Italien in der Krise?
Italien hat viele Probleme: Inflation, Arbeitslosigkeit, Korruption, Müllberge und nicht zuletzt instabile politische Verhältnisse. Zeichnet sich eine Veränderung ab?
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Top-Thema vom Donnerstag, 31. Januar 2008
Nach dem Rücktritt der Regierung Prodi hat der italienische Präsident Giorgio Napolitano gestern den derzeitigen Senatspräsidenten Franco Marini mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt. Sie ... » mehr
Nach dem Rücktritt der Regierung Prodi hat der italienische Präsident Giorgio Napolitano gestern den derzeitigen Senatspräsidenten Franco Marini mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt. Sie soll für einige Monate im Amt bleiben und eine Wahlrechtsreform durchführen.
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Alle verfügbaren Texte von » Stéphane Bussard
Top-Thema vom Freitag, 25. Januar 2008
Der italienische Regierungschef Romano Prodi hat eine Vertrauensabstimmung im Senat verloren und den Rücktritt seiner Regierung eingereicht. Nun muss Präsident Giorgio Napolitano entscheiden, ob es ... » mehr
Der italienische Regierungschef Romano Prodi hat eine Vertrauensabstimmung im Senat verloren und den Rücktritt seiner Regierung eingereicht. Nun muss Präsident Giorgio Napolitano entscheiden, ob es vorgezogene Neuwahlen oder eine Übergangsregierung gibt.
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Top-Thema vom Mittwoch, 23. Januar 2008
Der Rücktritt des italienischen Justizministers Clemente Mastella und der Rückzug seiner Partei aus der Regierungskoalition setzen die Regierung von Romano Prodi unter Druck. Prodi muss ... » mehr
Der Rücktritt des italienischen Justizministers Clemente Mastella und der Rückzug seiner Partei aus der Regierungskoalition setzen die Regierung von Romano Prodi unter Druck. Prodi muss sich jetzt Vertrauensabstimmungen in Abgeordnetenkammer und Senat stellen.
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Alle verfügbaren Texte von » Luis Racionero
Top-Thema vom Mittwoch, 9. Januar 2008
Die süditalienische Stadt Neapel versinkt im Müll, seit Wochen ist er nicht abtransportiert worden. Nun will Ministerpräsident Romano Prodi das Problem mit Hilfe der Armee ... » mehr
Die süditalienische Stadt Neapel versinkt im Müll, seit Wochen ist er nicht abtransportiert worden. Nun will Ministerpräsident Romano Prodi das Problem mit Hilfe der Armee lösen.
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Alle verfügbaren Texte von » Tobias Piller
Top-Thema vom Donnerstag, 8. November 2007
Nach dem Tod einer Italienerin, die von einem rumänischen Roma überfallen worden war, wird in Italien hart gegen Rumänen und Roma vorgegangen. Die Regierung Prodi ... » mehr
Nach dem Tod einer Italienerin, die von einem rumänischen Roma überfallen worden war, wird in Italien hart gegen Rumänen und Roma vorgegangen. Die Regierung Prodi will mit einem Sicherheitspaket ermöglichen, dass straffällig gewordene EU-Bürger abgeschoben werden können. Widerspricht das dem EU-Grundsatz der Freizügigkeit?
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Top-Thema vom Dienstag, 16. Oktober 2007
Der Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, ist am Sonntag mit großer Mehrheit zum Chef der neuen italienischen Demokratischen Partei (PD) gewählt worden. Auf den 52-jährigen werden nun große Hoffnungen gesetzt: » mehr
Der Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, ist am Sonntag mit großer Mehrheit zum Chef der neuen italienischen Demokratischen Partei (PD) gewählt worden. Auf den 52-jährigen werden nun große Hoffnungen gesetzt: Er soll als Mitglied der Regierungskoalition dazu beitragen, das politische System zu reformieren. Kann das gelingen?
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Alle verfügbaren Texte von » Martin Langeder
Top-Thema vom Freitag, 23. Februar 2007
Italiens Ministerpräsident Romano Prodi hat nach einer Abstimmungsniederlage im Senat seinen Rücktritt eingereicht. Europäische Kommentatoren werten das als ein Krisensymptom der italienischen Politik, die traditionell ... » mehr
Italiens Ministerpräsident Romano Prodi hat nach einer Abstimmungsniederlage im Senat seinen Rücktritt eingereicht. Europäische Kommentatoren werten das als ein Krisensymptom der italienischen Politik, die traditionell von Parteienzersplitterung und kurzen Regierungszeiten geprägt ist.
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Top-Thema vom Donnerstag, 2. November 2006
Eine Serie von Auftragsmorden und ein blutiger Bandenkrieg suchen seit einer Woche die größte Stadt Süditaliens heim. Der italienische Staat erwägt, die Armee in Neapel ... » mehr
Eine Serie von Auftragsmorden und ein blutiger Bandenkrieg suchen seit einer Woche die größte Stadt Süditaliens heim. Der italienische Staat erwägt, die Armee in Neapel einzusetzen. Die Presse verweist auch auf die soziale Misere der neapolitanischen Bevölkerung, aus der die örtliche Mafia ihren Nutzen zieht.
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Top-Thema vom Dienstag, 27. Juni 2006
Die Italiener haben bei einem Referendum am 25. und 26. Juni gegen eine Änderung der Verfassung gestimmt. Über 60 Prozent der Wähler lehnten den noch ... » mehr
Die Italiener haben bei einem Referendum am 25. und 26. Juni gegen eine Änderung der Verfassung gestimmt. Über 60 Prozent der Wähler lehnten den noch von Silvio Berlusconi in seiner Amtszeit eingebrachten Verfassungsentwurf ab. Die Reform sah vor, die Kompetenzen der Regionen und des Premierministers auszuweiten.
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Top-Thema vom Mittwoch, 12. April 2006
Das Bündnis von Romani Prodi hat bei den Parlamentswahlen nur knapp vor dem von Silvio Berlusconi gewonnen und verfügt im Senat über eine hauchdünne Mehrheit ... » mehr
Das Bündnis von Romani Prodi hat bei den Parlamentswahlen nur knapp vor dem von Silvio Berlusconi gewonnen und verfügt im Senat über eine hauchdünne Mehrheit von 158 zu 156 Sitzen. Viele Zeitungen stellen eine Verbindung zwischen dem Wahlergebnis und der politischen Landschaft anderer europäischer Länder her.
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Italien im Wahlkampf
La Repubblica - Italien | Mittwoch, 13. Februar 2008
Abtreibung wird ein zentrales Thema im beginnenden italienischen Wahlkampf, meint Francesco Merlo. Am 11. Februar hatte Oppositionsführer Silvio Berlusconi sich für ein UN-Moratorium gegen Abtreibungen ausgesprochen, einen Tag später vernahm die Polizei in Neapel eine junge Frau nach einem aus medizinischen Gründen erfolgten Eingriff noch im Krankenhaus: » mehr
Abtreibung wird ein zentrales Thema im beginnenden italienischen Wahlkampf, meint Francesco Merlo. Am 11. Februar hatte Oppositionsführer Silvio Berlusconi sich für ein UN-Moratorium gegen Abtreibungen ausgesprochen, einen Tag später vernahm die Polizei in Neapel eine junge Frau nach einem aus medizinischen Gründen erfolgten Eingriff noch im Krankenhaus: "Was hätten die sieben Polizisten wohl getan, wenn sie nicht nach, sondern noch während der Operation gekommen wären? Hätten sie den Foetus im Bauch der Frau belassen?... Diese Geschichte wirkt wie erfunden, um die Dummheit der Lebensfanatiker unter Beweis zu stellen und zu zeigen, zu welcher Brutalität man im Namen eines edlen Prinzips fähig sein kann... Hoffen wir, dass diese schreckliche Geschichte aus Neapel dazu dient, die Erbärmlichkeit einer Idee vorzuführen, die der Linken in diesem unglücklichen Land das Etikett der begeisterten Abtreibungsanhänger und der Rechten das der Lebensschützer anheftet."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 12. Februar 2008
In Italien finden am 13. und 14. April Neuwahlen statt. Marc Lazar beurteilt die Wahlkampfstrategie des linken Spitzenkandidaten Walter Veltroni: » mehr
In Italien finden am 13. und 14. April Neuwahlen statt. Marc Lazar beurteilt die Wahlkampfstrategie des linken Spitzenkandidaten Walter Veltroni: "Die Wahlen von 2008 werden anders als die früheren sein. Vielleicht markieren sie, nach einem Jahrzehnt des eher chaotischen Übergangs, den Beginn einer Normalisierung in Italien. Der sich abzeichnende Wechsel ist der neugegründeten Demokratischen Partei (PD) zu verdanken... Dass Veltroni mit überwältigender Mehrheit am 14.Oktober vergangenen Jahres zum Parteichef gekürt wurde, verschaffte ihm eine besondere Legitimation und Popularität. Veltorni hat die Gelegenheit genutzt und sich die Statur eines verantwortungsbewussten, neuen und relativ jungen Führers gegeben (auch wenn er ein alter Kämpfer ist), der sich direkt an die Gesellschaft wenden will... Veltroni hat deutlich gemacht, dass er sein Parteiprogramm nicht auf den Anti-Berlusconismus reduzieren will."
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La Repubblica - Italien | Mittwoch, 21. November 2007
Mit der Gründung einer neuen Partei hat Silvio Berlusconi sein eigenes Lager gespalten. Edmondo Berselli schreibt über die Ereignisse der letzten Tage: » mehr
Mit der Gründung einer neuen Partei hat Silvio Berlusconi sein eigenes Lager gespalten. Edmondo Berselli schreibt über die Ereignisse der letzten Tage: "Gianfranco Fini, Chef der Nationalen Allianz, für den das Projekt Berlusconis nichts als Theaterdonner ist, hat ihm im Fernsehen den Krieg angesagt ... Die brenzlige Situation bei den Rechten ist spektakulär. In Deutschland nennt man das mit Richard Wagner 'Götterdämmerung' - bei uns spricht man prosaischer von einem Ruinenfeld... Es gibt einen echten Konflikt zwischen Fini und Berlusconi. Die Gründung der 'Partito del popolo italiano della libertà' (Partei des italienischen Volkes für die Freiheit) sorgt für Zündstoff, sie hat die Führungsriege der Rechtskoalition Forza Italia bloß gestellt. Berlusconis Engagement für das Verhältniswahlrecht und die Schwächung des politischen Lagerdenkens macht den Fortbestand anderer Rechtsparteien schwierig."
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La Stampa - Italien | Mittwoch, 31. Oktober 2007
"Walter Veltroni, der Chef der neuen linken Demokratischen Partei (PD) sorgt bei seinen Freunden und Gegnern für Begeisterung", stellt Andrea Romano fest. "Diese 'Veltromanie' scheint das Ende der fürchterlichen Krise im italienischen Parteiensystem zu bedeuten... Weltweit oder wenigstens in Europa haben die im 20. Jahrhundert geschaffenen Parteien - anders als in Italien - gut funktioniert. In Großbritannien wie in Frankreich, in Deutschland oder Spanien konnten sich fortschrittliche und konservative Organisationen gleichermaßen behaupten und aufgrund traditioneller oder vitaler Mechanismen politisch innovative Programme entwickeln: » mehr
"Walter Veltroni, der Chef der neuen linken Demokratischen Partei (PD) sorgt bei seinen Freunden und Gegnern für Begeisterung", stellt Andrea Romano fest. "Diese 'Veltromanie' scheint das Ende der fürchterlichen Krise im italienischen Parteiensystem zu bedeuten... Weltweit oder wenigstens in Europa haben die im 20. Jahrhundert geschaffenen Parteien - anders als in Italien - gut funktioniert. In Großbritannien wie in Frankreich, in Deutschland oder Spanien konnten sich fortschrittliche und konservative Organisationen gleichermaßen behaupten und aufgrund traditioneller oder vitaler Mechanismen politisch innovative Programme entwickeln: Ideen werden zur Diskussion gestellt, die Parteibasis miteinbezogen, eine persönliche Wahl zugelassen, die Geschlagenen geben sich geschlagen. Solche Mechanismen sind in den 90er Jahren auch in Italien auch eingeführt worden, wurden aber nie zum Leben erweckt."
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La Stampa - Italien | Montag, 8. Oktober 2007
"Die Zahl der Parteien in Italien wächst monatlich, wöchentlich, inzwischen sogar täglich", berichtet Luca Ricolfi. Nach der Wahlliste des Komikers Beppe Grillo, der Freiheitspartei und ... » mehr
"Die Zahl der Parteien in Italien wächst monatlich, wöchentlich, inzwischen sogar täglich", berichtet Luca Ricolfi. Nach der Wahlliste des Komikers Beppe Grillo, der Freiheitspartei und der Bürgerbewegung der Girotondi hat nun auch der ehemalige Ministerpräsident Lamberto Dini eine Liste mit dem Namen 'Liberaldemokraten' angekündigt. Die Sozialisten versuchen es mit der x-ten Neugründung. "Warum dieser Aktivismus?... Italien ist Champion, was monothematische Parteien angeht. Wir haben eine Umweltpartei, eine Laizismuspartei und eine Hausfrauenpartei - nicht zu reden von den ganzen regionalen Bündnissen. Auch in anderen modernen Ländern gibt es monothematische Parteien - aber nur Italien hat so viele künstliche Parteien, die in den Laboratorien der politischen, wirtschaftlichen und intellektuellen Eliten entstehen."
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La Stampa - Italien | Donnerstag, 20. September 2007
Augusto Minzolini analysiert, warum der Komiker Beppe Grillo die italienische Öffentlichkeit elektrisiert. Grillo ist Urheber des V-Days, einer Protestinitiative, die sich gegen die politische Korruption richtet. Er hat angekündigt, bei den Kommunalwahlen 2011 mit einer eigenen Wählerliste zu kandidieren. "Mittlerweile spielt das Phänomen Grillo in allen wöchentlichen Meinungsumfragen eine Rolle. Es hat deutlich zugelegt: » mehr
Augusto Minzolini analysiert, warum der Komiker Beppe Grillo die italienische Öffentlichkeit elektrisiert. Grillo ist Urheber des V-Days, einer Protestinitiative, die sich gegen die politische Korruption richtet. Er hat angekündigt, bei den Kommunalwahlen 2011 mit einer eigenen Wählerliste zu kandidieren. "Mittlerweile spielt das Phänomen Grillo in allen wöchentlichen Meinungsumfragen eine Rolle. Es hat deutlich zugelegt: Grillo hat Sympathien bei den Mitte-Links-Wählern und bei der radikalen Linken... Für sie ist er zu einer Ikone geworden. Sie hatten ursprünglich für die jetzige Regierung gestimmt, werden nun von Tag zu Tag unzufriedener, wollen aber auch nicht ins Mitte-Rechts-Lager wechseln oder sich ganz enthalten... Das ganze Bohei macht einen politischen Wechsel wahrscheinlicher: Schon ist von einer Regierungskrise und vorgezogenen Neuwahlen die Rede. Und zwar nicht nur bei Berlusconi."
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La Repubblica - Italien | Montag, 4. Dezember 2006
700.000 Menschen haben am vergangenen Samstag in Rom gegen eine Steuererhöhung der Regierung Prodi protestiert. Silvio Berlusconi hatte zum Marsch auf Rom aufgerufen. Immer noch, so die Zeitung, habe der "ewige Berlusconi", auf der Rechten derzeit keinen Konkurrenten. "Trotz seiner Wahlniederlage, trotz der Auflehnung der Christdemokraten (die die italienische Rechte neu begründen wollen) und trotz seines Schwächeanfalls vergangene Woche in Montecatini: » mehr
700.000 Menschen haben am vergangenen Samstag in Rom gegen eine Steuererhöhung der Regierung Prodi protestiert. Silvio Berlusconi hatte zum Marsch auf Rom aufgerufen. Immer noch, so die Zeitung, habe der "ewige Berlusconi", auf der Rechten derzeit keinen Konkurrenten. "Trotz seiner Wahlniederlage, trotz der Auflehnung der Christdemokraten (die die italienische Rechte neu begründen wollen) und trotz seines Schwächeanfalls vergangene Woche in Montecatini: Körper und Seele Berlusconis sind noch da, eine Inkarnation von Charisma und Macht. Die 700.000 Demonstranten des Mitte-Rechts-Blocks sind ihm immer noch ergeben, sie gehören ihm... Was sich auf der Piazza San Giovanni abspielte, war wie eine Momentaufnahme der italienischen Rechten: zu einem Bild erstarrt, kein bewegter Film. Ein frommes Bild, um den Heiligen Silvio unsterblich zu machen, der fast wie ein Märtyrer umringt war von der Menge seiner Getreuen."
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Allgemeines
Libération - Frankreich | Donnerstag, 13. März 2008
Die Italiener reagieren auf komplexe Probleme wie Einwanderung, Waldbrände oder Müllentsorgung nur, wenn das Schlimmste bereits eingetreten ist, meint der italienische Schriftsteller Giancarlo de Cataldo. ... » mehr
Die Italiener reagieren auf komplexe Probleme wie Einwanderung, Waldbrände oder Müllentsorgung nur, wenn das Schlimmste bereits eingetreten ist, meint der italienische Schriftsteller Giancarlo de Cataldo. "Man bezeichnet unsere Unfähigkeit, mit den normalen Spannungen in einer westlichen Demokratie umzugehen, als 'Notstand'... Aber wer glaubt, Italien sei die Geisel einer Politikerkaste und unterwürfiger Journalisten, die die Lebenskraft eines ansonsten ehrlichen und großzügigen Volkes sowie einer vermeintlichen Zivilgesellschaft ersticken, liegt falsch. Die Italiener reagieren kaum auf Appelle für mehr Maß und gesunden Menschenverstand, denn sie denken mit dem Bauch. Eine Sensations-Reportage oder das demagogische Gefasel eines Populisten mit dubiosem Wortschatz haben mehr Einfluss auf den Bauch als Argumente. Das Faible für Notstands-Situationen kommt von unten, die Eliten passen sich bloß an."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 29. Januar 2008
Marc Lazar vergleicht die politische Situation in Frankreich und Italien. "Italien durchlebt seit dem 21. Januar eine tiefe politische Krise, die von großem Überdruss an einer repräsentativen und parlamentarischen Demokratie zeugt... Frankreich hingegen steht kurz davor, die schicksalhafte Schwelle zum 50-jährigen Bestehen der Fünften Republik selbstbewusst zu überschreiten... Es ist nicht zu leugnen, dass die italienische Krise besorgniserregend ist. Die Defizite sind bekannt: » mehr
Marc Lazar vergleicht die politische Situation in Frankreich und Italien. "Italien durchlebt seit dem 21. Januar eine tiefe politische Krise, die von großem Überdruss an einer repräsentativen und parlamentarischen Demokratie zeugt... Frankreich hingegen steht kurz davor, die schicksalhafte Schwelle zum 50-jährigen Bestehen der Fünften Republik selbstbewusst zu überschreiten... Es ist nicht zu leugnen, dass die italienische Krise besorgniserregend ist. Die Defizite sind bekannt: ein schlecht funktionierendes Wahlsystem, Zersplitterung der Parteien, heterogene Koalitionen... Die Schwäche der Politik bietet anderen Akteuren - aus den Medien, der Justiz oder der Kirche - die Möglichkeit sich wichtig zu machen... Frankreich ist nicht in bester Verfassung, der Genesungsprozess ist noch labil. Aber Nicolas Sarkozy hat etwas auf seiner Seite, was es in Italien nicht gibt: solide Institutionen."
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La Repubblica - Italien | Freitag, 28. Dezember 2007
Francesco Merlo macht sich Gedanken über das kommende Jahr: » mehr
Francesco Merlo macht sich Gedanken über das kommende Jahr: "Was sollen wir Italien 2008 wünschen? Was kann man den Schulen, den Eisenbahnen, dem Gesundheitssystem, den Verlagen, dem Rundfunk oder den Unternehmern schon wünschen, die Mut fordern, der ihnen selbst fehlt?... Oder unserem erbärmlichen Kino, der Literatur, dem selten dämlichen Chanson?... Die einzige Hoffnung besteht darin, dass 2008 das Jahr sein könnte, in dem die Depression ihren Höhepunkt erreicht und so in Italien wieder tolle Kunstwerke, herausragende Literatur und so weiter entstehen.... Das ist mein Traum für 2008: Die große Depression könnte Italiens Talent wecken, Schwäche in Stärke zu verwandeln. Es wäre eine letzte Chance, damit wir 2009 vielleicht wieder Leben, Charme und Kraft versprühen können."
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La Repubblica - Italien | Donnerstag, 22. Dezember 2005
Neben dem stürmischen Abgang eines beleidigten Ricardo Muti von der Mailänder Scala zählt der Journalist Francesco Merlo eine Reihe von Übeln auf, die die italienische ... » mehr
Neben dem stürmischen Abgang eines beleidigten Ricardo Muti von der Mailänder Scala zählt der Journalist Francesco Merlo eine Reihe von Übeln auf, die die italienische Gesellschaft zur Zeit heimsuchen. "Ricardo Muti und die Scala, dazu noch die Krise bei Fiat, die Dezentralisierung, ein zum Meinungspapst erhobener Sänger Adriano Celentano und zu guter Letzt auch noch die Schwäche der Ferrari-Motoren in der Formel 1." Er sieht in alledem "den Ausdruck von Italiens Ratlosigkeit und den des Niedergangs eines Landes, das ehemals den ersten Rang in der Ästhetik, der Mode, des Designs und vor allem der (gerade von der Scala repräsentierten) Oper einnahm… Hier ist schon wieder dieses hysterische Italien, das den Hochgeschwindigkeitszug und die Brücke von Messina ablehnt, das den Homosexuellen Gott entgegenhält, den Frauen den Embryo und dem Halbmond das Kreuz."
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La Repubblica - Italien | Donnerstag, 25. Oktober 2007
Italienische Schriftsteller, Architekten, Historiker und Geographen haben einen Aufruf zur Rettung der italienischen Landschaft unterzeichnet, weil diese zunehmend von Gebäuden verunstaltet werde. Francesco Erbani erklärt: » mehr
Italienische Schriftsteller, Architekten, Historiker und Geographen haben einen Aufruf zur Rettung der italienischen Landschaft unterzeichnet, weil diese zunehmend von Gebäuden verunstaltet werde. Francesco Erbani erklärt: "240.000 Hektar pro Jahr mal 15 macht 3.600.000 Hektar. Ein Gebiet so groß wie die Abruzzen und das Latium zusammen. Eine solche Fläche hat Italien zwischen 1990 und 2005 verloren. Diese Zahlen sagen mehr als Worte. Sie zeigen, welche Dimensionen der Wildwuchs im Baugeschäft hat. Denn in Italien baut man vor allem teure Privathäuser und die vorzugsweise in geschützten Gebieten. Die italienische Landschaft verkommt aufgrund einer viel zu laxen Baugesetzgebung."
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Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 22. August 2007
Der italienische Politologe Michele Salvati meint, dass "Italien ein reiches Land ist. Es hat seinen Platz unter den westlichen Ländern, aber es leidet seit langem ... » mehr
Der italienische Politologe Michele Salvati meint, dass "Italien ein reiches Land ist. Es hat seinen Platz unter den westlichen Ländern, aber es leidet seit langem an mangelndem Bürgersinn... Heute bedauern nicht nur Moralisten diesen fehlenden Gemeinsinn, sondern auch Ökonomen und Soziologen, die entdeckt haben, dass 'soziales Kapital' ein wichtiger und mächtiger Antrieb für Entwicklung ist. Der Bürgersinn, das Vertrauen in die Institutionen, die Fähigkeit zu ehrlicher Zusammenarbeit sind unabdingbar... Das Programm einer politischen Klasse, die diesen Namen verdient, muss auch die Lösung dieses 'alten italienischen Problems' auf der Agenda haben... Wir brauchen eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber illegalem Handeln. So könnte man langfristig das Verhalten der Italiener ändern. Bürgersinn und legales Handeln würden Bestandteil unserer Mentalität."
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
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L'Espresso - Italien | Donnerstag, 16. August 2007
Die Mafia-Reportage "Gomorrha", in der der italienische Autor Roberto Saviano die Machenschaften der neapolitanischen Mafia-Clans der Camorra offen legt, wurde bereits 800.000 Mal verkauft. Saviano, ... » mehr
Die Mafia-Reportage "Gomorrha", in der der italienische Autor Roberto Saviano die Machenschaften der neapolitanischen Mafia-Clans der Camorra offen legt, wurde bereits 800.000 Mal verkauft. Saviano, der Todesdrohungen erhalten hat, spricht im Interview mit Gianluca de Feo über Süditalien. "Diese ganze 'südländische Besonderheit' ist nur ein schiefes, sinnentleertes Konzept... Heute ruht die Hoffnung allein auf den Jugendlichen. Meine Generation ist die erste, die seit den 1950er Jahren wieder massenhaft auswandert. Wer zuhause bleibt, ist nach diesem Modell ein Versager, Verlierer, Drogendealer. Das ist sehr gefährlich, denn man lässt die Talentiertesten ziehen und zerstört die Hoffnungen derjenigen, die bleiben... Der Süden ist zu einem Schaufenster für Touristen geworden, und die Politiker schämen sich, die Dinge so zu sehen, wie sie sind... Das Problem ist, dass man zulässt, dass sich die Camorra bereichert und in der Gegend investiert... Leider bringt sie Reichtümer hervor, die in Wirklichkeit verdorben sind."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 12. Juni 2007
"Darf ich das Meer anschauen und ein paar Schritte am Strand gehen? Sicher, mein Herr, wenn Sie 14 Euro zahlen." Das ist eine der Antworten, ... » mehr
"Darf ich das Meer anschauen und ein paar Schritte am Strand gehen? Sicher, mein Herr, wenn Sie 14 Euro zahlen." Das ist eine der Antworten, die Jenner Meletti bekam, als er eine Studie über den Zutritt zu italienischen Stränden gemacht hat. Es gibt nur wenige Strände in Italien, an denen man umsonst baden kann. "Für einen Tag an einem Strand in der Nähe von Genua muss ein kinderloses Paar – ohne Kabinennutzung – 66 Euro hinblättern. Und der Ort erinnert mehr an ein Zementwerk als an einen Strand. Tausende Kabinen sind aneinander gereiht, überall gibt es weiße Plastiksitze, die so nahe beieinander stehen, dass man die Zeitung des Nachbarn mitlesen kann... Dabei besagt das Gesetz umissverständlich, dass die Betreiber der Strände kostenlosen Zutritt gewähren müssen. Die Erde und der Sand gehören allen."
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Müll und Neapel
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 1. Februar 2008
Maike Albath fragt nach einem Besuch in Neapel, warum dort noch immer Müllberge brennen - und findet in den Romanen des neapolitanischen Schriftstellers Domenico Starnone eine Antwort: » mehr
Maike Albath fragt nach einem Besuch in Neapel, warum dort noch immer Müllberge brennen - und findet in den Romanen des neapolitanischen Schriftstellers Domenico Starnone eine Antwort: "Domenico Starnone, Romancier, Journalist und Drehbuchautor, 1943 in Neapel geboren, am Vomero aufgewachsen, aber seit Jahrzehnten in Rom zu Hause, hat in seinen Büchern beschrieben, wie ursprüngliche Vitalität in Gewalt umschlägt. Die tiefe Spaltung der Stadt hat einen historischen Kern, der einzigartig ist: 1799 metzelte das Volk die aufgeklärten Bürger nieder und sorgte damit für den Erhalt der feudalen Herrschaftsstrukturen. 'Neapel ist gleichzeitig archaisch und hochmodern.' Obwohl die Stadt im 18. Jahrhundert eine führende europäische Metropole war, habe sie nie ein tragfähiges Bürgertum hervorgebracht. Ein Bürgertum, das die Verwaltung der Stadt und das öffentliche Leben geprägt hätte, das Geld investiert hätte."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 18. Dezember 2006
Im Frühjahr hat Roberto Savianos Mafia-Buch "Gomorra" viel Aufsehen erregt. Maike Albath hat sich in Neapel von Francesco Durante, dem Chefredakteur des Corriere del Mezzogiorno, erklären lassen, was die Camorra von der sizilianischen Cosa Nostra unterscheidet: » mehr
Im Frühjahr hat Roberto Savianos Mafia-Buch "Gomorra" viel Aufsehen erregt. Maike Albath hat sich in Neapel von Francesco Durante, dem Chefredakteur des Corriere del Mezzogiorno, erklären lassen, was die Camorra von der sizilianischen Cosa Nostra unterscheidet: "Wie tritt so ein Camorrista eigentlich auf? 'Er ist das Gegenteil von einem Mafioso. Mafiosi leben oft ganz einfach und bescheiden, ein Camorrista trumpft immer auf und verprasst seinen Reichtum: dicke Autos, Motorräder, große Villen. Außerdem schmieden hier die Bosse alle drei Tage neue Allianzen. Die Mafia ist dagegen streng hierarchisch aufgebaut.' Selten werden die Camorristi älter als vierzig Jahre... Die Morddrohungen, wegen deren Roberto Saviano seit zwei Monaten untergetaucht ist, hält der joviale Blattmacher für untypisch: Eigentlich töte die Camorra eher, bevor jemand etwas schreibe."
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Mafia
Corriere della Sera - Italien | Donnerstag, 13. März 2008
Der italienische Journalist Roberto Saviano, Verfasser einer literarischen Reportage ("Gomorrha") über die neapolitanische Mafia, beklagt das Schweigen der Politiker über die Mafia, trotz kürzlich aufgedeckter Verstrickungen: » mehr
Der italienische Journalist Roberto Saviano, Verfasser einer literarischen Reportage ("Gomorrha") über die neapolitanische Mafia, beklagt das Schweigen der Politiker über die Mafia, trotz kürzlich aufgedeckter Verstrickungen: "Der Kampf gegen die Mafia fehlt völlig in diesem Wahlkampf, im rechten wie im linken Lager. Die Linken müssten zugeben, dass sie Mafia-Skandale nie sehr konsequent zur Sprache gebracht haben... Sie verstanden es schon immer geschickt, so zu tun, als gäbe es die Mafia nur im feindlichen Lager. Man fühlt sich dem organisierten Verbrechen überlegen! Man glaubt, man sei von Infiltrationen ausgenommen und hält so etwas stets für ein Problem der anderen."
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La Stampa - Italien | Donnerstag, 21. Februar 2008
Die Anti-Mafia-Kommission des italienischen Parlaments hat ihren Jahresbericht vorgestellt. Darin heißt es, die kalabrische Ndrangheta sei wie al Qaida organisiert und zu einer "globalen Wirtschaftsmacht" geworden, die sich durch die Veruntreuung europäischer Gelder, Drogenhandel und mafiöse Steuern finanziert. Guido Ruotolo analysiert: » mehr
Die Anti-Mafia-Kommission des italienischen Parlaments hat ihren Jahresbericht vorgestellt. Darin heißt es, die kalabrische Ndrangheta sei wie al Qaida organisiert und zu einer "globalen Wirtschaftsmacht" geworden, die sich durch die Veruntreuung europäischer Gelder, Drogenhandel und mafiöse Steuern finanziert. Guido Ruotolo analysiert: "Bestimmte Passagen des Berichts, der einstimmig angenommen wurde, sind ein deutliches Signal für die Politiker im Wahlkampf... Es ist eine Aufforderung an alle, die Listen [für die nächsten Parlamentswahlen] aufstellen wollen, genau hinzusehen, welche Kandidaten sie ins Rennen schicken. Der Bericht lässt wenig Raum für Optimismus: 237 Seiten mit mehr Fragen als Antworten. Ein Sittengemälde des moralischen Niedergangs Kalabriens."
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La Repubblica - Italien | Mittwoch, 16. Januar 2008
Von der erfolgreichen, nur unter Pseudonym schreibenden italienischen Schriftstellerin Elena Ferrante kennt man kaum mehr als den Geburtsort: » mehr
Von der erfolgreichen, nur unter Pseudonym schreibenden italienischen Schriftstellerin Elena Ferrante kennt man kaum mehr als den Geburtsort: Neapel. Sie beklagt die Situation ihrer von Müll überschwemmten Heimatstadt. "Nachts sind die Ratten und Hunde Könige der Stadt. Der Abfall, der sich inzwischen bis zur zweiten Etage der Häuser türmt, wird in der Dunkelheit lebendig... Tagsüber verschwinden die Ratten, beruhigen sich die Hunde, kommen Männer, Frauen und Kinder wieder heraus... Und diese Stadt, in der mehr als eine Million Menschen leben, macht weiter. Die Einwohner von Neapel sind wütend, weil sie Chaos und Ineffektivität ertragen müssen. Kriminalität ist das Schicksal dieser Stadt... Das Müllphänomen ist nicht neu, es kehrt seit Jahrzehnten immer wieder. Die Bemühungen Romano Prodis, die Stadt zu entmüllen, sind lächerlich. Es ist töricht zu glauben, dass sich das, was über Jahrzehnte nicht angegangen wurde, in ein paar Tagen bewerkstelligen lässt."
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La Repubblica - Italien | Freitag, 17. August 2007
Am 15. August wurden in Duisburg sechs Italiener getötet - vermutlich ein Racheakt zwischen Mafia-Clans. Giuseppe d'Avanzo analysiert die Reaktionen: » mehr
Am 15. August wurden in Duisburg sechs Italiener getötet - vermutlich ein Racheakt zwischen Mafia-Clans. Giuseppe d'Avanzo analysiert die Reaktionen: "Warum sollten wir uns überrascht zeigen? Weil wir unsere 'Fäulnis' nach Europa oder in die ganze Welt exportiert haben? Das Geld unserer Mafia zirkuliert schon lange in europäischen Kanäle... Das, was in Deutschland geschehen ist, hätte genauso gut in den Niederlanden, in Spanien, Kolumbien, Australien oder Montenegro passieren können - alles Länder, in denen die kalabrische 'Ndrangheta' präsent ist... Es ist der richtige Zeitpunkt danach zu fragen, ob wir in der Lage sind, bessere Kontrollmechanismen zu schaffen: Warum hat die 'Ndrangheta', im Unterschied zur Hamas, keinen Platz auf der politischen Tagesordnung?... Die gesamte italienische Politik hat als Strategie gegen die Mafia die Untätigkeit gewählt."
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Kultur
Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 7. November 2007
"Italien ist vergangenheitsorientiert und interessiert sich nicht für zeitgenössische Kunst", beklagt Monique Veaute, neue Direktorin des Palazzo Grassi in Venedig. Wir sind ein Land ohne Führung, auch im Bereich der Kunst... Natürlich ist das Bewahren des künstlerischen Erbes sehr wichtig. Aber man kann doch nicht alles Zeitgenössische ignorieren. Italien gefällt sich in der Verherrlichung seiner künstlerischen Vergangenheit. Seine aktuellen Künstler werden nicht ausgestellt. Sie müssen nach New York oder Paris gehen, um bekannt zu werden... Italien durchlebt derzeit mehrere Identitätskrisen: » mehr
"Italien ist vergangenheitsorientiert und interessiert sich nicht für zeitgenössische Kunst", beklagt Monique Veaute, neue Direktorin des Palazzo Grassi in Venedig. Wir sind ein Land ohne Führung, auch im Bereich der Kunst... Natürlich ist das Bewahren des künstlerischen Erbes sehr wichtig. Aber man kann doch nicht alles Zeitgenössische ignorieren. Italien gefällt sich in der Verherrlichung seiner künstlerischen Vergangenheit. Seine aktuellen Künstler werden nicht ausgestellt. Sie müssen nach New York oder Paris gehen, um bekannt zu werden... Italien durchlebt derzeit mehrere Identitätskrisen: neben der politischen Krise auch eine künstlerische, weil sich die Galeristen in bloße Händler verwandelt haben."
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La Repubblica - Italien | Samstag, 1. September 2007
Der Filmregisseur Ermanno Olmi beteiligt sich an der aktuellen italienischen Debatte über die Krise des italienischen Kinos. Für ihn ist Kino eine Widerspiegelung einer "globalen ... » mehr
Der Filmregisseur Ermanno Olmi beteiligt sich an der aktuellen italienischen Debatte über die Krise des italienischen Kinos. Für ihn ist Kino eine Widerspiegelung einer "globalen Krise, die alle Gesellschaften betrifft, nicht nur die italienische. Wir sehen Veränderungen auf uns zu kommen, für die wir noch nicht gerüstet sind... Das Kino zeigt, dass sich unsere Realität in einem ziemlich konfusen und orientierungslosen Zustand befindet. Und das Kino ist Teil dieser Realität... Warum war der Neorealismus im italienischen Kino so erfolgreich? Weil der Krieg zu Ende war. Die Tragödien und das geteilte Leiden hatten ein Gefühl der Zusammengehörigkeit erzeugt, es gab eine allgemeine Suche nach grundlegenden Werten... Gewiss ist das italienische Kino in der Krise. Aber muss man dasselbe nicht auch von der Literatur, der Kunst, der Politik, unserer Regierung und unserer Wirtschaft sagen?"
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Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 29. August 2007
Der Historiker Ernesto Galli della Loggia stellt die These auf, das italienische Kino stecke in einer Identitätskrise, die die Krise des Landes widerspiegele. "Das Kino ... » mehr
Der Historiker Ernesto Galli della Loggia stellt die These auf, das italienische Kino stecke in einer Identitätskrise, die die Krise des Landes widerspiegele. "Das Kino hatte immer eine starke Bindung an die politisch-intellektuelle Klasse des Landes. Und so wurde es zu einem Resümee der Ideologien, die Italiens Geschichte im 20. Jahrhundert beeinflusst haben - des Faschismus, des sozialen Christentums und des Kommunismus von Gramsci... Das Kino war Ausdruck einer populistischen und antibürgerlichen Ideologie, deren Höhepunkt der Neorealismus war. Man findet ihn in der 'italienischen Komödie' oder im Kino von Pasolini oder Moretti... Die Krise dieses Modells war auch die Krise des italienischen Kinos. Im globalisierten Westen, der weder Volk noch Politik kennt, entdeckt es nun, wie schwer es ist, sich der Demokratie und menschlicheren Themen zu widmen... Das Kino braucht heute einen neuen Bezug zur Realität. Es sucht, so wie Italien auch, nach sich selbst."
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Fußball
Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 13. November 2007
"Tatsächlich hat kaum ein Staat im Kampf gegen die Fußballgewalt so versagt wie Italien", kommentiert Rouven Schellenberger die Krawalle in Italien nach Tötung eines Fussballfans ... » mehr
"Tatsächlich hat kaum ein Staat im Kampf gegen die Fußballgewalt so versagt wie Italien", kommentiert Rouven Schellenberger die Krawalle in Italien nach Tötung eines Fussballfans durch einen Polizisten. "Der Weltmeister hat die schlechtesten Stadien aller Top-Nationen. Er hat eine der korruptesten Ligen Europas. Und er hat über Jahrzehnte zugeschaut, wie die Ultras der Vereine zu einem extremistischen Machtfaktor geworden sind - mit eigenen Finanzquellen wie dem Souvenirverkauf. Italien hat zugelassen, dass Spitzenspieler ihre rassistische Gesinnung offen zur Schau tragen, das Land hat sich arrangiert mit rechten Symbolen in den Fankurven... Hier geht es nicht mehr nur um die pure Lust an der Gewalt, sondern um die Macht im Fußball. Italien hat die 'Fans', die es nun als Terroristen verfolgt, selbst geschaffen."
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Italiens Küche
Corriere della Sera - Italien | Donnerstag, 21. Februar 2008
Beppe Severgnini verteidigt die authentische italienische Küche: » mehr
Beppe Severgnini verteidigt die authentische italienische Küche: "Hören Sie auf, vermeintlich italienisches Essen zu essen. Hören Sie auf, alles toll zu finden, was einen Namen trägt, der mit einem Vokal endet und die Kochbücher füllt. Hören Sie auf, nach Pasta mit Muscheln einen dampfenden Cappuccino zu bestellen. Diese Botschaft geht nicht nur an die Amerikaner, die im guten Glauben am schlimmsten sündigen. Sie gilt allen Ausländern. Wir fordern sie auf, italienisches Essen zu lieben, nicht aber dessen Parodie zu fördern. Der weltweite Erfolg unserer Küche verdankt sich der Einfachheit: Sie ist gesund, nicht teuer und leicht nachzumachen. Diese Eigenschaften und die Diaspora der vergangenen 150 Jahre haben unsere kulinarischen Traditionen in die ganze Welt gebracht... Der Angriff auf die italienische Küche ist heimtückisch, denn er geschieht unfreiwillig: Die Saboteure handeln aus Liebe."
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Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 30. Januar 2008
Allen politischen Krisen zum Trotz gibt es in Italien ein parteiübergreifendes Projekt, berichtet Paolo Conti. "In der schlimmsten politischen Krise ist es der Mitte-Links-Regierung von ... » mehr
Allen politischen Krisen zum Trotz gibt es in Italien ein parteiübergreifendes Projekt, berichtet Paolo Conti. "In der schlimmsten politischen Krise ist es der Mitte-Links-Regierung von Romano Prodi gelungen, einen wichtigen bürokratisch-kulinarischen Schritt zum Schutz der echten neapolitanischen Pizza zu machen. Sie hat eine Gesetzesinitiative vorgelegt, die noch mit der EU abgestimmt werden muss. Danach muss ab Ende 2008 jeder, der seiner neapolitanischen Pizza das Siegel "garantiert traditionelle Spezialität" (g.t.S) verleihen möchte, Vorschriften über das Gewicht, die Zutaten, die Garzeit und die Ausmaße peinlich genau befolgen... Der Präsident des Komitees für den Schutz der Pizza und Politiker der konservativen Nationalen Allianz in Neapel, Rosario Lopa, ist sehr zufrieden... Die Pizza gehört keiner Partei."
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Financial Times - Großbritannien | Donnerstag, 27. Dezember 2007
Italien-Korrespondent Adrian Michaels überlegt, warum es in Italien - anders als in 43 anderen Ländern - keinen Starbucks Coffee Shop gibt. "Es stimmt zwar, dass der beste italienische Kaffee Starbucks den Garaus machen würde, aber ich glaube, die Kette würde in Puncto Trend und Innovation gewinnen. Die Gründe für die Abwesenheit von Starbucks sind profaner. Starbucks sähe sich in Italien einer großen Konkurrenz ausgesetzt, die es preislich nicht unterbieten könnte. Ein Espresso kostet in Italien normalerweise weniger als ein Euro, ein doppelter Espresso bei Starbucks in Paris jedoch zwei Euro - und man kann keinen einfachen kaufen. Der Service müsste außerdem schneller sein: » mehr
Italien-Korrespondent Adrian Michaels überlegt, warum es in Italien - anders als in 43 anderen Ländern - keinen Starbucks Coffee Shop gibt. "Es stimmt zwar, dass der beste italienische Kaffee Starbucks den Garaus machen würde, aber ich glaube, die Kette würde in Puncto Trend und Innovation gewinnen. Die Gründe für die Abwesenheit von Starbucks sind profaner. Starbucks sähe sich in Italien einer großen Konkurrenz ausgesetzt, die es preislich nicht unterbieten könnte. Ein Espresso kostet in Italien normalerweise weniger als ein Euro, ein doppelter Espresso bei Starbucks in Paris jedoch zwei Euro - und man kann keinen einfachen kaufen. Der Service müsste außerdem schneller sein: Italiener wollen ihren Kaffee innerhalb von Sekunden haben. Des weiteren war es für ausländische multinationale Unternehmen in der Vergangenheit schwer, mit den Gesetzen in Italien klar zu kommen und schnell ein ausreichend großes Netzwerk aufzubauen."
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