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Umsätze der größten Medienkonzerne
Bertelsmann, Vivendi und Lagardère sind die drei größten Medienunternehmen auf dem europäischen Markt. Mit welchen Unternehmen teilen sie sich den europäischen Markt? Und wie groß ist der Anteil europäischer Medienunternehmen am globalen Medienmarkt?
Fakten
Die weltweit 50 umsatzstärksten Medienunternehmen hatten im Jahr 2006 zusammen einen Umsatz von über 360 Mrd. Euro. Hiervon entfielen knapp 71 Prozent bzw. über 255 Mrd. Euro auf nicht-europäische Unternehmen. Die Gruppe der nicht-europäischen Unternehmen wird sowohl in Bezug auf die Anzahl der Unternehmen als auch hinsichtlich der erzielten Umsätze klar von den USA dominiert. Von den 30 nicht-europäischen Unternehmen stammten im Jahr 2006 zwanzig aus den USA, sechs aus Japan und zwei aus Australien; aus Kanada und Mexiko stammte jeweils ein Unternehmen.
Die zwanzig US-amerikanischen Unternehmen erzielten einen Umsatz von knapp 194 Mrd. Euro. Dieser lag damit 84 Prozent über dem Umsatz der zwanzig umsatzstärksten europäischen Unternehmen. Die europäischen Unternehmen hatten mit einem Umsatz von gut 105 Mrd. Euro einen Anteil von 29,2 Prozent an den Gesamtumsätzen der weltweit 50 umsatzstärksten Medienunternehmen.
Von den zwanzig umsatzstärksten europäischen Unternehmen stammten im Jahr 2006 acht aus Großbritannien, jeweils drei aus Deutschland, Frankreich und Italien sowie zwei aus den Niederlanden; ein Unternehmen hatte seinen Hauptsitz in Spanien.
Das umsatzstärkste europäische Unternehmen ist die Bertelsmann AG aus Deutschland. Mit einem Umsatz von über 19 Mrd. Euro war sie im Jahr 2006 für 18,3 Prozent der Gesamtumsätze der zwanzig umsatzstärksten europäischen Medienunternehmen verantwortlich. Darauf folgten Vivendi und Lagardère aus Frankreich mit 8,9 und 7,7 Prozent sowie die Reed Elsevier Group und Pearson aus Großbritannien mit einem Anteil von 7,2 und 6,2 Prozent an den Gesamtumsätzen. Die fünfzehn weiteren europäischen Unternehmen hatten zusammen einen Umsatz von über 54 Mrd. Euro.
Große Unterschiede bestehen hinsichtlich des Anteils der Umsätze im jeweiligen Stammland an den gesamten Unternehmensumsätzen. Während bei Vivendi 62 Prozent der Umsätze auf das Stammland Frankreich entfallen, liegt der entsprechende Anteil bei der Reed Elsevier Group bei lediglich 16,6 Prozent. Das umsatzstärkste europäische Medienunternehmen Bertelsmann erzielte im Jahr 2006
30,6 Prozent seiner Umsätze im Stammland Deutschland.
Ebenso große Unterschiede existieren bei den jeweiligen Umsatzanteilen der einzelnen Geschäftsfelder.
Unabhängig von den Umsätzen im jeweiligen Stammland haben die führenden europäischen Medienkonzerne häufig eine dominierende Position auf ausländischen Medienmärkten. So sind beispielsweise Unternehmen der Bertelsmann-Gruppe in fünf europäischen Staaten in mindestens einer der verschiedenen Medienbranchen unter den drei größten Anbietern.
Gerade die osteuropäischen EU-Staaten sind von der Dominanz westlicher Medienunternehmen betroffen. In mehr als der Hälfte dieser Staaten gehören ausländische Unternehmen zu den führenden Unternehmen in den TV-, Radio-, Zeitungs- und Zeitschriftenmärkten. Während die baltischen Staaten vor allem das Expansionsziel schwedischer und norwegischer Unternehmen sind, werden die Märkte in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei insbesondere von deutschen und schweizerischen Unternehmen dominiert.
Datenquellen
Institut für Medien- und Kommunikationspolitik; Geschäftsberichte der Unternehmen Bertelsmann, Lagardère, Reed Elsevier und Pearson; Meier, Werner A./ Trappel, Josef, 2006: Die transnationale Vermachtung durch Medienkonzerne als Voraussetzung für europäische Öffentlichkeit?, in: Langenbucher, Wolfgang R./ Latzer, Michael (Hrsg.): Europäische Öffentlichkeit und medialer Wandel. Eine transdisziplinäre Perspektive, Wiesbaden, S. 262-275.
Methodische Anmerkung
Beim Ranking der größten Medienkonzerne der Welt ist der Mutterkonzern entscheidend, auch wenn ein Tochterunternehmen für sich allein den Umsatz in der Größenordnung konkurrierender Konzerne aufweist. Die Größe eines Konzerns bemisst sich am Medienumsatz des jeweils letzten Geschäftsjahres. Basis für die Umsatzzahlen ist der Betrag in Originalwährung. Zur Umrechnung in Euro wurde der amtliche Jahresmittelkurs des jeweiligen Jahres herangezogen.
Quelle: IfM; Geschäftsberichte von Bertelsmann, Lagardère, Reed Elsevier und Pearson
Stand: 11.2007
© Bundeszentrale für politische Bildung
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