf der Roger M. Buergel, Chef der Kasseler Weltkunstausstellung "Documenta" im Jahr 2007, gemeinsam mit seiner Kuratorin Ruth Noack erste Künstlernamen bekannt gab: » mehr
"So früh war noch keiner", bemerkt Uta Baier anlässlich einer Pressekonferenz, auf der Roger M. Buergel, Chef der Kasseler Weltkunstausstellung "Documenta" im Jahr 2007, gemeinsam mit seiner Kuratorin Ruth Noack erste Künstlernamen bekannt gab: Ferran Adria, Ricardo Basbaum, Imogen Stidworthy und Artur Zmijewski. "Es wird also irgendwie um Tradition, um Verletzlichkeit und Glück des Lebens und um Bildung gehen", schreibt Baier. "Da fügt sich der spanische Starkoch Ferran Adria perfekt ein. Die meisten nennen ihn den aufregendsten, phantasievollsten, verrücktesten Koch der Welt... Über die 'langweilige Frage', ob Kochen Kunst ist, will Buergel dabei nicht reden: 'Wir sind uns doch einig, dass auch nicht jedes Ölbild Kunst ist.'"
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taz - Deutschland | Samstag, 16. Juni 2007
Alle zehn Jahre findet in Münster die Ausstellung "Skulptur Projekte" statt, bei der überall in der Stadt Skulpturen und Installationen vertraute Ansichten verändern. Dem Kurator ... » mehr
Alle zehn Jahre findet in Münster die Ausstellung "Skulptur Projekte" statt, bei der überall in der Stadt Skulpturen und Installationen vertraute Ansichten verändern. Dem Kurator Kasper König sei auch diesmal "eine exquisite Ausstellung mit behutsam tastenden, dabei präzisen und klugen Arbeiten gelungen", findet Henrike Thomsen - darunter eine üppig ausgestattete öffentliche Toilette von Hans-Peter Feldmann oder eine umgekehrte Pyramide von Bruce Nauman. "Der Bannkreis, den die Gegenwartskunst diesmal um die Traditionsstadt Münster schlägt, ist hauchzart und fast unsichtbar, eher wie ein feiner Riss, durch den Verdrängtes und Unerwünschtes dringen, aber auch neue Perspektiven und Poesie. Das treffendste künstlerische Manifest dazu ist der Faden, den Mark Wallinger rund um die Altstadt gespannt hat, hoch über dem Gewusel der Straßen und scheinbar mitten durch die Häuser hindurchgehend. Die Frage nach Grenzziehungen, nach Drinnen und Draußen, könnte beiläufiger nicht gestellt werden."
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Über die Kunstmesse Art Basel
Le Temps - Schweiz | Montag, 18. Juni 2007
Laurent Wolf zieht eine Bilanz der Kunstmesse Art Basel, die gestern zu Ende gegangen ist. "So viel Malerei hat es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben. Und noch nie war das Verhältnis der Malerei zu den anderen Ausdrucksformen so klar und so friedlich. Man entdeckt überall dieselben Themen, man bedient sich derselben Motive: » mehr
Laurent Wolf zieht eine Bilanz der Kunstmesse Art Basel, die gestern zu Ende gegangen ist. "So viel Malerei hat es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben. Und noch nie war das Verhältnis der Malerei zu den anderen Ausdrucksformen so klar und so friedlich. Man entdeckt überall dieselben Themen, man bedient sich derselben Motive: die Explosion der Städte, die Gewalt in den Vororten, die Natur und ihre Zerstörung, das Begehren, der Körper... Es ist, als wäre es wieder möglich, ein Motiv oder ein Werk über das Experimentieren zu stellen - entweder, weil die Künstler die neuen Techniken gut beherrschen, oder weil es die Weiterentwicklung der neuen Techniken leichter gemacht hat, sie einzusetzen. Der Versöhnung der Ausdrucksmittel entspricht eine politische und ideologische Kehrtwende... Offenbar geht es, in der Kunst wie anderswo, nicht mehr darum, die Welt zu verändern, sondern sie so zu sehen, wie sie ist. Es geht darum, die Welt zu interpretieren - manchmal mit einem Anflug von Revolte oder von Panik, oft aber sogar mit Melancholie. Die Kunst ist vollkommen konsensfähig geworden, sie hat aufgehört, aggressiv zu sein."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Mittwoch, 13. Juni 2007
Philipp Meier hat sich auf der Basler Kunstmesse umgesehen und kommt zu dem Schluss: » mehr
Philipp Meier hat sich auf der Basler Kunstmesse umgesehen und kommt zu dem Schluss: "Entdeckungen lassen sich hier immer seltener machen, es regiert der Kommerz, und gehandelt werden die Blue Chips des Markts. Was an den rund 300 Galerieständen feilgeboten wird, ist viel marktgängige und teure Kunst, zumeist zugeschnitten für den privaten Wohnbereich. Experimente lagern die Aussteller in die Sektoren Art Unlimited mit sperriger Großkunst und Art Statements mit jüngsten Positionen aus, die erstmals in einer Halle vereint sind... Hier können etwa vom Messerummel erhitzte Gemüter vor einer gigantischen Endlosschlaufe mit dem Titel 'Forever and Ever' von Mark Wallinger über die Wertbeständigkeit ihrer Kunst-Trophäen sinnieren."
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Über den Kunstmarkt
Le Monde - Frankreich | Dienstag, 17. Juli 2007
Auf dem boomenden Markt für zeitgenössische Kunst haben Spekulanten Einzug gehalten, stellen Harry Bellet und Emmanuel de Roux fest. "Der Insiderhandel, der den Börsianer ... » mehr
Auf dem boomenden Markt für zeitgenössische Kunst haben Spekulanten Einzug gehalten, stellen Harry Bellet und Emmanuel de Roux fest. "Der Insiderhandel, der den Börsianer sonst ins Gefängnis bringt, wird hier zur Tugend erklärt. Zu wissen, welche Künstler im nächsten Sommer angesagt sind, bringt viel ein - und zwar ganz legal. Ohne so weit zu gehen wie François Pinault, der sich mit Christie's einen der größten Akteure des Planeten und eine unersetzliche Informationsquelle geleistet hat, investieren zahlreiche Geschäftsmänner in Galerien, um die ersten auf der Liste zu sein. 'Der Kunstmarkt ist der letzte große nicht-regulierte Markt', hatte der Manhattener Staatsanwalt Peter R. Stern 2005 in der Zeitschrift Artnewspaper erklärt. Und das nicht etwa, um Angst unter den Finanzleuten zu verbreiten, die sich durch die Regeln an den Börsen eingeschränkt fühlen, sondern ganz im Gegenteil."
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The Guardian - Großbritannien | Donnerstag, 28. Juni 2007
Nach dem alle Rekorde brechenden Verkauf eines Werkes von Damien Hirst letzte Woche, denkt Charlotte Higgens über den wachsenden Einfluss des Geldes auf die zeitgenössische Kunst nach: » mehr
Nach dem alle Rekorde brechenden Verkauf eines Werkes von Damien Hirst letzte Woche, denkt Charlotte Higgens über den wachsenden Einfluss des Geldes auf die zeitgenössische Kunst nach: "Es gibt viele, die sich über den Aufschwung freuen - immerhin können Künstler nun zunehmend gut leben... Dennoch gibt es eine Schere des Reichtums - zwischen Sammlern und Künstlern, zwischen Künstlern, die hohe Preise verlangen können, und anderen, die weniger kommerziell erfolgreich sind, und - vielleicht am nachteiligsten für den normalen Kunstliebhaber - zwischen reichen Einzelpersonen und öffentlichen Institutionen... Das wirkliche Problem ist, dass staatliche Museen auf dem Markt nicht mehr mitbieten können. Sie können es sich nicht mehr leisten... Aber sie müssten dringend die Möglichkeit haben, Kunst zu kaufen, wenn sie an den Erfolg des zurückliegenden Jahrzehnts anknüpfen wollen."
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The Times - Großbritannien | Freitag, 26. Januar 2007
Der Kunstkritiker Ben Macintyre hat fünf Pfund in einen virtuellen Pinselstrich eines Gemäldes von William Turner investiert. Das Bild "The Blue Rigi" steht im Internet zum Verkauf. Im vergangenen Jahr war es von einem privaten Käufer, vermutlich einem Amerikaner, für 5,8 Millionen Pfund erworben worden. Der britische Kulturminister David Lammy hatte daraufhin ein zeitweiliges Exportverbot für den Turner verfügt. Bis zum 20. März muss nun soviel Geld gesammelt werden, dass der Kaufpreis zusammenkommt, dann könnte das Bild im Land verbleiben. Ben Macintyre schreibt: » mehr
Der Kunstkritiker Ben Macintyre hat fünf Pfund in einen virtuellen Pinselstrich eines Gemäldes von William Turner investiert. Das Bild "The Blue Rigi" steht im Internet zum Verkauf. Im vergangenen Jahr war es von einem privaten Käufer, vermutlich einem Amerikaner, für 5,8 Millionen Pfund erworben worden. Der britische Kulturminister David Lammy hatte daraufhin ein zeitweiliges Exportverbot für den Turner verfügt. Bis zum 20. März muss nun soviel Geld gesammelt werden, dass der Kaufpreis zusammenkommt, dann könnte das Bild im Land verbleiben. Ben Macintyre schreibt: "Es wird immer einen Konflikt zwischen den Anforderungen des Marktes und den Bedürfnissen der Kultur geben. Man kann den freien Kunstmarkt nicht daran hindern, sich genau so zu verhalten wie andere Märkte auch, und man sollte es auch nicht. Dennoch gibt es verschiedene (wenn auch teure) Möglichkeiten, das Gleichgewicht zugunsten unserer Museen zu beeinflussen. Für den Anfang sollte es für jede individuelle Kunstschenkung an das Land Steuererleichterungen von mindestens 40 Prozent geben. In Frankreich gibt es einen Nachlass von 90 Prozent."
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Le Soir - Belgien | Donnerstag, 30. November 2006
Der belgische Maler Jacques Charlier, ein erklärter Autodidakt, beklagt in einem Interview mit Dominique Legrand, Geld spiele auf dem Kunstmarkt eine verhängnisvolle Rolle. "Die Kunstszene, die erst von Sammelwut beherrscht war, ist nun ins Mystische gedriftet. Saatchi in London oder François Pinault vom Palazzo Grassi haben das verstanden. Wie macht man sich in einer elitären Szene bemerkbar, in der Kunst darauf hinaus läuft, dass man die teuersten oder angesehensten Werke besitzt? Diese Menschen glauben, sie könnten die Kunstproduktion mit ihrem Geld kontrollieren. In den Kunsthochschulen wird ein wahres Söldnerheer herangezogen... Im 19. Jahrhundert durfte der Künstler bestimmen, welche Werke er schuf. Dann zeigte man ihn in einer Galerie. Der erste Test war der Sammler, dann erst kam es zum Erfolg im Museum. Jetzt ist die Pyramide umgekehrt: » mehr
Der belgische Maler Jacques Charlier, ein erklärter Autodidakt, beklagt in einem Interview mit Dominique Legrand, Geld spiele auf dem Kunstmarkt eine verhängnisvolle Rolle. "Die Kunstszene, die erst von Sammelwut beherrscht war, ist nun ins Mystische gedriftet. Saatchi in London oder François Pinault vom Palazzo Grassi haben das verstanden. Wie macht man sich in einer elitären Szene bemerkbar, in der Kunst darauf hinaus läuft, dass man die teuersten oder angesehensten Werke besitzt? Diese Menschen glauben, sie könnten die Kunstproduktion mit ihrem Geld kontrollieren. In den Kunsthochschulen wird ein wahres Söldnerheer herangezogen... Im 19. Jahrhundert durfte der Künstler bestimmen, welche Werke er schuf. Dann zeigte man ihn in einer Galerie. Der erste Test war der Sammler, dann erst kam es zum Erfolg im Museum. Jetzt ist die Pyramide umgekehrt: der Kurator wird zum Galeristen. Unzählige Künstler hängen von diesem Sammlertypus ab, der vorschreibt, was zu tun ist."
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ABC - Spanien | Freitag, 10. November 2006
"Auf dem Kunstmarkt wird wieder spekuliert", stellt die Zeitung fest und listet mehrere Rekordversteigerungen auf, die es in den vergangenen Wochen gegeben hat, darunter den ... » mehr
"Auf dem Kunstmarkt wird wieder spekuliert", stellt die Zeitung fest und listet mehrere Rekordversteigerungen auf, die es in den vergangenen Wochen gegeben hat, darunter den Verkauf eines Werkes von Jackson Pollock, das für rund 110 Millionen Euro veräußert wurde. "Kunst ist eine rentable Investition geworden, die innerhalb kurzer Zeit große Gewinne verspricht. Es gibt zwar noch Ausnahmen, doch die traditionellen Mäzene und die in Schönheit der Kunst verliebten Sammler machen Investoren mit rein wirtschaftlichen Interessen Platz, die Bilder und Skulpturen in reinen Tauschwert verwandeln. Es ist sogar normal geworden, dass Werke, die zum Goldpreis gekauft wurden, für Jahre aus dem Verkehr gezogen werden. Die Öffentlichkeit hat also nichts davon und muss sich damit begnügen, diesen Marktmechanismen ohnmächtig zuzusehen."
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The Guardian - Großbritannien | Freitag, 13. Oktober 2006
"Frieze ist das Ereignis im Londoner Kalender, bei dem sich Kommerz und Kunst ganz ungeniert und schamlos vermischen", schreibt Charlotte Higgins über die größte britische Kunstmesse, die tausende Kunstwerke aus aller Welt präsentiert. "Ein Stand kostet umgerechnet mindestens 10.000 Euro... Aber der Verkauf, vom Prestige und den Gelegenheiten zum Networking ganz abgesehen, ist es wert. Der Umsatz der Messe lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet 50 Millionen Euro. Die Organisatoren bezeichneten das lediglich als Spitze des Eisbergs - angesichts der Umsätze nach der Messe... Sir Nicholas Serota, der Direktor von Tate, sagte: » mehr
"Frieze ist das Ereignis im Londoner Kalender, bei dem sich Kommerz und Kunst ganz ungeniert und schamlos vermischen", schreibt Charlotte Higgins über die größte britische Kunstmesse, die tausende Kunstwerke aus aller Welt präsentiert. "Ein Stand kostet umgerechnet mindestens 10.000 Euro... Aber der Verkauf, vom Prestige und den Gelegenheiten zum Networking ganz abgesehen, ist es wert. Der Umsatz der Messe lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet 50 Millionen Euro. Die Organisatoren bezeichneten das lediglich als Spitze des Eisbergs - angesichts der Umsätze nach der Messe... Sir Nicholas Serota, der Direktor von Tate, sagte: 'Das hier ist nur ein Ausschnitt der Kunstwelt. Künstler müssen leben, und Frieze ist ein Teil dessen, was im Kunsthandel passiert. Man darf das nicht mit dem vergleichen, was in Museen geschieht. Frieze ist nicht unbedingt repräsentativ für das, was in der Kunstwelt oder auf dem Kunstmarkt geschieht.'"
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La Libre Belgique - Belgien | Mittwoch, 21. Juni 2006
Ein Bild des österreichischen Malers Gustav Klimt ist für 135 Millionen Dollar verkauft worden und hat damit den höchsten Preis erzielt, der je bei einer Auktion erreicht wurde. Die Tageszeitung befragt den Vorsitzenden der Stiftung Belgacom Art, Baudoin Michiels, über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftszyklen und dem aktuellen Boom des Kunstmarktes: » mehr
Ein Bild des österreichischen Malers Gustav Klimt ist für 135 Millionen Dollar verkauft worden und hat damit den höchsten Preis erzielt, der je bei einer Auktion erreicht wurde. Die Tageszeitung befragt den Vorsitzenden der Stiftung Belgacom Art, Baudoin Michiels, über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftszyklen und dem aktuellen Boom des Kunstmarktes: "Die enorme Liquidität und die niedrigen Zinsen begünstigen diesen Markt. Allerdings ist das Angebot begrenzt. Daher gibt es eine natürliche ökonomische Anpassung der Preise für die Kunstwerke. Auch die Galerien, Kunstzeitschriften und internationalen Auktionshäuser mit ihren Marketingtechniken leisten ihren Beitrag dazu. Aber vergessen wir nicht das Wesentliche: die Kunst erlaubt uns, von Werken umringt zu sein, die uns am Leben halten und anregen."
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Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 15. Dezember 2005
So überdreht und wirklichkeitsfern wie im Moment ist es auf dem internationalen Kunstmarkt noch nie zugegangen, stellt Hanno Rauterberg fest. Zeitgenössische Künstler werden heute teurer gehandelt als Monet und Rubens, Beckmann oder Turner. "Was einst mit der New Economy unterging, lebt heute in der Kunstwelt weiter: » mehr
So überdreht und wirklichkeitsfern wie im Moment ist es auf dem internationalen Kunstmarkt noch nie zugegangen, stellt Hanno Rauterberg fest. Zeitgenössische Künstler werden heute teurer gehandelt als Monet und Rubens, Beckmann oder Turner. "Was einst mit der New Economy unterging, lebt heute in der Kunstwelt weiter: die Begeisterung für den Markt und die Vorstellung, dass selbst mit dürren Ideen eine pralle Zukunft zu gewinnen sei. Auch die neue Hemdsärmeligkeit scheint von damals zu stammen. War der Handel mit Kunst lange etwas Diskretes, so werden nun dank der neuen Auktionen ständig aktualisierte Preislisten für Gegenwartskunst in den Markt hinausgepustet. Seither verwandelt sich die Diskussion über Kunst in eine Diskussion über Rekorde und Anlagen. Schleichend wird das Geld für viele zur eigentlichen Verlockung, sich mit Kunst zu befassen."
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Über Kunst allgemein
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 29. Juni 2007
Das Museum ist die "Herzkammer" der zeitgenössischen Kunst, meint Thomas Wagner, der die drei großen Ausstellungen dieses Sommers, die Biennale in Venedig, die documenta 12 ... » mehr
Das Museum ist die "Herzkammer" der zeitgenössischen Kunst, meint Thomas Wagner, der die drei großen Ausstellungen dieses Sommers, die Biennale in Venedig, die documenta 12 in Kassel und die "Skulptur Projekte" in Münster besucht hat. "Das Museum ist der Ort, der viele Zeiten einsammelt, an dem Unterschiede sichtbar werden, sich Verbindungen über Jahrhunderte hinweg ergeben und die Dinge zur Ruhe kommen, weil sie dem Markt langfristig entzogen sind. Natürlich umgreift die Institution des Kunstmuseums nicht alles; und gerade die Schausammlungen stecken selbst in der Krise. Gleichwohl scheint eine zeitgenössische Kunst, der es zwar an historischer Dimension, nicht aber an Zustimmung mangelt, insgeheim nach einem Maßstab zu verlangen, der sich allein aus der Gegenwart nicht gewinnen lässt. Auch der Markt braucht das Überzeitliche, um sortieren zu können."
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Berliner Zeitung - Deutschland | Dienstag, 12. Juni 2007
Angesichts des "heißen Kunstsommers" mit der Biennale, der Art Basel, der Documenta in Kassel und der Skulpturenschau in Münster, überlegt Sebastian Preuss, warum die zeitgenössische Kunst zu einem Massenphänomen geworden ist. "Mehr als die E-Musik, das Theater oder die Literatur mobilisiert sie ein breites Publikum zwischen Bildungsbürgern und Salon-Punks, Private-Equity-Milliardären und Postbeamten... Aber was macht die zeitgenössische Kunst, die doch unbequem statt gefällig, radikal statt bürgerlich sein will, so attraktiv für Jung und Alt, für den Groß- wie für den Kleinbürger? ... Egal, was es ist: » mehr
Angesichts des "heißen Kunstsommers" mit der Biennale, der Art Basel, der Documenta in Kassel und der Skulpturenschau in Münster, überlegt Sebastian Preuss, warum die zeitgenössische Kunst zu einem Massenphänomen geworden ist. "Mehr als die E-Musik, das Theater oder die Literatur mobilisiert sie ein breites Publikum zwischen Bildungsbürgern und Salon-Punks, Private-Equity-Milliardären und Postbeamten... Aber was macht die zeitgenössische Kunst, die doch unbequem statt gefällig, radikal statt bürgerlich sein will, so attraktiv für Jung und Alt, für den Groß- wie für den Kleinbürger? ... Egal, was es ist: Das Publikum greift die Formen und Botschaften der Kunst voller Begeisterung auf. Es lässt sich selbst dann nicht verschrecken, wenn die Kunst hässlich oder unverständlich ist oder den Betrachter in seiner Schaulust verhöhnt. Wer sich heute für Pop, Mode, Stil interessiert, für den ist auch die zeitgenössische Kunst fester Bestandteil des Alltags... Die Kunst verkörpert eine unerfüllte Sehnsucht nach Ausbruch und Unbotmäßigkeit, nach individueller Erfüllung, aber auch nach Zugehörigkeit zu einer Sphäre, die den meisten in ihrem Alltag verschlossen ist."
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Le Monde - Frankreich | Freitag, 8. Juni 2007
"112 Biennalen zeitgenössischer Kunst gibt es zur Zeit auf der Welt. Moderne Kunst erzielt heute ein globales exponentielles Wachstum. In diesem Juni sind in Europa ... » mehr
"112 Biennalen zeitgenössischer Kunst gibt es zur Zeit auf der Welt. Moderne Kunst erzielt heute ein globales exponentielles Wachstum. In diesem Juni sind in Europa Venedig, Kassel und Münster wichtig. Aber das Phänomen ist ein globales", meint Emmanuelle Lequeux. "Lyon, Berlin, Istanbul, Moskau, Sharjah, Turin, Shanghai, Havanna, Sidney, Dakar, Taipeh und sogar Ushuaia... Man kann die Städte gar nicht mehr zählen, die diese Mega-Ausstellungen ausrichten, und das Phänomen breitet sich vor allem in Asien immer weiter aus... Um was geht es? [Die Ausstellungen] zielen über die Ästhetik hinaus, wollen politisch, geostrategisch, wirtschaftlich sein. Städte finden Biennalen deshalb so gut, weil sie ihr Image wunderbar aufpolieren... Man kann zeigen, dass man beim internationalen Spiel dabei ist - das ist die Botschaft, die bei den Biennalen vermittelt wird. Die zeitgenössische Kunst ist wie das Englische zu einer universellen Sprache geworden."
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