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Heimatgefühle?
In Europa lebt bereits die dritte Generation ehemaliger Einwanderer, die oft als Gastarbeiter kamen oder aus politischen Gründen Asyl suchten. Welche Herausforderungen bringt das Zusammenleben mit sich? Eine Linkliste über gescheiterte Integration, positive Vorbilder und Lösungsansätze.

Gescheiterte Integration:
Ein Drittel der in Deutschland geborenen Kinder wächst in Migrantenfamilien auf, doch viele Zuwanderer sind schlecht integriert. Die in Istanbul geborene deutsche Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek machte in der deutschen Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung neben sozialen und ökonomischen Verhältnissen auch die kulturellen und religiösen Bedingungen sowie patriarchalische Familienstrukturen dafür verantwortlich. (03.02.2009)
» Frankfurter Allgemeine Zeitung (deutsch)
Mediapart.fr, das Internetprojekt des ehemaligen Le Monde-Chefredakteurs Edwy Plenel, kommentierte die Pfiffe gegen die Marseillaise beim Freundschaftsspiel Tunesien gegen Frankreich: "Was hier wirklich in Frage gestellt wird, ist die Beziehung der Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu dem Land, das ihre Großeltern und ihre Eltern aufgenommen hat." (16.10.2008)
» Mediapart.fr (französisch)
Viele Initiativen zur Integration von Einwanderern erreichen oft das Gegenteil, da sie die Andersartigkeit der Kulturen unterstrichen, schrieb die schwedische Tageszeitung Göteborgs-Posten. (16.10.2008)
» Göteborgs Posten (schwedisch)
Nach dem Mord an einer 31-jährigen Dänin pakistanischer Herkunft während eines Pakistan-Aufenthaltes bezeichnete die dänische Tageszeitung Berlingske Tidende Ehrenmorde als Zeichen schlechter Integration. Behörden vor Ort müssten allerdings auch reagieren, wenn Verbrechen gegen dänische Staatsbürger begangen würden. (01.07.2008)
» Berlingske Tidende (dänisch)
Wie erfolgreich die Integration von Einwanderern ist, hänge häufig von deren Herkunft ab, argumentierte Jan Plovsing von der Statistischen Zentralbehörde in Dänemark in der Tageszeitung Jyllands-Posten. Nur 35 bis 37 Prozent der Einwanderer aus Somalia, Libanon und Irak hätten einen Arbeitsplatz im Gegensatz zu 62 bis 67 Prozent der Einwanderer aus Sri Lanka, Thailand, Vietnam und China. (19.12.2008 )
» Jyllands-Posten (dänisch)
Die Ausgrenzung der Roma sei der größte Misserfolg der EU, die sich eigentlich als "offene Gesellschaft" verstehe, kommentierte der US-amerikanische Finanzinvestor George Soros im Zusammenhang mit der EU-Roma-Konferenz in der französischen Tageszeitung Le Monde. (19.09.2008)
» Le Monde (französisch)
Die rumänische Wochenzeitung Revista 22 machte sich Gedanken über die Roma-Integration in Rumänien und Europa. Besonders in Spanien sei sie erfolgreicher gewesen als in Mittel- und Osteuropa, wo die Roma-Programme von einer schwachen, inkompetenten und korrupten Verwaltung organisiert würden. (30.07.2008)
» Revista 22 (rumänisch)
Die griechische Tageszeitung I Kathimerini kritisierte die schlechte Behandlung der albanischen Minderheit - etwa 40 Prozent aller Zuwanderer in Griechenland - durch die griechischen Behörden: massenweise Abschiebungen, Gewalttätigkeiten und Ausbeutung am Arbeitsplatz. (05.08.2008)
» I Kathimerini (griechisch)
Nach einem Gewaltausbruch in einer Vorstadt im Regierungsbezirk Marne im Nordosten Frankreichs stellte die Tageszeitung Le Monde fest, dass sich in den Banlieues [Vorstädten] seit den Unruhen von 2005 kaum etwas verändert habe. (14.03.2008)
» Le Monde (französisch)
Die ungarische Wochenzeitung Heti Válasz beschäftigte sich mit der Angst der Westeuropäer vor osteuropäischen Immigranten und schlussfolgerte, dass der multikulturelle Ansatz gescheitert sei. (22.05.2008)
» Heti Válasz (Hungary)
Lösungsvorschläge:
Die deutsche Tageszeitung Frankfurter Allgemein Zeitung fragte, ob Zweisprachigkeit die Integration erleichtern könne und bezog sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die Bilingualität als Vorteil einschätzten. (06.05.2008)
» Frankfurter Allgemeine Zeitung (deutsch)
Die christliche Religion helfe bei der Integration, stellte die dänische Tageszeitung Berlingske Tidende fest. Immer mehr muslimische Jugendliche besuchten christliche Schulen, weil sie dort dänische Werte und die Grundlagen für das Demokratieverständnis lernten. (28.01.2009)
» Berlingske Tidende (dänisch)
Die finnische Tageszeitung Turun Sanomat wies darauf hin, dass die Einwanderer keine homogene Masse seien, sondern Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Einstellungen. Man müsse ihnen Möglichkeiten zur Integration in die finnische Gesellschaft bieten. (31.12.2008)
» Turun sanomat (finnisch)
Eine neue Integrationsstrategie des österreichischen Innenministers Günther Platter kommentierte die österreichische Tageszeitung Die Presse und forderte ein stärkeres Bekenntnis des Innenministeriums zu Investitionen, um die Integration von Zuwanderern zu erleichtern. (26.06.2008)
» Die Presse (deutsch)
Die geplante Änderung des Schulgesetzes - inklusive einer Abschaffung der freien Schulwahl - beschäftigte die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten. Die Zeitung unterstützte die Vision, dass Kinder aus allen sozialen Schichten und verschiedenen Herkunftsländern eine gemeinsame Schule besuchen sollten. (05.05.2008)
» Jyllands-Posten (dänisch)
Die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter sah Einwanderung als Möglichkeit, um das Problem eines alternden Europas anzugehen. (28.08.2008)
» Dagens Nyheter (schwedisch)
Die Arbeitslosenquote unter Ausländern sei in Finnland dreimal so hoch wie in der Restbevölkerung. Die finnische Tageszeitung Etelä-Suomen-Sanomat forderte daher, das Potenzial der Einwanderer für den Arbeitsmarkt besser zu nutzen. (01.02.2009)
» Etelä-Suomen-Sanomat (finnisch)
Frankreich hat über den Plan des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero diskutiert, auch Migranten aus Ländern außerhalb der EU das kommunale Wahlrecht einzuräumen. Der Philosoph Robert Redeker sprach sich in der französischen Tageszeitung Le Figaro gegen diese Initiative aus. (12.08.2008)
» Le Figaro (französisch)
Islamunterricht an deutschen Schulen war eine der Empfehlungen der dritten Deutschen Islamkonferenz, einem informellen Gremium, das über die Integration von Muslimen in Deutschland berät. Die linke deutsche Tageszeitung die tageszeitung kritisierte diesen Vorschlag.(14.03.2008)
» die tageszeitung (deutsch)
Das schwedische Schulgesetz erlaubte es Eltern bisher, mit Verweis auf ihre religiöse Überzeugung ihre Kinder von bestimmten Unterrichtsfächern fernbleiben zu lassen. 2007 gingen 27 Prozent der Mädchen aus Einwandererfamilien nicht zum Sport-, Schwimm- oder Sexualkundeunterricht. Die schwedische Tageszeitung Sydvenska Dagbladet unterstützte den Vorstoß von Schulminister Jan Björklund und Integrations- und Gleichstellungsministerin Nyamko Sabuni für eine Gesetzesänderung: In der Schule sollten alle das Gleiche lernen. (07.03.2008)
» Sydsvenska Dagbladet (schwedisch)
Positive Beispiele:
Die britische Tageszeitung The Guardian lobte den Multikulturalismus der deutschen Politikszene und freute sich, dass es in Deutschland immer mehr Politiker mit ausländischen Namen gibt. (05.02.2009)
» The Guardian (englisch)
Die US-Soziologin Saskia Sassen vertrat im Interview mit Isolde Charim in der linken deutschen Tageszeitung die tageszeitung die These, Migranten spielten eine wichtige Rolle bei Entwicklung von Gesellschaften. Migranten, Flüchtlinge und Frauen seien oft jene Akteure, die die Menschenrechte aktivierten. Minorisierte Bürger funktionierten als informelle politische Akteure und brächten die politische Agenda voran. (22.04.2008)
» die tageszeitung (deutsch)
Vor der Wahl des niederländisch-marokkanischen Staatssekretärs Ahmed Aboutaleb zum neuen Bürgermeister der Stadt Rotterdam nannte die niederländische Tageszeitung Trouw einen Bürgermeister mit zwei Pässen einen großen Fortschritt für die Integration.
» Trouw (niederländisch) (17.10.2008)
Costel Busuioc ist einer von zwei Millionen rumänischen Immigranten in Spanien. Dort gewann der 33-Jährige einen Talentwettbewerb als "rumänischer Pavarotti". Diana Popescu kommentierte den Sieg in der rumänischen Tageszeitung Gandul als eine Image-Aufbesserung Rumäniens. (14.03.2008)
» Gândul (rumänisch)
Ein afghanischstämmiger und ein guineischer Schriftsteller haben in Frankreich renommierte Literaturpreise erhalten. Dies sei ein Zeichen, dass Frankreich seine Multikulturalität endlich akzeptiere, meinte die französische Tageszeitung Le Monde. (12.11.2008)
» Le Monde (französisch)
Original in Deutsch
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