Wettrüsten oder Schutz für Europa?
Die USA möchten Europa an ihrem Raketenabwehrsystem beteiligen. Russland fühlt sich davon bedroht. Europa diskutiert, ob der Beteiligung einzelner EU-Länder nicht ein Engagement im Rahmen der Nato vorzuziehen wäre.
euro|topics-Dossiers zur Raktenabwehr
Top-Thema vom Donnerstag, 29. März 2007
Die tschechische Regierung verhandelt jetzt offiziell mit den USA über eine Beteiligung am geplanten US-Raketenabwehrsytem, Polen erwägt dasselbe. Macht das die europäischen Versuche zunichte, unter ... » mehr
Die tschechische Regierung verhandelt jetzt offiziell mit den USA über eine Beteiligung am geplanten US-Raketenabwehrsytem, Polen erwägt dasselbe. Macht das die europäischen Versuche zunichte, unter Abwägung amerikanischer und russischer Interessen eine gemeinsame Sicherheitspolitik zu entwickeln?
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Top-Thema vom Mittwoch, 14. März 2007
Der Plan der USA, ein Raketenabwehrschild zu errichten, das Basen in Tschechien und Polen haben soll, wird seit der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar heftig diskutiert. ... » mehr
Der Plan der USA, ein Raketenabwehrschild zu errichten, das Basen in Tschechien und Polen haben soll, wird seit der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar heftig diskutiert. Russlands Präsident Putin hatte damals offen mit russischen Gegenreaktionen gedroht. Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel hat nun vorgeschlagen, das Raketenabwehrsystem der Verantwortung der Nato zu unterstellen.
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Top-Thema vom Montag, 26. Februar 2007
Tschechien, Polen und Großbritannien verhandeln mit den USA über die Installation eines Raketenschildes in ihren Ländern. Russland hat die Einrichtung eines Verteidigungssystems vor seiner Tür ... » mehr
Tschechien, Polen und Großbritannien verhandeln mit den USA über die Installation eines Raketenschildes in ihren Ländern. Russland hat die Einrichtung eines Verteidigungssystems vor seiner Tür scharf kritisiert. Die Presse bedauert, dass Europa auf die USA angewiesen ist, um sich zu schützen und fordert eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik.
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Pressestimmen
Kulturní týdeník A2 - Tschechien | Montag, 19. März 2007
Die Bevölkerung des knapp 100 Einwohner zählenden böhmischen Dorfes Trokavec ist gegen den Bau einer Radaranlage für den in Tschechien und Polen geplanten US-Raketenschutzschild. Die amerikanische Anlage würde in unmittelbarer Nähe des Dorfes stehen. In einem Referendum stimmten 78 Bürger gegen das Projekt, nur einer dafür. Kommentator Jiri Vancura geht auf die Diskussion um den Raketenschild ein: » mehr
Die Bevölkerung des knapp 100 Einwohner zählenden böhmischen Dorfes Trokavec ist gegen den Bau einer Radaranlage für den in Tschechien und Polen geplanten US-Raketenschutzschild. Die amerikanische Anlage würde in unmittelbarer Nähe des Dorfes stehen. In einem Referendum stimmten 78 Bürger gegen das Projekt, nur einer dafür. Kommentator Jiri Vancura geht auf die Diskussion um den Raketenschild ein: "Da wird gefragt, ob die Abwehreinrichtung gegen Raketen aus dem Osten amerikanisch sein soll, der Nato untergeordnet oder europäisch. Nahezu niemand aber fragt, ob die Einrichtung überhaupt sein muss. Niemand fragt, ob sich auch die künftige Weltordnung auf Waffen stützen muss, oder ob man nicht besser darum ringen sollte, friedlich miteinander zu leben. Viele Machtinteressen mögen einer friedlichen Lösung im Wege stehen. Es ist aber erforderlich, in diese Richtung zu denken. Immerhin geht es um nichts weniger als um unseren Planeten."
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Postimees - Estland | Montag, 19. März 2007
Der Protest im tschechischen Dorf Trokavec gegen den US-Raketenschutzschild ist nach Ansicht der estnischen Zeitung zwar ein gutes Zeichen für die Entwicklung einer starken Zivilgesellschaft, ... » mehr
Der Protest im tschechischen Dorf Trokavec gegen den US-Raketenschutzschild ist nach Ansicht der estnischen Zeitung zwar ein gutes Zeichen für die Entwicklung einer starken Zivilgesellschaft, zeige aber vor allem ein Informationsdefizit. "Wie sonst lässt sich erklären, dass der Raketenschutzschild vor allem Ängste anstelle eines Gefühls der Sicherheit auslöst? Der Aufbau des Systems in Osteuropa dient nicht dem besseren Schutz der USA, sondern dem Schutz Europas, das nach dem 11. September schon mehrfach die Gefahren des islamistischen Terrors zu spüren bekam. Und Nordkorea und der Iran demonstrieren, dass sie nicht den Weg der Abrüstung gehen wollen. Am unlogischsten aber verhält sich Russland, das sich ausgerechnet durch einen Schutzschild bedroht sieht."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Donnerstag, 8. März 2007
Die Zeitung zeigt sich gegenüber den Plänen der dänischen Regierung, sich an der US-Raketenabwehr in Europa zu beteiligen, skeptisch: » mehr
Die Zeitung zeigt sich gegenüber den Plänen der dänischen Regierung, sich an der US-Raketenabwehr in Europa zu beteiligen, skeptisch: "Gerade die Aussicht darauf, dass die USA die früheren Warschauer-Pakt-Länder einbinden möchten, bewirkt, dass Russland vor den Plänen warnt. Es wirft den USA vor, alte Abrüstungsabsprachen zu verletzen und droht, mit russischen Atomraketen zu antworten, die auf die Basis zielen. Weil das Verhältnis Europas zu Russland Schaden nehmen könnte, sind einige Länder gegen die Pläne der USA. Dies gilt besonders für Frankreich, Österreich und Luxemburg, die befürchten, dass Europa wie im Kalten Krieg ein Schauplatz der Aufrüstung werden könnte... Deshalb muss die Entscheidung für eine Raketenabwehr in Europa bei der Nato liegen. Der Alleingang der USA, nur mit einzelnen europäischen Ländern zu verhandeln, kann zu einer Spaltung Europas führen."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Samstag, 3. März 2007
Die US-Regierung will im Nordwesten Polens einen Militärstützpunkt für ihr Raketenabwehrsystem errichten, um, so die offizielle Begründung, sich und Europa gegen Angriffe aus dem Iran und Nordkorea zu schützen. Radoslaw Sikorski, bis Anfang Februar polnischer Verteidigungsminister, hat den US-Plan heftig kritisiert. Die Zeitung dokumentiert Sikorskis Beitrag zu einer Diskussionsveranstaltung im Wortlaut: » mehr
Die US-Regierung will im Nordwesten Polens einen Militärstützpunkt für ihr Raketenabwehrsystem errichten, um, so die offizielle Begründung, sich und Europa gegen Angriffe aus dem Iran und Nordkorea zu schützen. Radoslaw Sikorski, bis Anfang Februar polnischer Verteidigungsminister, hat den US-Plan heftig kritisiert. Die Zeitung dokumentiert Sikorskis Beitrag zu einer Diskussionsveranstaltung im Wortlaut: "Das System, das Polen vorgeschlagen wurde, wird ein amerikanisches System zur Verteidigung der USA sein. Ich bin kein Anhänger des Regime in Teheran, aber Polen unterhält diplomatische Beziehungen zum Iran und hier in Warschau erwartet keiner iranische Raketen. Wir sprechen also von einer Entscheidung, die eine ganz große Geste Polens den USA gegenüber wäre. Es wird hier gefragt, ob sich das lohnt. Mir scheint, dass dieses Wort unangebracht ist. Es gibt keine Summe, die man Polen dafür zahlen könnte, dass es seine Hauptstadt oder auch nur die Raketenabwehrbasis in Gefahr bringt. Lasst uns also nicht davon sprechen, was sich lohnt, sondern davon, ob die Sicherheit oder das Risiko zunimmt."
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Newsweek Polska - Polen | Dienstag, 27. Februar 2007
Die Ankündigung der USA, in Polen und Tschechien Teile eines Raketenabwehrsystems zu stationieren, hat zu russischen Drohungen geführt. Der Moskauer Militärexperte Pawel Felgenhauer warnt im Gespräch mit Michal Kacewicz vor einem neuen Wettrüsten und kritisiert zugleich die Politik der russischen Regierung: » mehr
Die Ankündigung der USA, in Polen und Tschechien Teile eines Raketenabwehrsystems zu stationieren, hat zu russischen Drohungen geführt. Der Moskauer Militärexperte Pawel Felgenhauer warnt im Gespräch mit Michal Kacewicz vor einem neuen Wettrüsten und kritisiert zugleich die Politik der russischen Regierung: "Der nächste Schritt der USA wird sein, Raketen in Ostmitteleuropa zu stationieren... Die USA besitzen außerdem Tomahawk-Raketen, und Russland verfügt bisher über nichts Entsprechendes. Für Russland, das bei solchem Kräftemessen nie besonders erfolgreich gewesen ist, waren Verträge immer von Vorteil. Das verstehen aber die aktuellen Kreml-Machthaber nicht. Ein anderer Punkt ist, dass Putin mit seiner Angstmache kurz vor den Wahlen die Position des Militärs stärken will... Der größte Traum der russischen Generäle ist es, die ihrer Ansicht nach entwürdigenden Abrüstungsverträge aufzukündigen, die in den 1980er und 90er Jahren geschlossen wurden, als die Sowjetunion beziehungsweise Russland schwach war."
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Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 21. Februar 2007
In Polen wird über eine Beteiligung am amerikanischen Raketenabwehrsystem weiter diskutiert. Im Gespräch mit Piotr Gillert warnt der Sicherheitsexperte Bartlomiej Sienkiewicz vor übertriebenen Erwartungen: » mehr
In Polen wird über eine Beteiligung am amerikanischen Raketenabwehrsystem weiter diskutiert. Im Gespräch mit Piotr Gillert warnt der Sicherheitsexperte Bartlomiej Sienkiewicz vor übertriebenen Erwartungen: "Wir sollten uns beteiligen, zumal ich befürchte, dass es die Nato in ein paar Jahren nicht mehr geben wird. Aber das Raketenabwehrsystem ist nicht das Allheilmittel gegen unsere Ängste vor Russland und gewährt keine absolute Sicherheitsgarantie. Der einzige Weg zu mehr politischer Sicherheit und zur Verringerung des Konfliktrisikos in Europa führt über Berlin. Solange die deutsche Politik mit der amerikanischen übereinstimmt, haben wir keine Probleme zu befürchten. Ob das immer so bleiben wird, ist fraglich. Schröder hat gezeigt, wie wenig es braucht, um das zu ändern. Es wäre ein großer Fehler unserer Regierung, sich auf das Bündnis mit den USA und das Raketensystem zu verlassen. Berlin ist eine genau so wichtige Komponente unserer Sicherheit wie die Präsenz der Amerikaner in Polen."
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Mladá fronta Dnes - Tschechien | Dienstag, 20. Februar 2007
Die Regierungschefs Tschechiens und Polens, Mirek Topolanek und Jaroslaw Kaczynski, haben bei einem Treffen in Warschau Zustimmung zum Vorhaben der Amerikaner geäußert, in ihren Ländern Teile eines Raketenabwehrsystems zu stationieren. Der Chef der russischen Raketenstreitkräfte, Nikolaj Solowzow, hat wiederum mit Drohungen reagiert. Viliam Buchert rät dazu, einen kühlen Kopf zu bewahren: » mehr
Die Regierungschefs Tschechiens und Polens, Mirek Topolanek und Jaroslaw Kaczynski, haben bei einem Treffen in Warschau Zustimmung zum Vorhaben der Amerikaner geäußert, in ihren Ländern Teile eines Raketenabwehrsystems zu stationieren. Der Chef der russischen Raketenstreitkräfte, Nikolaj Solowzow, hat wiederum mit Drohungen reagiert. Viliam Buchert rät dazu, einen kühlen Kopf zu bewahren: "Dass den Russen das Abwehrsystem nicht gefällt, kann man verstehen. Allerdings sollte Moskau auch begreifen, dass weder die Amerikaner noch die Nato Russland irgendwie militärisch bedrohen oder bedrohen wollen. Das heutige Russland ist kein Feind Tschechiens, auch wenn das nach den jüngsten Reaktionen auf das geplante Radarsystem so aussehen könnte. Russland ist aber auch nicht unser strategischer Verbündeter. Es ist ein Partner, mit dem man reden muss. Genau das plant Vaclav Klaus im April, wenn er Wladimir Putin im Kreml besucht. Er sollte ihm sagen, dass die Entscheidung, ob das Radarsystem stationiert wird oder nicht, ausschließlich eine Angelegenheit Tschechiens ist."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 9. Februar 2007
"Russland und die USA streiten um einen Raketen-Abwehrschirm und schüren damit nur Misstrauen", schreibt Frank Nienhuysen. "Die Pläne der Amerikaner, einen Teil ihres Raketenabwehrsystems in ... » mehr
"Russland und die USA streiten um einen Raketen-Abwehrschirm und schüren damit nur Misstrauen", schreibt Frank Nienhuysen. "Die Pläne der Amerikaner, einen Teil ihres Raketenabwehrsystems in Tschechien und Polen zu stationieren, sollen nach dem Ansinnen Washingtons vor allem Europa vor Angriffen aus Iran schützen. Doch nun fühlt sich insbesondere Russland getroffen, und Verteidigungsminister Sergej Iwanow schießt zurück. Iwanow spricht zunächst von einem 'unfreundlichen Signal', kündigt dann demonstrativ die massive Modernisierung des russischen Raketenarsenals an und droht sogar damit, das Verhältnis zur Nato zu überdenken... Ein neues Wettrüsten, gar eine Zäsur in den Beziehungen zwischen der Nato und Russland, darf es wegen der Raketen nicht geben. Mühsam ist in den vielen Jahren seit dem Zerfall der Sowjetunion ein Vertrauensfundament zementiert worden, das allzu große Belastungen noch nicht verträgt. Der Tonfall zwischen Moskau und Washington muss sich also wieder mäßigen, und die Europäer können dabei eine entscheidende Rolle spielen."
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Právo - Tschechien | Dienstag, 6. Februar 2007
Tschechiens ehemaliger Präsident Vaclav Havel ist enttäuscht, dass es in der tschechischen Öffentlichkeit Widerstand gegen eine Stationierung einer Anti-Raketen-Radarstation der USA gibt. In einem Gastbeitrag erinnert er daran, wie schnell sich die Öffentlichkeit nach 1968 mit dem Überfall der Staaten des Warschauer Pakts auf die Tschechoslowakei abgefunden hatte. Für das Radarsystem, so Havel, spreche vieles: » mehr
Tschechiens ehemaliger Präsident Vaclav Havel ist enttäuscht, dass es in der tschechischen Öffentlichkeit Widerstand gegen eine Stationierung einer Anti-Raketen-Radarstation der USA gibt. In einem Gastbeitrag erinnert er daran, wie schnell sich die Öffentlichkeit nach 1968 mit dem Überfall der Staaten des Warschauer Pakts auf die Tschechoslowakei abgefunden hatte. Für das Radarsystem, so Havel, spreche vieles: "Europa wird auf lange Sicht nicht in der Lage sein, ohne Hilfe der USA den Bedrohungen des 21. Jahrhunderts die Stirn zu bieten... Ohne das amerikanische Projekt lässt sich kein Verteidigungssystem der Nato aufbauen... Wenn die Amerikaner ihre Raketenabwehr nicht in Polen und nicht bei uns stationieren können, dann werden sie sie vielleicht in Großbritannien errichten. Ihr eigenes Territorium schützen sie in jedem Fall. Nur wir würden aus diesem Schutz herausfallen."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Mittwoch, 24. Januar 2007
Vergangenes Wochenende haben Polen und Tschechien bestätigt, dass die USA sie offiziell um die Erlaubnis zur Aufstellung ihres Raketenabwehrsystems gebeten haben. In Polen sollen Raketensilos gebaut werden, von denen Mittel- oder Langstreckenraketen abgeschossen werden können. Die dazugehörigen Radaranlagen sollen in Tschechien entstehen. Inzwischen gebe es in beiden Ländern eine Debatte über das Für und Wider, schreibt Ulrich Schmid: » mehr
Vergangenes Wochenende haben Polen und Tschechien bestätigt, dass die USA sie offiziell um die Erlaubnis zur Aufstellung ihres Raketenabwehrsystems gebeten haben. In Polen sollen Raketensilos gebaut werden, von denen Mittel- oder Langstreckenraketen abgeschossen werden können. Die dazugehörigen Radaranlagen sollen in Tschechien entstehen. Inzwischen gebe es in beiden Ländern eine Debatte über das Für und Wider, schreibt Ulrich Schmid: "In Warschau und Prag weiß man sehr wohl, dass eine militärische Zusammenarbeit mit den USA in dieser Größenordnung ein Novum ist, das die Russen ärgern muss... Die Regierungen von Ministerpräsident Mirek Topolanek und Jaroslaw Kaczynski sind allerdings für ihre Amerikafreundlichkeit bekannt, und sie werden eher dazu neigen, die Wünsche des Pentagons zu erfüllen. Dass man indessen sowohl an der Weichsel als auch an der Moldau nach wie vor Bedenken hegt, hat damit zu tun, dass das Konzept selbst in den USA nicht unumstritten ist. Es ist das letzte Überbleibsel der legendären strategischen Verteidigungsinitiative Ronald Reagans, in der Öffentlichkeit auch 'Star-Wars'-Programm genannt, mit der der amerikanische Präsident in den achtziger Jahren die Sowjets schockte und entscheidend schwächte."
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Wprost Online - Polen | Dienstag, 3. Oktober 2006
Russland hat am 3. Oktober Polen davor gewarnt, Teile eines Raketenabwehrsystems der USA auf seinem Territorium zu installieren. In diesem Fall werde Moskau "geeignete Maßnahmen" ergreifen, erklärte das russische Außenministerium. Grzegorz Sadowski kommentiert: » mehr
Russland hat am 3. Oktober Polen davor gewarnt, Teile eines Raketenabwehrsystems der USA auf seinem Territorium zu installieren. In diesem Fall werde Moskau "geeignete Maßnahmen" ergreifen, erklärte das russische Außenministerium. Grzegorz Sadowski kommentiert: "Interessant ist der Widerspruch zwischen dem Ton des Ministers und den Worten des Ressortsprechers. Das ist charakteristisch für die Art, wie Russen verhandeln. Einer von ihnen ist der Gute, spricht von Partnerschaft, Achtung und partnerschaftlichen Beziehungen, der Andere ist der Böse, der mit Strafe droht... Mit wem sollte man eher sprechen und wem gegenüber Eingeständnisse machen? Natürlich mit dem Guten, der in diesem Fall Minister Lawrow ist... Seltsam jedoch ist, dass Lawrow, der weiß, wie gespannt die polnisch-russischen Beziehungen sind und von ihrer Verbesserung spricht, gleichzeitig so scharfe Worte an die Presse geben lässt."
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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 5. September 2006
Die USA haben sich nach Informationen der Rzeczpospolita für Polen als Standort für eine Basis des geplanten amerikanischen Raketenabwehrsystems entschieden. Als Gegenleistung für die umstrittene US-Raktenbasis könnte Washington den Bau einer Erdgas- und Erdölverbindung von Zentralasien nach Polen unterstützen und der Warschauer Regierung Patriot-Raketen liefern. Der Oppositionsabgeordnete Bronislaw Komorowski von der rechtsliberalen Bürgerplattform (PO) befürwortet gegenüber der Zeitung die Verhandlungsstrategie der Regierung: » mehr
Die USA haben sich nach Informationen der Rzeczpospolita für Polen als Standort für eine Basis des geplanten amerikanischen Raketenabwehrsystems entschieden. Als Gegenleistung für die umstrittene US-Raktenbasis könnte Washington den Bau einer Erdgas- und Erdölverbindung von Zentralasien nach Polen unterstützen und der Warschauer Regierung Patriot-Raketen liefern. Der Oppositionsabgeordnete Bronislaw Komorowski von der rechtsliberalen Bürgerplattform (PO) befürwortet gegenüber der Zeitung die Verhandlungsstrategie der Regierung: "Polen sollte sein eigenes Raketenabwehrsystem weiter entwickeln. Die Verhandlungen über eine amerikanische Basis sind eine gute Gelegenheit, um entsprechende Grundlagen zu bekommen. Das ist eine absolute Priorität für die polnische Regierung. Wenn die amerikanische Basis in Polen entsteht, dann wird jemand ihre Sicherheit garantieren müssen. Wenn nicht die amerikanischen Patriot-Raketen, dann polnische F-16 Abfangjäger. Es ist ein Test für die Wirksamkeit polnischer Außenpolitik, ob es gelingt, das Abwehrsystem zu erkämpfen."
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Právo - Tschechien | Mittwoch, 9. August 2006
Jiri Dienstbier, ehemaliger Dissident und erster tschechoslowakischer Außenminister nach der Wende, spricht sich in einem Gastkommentar gegen eine US-Raketenabwehrbasis auf tschechischem Boden aus. "Wir sollten ... » mehr
Jiri Dienstbier, ehemaliger Dissident und erster tschechoslowakischer Außenminister nach der Wende, spricht sich in einem Gastkommentar gegen eine US-Raketenabwehrbasis auf tschechischem Boden aus. "Wir sollten in einer ohnehin schon ziemlich labilen Welt nicht wieder in ein Wettrüsten verfallen", findet Dienstbier und verweist auf Russland, das eine US-Militärbasis in Tschechien beunruhigen könnte. "Erwarten wir wirklich einen Angriff aus der mächtigen Welt des islamischen Fundamentalismus, der sich entschließen könnte, einen 'Krieg der Zivilisationen' gegen die westlichen 'Satane' zu führen? Möglich ist alles, aber es würde noch Dutzende Jahre dauern, bis ein solches Szenario Wirklichkeit werden könnte. Die tschechischen Bürger kann nur schwerlich jemand davon überzeugen, dass ausgerechnet wir uns an dem Raketenschirm beteiligen sollten - ohne Rücksicht auf unsere Verbündeten in der Nato und in der EU. Die Tschechische Republik hat keine militärischen Verpflichtungen gegenüber den USA, sondern gegenüber der Nato. Als deren Mitglied können wir eine so gewichtige Entscheidung nicht durch einen bilateralen Vertrag mit einem anderen Mitglied - wenn auch dem mächtigsten - besiegeln."
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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 25. Juli 2006
Die USA möchten wie in Tschechien auch in Polen ihr Raketenabwehrsystem aufstellen. Jedrzej Bielecki ist dafür: » mehr
Die USA möchten wie in Tschechien auch in Polen ihr Raketenabwehrsystem aufstellen. Jedrzej Bielecki ist dafür: "Die polnische Regierung steht vor einem der schwierigsten Probleme in der Außenpolitik seit Jahren. Die Bedingungen zu erfüllen, die die Amerikaner stellen, würde bedeuten, dass zum ersten Mal seit dem Rückzug der Roten Armee auf polnischem Boden Militärs stationiert werden, auf die Polen eigentlich keinen Einfluss haben wird. Aber die Amerikaner wegzuschicken, ist mindestens ebenso riskant, wie ihre Forderungen zu akzeptieren. Denn zum ersten Mal besteht die Chance, die Sicherheit Polens grundlegend zu stärken. Angesichts der zunehmend autoritären Tendenzen in Russland und der politischen Krise der EU sollte das für die polnische Regierung ein zentrales Anliegen sein."
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Mladá fronta Dnes - Tschechien | Donnerstag, 20. Juli 2006
Der ehemalige Generalstabschef der tschechischen Armee, Jiri Sedivy, wirbt in einem Aufsatz für die geplante Stationierung eines amerikanischen Raketenabwehrsystems in Tschechien. Dabei geht er auch ... » mehr
Der ehemalige Generalstabschef der tschechischen Armee, Jiri Sedivy, wirbt in einem Aufsatz für die geplante Stationierung eines amerikanischen Raketenabwehrsystems in Tschechien. Dabei geht er auch auf die häufig von den Gegnern eines solchen Systems vorgebrachte Behauptung ein, es gebe keinen Unterschied zwischen der US-Basis und den Raketenbasen der Sowjetunion vor 1989. "Grundsätzlich bin ich nicht damit einverstanden, dass hier Vergleiche mit der Stationierung der sowjetischen Truppen in der Tschechoslowakei gezogen werden. Im Warschauer Pakt mussten wir Verbündete sein, heute können wir das sein. Im Jahre 1968 kamen die Sowjets durch unsere Tür, ohne uns zu fragen und blieben zwanzig Jahre. Die USA fragen uns, ob sie bei uns und zu unseren Bedingungen einige hundert Soldaten stationieren dürfen. Wenn wir Nein sagen, dann wird das Raketenabwehrsystem woanders aufgebaut."
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Literární noviny - Tschechien | Donnerstag, 13. Juli 2006
In der kommenden Woche wollen amerikanische Unterhändler die Bedingungen für die Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems in Tschechien prüfen. Tomas Tozicka erklärt sich zum klaren Gegner eines solchen Waffensystems. "Dieser Raketenschirm soll uns vor atomaren Raketenangriffen schützen, aus dem Iran und aus Nordkorea. Beide Länder verfügen zwar laut Experten über keine Raketen, die selbst bei bestem Wetter so weit fliegen könnten, aber die Parole lautet, besser, man ist vorbereitet. Der Raketenschirm ist aus dem Torso des Reagan-Planes zum 'Krieg der Sterne' übrig geblieben, bei dessen Umsetzung die USA einen Haufen Geld in den Sand setzten, ohne zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen. In Wahrheit sollen die Raketen jedoch nur eines: » mehr
In der kommenden Woche wollen amerikanische Unterhändler die Bedingungen für die Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems in Tschechien prüfen. Tomas Tozicka erklärt sich zum klaren Gegner eines solchen Waffensystems. "Dieser Raketenschirm soll uns vor atomaren Raketenangriffen schützen, aus dem Iran und aus Nordkorea. Beide Länder verfügen zwar laut Experten über keine Raketen, die selbst bei bestem Wetter so weit fliegen könnten, aber die Parole lautet, besser, man ist vorbereitet. Der Raketenschirm ist aus dem Torso des Reagan-Planes zum 'Krieg der Sterne' übrig geblieben, bei dessen Umsetzung die USA einen Haufen Geld in den Sand setzten, ohne zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen. In Wahrheit sollen die Raketen jedoch nur eines: die Waffenindustrie ankurbeln. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war es beinahe um die Rüstung geschehen. Schnell fand man aber einen neuen Feind: Saddam und seine nicht existierenden Massenvernichtungswaffen."
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