Partnerschaft oder Mitgliedschaft?
Zypernkonflikt, Islam, demokratische Reformen oder Meinungsfreiheit - je nach Nachrichtenlage stellen die Medien in der Türkeidebatte andere Aspekte in den Vordergrund. Doch grundsätzlich geht es um die Frage, ob die Türkei zu Europa gehört.
euro|topics-Dossiers zur Türkei und Europa
Top-Thema vom Dienstag, 8. Mai 2007
Der künftige französische Präsident Nicolas Sarkozy hat bereits am Wahlabend angekündigt, Europa werde zu einer Priorität. Die Zeitungen fragen, was sich in der französischen Europapolitik ... » mehr
Der künftige französische Präsident Nicolas Sarkozy hat bereits am Wahlabend angekündigt, Europa werde zu einer Priorität. Die Zeitungen fragen, was sich in der französischen Europapolitik ändern wird.
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Alle verfügbaren Texte von » Arnaud Leparmentier
Top-Thema vom Montag, 30. April 2007
Das türkische Parlament versucht in diesen Tagen einen neuen Staatspräsidenten zu bestimmen. Der einzige Kandidat, Außenminister Abdullah Gül von der regierenden islamischen Partei für Gerechtigkeit ... » mehr
Das türkische Parlament versucht in diesen Tagen einen neuen Staatspräsidenten zu bestimmen. Der einzige Kandidat, Außenminister Abdullah Gül von der regierenden islamischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), fiel im ersten Wahlgang durch. Das türkische Militär hat offen damit gedroht, zum Schutz des laizistischen Staates zu intervenieren.
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Alle verfügbaren Texte von » Edward Nicolae Luttwak
Top-Thema vom Mittwoch, 25. April 2007
Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat zugunsten von Außenminister Abdullah Gül auf eine Kandidatur für das Präsidentenamt verzichtet. Kann der als europafreundlich geltende Gül ... » mehr
Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat zugunsten von Außenminister Abdullah Gül auf eine Kandidatur für das Präsidentenamt verzichtet. Kann der als europafreundlich geltende Gül die Zweifel an seiner Partei, der islamisch-konservativen AKP, zerstreuen? Oder droht eine Islamisierung des Landes?
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Alle verfügbaren Texte von » Patricia Benecke
Top-Thema vom Montag, 22. Januar 2007
Am vergangenen Freitag ist der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink in Istanbul ermordet worden. Die europäischen Zeitungen gehen der Frage nach, welche gesellschaftlichen Kräfte für das ... » mehr
Am vergangenen Freitag ist der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink in Istanbul ermordet worden. Die europäischen Zeitungen gehen der Frage nach, welche gesellschaftlichen Kräfte für das Attentat verantwortlich sind. Sie überlegen, was der Mord über den Zustand der türkischen Demokratie - und damit über die Europareife des Landes - aussagt.
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Alle verfügbaren Texte von » Jürgen Gottschlich
Top-Thema vom Dienstag, 12. Dezember 2006
Die EU-Außenminister sind am 11. Dezember der Empfehlung der EU-Kommission gefolgt, die Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei zu verlangsamen. Acht von 35 Verhandlungskapiteln sollen ... » mehr
Die EU-Außenminister sind am 11. Dezember der Empfehlung der EU-Kommission gefolgt, die Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei zu verlangsamen. Acht von 35 Verhandlungskapiteln sollen ausgesetzt werden, damit die Türkei ihre Häfen und Flughäfen für die griechischen Zyprer öffnet.
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Top-Thema vom Dienstag, 28. November 2006
Die finnische EU-Ratspräsidentschaft musste am Montag das Scheitern der Verhandlungen mit der Türkei über eine Öffnung der türkischen Häfen für zyprische Schiffe verkünden. Die Zeitungen ... » mehr
Die finnische EU-Ratspräsidentschaft musste am Montag das Scheitern der Verhandlungen mit der Türkei über eine Öffnung der türkischen Häfen für zyprische Schiffe verkünden. Die Zeitungen diskutieren darüber, ob die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nun ganz oder für eine Zeit eingestellt werden sollten.
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Top-Thema vom Montag, 27. November 2006
Benedikt XVI. reist morgen für vier Tage in die Türkei. Nachdem der Papst vor zwei Monaten in seiner Regensburger Rede Formulierungen gebraucht hatte, die als ... » mehr
Benedikt XVI. reist morgen für vier Tage in die Türkei. Nachdem der Papst vor zwei Monaten in seiner Regensburger Rede Formulierungen gebraucht hatte, die als islamkritisch empfunden wurden, wird seine Reise besonders aufmerksam beobachtet und kritisch kommentiert. Der Türkeibesuch soll aber auch dazu dienen, die Bindungen zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche neu zu knüpfen.
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Alle verfügbaren Texte von » Adriana Faranda
Top-Thema vom Donnerstag, 16. November 2006
Der jüngste Fortschrittsbericht der EU kritisiert, dass der Reformprozess in der Türkei stockt. Seither ist die Diskussion darüber, inwieweit die Türkei zum europäischen Kulturraum zählt, ... » mehr
Der jüngste Fortschrittsbericht der EU kritisiert, dass der Reformprozess in der Türkei stockt. Seither ist die Diskussion darüber, inwieweit die Türkei zum europäischen Kulturraum zählt, wieder neu aufgeflammt.
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Top-Thema vom Donnerstag, 9. November 2006
Welche Strategie hat die EU für ihre Zukunft, fragen Kommentatoren mit Blick auf das neue Strategiepapier zur Erweiterung der Union. Nicht zuletzt der Streit mit der Türkei hat die Frage neu aufgeworfen, was Europa eigentlich ausmacht: » mehr
Welche Strategie hat die EU für ihre Zukunft, fragen Kommentatoren mit Blick auf das neue Strategiepapier zur Erweiterung der Union. Nicht zuletzt der Streit mit der Türkei hat die Frage neu aufgeworfen, was Europa eigentlich ausmacht: Ist es eher geografisch oder ideell definiert?
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Alle verfügbaren Texte von » Steffen Grimberg
Top-Thema vom Mittwoch, 18. Oktober 2006
Äußerungen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, die türkischen Reformen kämen nur schleppend voran, haben die Debatte um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei neu entfacht. Wie ... » mehr
Äußerungen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, die türkischen Reformen kämen nur schleppend voran, haben die Debatte um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei neu entfacht. Wie stellt sich Europa - ein Jahr nach Beginn der Gespräche über einen Beitritt - zur Türkei?
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Alle verfügbaren Texte von » Denis MacShane
Top-Thema vom Freitag, 13. Oktober 2006
Dem türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk, der als einer der ersten türkischen Intellektuellen öffentlich über den Völkermord an den Armeniern gesprochen hat, wurde der Nobelpreis für ... » mehr
Dem türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk, der als einer der ersten türkischen Intellektuellen öffentlich über den Völkermord an den Armeniern gesprochen hat, wurde der Nobelpreis für Literatur zugesprochen. Gleichzeitig verabschiedeten die französischen Abgeordneten ein Gesetz, das die Leugnung dieses Völkermordes unter Strafe stellt. Die europäische Presse fragt nach dem Zusammenhang dieser beiden Ereignisse.
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Alle verfügbaren Texte von » Michel Wieviorka
Top-Thema vom Donnerstag, 12. Oktober 2006
In der Debatte um einen EU-Beitritt der Türkei geht es immer wieder um die Religion und den Umgang mit der Vergangenheit. Das französische Parlament stimmte ... » mehr
In der Debatte um einen EU-Beitritt der Türkei geht es immer wieder um die Religion und den Umgang mit der Vergangenheit. Das französische Parlament stimmte heute in erster Lesung für einen Gesetzesentwurf, der die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellt. Diese Initiative hat in der Türkei große Empörung ausgelöst. Muss die Türkei den Völkermord an den Armeniern anerkennen, um auf eine EU-Mitgliedschaft hoffen zu dürfen?
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Alle verfügbaren Texte von » Alfred Grosser
Stimmen zur Europareife der Türkei
Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 16. Mai 2007
Die Islamkritikerin und Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali glaubt, dass der Islamismus in der Türkei zunimmt, und spricht sich deswegen gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei aus. ... » mehr
Die Islamkritikerin und Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali glaubt, dass der Islamismus in der Türkei zunimmt, und spricht sich deswegen gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei aus. "Die Befürworter des Islam in der Regierung wie Recep Tayyip Erdogan, Abdullah Gül und ihre AKP sind bemerkenswert erfolgreich gewesen. Anders als die säkularen Liberalen haben sie begriffen, dass man die Demokratie mit demokratischen Mitteln aushöhlen kann. Auf diese Einsicht gründet sich ihre machtvolle Strategie... Nachdem die islamistische Revolution 1997 im ersten Versuch scheiterte, haben Erdogan und seine Partei eingesehen, dass ein graduelles Vorgehen ihnen eine länger anhaltende Macht einbringen würde. .. Sollten sie die gleiche Zurückhaltung und Geduld an den Tag legen, die sie soweit gebracht hat, könnten sie ihr Ziel erreichen, indem sie weiterhin um eine EU-Mitgliedschaft buhlen. Naive, aber wohlmeinende europäische Politiker sind von Anfang an von den regierenden Islamisten dahingehend manipuliert worden, dass sie eine zivile Kontrolle über die türkische Armee gefordert haben, wie es sie auch in allen anderen Mitgliedstaaten gibt."
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Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 10. Mai 2007
"Ist es ein Fluch oder ein Segen, in interessanten Zeiten zu leben?", fragt die türkische Schriftstellerin Elif Shafak mit Blick auf die derzeitige Lage in ... » mehr
"Ist es ein Fluch oder ein Segen, in interessanten Zeiten zu leben?", fragt die türkische Schriftstellerin Elif Shafak mit Blick auf die derzeitige Lage in ihrem Land, in dem sich islamische Demokraten und undemokratische Säkularisten gegenüberstehen. "Die Türkei ist ein Land, dessen Modernisierung seit je von einer politischen und kulturellen Elite angestoßen und durchgeführt wird. Wer vertritt die Nation? Die Elite? Die Armee? Die Konservativen? Jede Gruppe betrachtet sich als einzige Vertreterin des Staates, ohne zu bedenken, dass die Nation uns allen gehört. Interessanterweise haben die antiwestlichen Hardliner in der Türkei und die antitürkischen Hardliner in Europa vieles gemeinsam. Beide halten Islam und westliche Demokratie für unvereinbar. Beide sind gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei."
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L'Express - Frankreich | Donnerstag, 3. Mai 2007
Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk antwortet im Interview mit François Busnel auf die Frage, ob sich die Türkei in die EU integrieren kann. "Istanbul ist ein Teil Europas, schließlich spielt mein Fußballclub Galatasaray bei der Europameisterschaft... Wenn Sie mich fragen, ob Istanbul in Europa liegt, dann würde ich antworten, dass man nur auf die Weltkarte schauen muss, um das festzustellen. Etwas ernsthafter würde ich sagen, dass wir heute noch nicht auf demselben Niveau sind. Ich meine, die Türkei muss kulturell im Stande sein, Teil der europäischen Demokratien in der Union zu werden - aber ohne zu negieren, was sie selbst ist. Die Sehnsucht der Türkei nach einer Mitgliedschaft in Europa zeigt ein Problem auf: » mehr
Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk antwortet im Interview mit François Busnel auf die Frage, ob sich die Türkei in die EU integrieren kann. "Istanbul ist ein Teil Europas, schließlich spielt mein Fußballclub Galatasaray bei der Europameisterschaft... Wenn Sie mich fragen, ob Istanbul in Europa liegt, dann würde ich antworten, dass man nur auf die Weltkarte schauen muss, um das festzustellen. Etwas ernsthafter würde ich sagen, dass wir heute noch nicht auf demselben Niveau sind. Ich meine, die Türkei muss kulturell im Stande sein, Teil der europäischen Demokratien in der Union zu werden - aber ohne zu negieren, was sie selbst ist. Die Sehnsucht der Türkei nach einer Mitgliedschaft in Europa zeigt ein Problem auf: Was ist die europäische Kultur? Die Religion? Die Geschichte? Die Geografie? Oder etwas anderes?"
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Sega - Bulgarien | Freitag, 4. Mai 2007
Der bulgarische Wissenschaftler Wladimir Stefanow kommentiert die jüngsten politischen Ereignisse in der Türkei: » mehr
Der bulgarische Wissenschaftler Wladimir Stefanow kommentiert die jüngsten politischen Ereignisse in der Türkei: "Der regierende türkische Premier unterschätzt einen wichtigen, spezifischen Moment in der Geschichte des kemalistischen Modells. Dieses ist geschaffen worden, um vom Osten imitiert zu werden, schöpft jedoch zugleich seine Kraft aus dem Westen. Es ist fraglich, ob und wann die Türkei Mitglied der Europäischen Union werden wird, aber mit Sicherheit bleibt sie ein 'Schaufenster des weltlichen Islam' und damit ein Paradigma, das von vielen Menschen in der islamischen Welt nachgeahmt wird. Erdogan scheint nicht darüber nachzudenken, welche Auswirkungen es auf die vielen Filialen der 'Muslimbrüder' in der islamischen Welt hat, wenn auch das Oberhaupt des türkischen Staates seiner Partei angehört. Das postkemalistische Spiel muss von jedem Staatsoberhaupt mit einer gewissen Konsequenz gespielt werden, denn wer unüberlegt handelt, verschwindet rasch von der politischen Bühne."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Mittwoch, 2. Mai 2007
Der spanische Historiker Mateo Madridejos fragt, wie es mit der Demokratie in der Türkei weiter geht und zitiert den Islamspezialisten Bernhard Lewis: » mehr
Der spanische Historiker Mateo Madridejos fragt, wie es mit der Demokratie in der Türkei weiter geht und zitiert den Islamspezialisten Bernhard Lewis: "Seine Vision einer muslimischen Welt, die demokratisiert und von ihren mittelalterlichen Fesseln befreit ist, wurde von den amerikanischen Neokonservativen just in dem Moment aufgegriffen, als der unselige Kreuzzug gegen den Irak begann. Diese Vision führt zum Kern der Debatte bei der aktuellen türkischen Präsidentschaftswahl... Die Anhänger der These Lewis' meinen, Laizismus und Verwestlichung seien die natürlichen Voraussetzungen für die Demokratie. Diejenigen jedoch, die für eine Einigung mit dem gemäßigten Islamisten Erdogan sind, stellen die gute Frage, auf die es noch keine Antwort gibt: Könnte der gemäßigte Islam nicht ein Mittel sein, um zur Demokratie zu gelangen, anstatt sie zu verhindern?"
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
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Le Jeudi - Luxemburg | Donnerstag, 8. März 2007
Der luxemburgische Schriftsteller Jean Portante findet es falsch, dass die Türkei die Leidtragende der aktuellen Krise der EU ist. "In der EU ist das Verlangen nach Europa sehr gedämpft, selbst bei den neuen Mitgliedern, für die die EU vor noch nicht allzu langer Zeit ein Synonym für Hoffnung war. Die meisten von ihnen gehörten früher einem Lager an und glaubten selbst in ihren kühnsten Träumen nicht, dass sie sich würden befreien können. Der Zusammenbruch des sowjetischen Reichs hat zu Sehnsüchten geführt, denen heute der Wind aus den Segeln genommen ist. Gerade weil die Türken sich einem radikalen Islam, der sich an ihren Grenzen etabliert, nicht unterwerfen wollen, träumen sie von Europa und seinen Werten. Wir sind für die Türkei das, was wir früher für Polen oder Ungarn waren: » mehr
Der luxemburgische Schriftsteller Jean Portante findet es falsch, dass die Türkei die Leidtragende der aktuellen Krise der EU ist. "In der EU ist das Verlangen nach Europa sehr gedämpft, selbst bei den neuen Mitgliedern, für die die EU vor noch nicht allzu langer Zeit ein Synonym für Hoffnung war. Die meisten von ihnen gehörten früher einem Lager an und glaubten selbst in ihren kühnsten Träumen nicht, dass sie sich würden befreien können. Der Zusammenbruch des sowjetischen Reichs hat zu Sehnsüchten geführt, denen heute der Wind aus den Segeln genommen ist. Gerade weil die Türken sich einem radikalen Islam, der sich an ihren Grenzen etabliert, nicht unterwerfen wollen, träumen sie von Europa und seinen Werten. Wir sind für die Türkei das, was wir früher für Polen oder Ungarn waren: ein Mittel, um einer Herrschaft zu entkommen, die sie nicht haben wollen. Deshalb gehört die Türkei strategisch zur EU."
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Financial Times - Großbritannien | Donnerstag, 1. Februar 2007
Mark Mazower, Geschichtsprofessor an der Columbia University, nimmt das Verhältnis der Türkei zu ihrer Vergangenheit und insbesondere zum Massenmord an den Armeniern in den Jahren 1915/16 unter die Lupe: » mehr
Mark Mazower, Geschichtsprofessor an der Columbia University, nimmt das Verhältnis der Türkei zu ihrer Vergangenheit und insbesondere zum Massenmord an den Armeniern in den Jahren 1915/16 unter die Lupe: "Die meisten Türken leugnen nicht so sehr die Morde selbst. Sie verlangen aber, dass man sie in den Kontext eines umfassenderen Angriffs auf die Überreste des Osmanischen Reichs einordnet. Es stimmt - auch wenn Europa diese unliebsame Tatsache ignoriert -, dass die Ausbreitung der meist christlichen Nationalstaaten mit der Tötung und Vertreibung von Muslimen in den Balkanländern und Russland einherging. Erklären heißt nicht, etwas zu rechtfertigen. Die Entfesselung von Gewalt in Anatolien nach 1914 hing sicherlich mit den vorhergegangenen Aufständen zusammen. Eine offenere Diskussion über den armenischen Völkermord birgt die Chance, einen völlig neuen Blick auf Europas moderne Geschichte als Ganzes zu werfen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie die türkische Regierung dabei helfen kann."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
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Open Democracy - Großbritannien | Mittwoch, 24. Januar 2007
Die türkische Schriftstellerin Elif Shafak wurde wegen Beleidigung des Türkentums angeklagt und im letzten September freigesprochen. Sie bezeugt dem Journalisten Hrant Dink, der letzten Freitag ermordet wurde, ihren Respekt: » mehr
Die türkische Schriftstellerin Elif Shafak wurde wegen Beleidigung des Türkentums angeklagt und im letzten September freigesprochen. Sie bezeugt dem Journalisten Hrant Dink, der letzten Freitag ermordet wurde, ihren Respekt: "Er ließ uns glauben, dass wir, die Bürger der modernen Türkei, als die Enkel des multiethnischen, multikulturellen und vielsprachigen Osmanischen Reiches zusammenleben können und sollen, ohne die Unterschiede einzuebnen oder die Erinnerung an die Vergangenheit auszulöschen. Er wollte das Schweigen über die Deportationen und die Massaker an den Armeniern in der Türkei brechen und glaubte, dass die Erinnerung daran eine Verpflichtung sei. Seiner Meinung nach können wir nur dann in eine neue und bessere Zukunft aufbrechen, wenn Türken und Armenier diese Tragödie gemeinsam betrauern. In einem Land mit Kollektivamnesie kämpfte er für das Gedächtnis... Er hatte ein riesiges Vertrauen in seine Mitbürger und glaubte, durch Dialog und Einfühlung würde auch der hartnäckigste Chauvinismus verschwinden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
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Dnevnik - Bulgarien | Montag, 8. Januar 2007
Bulgarien und die Türkei verbindet nicht nur eine gemeinsame Grenze, auch in der Geschichte, Architektur, Kultur und Sprache hat die Jahrhunderte währende osmanische Herrschaft ihre Spuren in Bulgarien hinterlassen. Der Schriftsteller und Kolumnist Julian Popow betrachtet das besondere Verhältnis seines Landes zur Türkei im neuen europäischen Kontext: » mehr
Bulgarien und die Türkei verbindet nicht nur eine gemeinsame Grenze, auch in der Geschichte, Architektur, Kultur und Sprache hat die Jahrhunderte währende osmanische Herrschaft ihre Spuren in Bulgarien hinterlassen. Der Schriftsteller und Kolumnist Julian Popow betrachtet das besondere Verhältnis seines Landes zur Türkei im neuen europäischen Kontext: "Es gibt wohl kaum ein Land in Europa, das den Anspruch erheben kann, die Türkei besser zu kennen als wir. Bulgarien kann am Runden Tisch eine wichtige Position zur türkischen Frage vertreten. Wir sind Mitglied der EU und genießen das Vertrauen der USA. Wo anders sollte man Gespräche über die Türkei führen? In Griechenland, wo noch nicht alle Krummsäbel eingesteckt wurden? In Deutschland, wo sich die türkische Frage fast nur um die Integration der Gastarbeiter dreht? Oder im xenophoben Frankreich? Oder im europaskeptischen Großbritannien? Wohl kaum. Der richtige Ort dafür ist Bulgarien."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
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El País - Spanien | Mittwoch, 3. Januar 2007
Der Journalist und Türkei-Spezialist Hugh Pope plädiert für eine weitere EU-Erweiterung. "So eifrig, wie die Türkei sich verändert hat, um sich Europa anzupassen, so sollten ... » mehr
Der Journalist und Türkei-Spezialist Hugh Pope plädiert für eine weitere EU-Erweiterung. "So eifrig, wie die Türkei sich verändert hat, um sich Europa anzupassen, so sollten auch wir unseren Begriff des europäischen Charakters verändern und den in der Türkei herrschenden euro-muslimischen Pragmatismus willkommen heißen. Manchen Europäern, die 'dem Islam' ihrer neuen Nachbarn schlechte Manieren, die Unterdrückung der Frau oder die Bekleidungsgewohnheiten vorwerfen, scheint dies unmöglich. Diese Probleme gibt es tatsächlich, sie haben jedoch weniger mit der Religion als mit einem Mangel an Erziehung, an Reichtum und an Erfahrung mit dem städtischen Leben zu tun. Es gab eine Zeit, da wurden Spanien und Italien von den Nordeuropäern abfällig behandelt, weil sie der Ansicht waren, diese Länder gehörten nicht zu Europa. Doch heute zweifelt niemand mehr daran, dass die Umverteilung von Reichtum und der Wandel im europäischen Selbstbild Vorteile sind. Sie haben die Integration dieser beiden Länder erst ermöglicht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
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El País - Spanien | Mittwoch, 8. November 2006
Gibt es überhaupt eine moderne Türkei, wie sie der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk vertritt, fragt der spanische Schriftsteller Suso de Toro. "Wenn nun Pamuk im Ausland dafür kämpfte, dass wir eine Türkei akzeptieren, die es nicht wirklich gibt, und wenn er gleichzeitig in seinem Land dafür kämpfte, dass es so europäisch wird, wie er es sich wünscht? Der Schriftsteller kämpft gegen das Chaos, er sehnt sich nach einer Harmonie, die es nicht gibt, nie gegeben hat und nie geben wird... Ich glaube nicht, dass diese ideale Türkei je konkret wird. Schriftsteller und Träumer glauben fest, dass es in der Geschichte einen bestimmten Moment gibt, an dem sich alles zum Guten wenden kann... Die heutige Türkei hat einen Schriftsteller hervorgebracht, der von einer anderen Türkei träumt: » mehr
Gibt es überhaupt eine moderne Türkei, wie sie der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk vertritt, fragt der spanische Schriftsteller Suso de Toro. "Wenn nun Pamuk im Ausland dafür kämpfte, dass wir eine Türkei akzeptieren, die es nicht wirklich gibt, und wenn er gleichzeitig in seinem Land dafür kämpfte, dass es so europäisch wird, wie er es sich wünscht? Der Schriftsteller kämpft gegen das Chaos, er sehnt sich nach einer Harmonie, die es nicht gibt, nie gegeben hat und nie geben wird... Ich glaube nicht, dass diese ideale Türkei je konkret wird. Schriftsteller und Träumer glauben fest, dass es in der Geschichte einen bestimmten Moment gibt, an dem sich alles zum Guten wenden kann... Die heutige Türkei hat einen Schriftsteller hervorgebracht, der von einer anderen Türkei träumt: Er entwirft ein anderes Land, eine andere Welt, eine andere Geschichte, und er kämpft dafür, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist die Aufgabe der Literatur: ein absurdes, wenn auch notwendiges Unterfangen. In Politik und Gesellschaft muss Literatur scheitern, aber im individuellen und privaten Bereich obsiegt sie."
» zur Homepage (externer Link, El País)
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 9. Oktober 2006
Der deutsche Soziologe und Publizist Wolf Lepenies warnt davor, sich mit dem Islam nur im Rahmen von "Gegnerforschung" zu befassen. Vielmehr müsse man die Verflechtungen Europas mit dem Islam erforschen, sagte Lepenies in seiner Dankesrede für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, die die Zeitung druckt. "Gegen die Aufnahme der Türkei in die Europäische Union sprechen schwerwiegende Gründe: » mehr
Der deutsche Soziologe und Publizist Wolf Lepenies warnt davor, sich mit dem Islam nur im Rahmen von "Gegnerforschung" zu befassen. Vielmehr müsse man die Verflechtungen Europas mit dem Islam erforschen, sagte Lepenies in seiner Dankesrede für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, die die Zeitung druckt. "Gegen die Aufnahme der Türkei in die Europäische Union sprechen schwerwiegende Gründe: die Missachtung der Menschenrechte, der fehlende Minderheitenschutz, das drohende demographische Ungleichgewicht, die Gefahr einer Funktionsunfähigkeit der europäischen Institutionen. Gegen die Aufnahme der Türkei spricht nicht, dass damit das christliche Europa seine Seele verlöre. Europa - darin lag seine Stärke - hatte nie eine reine Seele. Ebenso wenig aber kann der Islam 'Reinheit' für sich beanspruchen. Der Islam war nicht nur eine religiöse, sondern auch eine ästhetische und profane, vor allem aber war er keine monolithische, sondern eine gebrochene Kultur. Und er war lange Zeit und an vielen Orten mit dem christlichen Westen und der jüdischen Welt eng verbunden. Dies auszusprechen, ist auch ein Skandal, ein Stolperstein für Islamisten."
» zur Homepage (externer Link, Süddeutsche Zeitung)
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Le Figaro - Frankreich | Mittwoch, 4. Oktober 2006
Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer plädiert in einem Text für Project Syndicate, den verschiedene europäische Zeitungen drucken, für einen EU-Beitritt der Türkei, in dem ... » mehr
Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer plädiert in einem Text für Project Syndicate, den verschiedene europäische Zeitungen drucken, für einen EU-Beitritt der Türkei, in dem er einen Schlüssel für die Sicherheit der Region sieht. "Gelingt die Modernisierung und Demokratisierung der Türkei, mit einer starken Zivilgesellschaft, der Herrschaft des Rechts und einer modernen Wirtschaft, dann wird dies nicht nur für die Türkei ein großer Erfolg werden, sondern Stabilität in die gesamte Region exportieren und als Transformationsmodell in der islamischen Welt wirken... Gewiss, in Europa gibt es massive innenpolitische Widerstände gegen einen Beitritt der Türkei. Wie am Ende dieses Prozesses die Entscheidung auf beiden Seiten aussehen wird, ist daher offen. Den Prozess selbst aber hier und heute und sehenden Auges zu gefährden, läuft auf eine ebenso große wie teure Dummheit der Europäer hinaus - das Schlimmste, was man in der Politik machen kann. In den europäisch-türkischen Beziehungen rasen also gegenwärtig zwei Züge aufeinander zu, die angehalten werden müssen. Denn weder die Türkei noch Europa kann sich einen absehbaren Crash erlauben."
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Geostrategische Überlegungen
Kathimerini - Griechenland | Dienstag, 15. Mai 2007
"Eine 'privilegierte Partnerschaft' der Türkei mit der EU, wie sie [dem neu gewählten französischen Präsidenten] Nicolas Sarkozy vorschwebt, der für diesen Vorschlag die tatkräftige Unterstützung ... » mehr
"Eine 'privilegierte Partnerschaft' der Türkei mit der EU, wie sie [dem neu gewählten französischen Präsidenten] Nicolas Sarkozy vorschwebt, der für diesen Vorschlag die tatkräftige Unterstützung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel genießt, ist nur dann praktizierbar, wenn auch die Türkei den Vorschlag für ihre Zwecke gut heißt", schreibt der griechische Journalist Costas Iordanis. "Die griechische Regierung ist davon nicht begeistert, weil es der Türkei erlauben würde, von allen Vorteilen der EU-Mitgliedschaft zu profitieren, ohne dass sie gezwungen wäre, mit Griechenland zu kooperieren und sich über die Prinzipien guter Nachbarschaft abzustimmen. Die zyprische Regierung hat mehr oder weniger die gleiche Einstellung... Sarkozys Erscheinen auf der europäischen Politikbühne wird den europaorientierten Kurs der Türkei enorm bremsen, wenn nicht sogar zum Stillstand bringen. Dies wird die Wachsamkeit der politischen Führung Griechenlands schärfen, die immer dachte, dass die EU-Kommission in der Lage sei, seine anhaltenden Probleme mit der Türkei zu lösen."
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Kathimerini - Griechenland | Samstag, 5. Mai 2007
"Die Türkei sei nicht Europa, sondern Asien, meinte Nicolas Sarkozy in der TV-Debatte mit seiner Konkurrentin Ségolène Royal. Mit anderen Worten: » mehr
"Die Türkei sei nicht Europa, sondern Asien, meinte Nicolas Sarkozy in der TV-Debatte mit seiner Konkurrentin Ségolène Royal. Mit anderen Worten: Kleinasien - Geburtsort des christlichen Heiligen aus dem dritten Jahrhundert, nach dem der Präsidentschaftskandidat benannt ist - ist nicht Europa", schreibt Machalis N. Katsigeras. "Es gibt de Gaulles' europäische Vision vom Atlantik bis zum Ural, die Idee der Kreuzfahrer von einem katholischen Europa, das christliche Europa der Heiligen Allianz, Hitlers neues Europa, das neue Europa der Erweiterungsstrategen in Brüssel... Europas Grenzen waren, vor allem im Osten, nie eindeutig. Die Geografie mag einige Antworten bereit halten, aber historische, kulturelle und menschliche Faktoren verkomplizieren die Sache."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Dienstag, 19. Dezember 2006
Die Zeitung sieht die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die im Januar 2007 beginnt, positiv: » mehr
Die Zeitung sieht die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die im Januar 2007 beginnt, positiv: "Es kann nur ein Vorteil sein, dass bei dem Versuch, die Verfassungsdiskussion wieder in Gang zu bringen, das größte und wichtigste Land Europas am Ruder sitzt. Und es ist von Vorteil, dass die empfindliche Frage nach der Zukunft der Türkei in der Europäischen Union während des nächsten halben Jahres mit Deutschland an der Spitze einen größeren Raum einnehmen wird. Wenn die Verfassungsfrage wieder diskutiert werden sollte, dann im Geiste Deutschlands, das schon oft die visionäre Führung in Europa übernommen hat, unter der Bedingung, dass nicht zu laut darüber geredet wird. Die Diskussion über einen Beitritt der Türkei sollte realistischer geführt werden - so wie Angela Merkel das tut. Viel zu lange hat das Märchen von der Notwendigkeit einer EU-Mitgliedschaft der Türkei das wahre Problem überschattet, nämlich dass eine türkische Mitgliedschaft fundamentale europäische Grundwerte wie Meinungsfreiheit und Menschenrechte in Frage stellt."
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24 heures - Schweiz | Mittwoch, 29. November 2006
Die Türkeireise von Papst Benedikt XVI. könnte die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei verbessern, meint Philippe Dumartheray. "Anfänglich hatte diese Papstreise ein rein religiöses Ziel: » mehr
Die Türkeireise von Papst Benedikt XVI. könnte die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei verbessern, meint Philippe Dumartheray. "Anfänglich hatte diese Papstreise ein rein religiöses Ziel: die Erneuerung der Bande zwischen den Katholiken und den Orthodoxen und der Versuch, den tausendjährigen Zwist zwischen diesen beiden Richtungen des Christentums zu überwinden... Doch ein Zusammenhang zwischen Religion und Politik ist schnell hergestellt. Im Fall Benedikt XVI. ist er ganz offensichtlich. Früher, als er noch Kardinal war, hat er aus seiner Abneigung gegenüber einer EU-Mitgliedschaft der Türkei nie einen Hehl gemacht. Nun aber hat der Papst am ersten Tag seiner Reise einen EU-Beitritt der Türkei befürwortet. Dieser Richtungswechsel muss sehr genau beobachtet werden, denn er könnte die europäischen Christdemokraten beeinflussen, vor allem die Deutschen, die einer türkischen EU-Mitgliedschaft eher ablehnend gegenüber stehen."
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Lietuvos rytas - Litauen | Mittwoch, 4. Oktober 2006
"Jede EU-Erweiterung entfacht wieder eine Debatte, wo die Grenzen Europas eigentlich liegen", schreibt Egidijus Vareikis zur Aufnahme Rumäniens und Bulgariens und gibt zu bedenken: » mehr
"Jede EU-Erweiterung entfacht wieder eine Debatte, wo die Grenzen Europas eigentlich liegen", schreibt Egidijus Vareikis zur Aufnahme Rumäniens und Bulgariens und gibt zu bedenken: "Es gibt eine bislang wenig beachtete Tatsache: Die europäische Integration wird auf anderen Kontinenten mit Neid betrachtet, denn außer in Westeuropa ist ein solches Integrationsexperiment bislang nirgendwo gelungen, obwohl es andere durchaus versucht haben... Europa ist ein wirtschaftlich und politisch einmaliges Gebilde, das sich auf universelle Werte stützt und weniger auf Geografie. Deshalb können eines Tages auch die Ukraine, die Türkei oder andere Länder Mitglied der EU werden."
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Upsala Nya Tidning - Schweden | Freitag, 9. Februar 2007
Nach dem Mord am türkischen Journalisten Hrant Dink ist Orhan Pamuk in die USA geflohen. Anlass zu großer Sorge, meint die Tageszeitung: » mehr
Nach dem Mord am türkischen Journalisten Hrant Dink ist Orhan Pamuk in die USA geflohen. Anlass zu großer Sorge, meint die Tageszeitung: "Wenn jemand, der einen Journalisten umgebracht hat, in türkischen Sicherheitskreisen als Held betrachtet wird, wenn ein Mann wie Pamuk, der ähnlich stark mit Istanbul identifiziert wird wie Alfred Döblin mit Berlin, James Joyce mit Dublin oder Woody Allen mit New York, sich nicht mehr traut, in seiner Heimatstadt zu bleiben, sollte das mehr Menschen beunruhigen als nur seine Landsleute. Kann ein Land, in dem 'dunkle Mächte' offen der Regierung trotzen, für eine EU-Mitgliedschaft in Frage kommen? In vielen Ländern mischt sich ein unsympathischer Ton in die Diskussion: Es heißt, ein Land mit überwiegend muslimischem Bevölkerungsanteil könne nicht europäisch sein. Solche Vorurteile müssen vom Tisch. Lücken im demokratischen Rechtssystem hingegen dürfen auf keinen Fall akzeptiert werden. Die EU ist kein christlicher Verein, sehr wohl aber ein demokratischer. Deshalb kann die Türkei zurzeit kein EU-Mitglied werden."
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El Mundo - Spanien | Montag, 5. Februar 2007
Der spanische Schriftsteller Juan Bonilla schreibt über den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk, der vergangene Woche aus Sicherheitsgründen eine Reise nach Deutschland absagte und anschließend in ... » mehr
Der spanische Schriftsteller Juan Bonilla schreibt über den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk, der vergangene Woche aus Sicherheitsgründen eine Reise nach Deutschland absagte und anschließend in die USA geflogen ist. "Orhan Pamuk hat eines der schönsten Bücher geschrieben, das je einer Stadt gewidmet wurde [Istanbul] und muss diese Stadt nun verlassen. Er muss seine Koffer packen - wegen ständiger Drohungen, wegen des Mordes am Journalisten Hrant Dink, der Pamuk als Warnung galt, er könne das nächste Opfer sein, wegen der vom fundamentalistischen Nationalismus vergifteten Atmosphäre... Glücklicherweise kann Pamuk fliehen. Gewiss ist es bedauerlich, von dem Ort, zu dem man gehört, vertrieben zu werden, von dem Ort, den niemand auf diese Art literarisch aufleben lassen konnte. Aber es ist besser von zu Hause wegzugehen, als tatenlos zuzusehen, wie sein Haus zum Grab wird. Die extremen türkischen Nationalisten feiern das Exil Pamuks als großen Sieg und lesen weiter die furchtbare Literatur, die es ihnen erlaubt, ihre widerlichen Ideen am Leben zu halten..."
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L'Express - Frankreich | Mittwoch, 24. Januar 2007
Christian Makarian schätzt, dass die Türkei bei der Beerdigung des ermordeten Journalisten Hrant Dink am Mittwoch, an der Zehntausende teilnahmen, in ihrer "Gewissensprüfung" vorangekommen ist. "Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat zum Attentat erklärt: » mehr
Christian Makarian schätzt, dass die Türkei bei der Beerdigung des ermordeten Journalisten Hrant Dink am Mittwoch, an der Zehntausende teilnahmen, in ihrer "Gewissensprüfung" vorangekommen ist. "Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat zum Attentat erklärt: 'Die Kugeln auf Hrant Dink haben uns alle getroffen.' Demokratischer Schwung. Aber Erdogan hat hinzugefügt, dass 'dieses Verbrechen in einem Moment verübt wurde, in dem die armenischen Vorwürfe eines Völkermords in bestimmten Ländern wieder aufgenommen wurden'. Nationalistische Kehrtwende." Trotz dieses Zögerns an der Spitze des Staates ist Makarian von einer Sache überzeugt: "Die Armenier-Frage ist das Symbol der Demokratisierung und der Europäisierung der Türkei geworden. In gewisser Weise hat Hrant Dink gewonnen."
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Der Tagesspiegel - Deutschland | Dienstag, 23. Januar 2007
Der Zeitung druckt den letzten Artikel des ermordeten Journalisten Hrant Dink, der in der türkisch-armenischen Wochenzeitung Agos erschienen ist. Dink beschreibt, wie ihn Justiz und ... » mehr
Der Zeitung druckt den letzten Artikel des ermordeten Journalisten Hrant Dink, der in der türkisch-armenischen Wochenzeitung Agos erschienen ist. Dink beschreibt, wie ihn Justiz und Medien zum "Türkenfeind" gemacht haben - und seine Angst. "Es gab Momente, in denen ich ernsthaft daran gedacht habe, das Land zu verlassen... Aber wenn wir uns entscheiden würden zu gehen, wohin sollten wir gehen? Nach Armenien etwa? Jemand wie ich, der Unrecht nicht ertragen kann, wie sollte der sich mit dem dortigen Unrecht abfinden? Hätte ich damit nicht noch größeres Unglück auf mich gezogen? In ein europäisches Land zu ziehen, das wäre auch nicht meine Sache. Wenn ich drei Tage im Westen wäre, würde ich am vierten Tag schon heimkehren wollen, was soll ich also da? Wir gehören zu den Menschen, die aus der Hölle, in der sie leben, ein Himmelreich machen wollen."
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Dagbladet Information - Dänemark | Donnerstag, 9. November 2006
Nahost-Korrespondent Martin Selsoe Sorensen hält daran fest, dass sich die türkische Regierung nur dann erfolgreich an Europa annähern kann, wenn die EU ein starker Partner bleibt: » mehr
Nahost-Korrespondent Martin Selsoe Sorensen hält daran fest, dass sich die türkische Regierung nur dann erfolgreich an Europa annähern kann, wenn die EU ein starker Partner bleibt: "In der Türkei fragt man sich, warum die EU alles auf einmal haben möchte. Auf beiden Seiten ist man sich einig, dass es 10, 15 oder 20 Jahre dauern wird, bis eine Vollmitgliedschaft in der EU realistisch ist. Warum also der Druck seitens der EU, dass die Türkei innerhalb weniger Jahre mit all ihren nationalen Traumata und Tabus brechen soll? Für die Türken ist es ein außerordentlich schmerzhafter Prozess, über die Armenier, die Kurden, das Militär und Zypern zu diskutieren, gerade weil über all diese Themen jahrzehntelang nicht gesprochen wurde. Das Land ist dabei, sich diesen Debatten zu stellen, aber es braucht Zeit, bis auch die Bevölkerung reif für diese Auseinandersetzungen ist. Für die Türkei ist es viel schwerer, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, als etwa für Dänemark mit seiner homogenen, gut gebildeten Bevölkerung und seiner relativ unkontroversen Geschichte."
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