Wie verändert die EU die neuen Mitglieder?
Seit rund einem Jahr sind Rumänien und Bulgarien Mitglied in der EU. Das hat diese beiden Länder verändert. Zum Besseren?
euro|topics-Dossiers zur EU-Bilanz Rumäniens und Bulgariens
Top-Thema vom Donnerstag, 28. Juni 2007
Unter Auflagen sind Bulgarien und Rumänien Anfang des Jahres der Union beigetreten. Diese Auflagen wurden bisher nicht vollständig erfüllt, stellte die EU-Kommission in ihrem gestern ... » mehr
Unter Auflagen sind Bulgarien und Rumänien Anfang des Jahres der Union beigetreten. Diese Auflagen wurden bisher nicht vollständig erfüllt, stellte die EU-Kommission in ihrem gestern veröffentlichten Fortschrittsbericht fest. Soll die EU mehr Druck auf die Länder ausüben und so die angemahnten Reformen durchsetzen?
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Top-Thema vom Freitag, 29. Dezember 2006
Zum 1. Januar treten Rumänien und Bulgarien der EU bei, die damit 27 Mitgliedstaaten zählt. Wie willkommen sind diese zwei neuen Länder, und wie wird ... » mehr
Zum 1. Januar treten Rumänien und Bulgarien der EU bei, die damit 27 Mitgliedstaaten zählt. Wie willkommen sind diese zwei neuen Länder, und wie wird sich die erneute Erweiterung der EU auswirken?
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Rumänien und Bulgarien
Die Presse - Österreich | Mittwoch, 2. Januar 2008
Die schlechte EU-Performance Bulgariens und Rumäniens sei eine Belastung für Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan, schreibt Doris Kraus. "So ist es ein eher unheilvolles Zusammentreffen, dass ... » mehr
Die schlechte EU-Performance Bulgariens und Rumäniens sei eine Belastung für Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan, schreibt Doris Kraus. "So ist es ein eher unheilvolles Zusammentreffen, dass derzeit Bilanz über die einjährige Mitgliedschaft Bulgariens und Rumäniens in der EU gezogen wird und gleichzeitig die Köpfe glühen, wie man mit den Staaten des Westbalkan im Allgemeinen und Kosovo im Besonderen verfahren sollte. Denn die meisten politischen Akteure sind bereit, unter der Hand zuzugeben, dass der Beitritt Bulgariens und Rumäniens vor einem Jahr ein Fehler war. Die Fakten belegen das. Die Staaten waren damals weder politisch noch wirtschaftlich EU-reif und haben seither – ohne die Karotte des Beitritts vor der Nase – noch mehr nachgelassen. 'So etwas sollte nie wieder passieren', meinen die besonders Offenherzigen.... Die Staaten des Westbalkan werden diese politische Hypothek einlösen müssen."
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Standart - Bulgarien | Mittwoch, 12. Dezember 2007
Seit fast einem Jahr sind Rumänien und Bulgarien EU-Mitglied, die wirtschaftliche Bilanz fällt für Rumänien weit besser aus als für Bulgarien. Martin Karbowsky fragt warum. "Zur erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung trägt sicher bei, dass der rumänische Markt dreimal so groß ist wie der bulgarische sowie die Nähe zu Frankreich. Aber es gibt noch weitere, nicht weniger wichtige Gründe. Am Anfang des Übergangs waren die Rumänen im Umgang mit der alten politischen Klasse kompromissloser... Die gewalttätige Auseinandersetzung der Rumänen mit den Kommunisten hatte ihnen die Illusion genommen, weiter regieren zu können. Die Rumänen haben nicht den gleichen Fehler wie die Bulgaren gemacht: » mehr
Seit fast einem Jahr sind Rumänien und Bulgarien EU-Mitglied, die wirtschaftliche Bilanz fällt für Rumänien weit besser aus als für Bulgarien. Martin Karbowsky fragt warum. "Zur erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung trägt sicher bei, dass der rumänische Markt dreimal so groß ist wie der bulgarische sowie die Nähe zu Frankreich. Aber es gibt noch weitere, nicht weniger wichtige Gründe. Am Anfang des Übergangs waren die Rumänen im Umgang mit der alten politischen Klasse kompromissloser... Die gewalttätige Auseinandersetzung der Rumänen mit den Kommunisten hatte ihnen die Illusion genommen, weiter regieren zu können. Die Rumänen haben nicht den gleichen Fehler wie die Bulgaren gemacht: das wirtschaftliche System zu wechseln, ohne die Vertreter der alten Macht abzulösen."
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Sega - Bulgarien | Freitag, 16. November 2007
Swetoslaw Terziew kommentiert eine Debatte über die Roma, die diese Woche im Europaparlament stattgefunden hat. "Es hieß, die Roma sollten bleiben, wo sie sind, die EU solle sich darauf beschränken, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Zwischen 2004 und 2006 sind für die Integration der Roma in Bulgarien und Rumänien - dort leben 40 Prozent aller Roma der EU - 60 Millionen Euro ausgegeben worden. Für die übrigen Roma Europas waren es 275 Millionen Euro. Das sind keine großen Summen - aber es wird deutlich, wo es mehr EU-Mittel gibt: » mehr
Swetoslaw Terziew kommentiert eine Debatte über die Roma, die diese Woche im Europaparlament stattgefunden hat. "Es hieß, die Roma sollten bleiben, wo sie sind, die EU solle sich darauf beschränken, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Zwischen 2004 und 2006 sind für die Integration der Roma in Bulgarien und Rumänien - dort leben 40 Prozent aller Roma der EU - 60 Millionen Euro ausgegeben worden. Für die übrigen Roma Europas waren es 275 Millionen Euro. Das sind keine großen Summen - aber es wird deutlich, wo es mehr EU-Mittel gibt: dort, wo der Lebensstandard höher ist. Für ein Volk mit nomadischen Wurzeln ist es daher selbstverständlich, von Ost nach West zu ziehen. Das tun die Vertreter der 'sesshaften' Völker auch, warum sollte man den Roma dieses Recht verwehren? Europa muss begreifen, dass die Roma jetzt EU-Bürger sind wie alle anderen auch... Man kann sie nicht in den Riesenghettos Bulgariens und Rumäniens halten, denn das widerspricht ihrer Nomadenkultur - und dem EU-Grundprinzip der Nichtdiskriminierung."
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Der Standard - Österreich | Montag, 14. Mai 2007
Die politische Krise in Rumänien, die unter anderem die Entlassung der engagierten Justizministerin Monica Macovei bewirkt hat, zeigt für Christoph Prantner die Schwächen der EU-Erweiterungspolitik ... » mehr
Die politische Krise in Rumänien, die unter anderem die Entlassung der engagierten Justizministerin Monica Macovei bewirkt hat, zeigt für Christoph Prantner die Schwächen der EU-Erweiterungspolitik insgesamt. "In Rumänien gibt es heute offenbar weniger juristische Handhabe gegen die ausufernde Korruption als vor dem Beitritt. In Bulgarien steht der im Westen stets hoch gelobte Premier Sergei Stanischew mutterseelenallein gegen eine von Mafiosi und Ex-Geheimdienstlern unterwanderte öffentliche Verwaltung... Über diese negativen politischen Konsequenzen der überhasteten Erweiterungsrunden können selbst positive Exportstatistiken - Österreich ist der größte Auslandsinvestor in Rumänien und Bulgarien, Deutschland verzeichnet doppelstellige Exportzuwächse - nicht hinwegtäuschen. Auch weil es wenig Möglichkeiten für die Union gibt, jetzt noch effizient einzugreifen... Lernen kann Brüssel aus dieser unschönen Situation einmal mehr, dass es keinen Sinn macht, beitrittswilligen Ländern konkrete Daten für ihre Aufnahme zu nennen. Denn das lässt deren Reformeifer zwangsläufig erlahmen und schränkt im Gegenzug den Handlungsspielraum der Union drastisch ein."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 23. April 2007
Karl-Peter Schwarz hält die Suspendierung von Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu für einen "kalten, parlamentarisch kaschierten Putsch", der darauf abzielt, die Justizreformen rückgängig zu machen. "Paradoxerweise ... » mehr
Karl-Peter Schwarz hält die Suspendierung von Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu für einen "kalten, parlamentarisch kaschierten Putsch", der darauf abzielt, die Justizreformen rückgängig zu machen. "Paradoxerweise war gerade die feindselige Stimmung im erweiterungsmüden Europa, die Rumänien in der Schlussphase des Beitritts entgegenschlug, die beste Unterstützung der Reformen. Die EU-Kommission musste Härte zeigen und stellte sich gemeinsam mit dem Präsidenten hinter die Justizministerin, die auf diese Weise Gesetze zur Eindämmung der Korruption durchsetzen konnte, die strenger sind als in irgendeinem anderen Land der EU... Die Lehre aber, die aus den dortigen Vorgängen gezogen werden muss, ist anwendbar auf jene Länder, die noch im Wartezimmer der EU sitzen. Reformen, die ohne den Druck der EU nicht zustande gekommen wären, können auch jederzeit wieder rückgängig gemacht werden, wenn dieser Druck wegfällt. Die Schutzklauseln, die in die Beitrittsverträge mit Rumänien und Bulgarien eingebaut wurden, reichen zur Abschreckung nicht aus."
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Elsevier - Niederlande | Donnerstag, 12. April 2007
Seitdem Rumänien und Bulgarien der EU beigetreten sind, ist die Union erstmals mit dem Schwarzen Meer verbunden. Brüssel-Korrespondent Paul de Hen berichtet, dass die EU ... » mehr
Seitdem Rumänien und Bulgarien der EU beigetreten sind, ist die Union erstmals mit dem Schwarzen Meer verbunden. Brüssel-Korrespondent Paul de Hen berichtet, dass die EU am 11. April einen Vorschlag zur Zusammenarbeit mit den Anrainerländern des Schwarzen Meeres unterbreitet hat. "In der Region schwelen eine Menge Konflikte... In Moldawien gibt es die nach Unabhängigkeit strebende Provinz Transnistrien. In Georgien wollen sich zwei Regionen abspalten. Armenien hat seine Grenze zur Türkei geschlossen und zudem Gebietsstreitigkeiten mit Aserbaidschan. In der Ukraine streitet sich die prowestliche Partei, die der EU beitreten will, seit Jahren mit dem prorussischen Lager... Die EU kann sich diesen Problemen nicht einfach entziehen. Außerdem sind die ans Schwarze Meer grenzenden Länder ökonomisch interessant, weil sie über Rohstoffe verfügen und Transitgebiete für Gas und Öl darstellen."
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Revista 22 - Rumänien | Mittwoch, 11. April 2007
Ende März wurde bekannt, dass Beamte der EU-Behörden in Brüssel in einen Korruptionsfall von internationalen Dimensionen verwickelt sein sollen. Für Victor Iulian Tuca zeugt dies ... » mehr
Ende März wurde bekannt, dass Beamte der EU-Behörden in Brüssel in einen Korruptionsfall von internationalen Dimensionen verwickelt sein sollen. Für Victor Iulian Tuca zeugt dies von einer Balkanisierung Europas, während das neue EU-Mitglied Rumänien gerade darum bemüht ist, europäisch zu werden. "In den Staaten des 'alten' Europas geht die Toleranz für Korruption gegen Null. Aus diesem Grund hatten viele Staaten Vorbehalte gegen den Beitritt Rumäniens und Bulgariens zum 1. Januar 2007. Mehrere europäische Hauptstädte wünschten eine Verschiebung des Beitritts auf 2008, als Druckmittel für den Fall, dass die Justizreform ins Stocken oder der Rechtsstaat ins Schleudern gerät. Der Skandal in Brüssel wird auch in Rumänien Konsequenzen haben. In Bukarest wird man jetzt sagen, … 'auch in Europa existiert Korruption' oder 'sie haben Korruption im selben Ausmaß wie wir'. Und das unabhängig davon, dass man in anderen europäischen Ländern im Gegensatz zu Rumänien für solche Vergehen auch bestraft wird."
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Gândul - Rumänien | Freitag, 23. März 2007
Für Touristen ist es an der bulgarischen Schwarzmeerküste preisgünstiger als an der rumänischen. Deshalb planen in diesem Jahr auch viele junge Rumänen einen Kurzurlaub bei den Nachbarn, berichtet Marius Nitu und kommentiert: » mehr
Für Touristen ist es an der bulgarischen Schwarzmeerküste preisgünstiger als an der rumänischen. Deshalb planen in diesem Jahr auch viele junge Rumänen einen Kurzurlaub bei den Nachbarn, berichtet Marius Nitu und kommentiert: "Es gibt eine einfache Erklärung dafür, dass die Entwicklungen in der rumänischen und bulgarischen Tourismusbranche so gegensätzlich verlaufen: Unser Tourismus verharrt auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe. Die Bulgaren haben eine landesweite Strategie. Das ist der Tatsache geschuldet, dass deutsche Investoren ganze Badekurorte gekauft haben. Bei uns hingegen herrscht Mittelalter. Unsere Küste ist voll von rumänischen Neureichen, die jeder ein einzelnes Hotel besitzen, ein Restaurant oder vielleicht einen Kiosk. Diese Zerstückelung ist das Resultat der Teilprivatisierungen, das Kunstwerk des früheren sozialdemokratischen Tourismusministers... Der rumänische Tourismus dürfte dem bulgarischen noch jahrelang hinterherhinken."
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Népszabadság - Ungarn | Donnerstag, 11. Januar 2007
"Die neue Fraktion wird den rechtsextremen Parteien mehr Geld und Öffentlichkeit bringen, kaum aber mehr politischen Einfluss", schätzt Brüssel-Korrespondent László Szőcs. "Über Gehälter und Zuwendungen hinaus erhält die neue Fraktion mit dem imposanten Namen 'Identität, Tradition, Souveränität' (ITS) insgesamt eine Million Euro. Mit zwanzig Abgeordneten erfüllen sie knapp die Mindestzahl. Die Gründung wurde durch die neuen Abgeordneten aus Bulgarien und Rumänien möglich. Die fünf Parlamentarier der Großrumänienpartei PRM sind in Ungarn wegen ihrer antisemitischen Ansichten und ihren abfälligen Äußerungen an die Adresse der ungarischen Minderheit Rumäniens wohl bekannt. Auch Dimitar Stojanow von der bulgarischen Partei Ataka (Angriff) hat keinen guten Ruf: » mehr
"Die neue Fraktion wird den rechtsextremen Parteien mehr Geld und Öffentlichkeit bringen, kaum aber mehr politischen Einfluss", schätzt Brüssel-Korrespondent László Szőcs. "Über Gehälter und Zuwendungen hinaus erhält die neue Fraktion mit dem imposanten Namen 'Identität, Tradition, Souveränität' (ITS) insgesamt eine Million Euro. Mit zwanzig Abgeordneten erfüllen sie knapp die Mindestzahl. Die Gründung wurde durch die neuen Abgeordneten aus Bulgarien und Rumänien möglich. Die fünf Parlamentarier der Großrumänienpartei PRM sind in Ungarn wegen ihrer antisemitischen Ansichten und ihren abfälligen Äußerungen an die Adresse der ungarischen Minderheit Rumäniens wohl bekannt. Auch Dimitar Stojanow von der bulgarischen Partei Ataka (Angriff) hat keinen guten Ruf: er beleidigte die ungarische Roma-Abgeordnete Lívia Járóka mit rassistischen und sexistischen Äußerungen, als sie zur Europaparlamentarierin des Jahres 2006 nominiert wurde."
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RUMÄNIEN
Stimmen
Evenimentul Zilei - Rumänien | Freitag, 18. Januar 2008
Der Posten des rumänischen Justizministers ist immer noch nicht besetzt. Der Schriftsteller Mircea Cartarescu fordert die erneute Berufung der ehemaligen Justizministerin Monica Macovei und ruft zum Kampf gegen die Korruption auf: » mehr
Der Posten des rumänischen Justizministers ist immer noch nicht besetzt. Der Schriftsteller Mircea Cartarescu fordert die erneute Berufung der ehemaligen Justizministerin Monica Macovei und ruft zum Kampf gegen die Korruption auf: "Die rumänische Gesellschaft verlangt vehement, dass es keine Spektakel mehr gibt, sondern Gerechtigkeit. Sie wünscht, dass in Rumänien endlich Korruptionsprozesse beginnen. Aber ohne eine entschlossene und starke Justiz werden wir das niederträchtige System weiter nähren, das... uns die Kräfte aussaugt. Das System wird im Wesentlichen seit Jahren von einer Allianz zwischen der früheren Nomenklatura und der Securitate getragen. Diese Leute sind vor allem in der Großrumänienpartei, in der Konservativen Partei, bei den Sozialdemokraten (PSD) und unter den neuen liberalen Oligarchen aktiv und sind auf dubiosem Wege reich geworden. Die 322 Abgeordneten, die das rumänische Parlament heute dominieren und lähmen, sind der Inbegriff von Korruption."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
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Dilema Veche - Rumänien | Freitag, 21. Dezember 2007
Der Philosoph Andrei Plesu beschreibt den jungen rumänischen Kapitalismus als Imitation eines Modells. "Die Wirtschaftsexperten Kjell Nordström und Jonas Ridderstråle haben diese provinzielle Imitation zu Recht 'Karaoke-Kapitalismus' genannt: » mehr
Der Philosoph Andrei Plesu beschreibt den jungen rumänischen Kapitalismus als Imitation eines Modells. "Die Wirtschaftsexperten Kjell Nordström und Jonas Ridderstråle haben diese provinzielle Imitation zu Recht 'Karaoke-Kapitalismus' genannt: Musik und Worte liefern andere, man singt nur nach (falsch natürlich). Das Ergebnis ist die Welt, in der wir leben. Es gibt drei einheimische Typen des ausgeborgten Kapitalisten. Erstens der Neu-Reiche: Er ist eine Art Al Capone, noch perplex, so reich zu sein, und eher geneigt, Geld vorzuzeigen, als es auszugeben. Zweitens die Firmenmädchen und -jungen: Sie sind ohne Individualität, kleiden sich alle gleich, essen dasselbe, denken dasselbe und reden dasselbe. Sie arbeiten viel, weil sie reich werden wollen. Drittens der Manager: Er kennt alle Regeln, hat keine Zeit zu verlieren und interessiert sich nicht für das Bla-Bla der Intellektuellen. Einen Text beurteilt er nach seiner Länge und ein Buch nach seinen Verkaufszahlen... Nicht sie werden die Zukunft gestalten, sondern Leute von anderem Format. Denn es geht nicht darum, ein Modell zu imitieren, sondern ein neues zu erfinden."
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Observator Cultural - Rumänien | Freitag, 28. September 2007
Die moldawische Theaterautorin Nicoleta Esinencu ist international erfolgreich, ihr Stück "Fuck you, Eu.ro.Pa" wurde bereits in Rumänien, Moldawien, Frankreich, Russland und Deutschland aufgeführt. Die rumänische Theaterkritikerin Mirella Nedelcu-Patureau fragt sich, woher diese Wut rührt, die die Protagonistin des Stückes verbalisiert: » mehr
Die moldawische Theaterautorin Nicoleta Esinencu ist international erfolgreich, ihr Stück "Fuck you, Eu.ro.Pa" wurde bereits in Rumänien, Moldawien, Frankreich, Russland und Deutschland aufgeführt. Die rumänische Theaterkritikerin Mirella Nedelcu-Patureau fragt sich, woher diese Wut rührt, die die Protagonistin des Stückes verbalisiert: "Warum hat sie das dringende Bedürfnis zu beleidigen, was einst wie ein leuchtender Traum mitten im alltäglichen Elend glänzte und für lange Zeit unzugänglich war?... In der ex-sowjetischen Republik Moldau hat alles die Farbe 'von Scheiße', sagt die Protagonistin in Esinencus Text geradeheraus. Während sich plötzlich in diesem quälenden Alltag das Europa des Überflusses breit macht, wächst in der neuen Generation, die zunächst gierig war, die lang ersehnte Konsumgesellschaft zu entdecken, die Enttäuschung... Das Theater und unsere europäische Gesellschaft brauchen solche Texte, solche Revolten, solche zynischen Verwünschungen mit dem knirschenden schwarzen Humor der Verzweiflung, der, wie im antiken Mythos, die Wellen eines gleichgültigen Ozeans peitscht."
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Evenimentul Zilei - Rumänien | Sonntag, 25. März 2007
Den 50 Gründen, die EU zu lieben, die die britische Tageszeitung The Independent veröffentlicht hat, fügt Emilian Isaila 20 weitere aus rumänischer Sicht hinzu. Dazu gehören: » mehr
Den 50 Gründen, die EU zu lieben, die die britische Tageszeitung The Independent veröffentlicht hat, fügt Emilian Isaila 20 weitere aus rumänischer Sicht hinzu. Dazu gehören: "1. Nach einem Arbeitsplatz zu suchen, ist stressfreier geworden, denn wenn man gesund ist, kann man ihn jetzt in ganz Europa finden. 2. Die individuellen Rechte und Freiheiten haben eine andere Dimension erreicht. Das ist eine Chance, besonders wenn man von der nationalen rumänischen Justiz ungerecht behandelt wird. 3. Wir brauchen keinen Pass mehr, um im Sommer nach Bulgarien zu fahren!... 10. Wir müssen uns nicht mehr vor einem Krieg mit Ungarn, Russland oder Bulgarien fürchten... 12. Die Kommunisten werden nicht mehr an die Macht zurückkehren... 17. Wir werden endlich Autobahnen haben!"
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EU-Bilanz
Dilema Veche - Rumänien | Donnerstag, 24. Januar 2008
Ende Januar wird die EU-Kommission einen neuen Fortschrittsbericht über den Stand der Justizreform in Rumänien veröffentlichen. Es ist ein Zwischenbericht, denn erst im Juni wird die Kommission entscheiden, ob Schutzklauseln als Sanktion gegen Rumänien angewandt werden sollen. Luca Niculescu kommentiert: » mehr
Ende Januar wird die EU-Kommission einen neuen Fortschrittsbericht über den Stand der Justizreform in Rumänien veröffentlichen. Es ist ein Zwischenbericht, denn erst im Juni wird die Kommission entscheiden, ob Schutzklauseln als Sanktion gegen Rumänien angewandt werden sollen. Luca Niculescu kommentiert: "Man braucht kein scharfer Beobachter zu sein, um zu sehen, dass es schlecht um die Justizreform steht. Zwar ist es Ex-Justizminister Tudor Chiuariu gelungen, die Gründung der Integritätsbehörde vom Parlament absegnen zu lassen, doch bislang funktioniert sie nicht. Auch im Kampf gegen Korruption ist alles beim Alten: Die so genannten 'großen Fische' werden nicht verurteilt. Wie soll die EU-Kommission angesichts der bedrückenden Lage reagieren? Vermutlich wird der Januar-Bericht besonders kritisch ausfallen. Nicht einmal Brüssel wünscht die schmerzliche Premiere einer Schutzklausel, doch Rumänien scheint sich alle Mühe zu geben, die Sanktion zu bekommen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
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Die Presse - Österreich | Mittwoch, 2. Januar 2008
Die schlechte EU-Performance Bulgariens und Rumäniens sei eine Belastung für Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan, schreibt Doris Kraus. "So ist es ein eher unheilvolles Zusammentreffen, dass ... » mehr
Die schlechte EU-Performance Bulgariens und Rumäniens sei eine Belastung für Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan, schreibt Doris Kraus. "So ist es ein eher unheilvolles Zusammentreffen, dass derzeit Bilanz über die einjährige Mitgliedschaft Bulgariens und Rumäniens in der EU gezogen wird und gleichzeitig die Köpfe glühen, wie man mit den Staaten des Westbalkan im Allgemeinen und Kosovo im Besonderen verfahren sollte. Denn die meisten politischen Akteure sind bereit, unter der Hand zuzugeben, dass der Beitritt Bulgariens und Rumäniens vor einem Jahr ein Fehler war. Die Fakten belegen das. Die Staaten waren damals weder politisch noch wirtschaftlich EU-reif und haben seither – ohne die Karotte des Beitritts vor der Nase – noch mehr nachgelassen. 'So etwas sollte nie wieder passieren', meinen die besonders Offenherzigen.... Die Staaten des Westbalkan werden diese politische Hypothek einlösen müssen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Erweiterung, » Südosteuropa, » Rumänien, » Bulgarien, » Serbien, » Kroatien
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Cotidianul - Rumänien | Mittwoch, 19. Dezember 2007
Cristian Pirvulescu bilanziert das erste Jahr der rumänischen EU-Mitgliedschaft: » mehr
Cristian Pirvulescu bilanziert das erste Jahr der rumänischen EU-Mitgliedschaft: "Paradoxerweise haben wir uns 2007 weiter von Europa entfernt als in den Jahren davor. Denn Europa ist weder nur ein geografischer Ort noch ein Markt, es ist eine Geisteshaltung. Und diese Art zu leben und zu denken, die auf Werten basiert, ist den Bukarester Politikern fremd. Rumänien ist [in Europa] erst zu einer Kuriosität und dann zu einer Enttäuschung geworden. Das polnische Demokratie-Defizit ist nach den Wahlen im Oktober 2007 und dem klaren Sieg der proeuropäischen Liberalen nicht mehr so eklatant, der Vertrag von Lissabon wurde unterzeichnet und kann schnell ratifiziert werden. Selbst in Belgien scheint sich eine Lösung, ein Kompromiss abzuzeichnen - Rumänien hat also alle Chancen, im kommenden Jahr 2008 Europas Problemland zu werden."
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The Times - Großbritannien | Dienstag, 15. Mai 2007
Der rumänische Präsident Traian Basescu, der am 19. April von seinem Amt supendiert wurde, kämpft nun gegen die Amtsenthebung. Die britische Tageszeitung ist der Ansicht, dass er "das Vertrauen der Wähler genießt und das Amtsenthebungsverfahren, über das in einem Referendum am 19. Mai abgestimmt werden soll, abschmettern wird... 'Rumänien wird sich durch das Referendum am 19. Mai verändern', verspricht Basescu in der heutigen Times. Er verdient die Chance, dieses Versprechen zu erfüllen. Die EU kann dabei helfen, aber nur indem sie sich streng an die Reformpunkte des Nachbeitrittsprozesses hält, die nach dem Motto formuliert wurden: » mehr
Der rumänische Präsident Traian Basescu, der am 19. April von seinem Amt supendiert wurde, kämpft nun gegen die Amtsenthebung. Die britische Tageszeitung ist der Ansicht, dass er "das Vertrauen der Wähler genießt und das Amtsenthebungsverfahren, über das in einem Referendum am 19. Mai abgestimmt werden soll, abschmettern wird... 'Rumänien wird sich durch das Referendum am 19. Mai verändern', verspricht Basescu in der heutigen Times. Er verdient die Chance, dieses Versprechen zu erfüllen. Die EU kann dabei helfen, aber nur indem sie sich streng an die Reformpunkte des Nachbeitrittsprozesses hält, die nach dem Motto formuliert wurden: besser ein späte Reform als gar keine. Sie sollte weiterhin die Entscheidungen rumänischer Gerichte nicht anerkennen, solange bis das Land beweisen kann, dass die Justiz stabil ist. Noch wichtiger ist, dass Javier Solana, der Generalsekretär des Rates der EU, der Versuchung widersteht, in seinem für nächsten Monat vorgesehenen Fortschrittsbericht für Rumänien Großzügigkeit walten zu lassen. Die Freigabe von Hilfsmitteln in Höhe von 2,5 Milliarden Euro – und weiterer Milliarden in den nächsten fünf Jahren – hängt von seinem Bericht ab. Es ist Zeit für eine unnachgiebige Liebe gegenüber Bukarest."
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Evenimentul Zilei - Rumänien | Donnerstag, 10. Mai 2007
Der neue Justizminister Tudor Chiuariu will den für Korruptionsfälle zuständigen Staatsanwalt Doru Tulus entlassen. Er wirft ihm mangelnde Effizienz vor. Kritiker der Entscheidung meinen jedoch, Chiuariu wolle sich eines urteilsfähigen Beamten entledigen. "Als Justizministerin Monica Macovei ihr Amt verlor, warnte sie, als nächstes seien vermutlich die Generalstaatsanwälte dran. Aus Brüssel kam von EU-Justizkommissar Franco Frattini eine noch schärfere Warnung: » mehr
Der neue Justizminister Tudor Chiuariu will den für Korruptionsfälle zuständigen Staatsanwalt Doru Tulus entlassen. Er wirft ihm mangelnde Effizienz vor. Kritiker der Entscheidung meinen jedoch, Chiuariu wolle sich eines urteilsfähigen Beamten entledigen. "Als Justizministerin Monica Macovei ihr Amt verlor, warnte sie, als nächstes seien vermutlich die Generalstaatsanwälte dran. Aus Brüssel kam von EU-Justizkommissar Franco Frattini eine noch schärfere Warnung: Wenn die Generalstaatsanwälte an der Reihe seien, müsse Rumänien mit Sanktionen rechnen. Der Erfolg Macoveis ist, dass ihr Nachfolger Tudor Chiuariu die Botschaft verstanden hat und nicht ganz durchgefallen ist. Er hat einfach eine Etage tiefer angesetzt: beim Staatsanwalt Doru Tulus. Tulus' großes Manko ist, das er seine Arbeit macht. Das haben ihm auch sein Chef, der Generalstaatsanwalt, und seine Kollegen bestätigt... In unserer zarten Demokratie zeigt sich die rachsüchtige Grimasse der von der Justiz Verfolgten."
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Observator Cultural - Rumänien | Mittwoch, 2. Mai 2007
Sabina Fati kritisiert in einem Text für Observator cultural - eine der wenigen unabhängigen Zeitungen Rumäniens -, die rumänischen Massenmedien seien in der Hand einiger weniger Trusts umstrittener Geschäftsmänner: » mehr
Sabina Fati kritisiert in einem Text für Observator cultural - eine der wenigen unabhängigen Zeitungen Rumäniens -, die rumänischen Massenmedien seien in der Hand einiger weniger Trusts umstrittener Geschäftsmänner: "In Rumänien befindet sich die Presse nicht unter Kontrolle der Staatsmacht wie in Moskau, sie ist frei, muss aber nach den Regeln des Marktes funktionieren. Die Regeln des Medienmarktes bestimmen diejenigen, die die finanziellen Möglichkeiten haben und Schlüsselinformationen über wichtige Leute besitzen... Die Regeln dienen den Interessen der Oligarchie. Unter diesen Bedingungen wird die Presse als frei bezeichnet, obwohl sie sich größtenteils in den Händen einiger kompromittierter Geschäftsleute befindet, die sich nach politischem Schutz sehnen. Rumänien ist 2007 Mitglied der EU geworden und hat eine oligarchische Demokratie. Die Demokratie dient also einer Oligarchie, die sich in der demokratischen Übergangszeit gebildet hat."
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Revista 22 - Rumänien | Donnerstag, 26. April 2007
Die vor kurzem abgesetzte rumänische Justizministerin Monica Macovei hatte in ihrer Amtszeit auf ein Gesetz gedrungen, mit dem die Einnahmen der Parlamentarier kontrollierbar werden sollten. Nun wird der Entwurf immer mehr verwässert. Die Ex-Ministerin erklärt im Interview mit Armand Gosu: » mehr
Die vor kurzem abgesetzte rumänische Justizministerin Monica Macovei hatte in ihrer Amtszeit auf ein Gesetz gedrungen, mit dem die Einnahmen der Parlamentarier kontrollierbar werden sollten. Nun wird der Entwurf immer mehr verwässert. Die Ex-Ministerin erklärt im Interview mit Armand Gosu: "Der Gesetzentwurf sah zum Beispiel die Unvereinbarkeit zwischen Geschäft und politischem Amt für Parlamentarier und Rechtsanwälte vor. Die Parlamentarier haben sich dagegen gewehrt, und dieser Punkt wurde herausgenommen. Es gibt Parlamentarier, die eigentlich Rechtsanwälte sind und möglicherweise reiche Klienten haben. Welche Garantie hat die Öffentlichkeit, dass diese Parlamentarier nicht im Sinne ihrer einflussreichen Klienten die Gesetzgebung beeinflussen?... Aber würden Sie als Politiker wirklich für ein Gesetz stimmen, das die Offenlegung ihres Gehaltes fordert und durch das Sie ihr Amt verlieren könnten? Die EU-Kommission begrüßt das Gesetz. Aber wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie an sich denken oder an die EU?"
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Cotidianul - Rumänien | Mittwoch, 28. März 2007
Catalin Avramescu zieht nach drei Monaten Mitgliedschaft Rumäniens in der EU Bilanz: » mehr
Catalin Avramescu zieht nach drei Monaten Mitgliedschaft Rumäniens in der EU Bilanz: "Hat sich mit knapp hundert Tagen EU etwas zum Guten gewendet? In Wirklichkeit stehen die Dinge schlecht. Man hat uns Stabilität versprochen, und wir haben ein institutionalisiertes Chaos bekommen... Es hieß, wir würden Repräsentanten im Europaparlament haben, aber nun müssen wir noch fast ein Jahr warten, bis wir unsere Europaparlamentarier wählen dürfen... Der historische Beitrag Rumäniens zu den europäischen Institutionen belief sich bislang auf die Bildung einer Rechtsaußenfraktion gemeinsam mit Bulgarien. Doch zuvorderst stellt sich die Frage, wo das Geld geblieben ist: Hatte man uns nicht versprochen, dass der Euro nur so fließen würde? Die Politiker versicherten, es würde schwer werden, diese immense Summe zu verwalten. Bislang haben wir unseren EU-Beitrag von rund 300 Millionen Euro geleistet. Und was ist hereingekommen? Unterm Strich: Null."
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Europaparlament
Evenimentul Zilei - Rumänien | Mittwoch, 28. November 2007
Bei den rumänischen Wahlen zum Europaparlament hatten die Extremisten keinen Erfolg, stellt Mircea Marian erleichtert fest. Die national-extremistische Großrumänienpartei (PRM) und die ultrakonservative Partei der ... » mehr
Bei den rumänischen Wahlen zum Europaparlament hatten die Extremisten keinen Erfolg, stellt Mircea Marian erleichtert fest. Die national-extremistische Großrumänienpartei (PRM) und die ultrakonservative Partei der Neuen Generation (PNG) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. "Gibt es deshalb keinen Extremismus mehr in Rumänien? Es ist klar zu erkennen, dass die nationalistischen Formationen in Rumänien eine Wählerbasis haben, doch diesmal mussten sich Großrumänienpartei (PRM) und Partei der Neuen Generation (PNG) die Wählerschaft teilen, so dass keine ins Europaparlament gekommen ist... In Rumänien selbst ist es allerdings komplizierter, denn sollte bei den Wahlen 2008 keine dieser Parteien ins Parlament kommen, könnte das problematisch werden. Extremistisches Potenzial braucht ein Ventil, und der beste Ort, um die Kontrolle darüber zu behalten, ist das Parlament. Andernfalls haben wir die Extremisten auf den Straßen oder in den Stadien. Sie werden Roma attackieren, Häuser in Brand stecken oder gegen Homosexuelle hetzen."
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Gândul - Rumänien | Dienstag, 27. November 2007
Cristian Tudor Popescu analysiert die geringe Lust der Rumänen, sich an den Wahlen zum Europaparlament am vergangenen Sonntag zu beteiligen. "Das war der verwirrendste Wahlgang seit vor 17 Jahren die freien Wahlen eingeführt wurden. Das Volk - und vor allem ein Volk, das gerade erst der EU beigetreten ist - hatte keine Kandidaten zur Auswahl, die den Kriterien von Brüssel entsprochen hätten: » mehr
Cristian Tudor Popescu analysiert die geringe Lust der Rumänen, sich an den Wahlen zum Europaparlament am vergangenen Sonntag zu beteiligen. "Das war der verwirrendste Wahlgang seit vor 17 Jahren die freien Wahlen eingeführt wurden. Das Volk - und vor allem ein Volk, das gerade erst der EU beigetreten ist - hatte keine Kandidaten zur Auswahl, die den Kriterien von Brüssel entsprochen hätten: mit Grundkenntnissen der Zivilisation, der europäischen Gesetzgebung und mindestens einer Fremdsprache. Normal wäre gewesen, wenn zumindest in unseren ersten europäischen Jahren die Sitze im Europaparlament der Sitzverteilung im rumänischen Parlament entsprochen hätte. Dann hätte jede Partei - proportional zu ihrem Stimmenanteil im Parlament - ihre Abgeordneten bestimmen können. Doch wie soll man das Volk bitten, mit Enthusiasmus wählen zu gehen, wenn viele der von den Parteien zwangsweise aufgestellten Kandidaten sich schnellstens wieder aus den Listen entfernen ließen, als ob sie bestraft, ja ausgeschaltet würden?"
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România Liberă - Rumänien | Montag, 26. November 2007
Bei den Wahlen der 35 rumänischen Europaparlamentarier am Wochende lag die Wahlbeteiligung bei geringen 27 Prozent. Nach vorläufigen Wahlergebnissen erhielt die Demokratische Partei (PD) von Präsident Traian Basescu mit knapp 30 Prozent die meisten Stimmen. Durchgefallen ist hingegen bei dem parallel stattfindenden Referendum Basescus Vorschlag eines Mehrheitswahlsystems. Simona Popescu kommentiert: » mehr
Bei den Wahlen der 35 rumänischen Europaparlamentarier am Wochende lag die Wahlbeteiligung bei geringen 27 Prozent. Nach vorläufigen Wahlergebnissen erhielt die Demokratische Partei (PD) von Präsident Traian Basescu mit knapp 30 Prozent die meisten Stimmen. Durchgefallen ist hingegen bei dem parallel stattfindenden Referendum Basescus Vorschlag eines Mehrheitswahlsystems. Simona Popescu kommentiert: "Nicht einmal die Auslandsrumänen gingen in Scharen wählen: Niemand wusste, was los ist, niemand wollte größere Entfernungen zurücklegen, um die rumänischen Europaparlamentarier zu wählen. Aber auch über das Mehrheitswahlrecht wusste man nicht viel. Es ist eindeutig, dass die Rumänen kein Vertrauen in ihr eigenes Votum haben, sie glauben nicht, dass sie die Macht besitzen, Dinge zu verändern… Die Politik hat Europa erneut eine antidemokratische Vorstellung gegeben. Leider wird das nicht die letzte gewesen sein."
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Evenimentul Zilei - Rumänien | Mittwoch, 21. November 2007
Kommenden Sonntag finden in Rumänien die ersten Wahlen fürs Europaparlament statt. Mircea Marian ist entsetzt: » mehr
Kommenden Sonntag finden in Rumänien die ersten Wahlen fürs Europaparlament statt. Mircea Marian ist entsetzt: "Seit den Wahlen 1992 habe ich keine Kandidaten mehr erlebt, die so schwach und gleichzeitig so blasiert sind. Den Spitzenplatz der jeweiligen Liste hat der 'Star' der Partei inne – und dann folgt eine ganze Herde von Personen ohne Profil und Charakter. Leute, die in der rumänischen Politikszene keine fünf Minuten überleben würden, die aber mit Hilfe von Beziehungen nach Brüssel und Straßburg gelangen werden, um dort europäische Politik zu machen – falls man das Politik nennen kann. Leute, die in Westeuropa leben wollen und deren Ehrgeiz sich auf gutes Essen und Qualitätswein beschränkt – und darauf verstehen sich Belgier und Franzosen ja. Durchaus möglich, dass einige bis zum Ende ihres Mandats 2009 sogar lernen, was sie dort eigentlich tun sollen. Wir sollten uns schämen, dass wir die ersten Wahlen für das Europaparlament so wenig Ernst genommen haben. Sie sind eine Farce."
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Evenimentul Zilei - Rumänien | Montag, 24. September 2007
Der Termin für die ersten Europa-Wahlen Rumäniens am 25. November 2007 nähert sich, doch es scheint schwer zu sein, Kandidaten für die Wahllisten zu finden, wundert sich Tudor Flueras: » mehr
Der Termin für die ersten Europa-Wahlen Rumäniens am 25. November 2007 nähert sich, doch es scheint schwer zu sein, Kandidaten für die Wahllisten zu finden, wundert sich Tudor Flueras: "Viele Politiker haben sich geweigert zu kandidieren. Sie benutzten alle möglichen Ausflüchte, um sich zu drücken. Andere wurden zwangsweise auf die Liste gesetzt, quasi als Strafe für begangene Fehler. Es scheint, dass das Europäische Parlament zu einem Exil geworden ist, in das unbequeme oder unangepasste Politiker geschickt werden. Soweit ich weiß, hat keine einzige Partei deutlich gemacht, wie wichtig diese Wahl ist... Zehn Jahre lang haben wir uns bemüht, der EU beizutreten, und jetzt, da wir drin sind, zeigen wir uns absolut desinteressiert an ihren Institutionen."
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Evenimentul Zilei - Rumänien | Montag, 27. August 2007
In Rumänien sollen die ersten Wahlen für das Europaparlament nun am 25. November stattfinden. Sie waren aus innenpolitischen Gründen immer wieder verschoben worden. Ioana Lupea schreibt: » mehr
In Rumänien sollen die ersten Wahlen für das Europaparlament nun am 25. November stattfinden. Sie waren aus innenpolitischen Gründen immer wieder verschoben worden. Ioana Lupea schreibt: "Die Kandidatur bei den Europawahlen ist (für die Politiker) vor allem ein Opfer. Sie sehen einen Wahlerfolg eher als geduldetes Exil denn als Ehre. Man meint, das politische Epizentrum befinde sich in Bukarest und nicht in Brüssel und Straßburg, und wer sich davon entferne, nehme nicht mehr am nationalen Wettbewerb um Macht und Einfluss teil. Folglich gilt die Wahl am 25. November vor allem als Test für interne Popularität. Die Posten im Europaparlament gelten als gut bezahltes Amt für politische Stammkundschaft, als Verbannungsort für interne Feinde und als Zufluchtsort für vom Gesetz Verfolgte... Die Wahlen gelten als Formalie, der Genüge getan werden muss, das ist alles. Der 25. November wird ein trauriges Schauspiel werden."
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Migration
Capital - Rumänien | Freitag, 11. Januar 2008
Die rumänische Regierung hat angekündigt, mit besonderen Programmen ausgewanderte Rumänen zur Rückkehr bewegen zu wollen. Rund drei Millionen Rumänen sind in den vergangenen Jahren ins Ausland gegangen, allein 2007 haben sie rund sieben Milliarden Euro ins Land geschickt. Ionut Popescu kommentiert: » mehr
Die rumänische Regierung hat angekündigt, mit besonderen Programmen ausgewanderte Rumänen zur Rückkehr bewegen zu wollen. Rund drei Millionen Rumänen sind in den vergangenen Jahren ins Ausland gegangen, allein 2007 haben sie rund sieben Milliarden Euro ins Land geschickt. Ionut Popescu kommentiert: "So wie diese Menschen nicht auf Geheiß der Regierung weggegangen sind, so werden sie sich von ihr auch nicht zur Rückkehr bewegen lassen. Es wird der Regierung nicht gelingen, den Durchschnittslohn auf 800 bis 1000 Euro zu heben, aber soviel verdient ein Rumäne im Ausland. Zurückkommen werden also nur die, die das sowieso vorhatten. Alle anderen, deren Kinder im Ausland in die Schule gehen und die rumänische Gemeinschaften gegründet haben, werden nicht wiederkommen, ganz gleich, womit die Regierung lockt."
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Gândul - Rumänien | Samstag, 5. Januar 2008
Caterina Nicolae fragt, wieviel die Rumänen 2008 verdienen werden: » mehr
Caterina Nicolae fragt, wieviel die Rumänen 2008 verdienen werden: "Der Durchschnittslohn lag im Oktober 2007 bei rund 450 Euro, doch von den 4,7 Millionen Arbeitnehmern in Rumänien erhalten nicht einmal 14 Prozent das Durchschnittsgehalt. Klar gibt es Glückliche, die mehr verdienen, im Finanzwesen, in der öffentlichen Verwaltung oder in der Armee. Viele, die mit umgerechnet 270 Euro deutlich unter dem Durchschnittslohn liegen, arbeiten in der Hotel- und Restaurantbranche, in den Textilfabriken oder der Landwirtschaft... Doch mit dem EU-Beitritt haben die Rumänen nicht nur westliche Preise, sondern auch westliche Gehaltsvorstellungen kennengelernt. So mancher, der noch nicht ausgewandert ist, sagt inzwischen klar, was er für seine Qualifikation haben will, um Miete oder Einkäufe zahlen zu können. Daraus ergibt sich die Frage, wo er sein Geld verdienen wird – in Rumänien oder im Ausland?"
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Evenimentul Zilei - Rumänien | Mittwoch, 14. März 2007
In den kommenden Monaten will die rumänische Regierung Maßnahmen ergreifen, die Auswanderer zur Rückkehr ins Land bewegen sollen. Marius Draghici empfiehlt den Ausgewanderten jedoch, sich eine Rückkehr reiflich zu überlegen: » mehr
In den kommenden Monaten will die rumänische Regierung Maßnahmen ergreifen, die Auswanderer zur Rückkehr ins Land bewegen sollen. Marius Draghici empfiehlt den Ausgewanderten jedoch, sich eine Rückkehr reiflich zu überlegen: "Die Politiker, die in den vergangenen 17 Jahren das Land ruiniert haben, die Oligarchen, die die Wirtschaft und die Macht in ihren Händen halten, die Funktionäre, die uns gedemütigt haben, kommen nun mit der Rechnung zu uns... Kommt nicht nach Hause! Rumänien ist fern jeder europäischen Normalität. Es ist immer noch arm und korrupt. Ich weiß, wie schwer es für euch ist. Ich weiß, dass ihr fern eurer Kinder und Familien seid. Helft euren Eltern mit Geld. Nehmt eure Kinder und bringt sie auf Schulen in Europa. Spart Geld für euer Alter. Bleibt draußen, ihr habt es verdient... Ihr solltet erst in dem Augenblick zurückkommen, wenn ihr überzeugt seid, dass dieses Land euch gehört, euren Kindern und Enkeln, aber nicht einer Mafia-Bande!"
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Roma in Rumänien - und Italien
Top-Thema vom Donnerstag, 8. November 2007
Nach dem Tod einer Italienerin, die von einem rumänischen Roma überfallen worden war, wird in Italien hart gegen Rumänen und Roma vorgegangen. Die Regierung Prodi ... » mehr
Nach dem Tod einer Italienerin, die von einem rumänischen Roma überfallen worden war, wird in Italien hart gegen Rumänen und Roma vorgegangen. Die Regierung Prodi will mit einem Sicherheitspaket ermöglichen, dass straffällig gewordene EU-Bürger abgeschoben werden können. Widerspricht das dem EU-Grundsatz der Freizügigkeit?
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Top-Thema vom Montag, 5. November 2007
Der rumänischen Minderheit in Italien schlägt Hass entgegen, weil ein rumänischer Roma verdächtigt wird, eine Italienerin vergewaltigt und fahrlässig getötet zu haben. Seit dem 1. ... » mehr
Der rumänischen Minderheit in Italien schlägt Hass entgegen, weil ein rumänischer Roma verdächtigt wird, eine Italienerin vergewaltigt und fahrlässig getötet zu haben. Seit dem 1. November gilt in Italien nun ein Dekret, demzufolge EU-Bürger, die als Sicherheitsrisiko eingestuft werden, aus Italien ausgewiesen werden können. Die europäische Presse kommentiert das harte Vorgehen der italienischen Regierung.
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 29. November 2007
Der rumänische Schriftsteller Mircea Cartarescu erinnert daran, dass es die Rumänen waren, die die Roma in ein Leben in Elend und Delinquenz gezwungen haben - durch Versklavung: » mehr
Der rumänische Schriftsteller Mircea Cartarescu erinnert daran, dass es die Rumänen waren, die die Roma in ein Leben in Elend und Delinquenz gezwungen haben - durch Versklavung: "Über einige Jahrhunderte hinweg konnten sie gekauft und verkauft werden, Familien wurden auseinandergerissen, die Kinder von den Müttern, die Frauen von ihren Männern getrennt, die jungen Frauen in aller Regel von den Besitzern vergewaltigt, das 'Krähengesocks' war Ziel allgemeiner Verachtung und Diskriminierung. Irgendeiner der Wojwoden ließ sie die Bäume hochklettern und holte sie dann mit Pfeilen von da runter: Er nannte das Krähenjagen. Ortsgebunden und wie die Tiere gehalten, vermehrten sich die Zigeuner in den rumänischen Fürstentümern stärker als irgendwo sonst in Europa. Wir sind es somit selbst, die sich das Zigeunerproblem geschaffen haben. Es ist unsere historische Schuld... Wir empören uns, wenn das Ausland uns als ein Volk von Kriminellen wahrnimmt. Wir selbst aber betrachten die Zigeuner genau in derselben Weise."
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Le Monde - Frankreich | Mittwoch, 28. November 2007
Der rumänische Schriftsteller Norman Manea wünscht sich von der EU vorbildliches Verhalten im Streit um die mögliche Ausweisung von Rumänen aus Italien. "Ein ohnehin tragisches individuelles Verbrechen aufzubauschen und mit einer kollektiven Strafe zu belegen, die eine ganze Gemeinschaft trifft, ist im höchsten Maße unverantwortlich, belastend und verhängnisvoll. Das gilt für die Opfer wie auch für die Gemeinschaft, der der Schuldige angehört... Seit einiger Zeit wird Zorn über Europa und die neuen Probleme, die sein Einigungsprozess unweigerlich mit sich bringt, laut. Die Freizügigkeit führt zu einem Zusammenleben, das auf gegenseitigem Nutzen beruht... Europa verdient es, wirklich zu einer Gemeinschaft zu werden - und zwar auf einem ihm gemäßen zivilisatorischen Niveau: » mehr
Der rumänische Schriftsteller Norman Manea wünscht sich von der EU vorbildliches Verhalten im Streit um die mögliche Ausweisung von Rumänen aus Italien. "Ein ohnehin tragisches individuelles Verbrechen aufzubauschen und mit einer kollektiven Strafe zu belegen, die eine ganze Gemeinschaft trifft, ist im höchsten Maße unverantwortlich, belastend und verhängnisvoll. Das gilt für die Opfer wie auch für die Gemeinschaft, der der Schuldige angehört... Seit einiger Zeit wird Zorn über Europa und die neuen Probleme, die sein Einigungsprozess unweigerlich mit sich bringt, laut. Die Freizügigkeit führt zu einem Zusammenleben, das auf gegenseitigem Nutzen beruht... Europa verdient es, wirklich zu einer Gemeinschaft zu werden - und zwar auf einem ihm gemäßen zivilisatorischen Niveau: mit Respekt für Unterschiede, demokratisch, spirituell, frei und erfolgreich. Ein vorbildlicher Kontinent."
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Korruptionsbekämfpung
România Liberă - Rumänien | Donnerstag, 27. September 2007
Die Organisation "Transparency International" hat ihren weltweiten Korruptionswahrnehmungsindex CPI veröffentlicht. Cristian Campeanu über die rumänische Wertung: » mehr
Die Organisation "Transparency International" hat ihren weltweiten Korruptionswahrnehmungsindex CPI veröffentlicht. Cristian Campeanu über die rumänische Wertung: "Wir teilen uns Platz 69 - von insgesamt 180 Plätzen - mit Ghana, und das, obwohl Rumänien dank des EU-Beitritts wichtige Fortschritte gemacht haben soll. Wir stehen schlechter da als Kolumbien, das globale Zentrum des Kokain-Schmuggels, schlechter als Bulgarien, wo die Mafia am helllichten Tag um sich schießt, oder die Türkei, wo Worte wie 'Bakschisch' erfunden worden sind. Natürlich ist alles eine Frage der Wahrnehmung... Trotzdem sollten wir uns fragen, warum Rumänien als dermaßen korruptes Land wahrgenommen wird. Die einzige ehrliche Antwort wäre: weil es so ist... Wenn die Beamten vom Rathaus bis ins Ministerium, Polizisten, Staatsanwälte, Richter und Parlamentarier bestechlich sind, bekommt man das Gefühl, in der Falle zu sitzen, und dieses bestimmt auch die Wahrnehmung, dass überall Korruption herrscht."
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Rumänische Filme
Cotidianul - Rumänien | Freitag, 28. Dezember 2007
Die jungen rumänischen Filmemacher sind das Beste, was Rumänien im Jahr 2007 passiert ist, meint Traian Ungureanu: » mehr
Die jungen rumänischen Filmemacher sind das Beste, was Rumänien im Jahr 2007 passiert ist, meint Traian Ungureanu: "Der Erfolg von Cristian Mungiu mit seinem Film '4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage' ist typisch für eine Generation, die hoffnungsvoll und geduldig war: Cristian Mungiu, Christi Puiu, Cristian Nemescu, Radu Muntean, Nae Caranfil und Corneliu Porumboiu sind von Anfang an ohne den Staat ausgekommen. Sie wurden von den Filmbehörden abgewiesen, aber die Zeit hat ihnen Recht gegeben. Die Goldene Palme von Cannes signalisiert klar, dass die Übergangszeit zu Ende geht. Wir kochen nicht mehr nur unser eigenes Süppchen. Die Europäer (und bald auch die Amerikaner), die den Film ausgezeichnet haben und das weiterhin tun werden, haben begonnen, uns zu verstehen. Wir sind kompatibel geworden."
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Cotidianul - Rumänien | Montag, 3. Dezember 2007
Das rumänische Abtreibungs-Drama "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" von Cristian Mungiu erhielt am Samstag den 20. Europäischen Filmpreis in Berlin. Alexandra Olivotto freut sich: » mehr
Das rumänische Abtreibungs-Drama "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" von Cristian Mungiu erhielt am Samstag den 20. Europäischen Filmpreis in Berlin. Alexandra Olivotto freut sich: "Dass sich sowohl die Cannes-Jury als auch die Jury der Europäischen Filmakademie über den Film einig waren, sagt viel über die Qualität des Films... Bleibt die Frage, ob die stürmische Leidenschaft für diesen Film hier auch die Kollegen in Hollywood ansteckt. Denn obwohl Mungiu zwei 'europäische Oscars' erhalten hat, ist das kein Garant, dass er den richtigen Oscar erhält. Der Film 'Das Leben der Anderen', der auch zwei europäische Filmpreise erhalten hatte, ist die Ausnahme und nicht die Regel. Die Europäische Filmakademie ist jünger, bei der amerikanischen Filmakademie gibt es weitaus mehr Mitglieder und sie sind älter. Selten ist in der jüngsten Geschichte der Auslands-Oscar für einen revolutionären Film vergeben worden."
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România Liberă - Rumänien | Samstag, 1. September 2007
Der in Paris lebende rumänische Schriftsteller Dinu Flamand schreibt über den großen Erfolg, den der Cannes-Preisträgerfilm "Vier Monate, drei Wochen, zwei Tage" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu derzeit in den französischen Kinos hat. "Mungiu wirft Fragen auf: » mehr
Der in Paris lebende rumänische Schriftsteller Dinu Flamand schreibt über den großen Erfolg, den der Cannes-Preisträgerfilm "Vier Monate, drei Wochen, zwei Tage" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu derzeit in den französischen Kinos hat. "Mungiu wirft Fragen auf: Warum machen wir Filme, wozu dient Kunst? Sein Film über eine schreckliche, aber banale Abtreibung im realsozialistischen Rumänien ist eine einfache Erzählung mit der Intensität eines antiken Dramas. Alle sind begeistert davon, wie genau die Symbole in diesem Film miteinander korrespondieren. Er bedient sich der Sprache eines furchteinflößenden Alltags und rekonstruiert die soziale Atmosphäre des damaligen Rumänien, ohne in Elends-Ethnographie zu verfallen. So wird den Westlern klar, dass ihre Nachbarn jahrzehntelang in einer Hölle gelebt haben."
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Ta Nea - Griechenland | Dienstag, 29. Mai 2007
"Falls Sie 'Das Leben der Anderen' mochten, dann werden Sie die Goldene Palme von Cannes 2007 lieben", schreibt die Zeitung voller Begeisterung. "Aus dem Nichts ... » mehr
"Falls Sie 'Das Leben der Anderen' mochten, dann werden Sie die Goldene Palme von Cannes 2007 lieben", schreibt die Zeitung voller Begeisterung. "Aus dem Nichts aufgetaucht, hat es der Rumäne Cristian Mungiu bis an die Spitze geschafft! Der Wiedergeburt des Kinos erfährt damit Gerechtigkeit... Er kommt vielleicht aus einem unbedeutenden Land, das gerade erst der EU beigetreten ist, aber Mungiu hat es geschafft, Tarantino, Kusturica, James Gray, die Coen-Brüder und ein Dutzend anderer renommierter Regisseure abzuhängen, die mit ihren Ferraris versucht haben, die Bukarester Klapperkiste zu überholen. Die 60 Jahre Festival haben sich schon allein für dieses Rennen gelohnt, das nur einmal alle zehn Jahre stattfindet. Danke Stephen Frears [Jury-Präsident]! Dank gebührt auch den trickreichen Jury-Diplomaten, die Mungiu vom ersten Tag des Festivals an ins Spiel gebracht und damit das Niveau sehr hoch angesetzt haben."
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BULGARIEN
EU-Bilanz
Sega - Bulgarien | Montag, 17. Dezember 2007
Ein knappes Jahr ist Bulgarien EU-Mitglied. In dieser Zeit hat sich die Zahl derer, die Europa optimistisch sehen, halbiert, wie das demoskopische Institut mitteilte. Swetoslaw Tersiew kommentiert: » mehr
Ein knappes Jahr ist Bulgarien EU-Mitglied. In dieser Zeit hat sich die Zahl derer, die Europa optimistisch sehen, halbiert, wie das demoskopische Institut mitteilte. Swetoslaw Tersiew kommentiert: "Warum entfernen wir uns von Europa, je mehr wir uns in Europa integrieren? Es kann nur eine Erklärung geben: Durch die Annäherung erkennen wir, womit wir uns vergleichen und wie weit wir davon entfernt sind. Es war klar, dass die Euphorie über den Beitritt einem Stimmungstief weichen würde, denn die Illusion, plötzlich ein Europäer zu sein, würde verschwinden... In Wahrheit hat sich die Enttäuschung der Bulgaren über die einheimischen Politiker auf die europäischen übertragen. Während der Verhandlungen zum Beitritt dachte man, die Regierenden in Bulgarien würden den Forderungen Europas folgen. Doch nach dem Beitritt verkamen die strengsten Mahnungen wegen der Defizite in der Kriminalitäts-und Korruptionsbekämpfung zu Komplimenten."
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Sega - Bulgarien | Donnerstag, 13. Dezember 2007
Swetoslaw Tersiew wirft einen Blick auf den umstrittenen Empfang für den libyschen Präsidenten in Frankreich: » mehr
Swetoslaw Tersiew wirft einen Blick auf den umstrittenen Empfang für den libyschen Präsidenten in Frankreich: "Der Besuch Gaddafis in Paris zeigt, dass es sich für uns gelohnt hat, Krach für die bulgarischen Krankenschwestern zu schlagen und daraus ein internationales Problem zu machen. Sarkozy antwortet auf die Anschuldigungen der französischen Opposition, er habe keine 'Diplomatie mit dem Scheckbuch' gemacht, er habe vielmehr die Befreiung der Krankenschwester vor Geschäftsinteressen gestellt und eine klare Priorität gesetzt... Wenn Frankreich zwischen Bulgarien und Libyen hätte wählen müssen, dann wäre die Beziehungen zum europäischen Verbündeten kein ausreichender Grund gewesen, um die Geschäfte mit Gaddafi zu beenden. Doch die internationale Kampagne für die Rettung der Krankenschwestern hat Frankreich auf sein Selbstbild verwiesen. Für Geld würde Frankreich auf vieles verzichten, nicht aber auf das historische Image, die Wiege der Menschenrechte zu sein."
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Sega - Bulgarien | Montag, 24. September 2007
In Bulgarien wird debattiert, wie lange eine Beobachtung des Landes durch die EU noch angemessen ist. Svetoslaw Tersiew findet diese Diskussion sinnlos, denn das EU-Monitoring ... » mehr
In Bulgarien wird debattiert, wie lange eine Beobachtung des Landes durch die EU noch angemessen ist. Svetoslaw Tersiew findet diese Diskussion sinnlos, denn das EU-Monitoring habe ohnehin nicht zu einem Rückgang der Korruption im Lande geführt. "Seit über einem halben Jahr macht Bulgarien angeblich Fortschritte in der Kriminalitäts- und Korruptionsbekämpfung, und die Kommission tut so, als ob sie diesen Prozess streng verfolge. Dieses Spiel kann - im längsten Fall - noch drei Jahre so weitergehen, aber es steht schon jetzt fest, dass weder die großen Kriminellen noch die korrupten Funktionäre in den oberen Etagen noch der Staat Probleme damit haben werden. Wann dem Monitoring ein Ende gesetzt wird - ob sofort, im nächsten Jahr oder 2009 -, ist reine Formalität. Brüssel hat den Bulgaren ihre letzte Hoffnung geraubt, dass eine Rettung vor der Mafia von außen kommen könnte."
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Dnevnik - Bulgarien | Donnerstag, 23. August 2007
Am Duisburger Hauptbahnhof sind vor einer Woche sechs Männer ermordet worden, eine Tat der italienischen Mafia. Alexander Andrejew kommentiert: » mehr
Am Duisburger Hauptbahnhof sind vor einer Woche sechs Männer ermordet worden, eine Tat der italienischen Mafia. Alexander Andrejew kommentiert: "Die Erschießung der sechs Italiener in Duisburg wird vermutlich nicht nur deutsche Politiker, sondern auch Brüssel dazu bewegen, einige ihrer Standpunkte im Hinblick auf den Kampf gegen die Mafia zu revidieren. Dieses Blutvergießen könnte neben vielem anderem auf paradoxe Weise dazu beitragen, eine falsche Wahrnehmung zu korrigieren: Nicht nur Polen, Bulgaren oder Rumänen haben eine Mafia. Es gibt sie auch woanders, und kein Land in der EU kann sich alleine vor ihr schützen."
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Sega - Bulgarien | Donnerstag, 5. Juli 2007
In einem Jahr sind mehr als 300 Frauen in Bulgarien Opfer von organisierten Frauenhändlern geworden - das sind die offiziellen Zahlen. Zwar klärt der Staat nun verstärkt Eltern und junge Frauen über das Risiko von Schlepperbanden und Zwangsprostitution auf, doch das Problem bleibt bestehen. Denislaw Tsonew erklärt, warum: » mehr
In einem Jahr sind mehr als 300 Frauen in Bulgarien Opfer von organisierten Frauenhändlern geworden - das sind die offiziellen Zahlen. Zwar klärt der Staat nun verstärkt Eltern und junge Frauen über das Risiko von Schlepperbanden und Zwangsprostitution auf, doch das Problem bleibt bestehen. Denislaw Tsonew erklärt, warum: "Je ärmer ein Land ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich seine Menschen der Prostitution zuwenden. Und je kleiner die Stadt, umso größer die Auswahl an Opfern für die Menschenhändler: arme und ungebildete Menschen. Bulgarien erfüllt alle Voraussetzungen, um Prostituierte an die reichen Länder Europas zu verkaufen. Die Ziele heißen Deutschland, Frankreich, Holland, Belgien und Italien. Bulgarien führt dem Westen Prostituierte zu und ist zunehmend auch Transitland für Frauen aus der Ukraine, Moldau, Russland oder Rumänien."
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Dnevnik - Bulgarien | Donnerstag, 14. Juni 2007
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barosso hat gestern erklärt, der EU-Fortschrittsbericht zu Bulgarien, der am 27. Juni veröffentlicht werden soll, werde scharfe Kritik enthalten. Der Politologe Wladimir ... » mehr
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barosso hat gestern erklärt, der EU-Fortschrittsbericht zu Bulgarien, der am 27. Juni veröffentlicht werden soll, werde scharfe Kritik enthalten. Der Politologe Wladimir Schopow fragt, welche Konsequenzen die EU ziehen wird. Das Instrument der Schutzklausel hält er für keine "produktive Maßnahme". "Die Idee der Schutzklausel erschwert nur die Debatte darüber, wie weitere Reformen aussehen könnten, wenn die EU kein überzeugendes Instrumentarium hat, um Druck auf Reformen im Bereich der Justiz und des Inneren auszuüben... Die EU scheint sich damit abgefunden zu haben, dass das maximal erreichbare Ziel für Bulgarien Stabilisierung auf niedrigem Niveau heißt. Außerhalb der Politik reagieren die Bulgaren darauf mit einer Mischung aus Resignation, Scham und der Hoffnung, es möge doch jemanden geben, der in der Lage ist, ein bisschen Ordnung zu schaffen im Regime kriminell-politischer Seilschaften, das sich scheinbar dauerhaft etabliert hat."
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Dnevnik - Bulgarien | Dienstag, 8. Mai 2007
Jewgeniy Daynow fragt vor dem Hintergrund der estnisch-russischen Auseinandersetzungen um das sowjetische Soldaten-Denkmal, wie es um das Verhältnis zwischen Russland und Bulgarien bestellt ist: » mehr
Jewgeniy Daynow fragt vor dem Hintergrund der estnisch-russischen Auseinandersetzungen um das sowjetische Soldaten-Denkmal, wie es um das Verhältnis zwischen Russland und Bulgarien bestellt ist: "In den vergangenen Tagen haben westliche Institutionen und Medien begonnen, die größte Bedrohung für Europa zu diskutieren: die klare Absicht des Kreml, seine Position nicht nur in den ehemaligen sowjetischen Republiken wieder herzustellen, sondern auch an der 'weichen' Peripherie. Wo stehen wir? Dem Kreml gelten wir als besonders weich. Moskau zählt darauf, seinen Einfluss bei uns verhältnismäßig leicht sichern zu können... Es gibt einen neuen Monopolvertrag mit Gasprom, Gasprom ist am [bulgarischen] Atomkraftwerk Belene beteiligt, eine Gaspipeline durch den Süden von Bulgarien ist in Planung, und nun werden auch noch geheime Daten mit dem russischen Geheimdienst ausgetauscht. Es wird immer schwerer, den Verdacht zu zerstreuen, dass Bulgarien in Wirklichkeit eine Rolle spielt, die vom Kreml diktiert wird. Bulgarien soll das trojanische Pferd Russlands in der westlichen Gesellschaft werden."
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Dnevnik - Bulgarien | Dienstag, 10. April 2007
Rumjana Batschwarowa stellt sich die Frage, ob Bulgarien nach den Wahlen der Europaabgeordneten am 20. Mai "europäischer" werden wird: » mehr
Rumjana Batschwarowa stellt sich die Frage, ob Bulgarien nach den Wahlen der Europaabgeordneten am 20. Mai "europäischer" werden wird: "Die ersten Wahlen werden zeigen, inwiefern die Bulgaren an den europäischen Angelegenheiten und Problemen überhaupt Anteil nehmen... Für die Europäer, die sich darum bemühen, unsere nationalen Eigenheiten zu verstehen, wäre es wichtig zu begreifen, welche historische Kompensation die EU-Mitgliedschaft für die Bulgaren bedeutet - anstelle der Zwangszugehörigkeit zum Osmanischen Reich oder Sowjetischen Imperium. Die Frage mag für den modernen Bulgaren vielleicht übertrieben und theoretisch klingen, doch es ist wichtig, das Echo historischer und globaler Ereignisse im Hinblick auf die Europäische Union in der öffentlichen Meinung zu erkennen."
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Dnevnik - Bulgarien | Donnerstag, 15. Februar 2007
Russland nutzt die Orthodoxie als wichtiges geopolitisches Instrument, vor allem bei seinen Glaubensbrüdern auf dem Balkan, stellt Ljuboslawa Rusewa fest. In einem Essay analysiert sie den Einfluss Russlands auf Europa und stellt die These auf: » mehr
Russland nutzt die Orthodoxie als wichtiges geopolitisches Instrument, vor allem bei seinen Glaubensbrüdern auf dem Balkan, stellt Ljuboslawa Rusewa fest. In einem Essay analysiert sie den Einfluss Russlands auf Europa und stellt die These auf: "Hammer und Sichel wurden mechanisch durch das christliche Kreuz ersetzt. Die Religion als Opium für das Volk hat sich zu einem bequemen Instrument für die Wirtschaft entwickelt. Mit freundlicher Unterstützung der Orthodoxie haben uns Gas und Erdöl in den letzten Jahren überschwemmt - was allerdings nicht heißt, dass sie deshalb günstiger wurden. Die Trojanischen Pferde aus Russland wurden frei gelassen, um mit Europas Wohlwollen hier zu weiden."
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Sega - Bulgarien | Freitag, 2. Februar 2007
Janina Sdrawkowa zieht eine Bilanz des ersten EU-Mitgliedsmonats: » mehr
Janina Sdrawkowa zieht eine Bilanz des ersten EU-Mitgliedsmonats: "Der Beitritt zur EU wird von der täglich drohenden Preiserhöhung begleitet - in allen Sphären und unabdingbar. Doch die Mitgliedschaft betrifft nicht nur unsere Taschen, sondern dringt tief in andere Lebensbereiche ein, in unsere Mentalität und unseren Lebensstil. Da ist die hohe Steuer auf selbst gebrannten Schnaps. Außerdem müssen Gurken 25 Zentimeter lang und gerade sein, um als Klasse I zu gelten... Diese Woche ist noch eine weitere Bedrohung hinzugekommen: Rauchen soll nunmehr nur noch zu Hause erlaubt sein. Dabei macht doch genau das das halbe Leben eines Bulgaren aus, erhellt es. Denn ohne Schnaps, Salat und Zigaretten ist das Leben für einen Bulgaren einfach fade und steril wie eine Gurke."
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Europaparlament
Monitor - Bulgarien | Dienstag, 22. Mai 2007
Aus den ersten bulgarischen Wahlen für das Europaparlament ist die populistische Partei GERB (Bürger für europäische Entwicklung Bulgariens) als Sieger hervorgegangen, gefolgt von den in ... » mehr
Aus den ersten bulgarischen Wahlen für das Europaparlament ist die populistische Partei GERB (Bürger für europäische Entwicklung Bulgariens) als Sieger hervorgegangen, gefolgt von den in Sofia regierenden Sozialisten, der Partei der ethnischen Türken, der nationalistischen Partei Ataka und der liberalen NDSW. Der Soziologe Antoni Galabow meint, Bulgarien habe damit Europa keine deutliche politische Botschaft gesandt. Das Wahlergebnis zeuge von einer zersplitterten Gesellschaft. "Die Alltagssorgen haben über die Zukunftserwartungen gesiegt. Selbst die eifrigsten Verfechter positiven Denkens können nicht behaupten, diese Wahlen seien ein Schritt zur Modernisierung des bulgarischen politischen Lebens gewesen." Vielmehr gebe es Zeichen einer latenten politischen Krise. " 70 Prozent der Bürger verzichteten auf ihr erstes europäisches Votum."
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Monitor - Bulgarien | Mittwoch, 18. April 2007
In Bulgarien werden am 20. Mai die 18 bulgarischen Abgeordneten für das Europaparlament gewählt. Teofan Germanow kommentiert den Wahlkampf: » mehr
In Bulgarien werden am 20. Mai die 18 bulgarischen Abgeordneten für das Europaparlament gewählt. Teofan Germanow kommentiert den Wahlkampf: "Es gibt keinen ernsthaften Dialog zwischen den Parteien, Institutionen und der Zivilgesellschaft. Stets hört man nur die Antwort: 'Es geht nicht'. Das macht den Unterschied zwischen uns und den Amerikanern deutlich. Wenn bei uns etwas Neues eingeführt werden soll, hört man: 'Das geht nicht', während es in den USA heißt: 'Schauen wir, was wir tun können' ... Die Parteien stellen keine wert- und sinnvollen Wahlprogramme auf, sondern versuchen es mit Populismus... Das europäische Thema wird so banalisiert, dass die Menschen bereits den Sender wechseln, wenn sie nur den Buchstaben 'E' hören. Ihre Ohren werden immer empfänglicher für populistische und anti-europäische Zaubersprüche."
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Monitor - Bulgarien | Freitag, 27. April 2007
Emil Koschlukow nimmt die wirtschaftliche und politische Elite Bulgariens unter die Lupe - vor allem unter dem Eindruck des Wahlkampfes für das Europaparlament, dessen wichtigstes Mittel der Einsatz von Turbofolk-Sängern ist: » mehr
Emil Koschlukow nimmt die wirtschaftliche und politische Elite Bulgariens unter die Lupe - vor allem unter dem Eindruck des Wahlkampfes für das Europaparlament, dessen wichtigstes Mittel der Einsatz von Turbofolk-Sängern ist: "Echte Demokratie funktioniert bei uns nicht, sie steht nur auf dem Papier. In Bulgarien fasst seit Beginn der politischen Wende das lateinamerikanische Modell Fuß. Wer damals Geld abzwacken konnte, gehört heute zur wirtschaftlichen Elite. Diese Elite hat die Wendejahre überlebt, ihren Reichtum bewahrt und hält nun in der freien Demokratie die Fäden in der Hand. Der Staatskapitalismus ist zum Oligarchismus geworden, Wirtschaft und Staat stehen auf der gleichen Seite... Die politische Elite im heutigen Bulgarien hängt sich ein Deckmäntelchen um. Die Politiker setzen alles auf die Karte von Aziz [einem schrillen, äußerst populären Popfolk-Sänger], der nicht vielmehr als eine mediale Travestie-Schöpfung ist. Dies lässt darauf schließen, dass Politiker mehr Begabung als Bildung haben. Sie sind Travestie-Politiker, die so sprechen, wie Aziz singt."
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Medien
Dnevnik - Bulgarien | Donnerstag, 29. November 2007
Die beiden auflagenstärksten bulgarischen Zeitungen "24 Tschassa" und "Trud" gehören zum deutschen WAZ-Medienunternehmen. Sie haben sich an einer Hetzkampagne gegen die Kunsthistorikerin Martina Baleva beteiligt, die die offizielle Darstellung des Massakers von Batak kritisiert hatte. Die WAZ-Mediengruppe will die Zeitungen nun stärker inhaltlich kontrollieren. In der Debatte über diesen Fall gab es eine Reihe von interkulturellen Missverständnissen, meint Alexander Andreew: » mehr
Die beiden auflagenstärksten bulgarischen Zeitungen "24 Tschassa" und "Trud" gehören zum deutschen WAZ-Medienunternehmen. Sie haben sich an einer Hetzkampagne gegen die Kunsthistorikerin Martina Baleva beteiligt, die die offizielle Darstellung des Massakers von Batak kritisiert hatte. Die WAZ-Mediengruppe will die Zeitungen nun stärker inhaltlich kontrollieren. In der Debatte über diesen Fall gab es eine Reihe von interkulturellen Missverständnissen, meint Alexander Andreew: "Alles deutet darauf hin, dass in der Debatte Teile der bulgarischen Öffentlichkeit und der Medien noch nicht die kulturellen Normen Deutschlands (und der anderen EU-Länder) teilen. Bei ähnlichen Eskalationen in Zukunft sollte deshalb eine geschickte und gutwillige interkulturelle Vermittlung stattfinden. Das Gleiche gilt aber auch für die andere Seite: Viele Westeuropäer sollten mehr Verständnis für die historischen Traumata der neuen EU-Mitglieder haben. Vor allem aber gibt es keine Entschuldigung für diejenigen, die politischen Mehrwert aus solchen Kampagnen ziehen."
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taz - Deutschland | Montag, 30. April 2007
Der bulgarische Kulturanthropologe Iwajlo Ditschew berichtet über einen Historikerstreit, der sich um den südbulgarischen Ort Batak dreht. Dort hatten ottomanische Truppen 1876 bei der Niederschlagung des April-Aufstands rund 30.000 Menschen ermordet. Eine Historikerkonferenz über Mythenbildung, organisiert unter anderem von der FU-Berlin, musste nach Drohungen von Nationalisten abgesagt werden. Ditschew erläutert: » mehr
Der bulgarische Kulturanthropologe Iwajlo Ditschew berichtet über einen Historikerstreit, der sich um den südbulgarischen Ort Batak dreht. Dort hatten ottomanische Truppen 1876 bei der Niederschlagung des April-Aufstands rund 30.000 Menschen ermordet. Eine Historikerkonferenz über Mythenbildung, organisiert unter anderem von der FU-Berlin, musste nach Drohungen von Nationalisten abgesagt werden. Ditschew erläutert: "In guter kommunistischer Tradition werden im Fernsehen Tag für Tag einfache Leute und Schulkinder gezeigt, die sich empören und sagen, dass die bulgarische Wissenschaft besser den Bulgaren überlassen bleiben solle... Wie konnte es so weit kommen? Eine Erklärung dürften die ersten Wahlen zum EU-Parlament sein, die in Bulgarien am 20. Mai stattfinden und die von allen Parteien benutzt werden, um sich als Verteidiger der nationalen Interessen gegen 'Europa' zu stilisieren... All dies könnte eine Kuriosität in einem ansonsten kleinen und friedlichen Land sein, gäbe es nicht das Beispiel Polen. Genau wie dort brechen nach vielen Jahren der gefühlten Erniedrigung die nationalistischen Leidenschaften mit ungeahnter Heftigkeit hervor. Nur dass die Religion in Bulgarien nicht der Katholizismus ist, sondern die nationale Geschichte. Die Knochen der Opfer von Batak sind jenseits von Diskurs und Analyse."
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Bildung
The Times - Großbritannien | Freitag, 30. November 2007
England ist bei der Pirls-Studie vom dritten auf den 15. Platz abgerutscht. Bildungsminister Ed Balls machte die Playstation für das schlechte Abschneiden britischer Schüler verantwortlich. Martin Samuel findet das albern: » mehr
England ist bei der Pirls-Studie vom dritten auf den 15. Platz abgerutscht. Bildungsminister Ed Balls machte die Playstation für das schlechte Abschneiden britischer Schüler verantwortlich. Martin Samuel findet das albern: "Es ist doch reichlich seltsam, dass der Bildungsminister meint, der gute alte Computer sei Schuld daran, dass unsere Kinder bei der Lesefähigkeit selbst Lettland und den USA hinterher hinken. Was ist denn aus dem Vorsatz 'Bildung, Bildung, Bildung' geworden?... Die Zukunftsaussichten sind düster. Selbst ein Land wie Bulgarien, wo kürzlich ein Mensch von einem Rudel streunender Hunde in Stücke gerissen wurde, hat beim Vermitteln von Schreib- und Lesefähigkeit mehr Erfolg als England. Und sogar Amerika - ein Land, in dem viele Kinder täglich mindestens zwei Schulstunden damit verbringen, sich vor einsamen Schützen, die von nihilistischen Websites, Musik von Verkleidungskünstlern und Charlton Heston inspiriert sind, unter den Tischen zu verstecken - schneidet besser ab als wir... Aber Balls hält es für angebracht, das Grundproblem in der Freizeit zu suchen und nicht in der Schulzeit."
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Sega - Bulgarien | Montag, 15. Oktober 2007
Seit drei Wochen streiken die bulgarischen Lehrer. Für Ivaylo Ditschev geht es dabei um grundsätzliche Fragen: » mehr
Seit drei Wochen streiken die bulgarischen Lehrer. Für Ivaylo Ditschev geht es dabei um grundsätzliche Fragen: "Von der Lösung dieses Konflikts hängt ab, ob wir ein Land der Kellner und Kammermädchen werden, das von einer starken Armee beschützt wird, ein Steuerparadies für europäisches Kapital verdächtigen Ursprungs - oder ein europäisches Land mit einer gebildeten Bevölkerung und einem gut entwickeltem öffentlichen Sektor. Das Dilemma liegt in dem Konflikt zwischen kurfristigem Nutzen (Senkung der Steuern, Sozialdumping) und langfristigen Investitionen in die Zukunft (Bildung, Ordnung, Infrastruktur)... Der Vorwurf, der Protest habe sich politisiert, zwingt zur Gegenfrage, was Politik anderes ist als der Streit darüber, wofür öffentliches Geld ausgegeben werden soll: für Steuergeschenke an die Reichen und Militärtechnik oder für Bildung."
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Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 26. September 2007
Seit Montag streiken die bulgarischen Lehrer. Sie wollen damit eine Verdoppelung des bisherigen Durchschnittsgehalts von 170 Euro im Monat erreichen. Die Regierung will aber zuerst eine Bildungsreform durchführen und dann die Gehälter erhöhen. Bojko Pentschew kommentiert: » mehr
Seit Montag streiken die bulgarischen Lehrer. Sie wollen damit eine Verdoppelung des bisherigen Durchschnittsgehalts von 170 Euro im Monat erreichen. Die Regierung will aber zuerst eine Bildungsreform durchführen und dann die Gehälter erhöhen. Bojko Pentschew kommentiert: "Jeden Tag wird in den Medien die klassische Frage debattiert: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Braucht es zuerst höhere Einkommen für die Lehrer oder eine Reform des Bildungssystems? Sollte man die Angelegenheiten nicht lieber getrennt regeln? Die entwürdigend niedrigen Gehälter der Lehrer führen dazu, dass sich immer weniger Menschen für diesen Beruf entscheiden. Das lässt sich auch nicht durch Anreize wie neue Computer ändern... Niemand streikt für eine Reform des Bildungssystems. Die Leute wollen mehr Geld und sie haben Recht. Immerhin leben sie in einem EU-Land mit europäischen Preisen."
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Sega - Bulgarien | Donnerstag, 24. Mai 2007
Die Gehälter der bulgarischen Hochschullehrer müssen sofort erhöht werden, fordert der Kulturwissenschaftler Alexander Kjossew anlässlich des heutigen - nach den Heiligen Brüdern Kyrill und Method ... » mehr
Die Gehälter der bulgarischen Hochschullehrer müssen sofort erhöht werden, fordert der Kulturwissenschaftler Alexander Kjossew anlässlich des heutigen - nach den Heiligen Brüdern Kyrill und Method so benannten - Feiertags des slawischen Schrifttums und der slawischen Kultur. Die bulgarischen Hochschulprofessoren und Forscher verdienten 26 Mal weniger im Vergleich zu ihren Kollegen aus der Schweiz und 5 Mal weniger als die Kroaten, die nicht mal in der EU seien. Das heißt, die Nachfolger Kyrills und Methods müssten mit 4593 Euro im Jahr auskommen. "Das Prestige der Forschungsarbeit und die Qualität ihrer Produkte wird weiter sinken, und die jungen intelligenten Leute, die für die Wissenschaft tauglich sind, werden weiterhin das Land verlassen - bis das immer rarer werdende intellektuelle Potenzial in Bulgarien zu einer einsamen Insel im Meer der europäischen Wissensökonomie geschrumpft ist. Das wäre übrigens etwas, worunter das Einkommen aller mittelfristig leiden dürfte."
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Kultur
Klassa - Bulgarien | Donnerstag, 15. November 2007
In Sofia soll der zentral gelegene Baukomplex Bulgaria, zu dem ein Hotel im Jugendstil und ein Konzertsaal gehören, abgerissen werden - an seiner Stelle soll ein Einkaufszentrum entstehen. Ivan Stanischew kommentiert: » mehr
In Sofia soll der zentral gelegene Baukomplex Bulgaria, zu dem ein Hotel im Jugendstil und ein Konzertsaal gehören, abgerissen werden - an seiner Stelle soll ein Einkaufszentrum entstehen. Ivan Stanischew kommentiert: "Das Hotel und der Konzertsaal des Bulgaria sind das Beste, was das Architektenduo Belkowsky-Dantschow gebaut hat. Sie haben eine einzigartige funktionale und räumliche Lösung gefunden. Mit seinen Elementen und Details gehört das Hotel zur Blüte der Architektur der Zeit nach der Befreiung von den Türken. Es gibt aber noch etwas Wertvolleres: Bulgaria ist das kulturelle Gedächtnis Sofias und Sinnbild einer Epoche. Es wäre paradox, dieses europäische Gedächtnis aufzugeben, gerade jetzt, da Bulgarien wieder Teil Europas ist."
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Sega - Bulgarien | Dienstag, 24. April 2007
Der Wahlkampf ist eröffnet: in Bulgarien werden im Mai erstmals 18 Abgeordnete für das Europaparlament gewählt. Die meisten Parteien, die sich zur Wahl stellen, haben ... » mehr
Der Wahlkampf ist eröffnet: in Bulgarien werden im Mai erstmals 18 Abgeordnete für das Europaparlament gewählt. Die meisten Parteien, die sich zur Wahl stellen, haben zu ihren Wahlveranstaltungen die beliebtesten Popfolk-Stars des Landes eingeladen. Mit hämmerndem Bass-Sound und seichten Texten über die Heimat, wird um die Gunst der Wähler gekämpft. Bojko Lambowski kommentiert die Popfolk-Maschinerie: "Man frage lieber nicht, ob die Popfolk-Kampagne die Wahlen lächerlich macht. Man könnte das Ganze noch ganz anders aufziehen... Fraglich ist allerdings, ob nicht die Fahnenträger des Popfolk die Wahlen der Europaabgeordneten auf die Schippe nehmen. Oder verhält es sich noch anders: unsere Politik ist auf dem besten Wege, selbst eine Art Popfolk zu werden?"
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Dnevnik - Bulgarien | Donnerstag, 1. März 2007
Witan Stefanow, Philosoph an der Universität Sofia, beschreibt, wie Bulgarien in entscheidenden Punkten von außen beeinflusst wurde. "Konstantinopel ist ein historischer Ort, eine geografische und ... » mehr
Witan Stefanow, Philosoph an der Universität Sofia, beschreibt, wie Bulgarien in entscheidenden Punkten von außen beeinflusst wurde. "Konstantinopel ist ein historischer Ort, eine geografische und kulturelle Festung, eine Brücke und Grenze zwischen den Kontinenten, Kulturen und Epochen. Konstantinopel bedeutet für uns aber auch Fluch und Schicksal... Der Niedergang nationaler Ideale infolge der Balkankriege und des Ersten Weltkrieges führte dazu, dass sich die bulgarische Intelligenz der sozialistischen Ideologie zuwendete, die jedoch erneut von einem außerhalb liegenden Zentrum gesteuert wurde - von Moskau. Wieder kam es zu Nachahmung und Imitation, erneut erlebten zwei Generationen kulturelle und politische Isolation. Dann kam Dankbarkeit auf für die Ereignisse, die 1989 außerhalb Bulgariens stattfanden und das Ende des sozialistischen Mythos mit sich brachten... Wieder wurde ein neues Zentrum außerhalb errichtet, irgendwo im Westen... Bulgarien befindet sich heute an der Peripherie der europäischen Kultur."
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Sega - Bulgarien | Freitag, 26. Januar 2007
Die Agonie der Programmkinos, in denen nichtkommerzielle Filme laufen, setzt sich auch in Bulgarien fort. Vor dem Aus steht nun eines der wenigen Filmhäuser von Sofia, das noch nicht amerikanisiert wurde, so Anita Dimitrowa: » mehr
Die Agonie der Programmkinos, in denen nichtkommerzielle Filme laufen, setzt sich auch in Bulgarien fort. Vor dem Aus steht nun eines der wenigen Filmhäuser von Sofia, das noch nicht amerikanisiert wurde, so Anita Dimitrowa: "Eines der letzten Kinos in der Innenstadt von Sofia schließt für immer seine Pforten. Die traurige Ironie dabei ist, dass das 'Zentar', das immer den europäischen Film hoch gehalten hat, ausgerechnet jetzt mit unserem Beitritt zur Europäischen Union aufgeben muss... Der Grund dafür ist die drastische Erhöhung der Pacht, die bislang 1.700 Euro monatlich betrug. Nun fordern die neuen Eigentümer 20 Euro pro Quadratmeter, was 8.000 Euro pro Monat entspricht. Eine Summe, die vielleicht für Handelsflächen in Top-Lage angemessen erscheinen mag, aber nicht für ein Kulturinstitut, das sich durch Subventionen finanziert."
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Duma - Bulgarien | Mittwoch, 17. Januar 2007
Die Vereinigung unabhängiger Theaterkritiker hat den Theaterregisseur Jawor Gardew, Jahrgang 1972, zur Persönlichkeit des Jahres 2006 erklärt. Im Interview mit Nadescha Uschewa erzählt Gardew vom Umbruch des Theaters in Bulgarien: » mehr
Die Vereinigung unabhängiger Theaterkritiker hat den Theaterregisseur Jawor Gardew, Jahrgang 1972, zur Persönlichkeit des Jahres 2006 erklärt. Im Interview mit Nadescha Uschewa erzählt Gardew vom Umbruch des Theaters in Bulgarien: "Eigentlich kann man überall in Europa in den vergangenen zwei, drei Jahren eine wahre Renaissance des Theaters in den Großstädten beobachten. Es ist wieder Mode geworden, ins Theater zu gehen, ein außerordentlich bedeutsamer sozialer und kultureller Akt. Vor den 90er Jahren gab es solche Tendenzen überhaupt nicht, die größten Pessimisten prognostizierten sogar, dass das Theater unter dem multimedialen Druck von Bildern und Kino zugrunde gehen würde. Heute ist es umgekehrt – inmitten der boomenden digitalen Ära wenden sich die Menschen wieder einer Kunst mit lebendigem Kontakt zu. Das passiert auch in Bulgarien. Die Theater in Sofia sind voll."
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Identität
Tribune de Genève - Schweiz | Montag, 15. Oktober 2007
Bulgarien möchte durchsetzen, dass die Währung Euro auch "Ewro" - in kyrillischen Buchstaben - geschrieben werden darf. Etienne Dumont findet das amüsant. "Ein recht niedliche ... » mehr
Bulgarien möchte durchsetzen, dass die Währung Euro auch "Ewro" - in kyrillischen Buchstaben - geschrieben werden darf. Etienne Dumont findet das amüsant. "Ein recht niedliche Affäre sorgt für einen Konflikt zwischen Bulgarien und dem Rest der EU. Bulgarien besteht beinhart auf dem Ewro anstelle des Euro. Schließlich sagen die Bulgaren auch Ewropa statt Europa. All das wäre kaum mehr als Folklore, wenn diese ungewöhnliche Schreibweise nicht verhindern könnte, dass das kleine Montenegro künftig Mitglied im Klub wird. Es könnte sein, dass Bulgarien am heutigen Montag deshalb seine Unterschrift unter ein Abkommen zur Stabilisierung und Annäherung zwischen den neuen Staaten und der EU verweigert."
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Sega - Bulgarien | Montag, 19. Februar 2007
Sofia grenzt mit einem umstrittenen Wahlgesetz rund 40.000 türkischstämmige Bulgaren mit Wohnsitz in der Türkei aus. Diese dürfen trotz doppelter Staatsbürgerschaft nicht an den ersten EU-Parlamentswahlen teilnehmen. Der Kulturwissenschaftler Iwajlo Ditschew fürchtet weitere Folgen: » mehr
Sofia grenzt mit einem umstrittenen Wahlgesetz rund 40.000 türkischstämmige Bulgaren mit Wohnsitz in der Türkei aus. Diese dürfen trotz doppelter Staatsbürgerschaft nicht an den ersten EU-Parlamentswahlen teilnehmen. Der Kulturwissenschaftler Iwajlo Ditschew fürchtet weitere Folgen: "Ein eventuelles Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft würde das Band zu hunderttausenden Bulgaren automatisch zerreißen. Nicht nur zu den bereits im Ausland eingebürgerten, sondern auch zu denen, die in ihrer neuen Heimat auf eine Staatsbürgerschaft warten. Soll zum Beispiel ein Auswanderer nach jahrelangem Kampf um einen US-Pass sagen: 'Nein, Bulgarien liegt mir doch mehr am Herzen?' Solch ein Gesetz würde die bulgarische Nation mit einem Schlag um eine Million Menschen schrumpfen lassen... Wollen wir denn wirklich ein Kessel angepasster Rosenzüchter sein, der sich allem Fremden gegenüber feindselig verhält? Oder wollen wir eine dynamische, weltweite Diaspora, die sich adaptiert, assimiliert und dort etwas erreicht?"
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Sega - Bulgarien | Dienstag, 30. Januar 2007
Die Solidaritätsbekundungen mit den inhaftierten bulgarischen Krankenschwestern in Libyen, die Proteste der Schnapsbrenner gegen europäische Normen, die wöchentlichen Massenkundgebungen der Rentner, die von einem besseren Lebensstandard träumen – in Bulgarien gehen zur Zeit immer mehr Menschen auf die Straße, stellt Ljuben Obretenow fest: » mehr
Die Solidaritätsbekundungen mit den inhaftierten bulgarischen Krankenschwestern in Libyen, die Proteste der Schnapsbrenner gegen europäische Normen, die wöchentlichen Massenkundgebungen der Rentner, die von einem besseren Lebensstandard träumen – in Bulgarien gehen zur Zeit immer mehr Menschen auf die Straße, stellt Ljuben Obretenow fest: "Ob es nun Zufall ist oder nicht – der EU-Beitritt fällt mit einer Welle bürgerlicher Protestaktionen zusammen. Seit etwas mehr als 20 Tagen überzieht eine Welle öffentlicher Aktionen und Kundgebungen unser Land... Der Schwund nationaler Ideale und 45 Jahre Kommunismus haben dem Rechtsempfinden der Bürger einen schweren Schlag versetzt. Vielleicht könnte die EU nun dabei helfen, dass wir das Selbstbewusstsein unserer Vorfahren wieder erlangen."
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Energie
Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 27. Juni 2007
Beim südosteuropäischen Energiegipfel in Zagreb und am darauffolgenden Tag in Instanbul hat Russland seine Pläne für Energielieferungen auf den Balkan vorgestellt. "Der Versuch Russlands, die ... » mehr
Beim südosteuropäischen Energiegipfel in Zagreb und am darauffolgenden Tag in Instanbul hat Russland seine Pläne für Energielieferungen auf den Balkan vorgestellt. "Der Versuch Russlands, die Balkanregion durch Energieprojekte an sich zu binden, ist aus der Sicht des Kremls legitim", kommentiert die Zeitung. "Doch während westliche Medien im größten Projekt, der Südstrom-Pipeline, einen weiteren Schritt zur Abhängigkeit Europas von den Energielieferungen aus Russland sehen, bezeichnet der bulgarische Präsident dieses Projekt als Möglichkeit zu Diversifizierung der Energiequellen. Wo sieht er die Vielfalt? Vielleicht in dem Durcheinander der Lieferwege? Doch sie werden alle von einem Lieferanten genutzt, von Gasprom."
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Dnevnik - Bulgarien | Dienstag, 13. Februar 2007
Der Physiker Ljudmil Watskitschew macht sich Gedanken, wie die künftige Energieversorgung Bulgariens aussehen könnte: » mehr
Der Physiker Ljudmil Watskitschew macht sich Gedanken, wie die künftige Energieversorgung Bulgariens aussehen könnte: "Auf dem Balkan spürt man die Knappheit an elektrischer Energie bereits: Die Albaner sitzen oft mehrere Stunden im Dunkeln. Die Nachfrage in Serbien steigt und die Nachbarn wenden ihren Blick jetzt uns zu, als seien wir das Energiezentrum der Halbinsel... Wir finden, dass man die Blöcke III und IV des Kernkraftwerks Kosloduj wieder in Betrieb nehmen sollte und die halbfertige [1987 mit russischer Hilfe begonnene] Kraftwerks-Mumie Belene endlich zum Leben erwecken sollte. Die Zukunft liegt in der Kernenergie, doch in der EU herrscht diese Meinung noch nicht vor, da man sich noch allzu gut an die Katastrophe von Tschernobyl 1986 erinnert."
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