Integration oder Abgrenzung?
Journalisten berichten über Bauprojekte für Moscheen in den europäischen Städten, diskutieren über die neue Sichtbarkeit des Islam und über Gefahren und Möglichkeiten der geplanten Gotteshäuser und religiösen Zentren.
Stimmen für Moscheeneubauten
El Periódico de Catalunya - Spanien | Dienstag, 14. August 2007
Xavier Febrés stellt fest, dass es in verschiedenen europäischen Städten Angst vor neuen Moscheebauten gibt. "Woher diese Beunruhigung? Die Muslime haben ein Recht darauf, Kultstätten ... » mehr
Xavier Febrés stellt fest, dass es in verschiedenen europäischen Städten Angst vor neuen Moscheebauten gibt. "Woher diese Beunruhigung? Die Muslime haben ein Recht darauf, Kultstätten zu errichten und aus den alten Gebetsräumen, die in Garagen oder Geschäften untergebracht waren, auszuziehen. Wenn sich manche europäische Städte durch den Bau von Minaretten verändern, dann bedeutet das keinen größeren multikulturellen Wandel als den, den unsere Gesellschaft im Alltag ohnehin schon erlebt... Der Multikulturalismus unserer Städte tut der europäischen Gesellschaft gut - unter der Bedingung, dass diese Gesellschaft die Dynamik und das Erfolgsstreben der Immigranten, die aus anderen Regionen mit anderen Religionen kommen, in angemessener Weise integriert."
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Die Welt - Deutschland | Freitag, 8. Juni 2007
Mariam Lau nimmt Stellung zum Streit um den Bau von Moscheen in Deutschland und weist Kritiker wie Necla Kelek und Ralph Giordano darauf hin, dass Religionsfreiheit weder an Vorleistungen noch an Stimmungen geknüpft sein kann: » mehr
Mariam Lau nimmt Stellung zum Streit um den Bau von Moscheen in Deutschland und weist Kritiker wie Necla Kelek und Ralph Giordano darauf hin, dass Religionsfreiheit weder an Vorleistungen noch an Stimmungen geknüpft sein kann: "Wenn die Religionsfreiheit in Deutschland an ästhetische Kriterien geknüpft wird, oder an sonst welche Leistungen auf völlig anderen Gebieten, der Integration zum Beispiel, dann sind wir geliefert. Wenn sich heute das Argument durchsetzt, dass Moscheen nicht in Ordnung sind, weil dort Frauen getrennt von Männern beten, dann wird es sich mit Sicherheit morgen gegen die orthodoxen Synagogen richten, in denen das auch der Fall ist... Der Generalangriff gegen den Islam muss einen Widerspruch klären: Einerseits wird den Muslimen nahegelegt, bevor sie nicht die Trennung von Staat und Religion verinnerlicht hätten, könnte aus dem Islam kein demokratiekompatibler Glaube werden - was ja stimmt. Andererseits soll der Islam für alles zuständig sein: die schlechten Schulnoten, die 'Ehrenmorde' und Gewalt gegen Frauen, die Jugendarbeitslosigkeit. Moscheen sollen sich erst an diesen Themen beweisen, bevor sie gebaut werden dürfen."
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Berliner Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 7. Juni 2007
In Deutschland wird darüber gestritten, ob in den Stadtzentren neue Moscheen errichtet werden sollen oder nicht. Jüngster Anlass ist das Vorhaben einer Zentralmoschee in Köln. Michaela Schlagenwerth meint, mit den Moscheenbauten werde der Islam sichtbar und das fördere die Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft: » mehr
In Deutschland wird darüber gestritten, ob in den Stadtzentren neue Moscheen errichtet werden sollen oder nicht. Jüngster Anlass ist das Vorhaben einer Zentralmoschee in Köln. Michaela Schlagenwerth meint, mit den Moscheenbauten werde der Islam sichtbar und das fördere die Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft: "Kompetente, unbequeme Kritiker werden gebraucht. Sie müssen sich allerdings entscheiden, ob sie die Ankunft des Islam in Deutschland unterstützen oder verhindern wollen. Fest steht: Der Islam in Deutschland verändert sich und das nicht nur innerhalb der Vereine. Die Muslime kommen heraus aus dem Schatten der Hinterhöfe und werden zu einem sichtbaren, greifbaren Teil der deutschen Gesellschaft. Dort, wo es bereits Moscheen gibt, ähneln sich die Berichte: An die Stelle der Ängste tritt ein nachbarschaftliches Verhältnis; Schüler-, Senioren- und andere Gruppen besuchen Führungen, und in ihren Prospekten werben die Städte recht gern mit Bildern, die ein Minarett in ihrer Skyline aufweisen."
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Le Temps - Schweiz | Dienstag, 8. Mai 2007
In der Schweiz haben rechte Politiker dazu aufgerufen, ein Referendum abzuhalten, um den Bau von Minaretten zu verbieten, da sie ihrer Ansicht nach den Machtanspruch ... » mehr
In der Schweiz haben rechte Politiker dazu aufgerufen, ein Referendum abzuhalten, um den Bau von Minaretten zu verbieten, da sie ihrer Ansicht nach den Machtanspruch des Islam repräsentieren. Der Islamspezialist Tariq Ramadan erinnert daran, dass "der Islam trotz allem eine Schweizer Religion ist. Indem man die Gesetze ändert und die Muslime ausschließt, erreicht man nicht, dass sie unsichtbar werden, und man stellt damit die Demokratie und den kulturellen und religiösen Pluralismus in Frage. Die Muslime müssen das Recht haben, Moscheen mit Minaretten zu errichten, sie müssen aber auch die Gesetze und nationalen Empfindlichkeiten respektieren. Das heißt nicht, dass sie das Diktat extremer Rechter akzeptieren müssen, die mit nationalistischer Ablehnung und rassistischem Hass auftreten, von dem man annahm, er sei mit den dunkelsten Perioden der europäischen Geschichte begraben worden."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 16. Februar 2007
Wenn irgendwo in Deutschland eine Moschee gebaut werden soll, gibt es eine nationale Debatte, stellt Matthias Drobinski fest und plädiert für einen "sichtbaren Islam". "Es ... » mehr
Wenn irgendwo in Deutschland eine Moschee gebaut werden soll, gibt es eine nationale Debatte, stellt Matthias Drobinski fest und plädiert für einen "sichtbaren Islam". "Es wird eine neue, eine andere Religion sichtbar. Der Islam wohnt nicht mehr im Hinterhof, wo ihn keiner bemerkt, nicht mehr in den alten Lagerhallen an der Peripherie, in die die Gläubigen huschen, nicht gehen. Der Islam zieht um. Nicht in die besten Lagen, aber doch dorthin, wo die anderen Leute wohnen. Seine Gotteshäuser haben jetzt Kuppeln und wenn schon keinen hohen Turm, so doch wenigstens einen Minarettstummel. Die Muslime bauen da, wo die anderen schon sind - und sind damit nicht mehr fern. Sie brechen ins Gewohnte ein, ins Heimatliche. Sie werden zur Heimsuchung, werden unheimlich... Wenn einer gebaut hat und schließlich eingezogen ist, ändert sich meist das Klima. Jetzt ist er da, er gilt vielleicht als merkwürdig, aber nicht mehr als unheimlich... Der sichtbare Islam braucht durchsichtige Gemeinden, aber auch sichtbare Partner auf der nichtmuslimischen Seite."
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Le Temps - Schweiz | Mittwoch, 15. November 2006
In der Schweiz wird über Moscheebauten debattiert - konkret geht es um zwei Minarette in den Gemeinden Wangen und Langenthal. Jean-Jacques Roth findet im Gegensatz zur rechtsextremen Partei UDC, dass diese gebaut werden sollten. "Es gibt nichts Wertvolleres als den Laizismus, der heute von den Horden rückschrittlicher Fundamentalisten ernsthaft bedroht wird. Aber um den Laizismus zu verteidigen und um den öffentlichen Raum vor unangebrachten Demonstrationen der Religion zu schützen, muss man der Religion die größtmögliche Freiheit in den Domänen geben, die naturgemäß die ihren sind: » mehr
In der Schweiz wird über Moscheebauten debattiert - konkret geht es um zwei Minarette in den Gemeinden Wangen und Langenthal. Jean-Jacques Roth findet im Gegensatz zur rechtsextremen Partei UDC, dass diese gebaut werden sollten. "Es gibt nichts Wertvolleres als den Laizismus, der heute von den Horden rückschrittlicher Fundamentalisten ernsthaft bedroht wird. Aber um den Laizismus zu verteidigen und um den öffentlichen Raum vor unangebrachten Demonstrationen der Religion zu schützen, muss man der Religion die größtmögliche Freiheit in den Domänen geben, die naturgemäß die ihren sind: bei Friedhöfen und Gotteshäusern... Leugnet man die neue konfessionelle Realität im Land, in der der Islam völlig zu Recht eine Rolle spielt, und betrachtet man die Minarette als Symbol des Fanatismus, das sie nicht sind, dann dient das nicht nur dem Wahlerfolg der UDC, sondern hilft auch den Fundamentalisten."
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Stimmen gegen Moscheeneubauten
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 5. Juni 2007
In Köln wird über den Bau einer Zentralmoschee gestritten, die der renommierte Kirchenarchitekt Paul Böhm entworfen hat. Die Soziologin Necla Kelek hat Vorbehalte gegen den Plan: » mehr
In Köln wird über den Bau einer Zentralmoschee gestritten, die der renommierte Kirchenarchitekt Paul Böhm entworfen hat. Die Soziologin Necla Kelek hat Vorbehalte gegen den Plan: "Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen oder Synagogen, sondern 'Multifunktionshäuser'. Das wird gern verschwiegen. So wie der Islam eben keine Kirche ist. Der Islam begreift sich nicht nur als spirituelle Weltsicht, sondern als Weltanschauung, die das alltägliche Leben, die Politik und den Glauben als eine untrennbare Einheit sieht. Eine verbindliche theologische Lehre gibt es nicht. In diesem Sinne haben viele Islamvereine in Deutschland die Funktion einer Glaubenspartei, einer politischen Interessenvertretung. Deshalb ist die Frage des Moscheebaus auch keine Frage der Glaubensfreiheit, sondern eine politische Frage."
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ABC - Spanien | Mittwoch, 27. Dezember 2006
Die konservative Zeitung findet die "mangelnde Transparenz" bei der Eröffnung neuer Moscheen in Spanien bedenklich. "Die Zahl der Orte des Kultes und der Zusammenkunft von ... » mehr
Die konservative Zeitung findet die "mangelnde Transparenz" bei der Eröffnung neuer Moscheen in Spanien bedenklich. "Die Zahl der Orte des Kultes und der Zusammenkunft von Muslimen nimmt in einigen spanischen Städten erheblich zu. Bei der Finanzierung sollten die gleichen Regeln wie für alle spanische Einrichtungen gelten. Der Gesetzgeber muss kontrollieren, dass solche Kultstätten legal finanziert werden. Er sollte auch darüber wachen, dass keiner die Freiheit der Religionsausübung, die den Muslimen niemand absprechen will, zum Vorwand nimmt, diese Orte mit terroristischen Doktrinen zu infiltrieren und die Moscheen in Basen für radikale Dschihadkämpfer zu verwandeln... In Andalusien gibt es 200 illegale Moscheen - gegenüber 83 offiziell angemeldeten. Das führt zu Misstrauen und begünstigt ein gefährliches Klima der Heimlichtuerei."
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Berichte über Bauvorhaben in einzelnen Ländern
Jyllands-Posten - Dänemark | Freitag, 10. August 2007
In verschiedenen europäischen Ländern werden Moschee-Neubauten von der Bevölkerung kritisch beobachtet, schreibt die Zeitung und sucht nach Ursachen: » mehr
In verschiedenen europäischen Ländern werden Moschee-Neubauten von der Bevölkerung kritisch beobachtet, schreibt die Zeitung und sucht nach Ursachen: "Vor ein paar Jahren noch war die Ansicht weit verbreitet, dass, wenn Glaubensgemeinschaften das Errichten eines Gotteshauses selbst finanzierten, es sich nur um einen banalen Bau handelte. Das hat sich geändert. Nicht zuletzt die Mohammed-Karikaturen [und ihre Folgen] haben vielen die Augen geöffnet: Der Widerstand gegen Moscheen richtet sich nicht gegen die Mauersteine, sondern ist ein Symptom einer Reihe von Problemen und Konfrontationen, die man mit dem Bau verbindet. Mit anderen Worten, es geht um einen Kampf der Kulturen, und für viele Europäer ist der Bau großer Moscheen... ein Symbol dafür, dass ihre Kultur und die ihr zugrunde liegenden Werte bedroht sind."
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Eleftherotypia - Griechenland | Montag, 25. Juni 2007
In Athen ist am 22. Juni ein griechisch-arabisches Kulturzentrum eingeweiht worden, das den Muslimen als Gebetshaus dienen wird. "Monatelang hat man diskutiert und den Muslimen ... » mehr
In Athen ist am 22. Juni ein griechisch-arabisches Kulturzentrum eingeweiht worden, das den Muslimen als Gebetshaus dienen wird. "Monatelang hat man diskutiert und den Muslimen eine Moschee versprochen. Doch nichts ist passiert. Die Muslime wollten nicht mehr an den unappetitlichen Orten der griechischen Hauptstadt beten und haben nun mit Hilfe eines saudischen Industriellen dieses Zentrum gebaut. Mit seiner Eröffnung wird das Gesetz umgangen, das den Bau von Moscheen verbietet. Gleichzeitig wird der Widerstand der griechisch-orthodoxen Kirche überlistet, die jahrelang gegen dieses Projekt gekämpft hat. Doch im Oktober 2006 haben sich Regierung, Muslime und Kirche auf den Ort für eine Moschee im Viertel Elaiona geeinigt. Die Bauarbeiten haben allerdings noch nicht begonnen. Die muslimischen Gläubigen werden unterdessen aber immer mehr, denn durch die Kriege im Irak und Libanon ist die Zahl muslimischer Einwanderer in Griechenland stark gestiegen."
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To Vima Online - Griechenland | Donnerstag, 30. März 2006
"Die Diskussionen und diplomatischen Bemühungen dauern schon fast 70 Jahre an, doch bislang war es der Regierung nicht möglich, in Athen eine Moschee zu bauen", ... » mehr
"Die Diskussionen und diplomatischen Bemühungen dauern schon fast 70 Jahre an, doch bislang war es der Regierung nicht möglich, in Athen eine Moschee zu bauen", berichtet die Zeitung. "1939 wurde per Dekret der Bau einer Moschee in Athen verkündet. Seitdem hat sich nichts getan. Die griechische Kirche hatte sich immer widerstrebend gezeigt und der Regierung stets diskret vom Bau abgeraten, indem sie vorschlug, außerhalb der Stadt zu bauen, oder an die Wunden der osmanischen Besatzung erinnerte. Heute ist die Moschee per Gesetz beschlossen, aber der Bau verzögert sich weiter. Diesmal liegt es allerdings nicht an Griechenland. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait wollen den Bau der Moschee finanzieren, doch es ist noch nicht klar, welches religiöse Gremium die Kontrolle übernehmen soll."
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The Slovenia Times - Slowenien | Dienstag, 28. Februar 2006
Das slowenische Wochenmagazin Mladina hatte Anfang Februar die Mohammed-Karikaturen nachgedruckt. Prompt entschuldigte sich Staatspräsident Janez Drnovsek bei den Muslimen und glättete damit die Wogen, schreibt ... » mehr
Das slowenische Wochenmagazin Mladina hatte Anfang Februar die Mohammed-Karikaturen nachgedruckt. Prompt entschuldigte sich Staatspräsident Janez Drnovsek bei den Muslimen und glättete damit die Wogen, schreibt Manca Poglijen. Die Führer der Muslime riefen im Gegenzug zur Mäßigung auf. Gleichzeitig entschied die Stadtverwaltung in Lubljana "nach 37 Jahren endlich über den Ort der ersten Moschee in Slowenien... Das war ein weiterer Schritt bei der Anerkennung der muslimischen Gemeinschaft in Slowenien... Seit 1969, als sie erstmals einen Antrag stellten, haben die slowenischen Muslime auf eine eigene Moschee gewartet." Rund 47.000 Muslime gibt es in Slowenien, sie sind die zweitgrößte Konfessionsgruppe.
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