Autonomie des Kosovo?
Die europäischen Medien fragen, welche Chancen der Plan des UN-Vermittlers Martti Ahtisaari auf Verwirklichung hat. Schafft die eingeschränkte Unabhängigkeit einen völkerrechtlichen Präzedenzfall?
Die Kosovo-Verhandlungen
Financial Times - Großbritannien | Mittwoch, 10. Mai 2006
Die unter dem Schutz der Uno stattfindenden Verhandlungen über die Zukunft des Kosovo reichen in ihrer Bedeutung weit über die eigentliche Region hinaus, schreibt Thomas de Waal, Kaukasus-Experte des Londoner Institute for War and Peace Reporting (IWPR). "Das Kosovo muss unter Beweis stellen, dass es seine Nachbarn auf dem Balkan und die serbische Minderheit, die das Gebiet seit dem Krieg von 1999 verlassen hat oder angstvoll in Enklaven lebt, respektieren wird... Die internationale Gemeinschaft ist nun überein gekommen, dass auch ein separatistisches Gebiet das Recht hat, nach Unabhängigkeit zu streben, selbst wenn es sie am Ende nicht erhält. Wir müssen uns im Klaren sein, dass dies einen Präzedenzfall schafft: » mehr
Die unter dem Schutz der Uno stattfindenden Verhandlungen über die Zukunft des Kosovo reichen in ihrer Bedeutung weit über die eigentliche Region hinaus, schreibt Thomas de Waal, Kaukasus-Experte des Londoner Institute for War and Peace Reporting (IWPR). "Das Kosovo muss unter Beweis stellen, dass es seine Nachbarn auf dem Balkan und die serbische Minderheit, die das Gebiet seit dem Krieg von 1999 verlassen hat oder angstvoll in Enklaven lebt, respektieren wird... Die internationale Gemeinschaft ist nun überein gekommen, dass auch ein separatistisches Gebiet das Recht hat, nach Unabhängigkeit zu streben, selbst wenn es sie am Ende nicht erhält. Wir müssen uns im Klaren sein, dass dies einen Präzedenzfall schafft: Der Kosovo-Prozess sollte nicht darin bestehen, die Albanier für ihre Loyalität gegenüber dem Westen zu belohnen, sondern den Balkanländern eine neue demokratische Ordnung bringen... Die demokratische Latte wird hinsichtlich des Kosovo und seiner serbischen Minderheit hoch angesetzt."
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Der UN-Vermittlungsplan
Open Democracy - Großbritannien | Freitag, 2. Februar 2007
"Nach fast acht Jahren voller Kämpfe, Debatten und Verhandlungen, die dem Konflikt folgten, hat der UN-Gesandte Martti Ahtisaari den Albanern und den Serben am 2. ... » mehr
"Nach fast acht Jahren voller Kämpfe, Debatten und Verhandlungen, die dem Konflikt folgten, hat der UN-Gesandte Martti Ahtisaari den Albanern und den Serben am 2. Februar einen 'Kompromiss'-Plan für den künftigen Status des Kosovo vorgelegt", schreibt T. K. Vogel. "Ahtisaaris listiges Vorgehen bei seinem Vorschlag wurde akzeptiert... Doch für den Inhalt des Dokuments gilt das vermutlich nicht... Hinter den Kulissen überlegen die EU-Politiker angestrengt, wie internationale Präsenz in einem unabhängigen Kosovo aussehen könnte... Der Übergang von der derzeitigen UN-Verwaltung zu einer Mission der EU, die das größte Unternehmen wäre, das die EU je außerhalb ihres Gebiets übernommen hat, könnte in der Tat schwierig werden. Die Übergabe würde ein paar Monate dauern, vielleicht ein halbes Jahr, und die Quasi-Unabhängigkeit des Kosovo weiter verzögern - und sie könnte auch noch verhindert werden, wenn Russland im Sicherheitsrat gegen die Resolution stimmt, die diese neue Mission erfordert. Und wie so oft auf dem Balkan hat die EU keinen Plan B."
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Hufvudstadsbladet - Finnland | Dienstag, 30. Januar 2007
Der Vorschlag von UN-Vermittler Martti Ahtisaari, die serbische Provinz Kosovo in eine beschränkte Unabhängigkeit zu entlassen, sieht Garantien für die serbische Minderheit und eine Kontrolle durch die EU vor. Trotzdem ist der Kosovo nach Ansicht von Yrsa Grüne einer Lösung kaum näher als 1999, nach dem Scheitern der Verhandlungen und dem Beginn der Nato-Luftangriffe: » mehr
Der Vorschlag von UN-Vermittler Martti Ahtisaari, die serbische Provinz Kosovo in eine beschränkte Unabhängigkeit zu entlassen, sieht Garantien für die serbische Minderheit und eine Kontrolle durch die EU vor. Trotzdem ist der Kosovo nach Ansicht von Yrsa Grüne einer Lösung kaum näher als 1999, nach dem Scheitern der Verhandlungen und dem Beginn der Nato-Luftangriffe: "Die EU kann den UN-Sicherheitsrat nicht ignorieren. Dort stellt sich Russland zumindest vorläufig quer. Eine Änderung der Grenzen von Nationalstaaten, auch mit Billigung der Uno, könnte ein Präzedenzfall für andere Gebiete werden, die nach Selbständigkeit streben. Und wenn einzelne Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo ohne Beschluss des Sicherheitsrats anerkennen, untergräbt dies weiter die Autorität der Uno."
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Dnevnik - Slowenien | Montag, 12. Februar 2007
Igor Mekina kommentiert die Unruhen im Kosovo, bei denen am Wochenende zwei Menschen starben: » mehr
Igor Mekina kommentiert die Unruhen im Kosovo, bei denen am Wochenende zwei Menschen starben: "Die Ansichten über die Demonstrationen gehen auseinander. In Belgrad gelten sie als neuerlicher Beleg für die schrecklichen Lebensverhältnisse der serbischen Minderheit im Kosovo. Und sie werden als Beweis herangezogen, welchem Druck die internationalen Politiker ausgesetzt sind, die stets zugunsten der Kosovo-Albaner nachgeben würden. In Pristina wird das Ganze unterdessen als berechtigter Unmut eines Volkes interpretiert, das auf die schnellstmögliche Erfüllung des Versprechens auf einen eigenen Staat wartet... Die Zustimmung der Serben und vor allem der Russen wäre willkommen – doch es wird sie nicht geben. Und falls es dazu kommen würde, wären die anderen Lösungen außerordentlich schwach. Die einseitige Anerkennung des Kosovo als 'Staat' von Seiten der EU und ihrer Verbündeten ist natürlich auch denkbar. Dann dürfte der Kosovo jedoch die Rolle eines in der Welt größtenteils nicht anerkannten 'europäischen Taiwans' einnehmen, was für die EU – und sicherlich auch innerhalb der Vereinten Nationen – ein größerer Alptraum wäre als die Aufrechterhaltung eines fragilen Friedens im kosovarischen Protektorat."
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Die EU, die Nato und der Kosovo
Der Standard - Österreich | Montag, 24. Juli 2006
In Wien werden die internationalen Verhandlungen über die Zukunft der mehrheitlich von Albanern bewohnten serbischen Provinz Kosovo fortgesetzt. Gastkommentator Andrej Ivanji betrachtet die Verhandlungen mit Skepsis: » mehr
In Wien werden die internationalen Verhandlungen über die Zukunft der mehrheitlich von Albanern bewohnten serbischen Provinz Kosovo fortgesetzt. Gastkommentator Andrej Ivanji betrachtet die Verhandlungen mit Skepsis: "Die formale Selbstständigkeit würde weder die katastrophale soziale Lage noch die enorme Arbeitslosigkeit in dem schon de facto von Serbien unabhängigen Kosovo lösen... Letztlich wird der UN-Sicherheitsrat über den Status des Kosovo entscheiden. Die internationale Gemeinschaft wird den Kosovo-Albanern entgegenkommen, weil ihre Unzufriedenheit die Sicherheit der internationalen Friedensmission in der Provinz bedrohen könnte und weil sie kurzfristig wichtiger für die Stabilität in der Region sind als das schwache, kriegsmüde Serbien. Es geht nämlich nicht nur um den Status des Kosovo, sondern um die albanische Frage auf dem Balkan, die Südserbien, Mazedonien, Montenegro und Griechenland erfasst. Langfristigen Frieden würde nur die Aufnahme des gesamten Balkans in die EU sichern."
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Open Democracy - Großbritannien | Freitag, 2. Februar 2007
"Nach fast acht Jahren voller Kämpfe, Debatten und Verhandlungen, die dem Konflikt folgten, hat der UN-Gesandte Martti Ahtisaari den Albanern und den Serben am 2. ... » mehr
"Nach fast acht Jahren voller Kämpfe, Debatten und Verhandlungen, die dem Konflikt folgten, hat der UN-Gesandte Martti Ahtisaari den Albanern und den Serben am 2. Februar einen 'Kompromiss'-Plan für den künftigen Status des Kosovo vorgelegt", schreibt T. K. Vogel. "Ahtisaaris listiges Vorgehen bei seinem Vorschlag wurde akzeptiert... Doch für den Inhalt des Dokuments gilt das vermutlich nicht... Hinter den Kulissen überlegen die EU-Politiker angestrengt, wie internationale Präsenz in einem unabhängigen Kosovo aussehen könnte... Der Übergang von der derzeitigen UN-Verwaltung zu einer Mission der EU, die das größte Unternehmen wäre, das die EU je außerhalb ihres Gebiets übernommen hat, könnte in der Tat schwierig werden. Die Übergabe würde ein paar Monate dauern, vielleicht ein halbes Jahr, und die Quasi-Unabhängigkeit des Kosovo weiter verzögern - und sie könnte auch noch verhindert werden, wenn Russland im Sicherheitsrat gegen die Resolution stimmt, die diese neue Mission erfordert. Und wie so oft auf dem Balkan hat die EU keinen Plan B."
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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 21. Februar 2006
Für Kommentator Norbert Mappes-Niediek weisen die Kosovo-Verhandlungen "klar in Richtung Unabhängigkeit", auch wenn die Gegner der Unabhängigkeit das Argument auf ihrer Seite hätten, dass die Vereinten Nationen noch nie gegen den Willen eines Mitglieds eine Abspaltung von dessen Territorium gutgeheißen hätten. "Man kann das Argument auch umdrehen", schlägt Mappes-Niediek vor: » mehr
Für Kommentator Norbert Mappes-Niediek weisen die Kosovo-Verhandlungen "klar in Richtung Unabhängigkeit", auch wenn die Gegner der Unabhängigkeit das Argument auf ihrer Seite hätten, dass die Vereinten Nationen noch nie gegen den Willen eines Mitglieds eine Abspaltung von dessen Territorium gutgeheißen hätten. "Man kann das Argument auch umdrehen", schlägt Mappes-Niediek vor: "Nur weil Bosnien mit einer unmöglichen Staatsform bedacht wurde, muss das in anderen Staaten nicht weitere Fehler nach sich ziehen. Mit etwas Fantasie könnte man den Widerspruch auflösen. In zehn Jahren sollen alle neuen Klein- und Kleinststaaten EU-Mitglieder sein, also einen großen Teil ihrer jetzt umkämpften Souveränität wieder abgeben. Es wird also gerade ein künftiges innenpolitisches Problem der EU verhandelt. Mut zu neuen Lösungswegen stünde deshalb auch der Europäischen Union gut zu Gesicht."
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Le Temps - Schweiz | Montag, 30. Oktober 2006
Der Balkan-Historiker Serge Métais wünscht, die EU würde die Unabhängigkeit des Kosovo aktiver verteidigen. Das Kosovo "hat circa zwei Millionen Einwohner, davon mehr als 90 ... » mehr
Der Balkan-Historiker Serge Métais wünscht, die EU würde die Unabhängigkeit des Kosovo aktiver verteidigen. Das Kosovo "hat circa zwei Millionen Einwohner, davon mehr als 90 Prozent Albaner, und die Währung ist bereits der Euro, wie auch in Montenegro. Obwohl es innerhalb des ehemaligen Jugoslawiens Serbien zugeteilt war, ist es de facto schon seit sieben Jahren ein Staat, der nicht mehr von Belgrad abhängt. Es ist eine Demokratie mit einer Mehrheit und einer Opposition, einem Parlament, einem Gouverneur und einem Präsidenten... Alle sind sich darüber einig, dass der jetzige Status des Kosovo schon zu lange angedauert hat. Er blockiert die Reformen und wirkt sich in vielerlei Hinsicht schädlich aus. Die Argumente sind längst ausgetauscht und es wird Zeit, dass die EU ihren Willen kundtut. Sie sollte verkünden, dass sie bereit ist, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen. Und sie sollte auch verkünden, dass dieser Staat dazu berufen ist, ihr beizutreten."
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Literární noviny - Tschechien | Mittwoch, 8. März 2006
Der frühere UN-Menschenrechtsbeauftragte für Ex-Jugoslawien, Jiri Dienstbier, sieht die Rolle der Nato in Bezug auf das Kosovo skeptisch: » mehr
Der frühere UN-Menschenrechtsbeauftragte für Ex-Jugoslawien, Jiri Dienstbier, sieht die Rolle der Nato in Bezug auf das Kosovo skeptisch: "Die Großmächte, die Uno und die Nato haben 1999 entschieden, Jugoslawien mit ähnlich falschen Gründen anzugreifen wie später den Irak, und ohne zu wissen, was danach kommen soll. Das hat nichts mit einer Bewertung von Slobodan Milosevic oder Saddam Hussein zu tun... Heute versuchen sich einige Mächte aus der Verantwortung zu stehlen, indem sie dem Kosovo Unabhängigkeit zubilligen wollen. ... Das weitere Streben nach dem Motto 'Versuch und Irrtum' würde uns alle teuer zu stehen kommen. Als langfristige Lösung betrachte ich eine Entwicklung auf dem Balkan, bei der die Grenzen ihre Bedeutung verlieren. Das wäre die billigste Investition in die europäische Sicherheit."
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Präzedenzfall Kosovo?
Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 29. Januar 2007
Für den Grazer Völkerrechtler Wolfgang Benedek wäre ein selbständiger Kosovo hingegen "kein gefährlicher Präzedenzfall". Im Gespräch mit Norbert Mappes-Niediek sagt er über das Modell einer "bedingten Unabhängigkeit": » mehr
Für den Grazer Völkerrechtler Wolfgang Benedek wäre ein selbständiger Kosovo hingegen "kein gefährlicher Präzedenzfall". Im Gespräch mit Norbert Mappes-Niediek sagt er über das Modell einer "bedingten Unabhängigkeit": "Es ist kein typisches Beispiel für Separatismus. Hier geht es um den unvollendeten Zerfall Jugoslawiens. Hätte das Kosovo in Jugoslawien nur einen etwas anderen Status gehabt, hätte man es von vornherein anerkannt. Man muss umgekehrt fragen: Ist denn irgendeine Lösung möglich, nach der das Kosovo unter einer serbischen Oberhoheit friedlich existieren könnte?... Im Völkerrecht gab es früher schon Übergangslösungen, zum Beispiel Protektorate. Vieles entwickelt sich faktisch, das rechtlich noch nicht akzeptiert ist. Man muss umgekehrt fragen: Wer könnte so etwas wie eine bedingte Unabhängigkeit verhindern, wenn sich die maßgeblichen Mächte dafür entscheiden?"
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Hufvudstadsbladet - Finnland | Dienstag, 30. Januar 2007
Der Vorschlag von UN-Vermittler Martti Ahtisaari, die serbische Provinz Kosovo in eine beschränkte Unabhängigkeit zu entlassen, sieht Garantien für die serbische Minderheit und eine Kontrolle durch die EU vor. Trotzdem ist der Kosovo nach Ansicht von Yrsa Grüne einer Lösung kaum näher als 1999, nach dem Scheitern der Verhandlungen und dem Beginn der Nato-Luftangriffe: » mehr
Der Vorschlag von UN-Vermittler Martti Ahtisaari, die serbische Provinz Kosovo in eine beschränkte Unabhängigkeit zu entlassen, sieht Garantien für die serbische Minderheit und eine Kontrolle durch die EU vor. Trotzdem ist der Kosovo nach Ansicht von Yrsa Grüne einer Lösung kaum näher als 1999, nach dem Scheitern der Verhandlungen und dem Beginn der Nato-Luftangriffe: "Die EU kann den UN-Sicherheitsrat nicht ignorieren. Dort stellt sich Russland zumindest vorläufig quer. Eine Änderung der Grenzen von Nationalstaaten, auch mit Billigung der Uno, könnte ein Präzedenzfall für andere Gebiete werden, die nach Selbständigkeit streben. Und wenn einzelne Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo ohne Beschluss des Sicherheitsrats anerkennen, untergräbt dies weiter die Autorität der Uno."
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Diena - Lettland | Mittwoch, 1. November 2006
Aivars Ozolins verweist mit Blick auf das serbische Verfassungsreferendum und die Verhandlungen über eine Unabhängigkeit des Kosovo auf mögliche Auswirkungen in der internationalen Politik. "Washington ... » mehr
Aivars Ozolins verweist mit Blick auf das serbische Verfassungsreferendum und die Verhandlungen über eine Unabhängigkeit des Kosovo auf mögliche Auswirkungen in der internationalen Politik. "Washington vertritt die Ansicht, dass es sich um einen einmaligen Fall handelt, während Putin warnt, dass eine Unabhängigkeit des Kosovo ein Präzedenzfall für andere Separatisten darstelle. Moskau versucht immer aggressiver, Einfluss auf seine Nachbarstaaten zu nehmen, und könnte damit die Konflikte in Abchasien, Südossetien und Transnistrien anheizen, wo es bereits im September ein international nicht anerkanntes Referendum über eine Unabhängigkeit oder einen möglichen Anschluss an Russland gegeben hat."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 27. Oktober 2006
Daniel Brössler weist darauf hin, dass die Entscheidung der internationalen Gemeinschaft über den Status des Kosovo große Auswirkungen auf andere Konflikte mit Separatisten haben kann. "Vier Gebiete gibt es in der Region, die nach Unabhängigkeit streben: » mehr
Daniel Brössler weist darauf hin, dass die Entscheidung der internationalen Gemeinschaft über den Status des Kosovo große Auswirkungen auf andere Konflikte mit Separatisten haben kann. "Vier Gebiete gibt es in der Region, die nach Unabhängigkeit streben: Abchasien und Südossetien in Georgien, Transnistrien in Moldawien sowie Berg-Karabach, um das sich Armenien und Aserbaidschan streiten... Der 'Präzedenzfall Kosovo' könnte da leicht als Funke für neues Feuer dienen. Putin versicherte in dem Fernsehauftritt zwar, er wolle Gewalt verhindern. Doch gerade der Verlauf des immer heftiger werdenden Streits mit Georgien hat gezeigt, dass Russland schwankt zwischen seiner Aufgabe als Feuerwehr und der Rolle als Brandstifter... Für die Kosovo-Verhandlungen bedeutet das eine schwere Bürde. Jede Entscheidung gegen den Willen Serbiens würde von Abchasen & Co. als Freibrief verstanden - obwohl die Ausgangsbedingungen ganz andere sind als auf dem Balkan."
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Separatismus und Minderheiten
Sme - Slowakei | Montag, 5. Februar 2007
Mehrere slowakische Spitzenpolitiker haben überraschend Bedenken gegen eine Unabhängigkeit des Kosovo geäußert. Ihre Argument: » mehr
Mehrere slowakische Spitzenpolitiker haben überraschend Bedenken gegen eine Unabhängigkeit des Kosovo geäußert. Ihre Argument: Die in der Slowakei lebende ungarische Minderheit könnte sich das Beispiel Kosovo zum Vorbild nehmen und auf eine Loslösung von der Slowakei hinarbeiten. Vertreter der ungarischen Minderheit verwahrten sich gegen diese Unterstellung. Milan Nic von der Universität Bologna findet die Verdächtigung der Ungarn durch slowakische Politiker abwegig. "Wer den internationalen Präzedenzfall Kosovo nutzt, um die Leute mit einem ungarischen Separatismus zu erschrecken, ist im vergangenen Jahrhundert gefangen. Eine spezielle Lösung auf dem Balkan wird niemals Maßstab für Mitteleuropa sein, schon gar nicht angesichts der Existenz der EU. Es ist traurig, dass der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses, Boris Zala, aber auch Außenminister Jan Kubis jetzt diese Kosovo-Karte spielen. Unsere Haltung zum Kosovo muss sich an der Haltung der Partner in EU und Nato orientieren, nicht an der Moskaus oder Belgrads."
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Magyar Hírlap - Ungarn | Mittwoch, 31. Januar 2007
Die Uneinigkeit der EU-Länder in der Kosovofrage ist auf ihre innenpolitischen Interessenkonflikte zurückzuführen, meint Csaba Lőrincz, Berater des außenpolitischen Ausschusses des ungarischen Parlaments: » mehr
Die Uneinigkeit der EU-Länder in der Kosovofrage ist auf ihre innenpolitischen Interessenkonflikte zurückzuführen, meint Csaba Lőrincz, Berater des außenpolitischen Ausschusses des ungarischen Parlaments: "Die Position einiger Länder zur Unabhängigkeit des Kosovo wird von innenpolitischen Gesichtspunkten dominiert. Rumänien und die Slowakei sind beispielsweise gegen die Unabhängigkeit des Kosovo, weil sie Autonomiebestrebungen der ungarischen Minderheit im eigenen Lande befürchten. Der Standpunkt Ungarns ist deshalb, nie über die Autonomie von Gebieten, sondern über Minderheitenrechte zu reden. Ungarische Außenpolitiker betonen deshalb oft, dass die Minderheitenrechte der Serben im Kosovo geschützt werden sollen. Wenn der Kosovo unabhängig wird, sollte Serbien die serbischen Minderheiten im Kosovo weiterhin unterstützen dürfen."
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Der Standard - Österreich | Donnerstag, 22. Februar 2007
Der ehemalige OSZE-Minderheitenbeauftragte im Kosovo, Stephan Müller, macht auf die prekäre Lage der Minderheiten im Kosovo aufmerksam: » mehr
Der ehemalige OSZE-Minderheitenbeauftragte im Kosovo, Stephan Müller, macht auf die prekäre Lage der Minderheiten im Kosovo aufmerksam: "Bis zu 100.000 Serben und um die 100.000 Roma, Ashkali, Ägypter, Türken, Bosniaken, Gorani und Kroaten leben noch im Kosovo. Es sollte zu denken geben, dass während sieben Jahren UN-Verwaltung mehr Minderheitenangehörige den Kosovo verlassen haben, als Vertriebene in den Kosovo zurückgekehrt sind. Warum und wie soll das in einem unabhängigen Kosovo besser werden?... Dies alles war nicht Thema bei den Statusverhandlungen und findet sich auch nicht im Ahtisaari -Vorschlag [des Un-Vermittlers] berücksichtigt. Denn dem verqueren Verständnis des Verhandlungsteams nach ist der Kosovo erstmal für die Albaner und dann für die Serben da (denn ihnen gehört ja jetzt das Land). Dass das jetzt besser werden soll... kann nur ein Mensch glauben, der nicht daran interessiert ist, dass es anders wird."
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Kosovo als europäische Region
Le Temps - Schweiz | Dienstag, 10. Oktober 2006
Christophe Solioz vom Center for European Integration Strategies meint, es sei an der Zeit, "eine originelle und innovative Lösung für das Kosovo zu finden. Man sollte das Kosovo zur europäischen Region erklären. Eine solche politische Einheit - auf Grundlage der europäischen Gesetzgebung, in Partnerschaft mit dem Europarat und der EU - hätte das Recht, eigene Pässe auszustellen, den Euro als Währung einzuführen, eine Flagge und eine Hymne zu haben. Diese Herangehensweise wäre ein realer Kompromiss: » mehr
Christophe Solioz vom Center for European Integration Strategies meint, es sei an der Zeit, "eine originelle und innovative Lösung für das Kosovo zu finden. Man sollte das Kosovo zur europäischen Region erklären. Eine solche politische Einheit - auf Grundlage der europäischen Gesetzgebung, in Partnerschaft mit dem Europarat und der EU - hätte das Recht, eigene Pässe auszustellen, den Euro als Währung einzuführen, eine Flagge und eine Hymne zu haben. Diese Herangehensweise wäre ein realer Kompromiss: Die Wünsche der Kosovaren würden mehr oder weniger befriedigt und eine Absage an einen eigenständigen Staat, an eine souveräne Nation käme den Bedenken Belgrads ein wenig entgegen. Statt eines ans 19. Jahrhundert gemahnenden Nationalismus gäbe es eine dynamische regionale Herangehensweise, die in einen europäischen Einigungsprozess eingebunden wäre."
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Delo - Slowenien | Mittwoch, 7. Februar 2007
In den kommenden Tagen wird Slowenien 600 Soldaten in den Kosovo schicken. Bostjan Vidimsek fragt, warum: » mehr
In den kommenden Tagen wird Slowenien 600 Soldaten in den Kosovo schicken. Bostjan Vidimsek fragt, warum: "Welche Interessen verfolgt Slowenien? Warum blickt jeder vierte slowenische Berufssoldat auf einen Auslandseinsatz zurück oder ist auf dem Sprung dorthin? ... Der Kosovo, in dem slowenische Offiziere nun erstmals unmittelbare Befehlsgewalt ausüben werden, ist ein Sonderfall. Die slowenischen Soldaten sind im Kosovo willkommen und der Augenblick ist günstig. Die slowenische Wirtschaft wird dank alter Bande von der Stabilisierung der Provinz Kosovo profitieren. Ähnliches gilt für die geostrategischen Interessen und das internationale Ansehen Sloweniens. Der Kosovo könnte daher, ohne Ironie, bald die erste slowenische 'Provinz' werden. Die Militärpräsenz im Ausland muss sich irgendwann bezahlt machen."
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Vergangenheitsbewältigung
El Diario Vasco - Spanien | Montag, 29. Januar 2007
Der spanische Historiker Daniel Reboredo ist der Meinung, dass man erst die Gewaltexzesse beider Seiten anprangern muss, bevor man zu einer friedlichen Lösung für den ... » mehr
Der spanische Historiker Daniel Reboredo ist der Meinung, dass man erst die Gewaltexzesse beider Seiten anprangern muss, bevor man zu einer friedlichen Lösung für den Kosovo kommen kann. "Die Verantwortung der serbischen Politiker liegt auf der Hand, sie gehören bestraft. Aber es bringt nichts, sich darauf zu versteifen, ein Volk, dessen Beteiligung in Frage steht, einfach so zu erniedrigen, zu ruinieren und zu drangsalieren, wohingegen die kosovarischen Kriegsverbrecher der Befreiungsarmee UCK von ihrer Regierung respektiert, belohnt und bewundert - und von den westlichen Regierungen zumindest toleriert werden. Das Resultat der serbischen Parlamentswahlen zeigt den Unwillen gegenüber dem Westen, der sich aus serbischer Sicht schlecht benimmt und lieber Vorurteile verbreitet als Frieden zu stiften. Und das stimmt, selbst wenn die Demokratische Partei bereits mit den anderen vier Reformparteien verhandelt, um schnell eine Regierung zu bilden, damit sich diese den Forderungen der EU beugt, die eine proeuropäische und demokratische Regierung wünscht."
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