Eine oder viele Nationen?
Politische Fragen sind in Spanien oft mit der Frage nach Identität verknüpft. Der Streit um die Rolle der Regionen, den Einfluss von Kirche und König und die Franco-Vergangenheit wird auch in den Medien ausgetragen.
Parteien
La Vanguardia - Spanien | Freitag, 16. November 2007
Ein 16-Jähriger ist am 11. November in Madrid bei Zusammenstößen zwischen einer Gruppe Neonazis und militanten Antifaschisten ums Leben gekommen. Die Tageszeitung ruft dazu auf, den Kampf gegen Rechtsextremismus ernster zu nehmen: » mehr
Ein 16-Jähriger ist am 11. November in Madrid bei Zusammenstößen zwischen einer Gruppe Neonazis und militanten Antifaschisten ums Leben gekommen. Die Tageszeitung ruft dazu auf, den Kampf gegen Rechtsextremismus ernster zu nehmen: "Eine Besonderheit in der spanischen Politik ist das Fehlen einer organisierten extremen Rechten, die im Parlament vertreten wäre. Rassistische, fremdenfeindliche oder mit dem Totalitarismus liebäugelnde Gruppierungen sind bei uns nur Randerscheinungen, während sie in anderen europäischen Ländern selbst bei Wahlen eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen... Es sind kleine Gruppierungen, deren gesellschaftlicher Einfluss glücklicherweise sehr begrenzt ist. Dennoch nutzen die Rechtsextremen bestimmte Gelegenheiten für einen Auftritt... Regierung und Justiz müssen dafür sorgen, dass sich solche Bewegungen gar nicht erst etablieren können. Denn sie polarisieren die Wählerschaft und sind eine Gefahr für unsere Werte und den sozialen Frieden."
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El País - Spanien | Donnerstag, 15. November 2007
Die spanischen Sozialisten (PSOE) haben vierzehn international bekannte Persönlichkeiten, darunter die drei Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, Wanari Maathai und Helen Caldicott, für die Ausarbeitung eines Wahlprogramms für die Parlamentswahlen 2008 gewinnen können. Die Zeitung zeigt wenig Verständnis für diese Strategie: » mehr
Die spanischen Sozialisten (PSOE) haben vierzehn international bekannte Persönlichkeiten, darunter die drei Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, Wanari Maathai und Helen Caldicott, für die Ausarbeitung eines Wahlprogramms für die Parlamentswahlen 2008 gewinnen können. Die Zeitung zeigt wenig Verständnis für diese Strategie: "Die PSOE glaubt, so ihrem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen. Doch es offenbart weniger die Attraktivität ihrer Ideen, als dass es eine gewisse Schwäche verrät. Eine Partei mit einer solchen Mannschaft und einer solchen Tradition, die dank Zapatero seit vier Jahren auch genügend Regierungserfahrung hat, hätte darauf verzichten können, Ausländer zu engagieren. Schließlich handelt es sich nicht um eine Fußballmannschaft. Zudem hat sich diese Regierung bisher nicht besonders dadurch hervorgetan, dass sie sich über die Zukunft der Linken außerhalb Spaniens Gedanken gemacht hätte."
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El Mundo - Spanien | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Die Jugendorganisation der spanischen Sozialisten macht sich in einem Werbespot über die systematische Kritik der konservativen Opposition an Projekten der sozialistischen Regierung lustig. Die konservative ... » mehr
Die Jugendorganisation der spanischen Sozialisten macht sich in einem Werbespot über die systematische Kritik der konservativen Opposition an Projekten der sozialistischen Regierung lustig. Die konservative Tageszeitung ist erschüttert. "Es ist ironisch, dass die Jungsozialisten ihre Kampagne 'Für die Koexistenz' [zur Einführung von 'Staatsbürger-Kunde' in den Schulen] genannt haben. Ihre Botschaft ist weit davon entfernt, Verständnis für Andersdenkende zu fördern. Sie ziehen die Mitglieder der Jugendorganisation der konservativen Volkspartei ins Lächerliche, indem sie sie als junge Snobs, Machos, Ignoranten und Reaktionäre zeigen... Besonders traurig ist, dass es der Parteinachwuchs nicht besser macht als die Älteren, nur deren schlimmste Fehler wiederholt und überkommene Stereotype reproduziert."
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El Mundo - Spanien | Donnerstag, 13. September 2007
Josu Jon Imaz, der Vorsitzende der baskischen Nationalpartei PNV, hat seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben. Die Tageszeitung ist bestürzt über diesen Verlust. Der ... » mehr
Josu Jon Imaz, der Vorsitzende der baskischen Nationalpartei PNV, hat seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben. Die Tageszeitung ist bestürzt über diesen Verlust. Der gemäßigte Imaz habe angesichts der radikalen Positionen in seiner Partei aufgegeben. "Der Parteivorsitzende der PNV war zweifellos ein Beispiel politischer Beständigkeit. Er wollte sicherlich auf die zunehmende Radikalisierung des baskischen Nationalismus aufmerksam machen. Imaz' Ausscheiden aus der Politik wird sich nicht nur auf die PNV auswirken, sondern auch auf nationaler Ebene.... Premierminister José Luis Rodriguez Zapatero wird nun klar, dass Zugeständnisse an die Nationalisten die moderaten Flügel dieser Parteien nicht stärken, sondern eher die radikalen Strömungen, die, sobald es an Standfestigkeit fehlt, sofort mehr verlangen."
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El Correo - Spanien | Freitag, 31. August 2007
Die Europaabgeordnete Rosa Díez ist aus der Sozialistischen Partei Spaniens (PSOE) ausgetreten, weil sie mit der Politik von Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero nicht einverstanden war. Sie will nun eine neue Linkspartei gründen. Die Zeitung ist skeptisch: » mehr
Die Europaabgeordnete Rosa Díez ist aus der Sozialistischen Partei Spaniens (PSOE) ausgetreten, weil sie mit der Politik von Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero nicht einverstanden war. Sie will nun eine neue Linkspartei gründen. Die Zeitung ist skeptisch: "Spanien hat ein unvollkommenes Zwei-Parteien-System, weil die Bürger es so gewollt haben. Sie verlangen von den politischen Parteien, dass sie solide genug sind, um ihnen die Institutionen der Demokratie anzuvertrauen. Für Parteineugründungen spricht allerdings, dass es schwer ist, bestimmten Strömungen innerhalb der großen Parteien Gehör zu verschaffen. So haben Proteste gegen den Politikstil Zapateros, die es längst bei den Sozialisten gibt, ihn nicht daran gehindert, sich unvermindert für die Autonomiereformen oder den Friedensprozess mit der Eta einzusetzen."
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La Vanguardia - Spanien | Dienstag, 12. Juni 2007
Die spanische Tageszeitung sieht in dem Zusammentreffen von Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero und dem Vorsitzenden der oppositionellen Volkspartei, Mariano Rajoy, ein Hoffnungszeichen, dass es zu einem konstruktiven Dialog im Kampf gegen den baskischen Terrorismus kommen könnte. "Es ist der falsche Zeitpunkt, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Stattdessen muss es zu einer Verständigung zwischen der Regierung und der wichtigsten Oppositionspartei kommen... [Die beiden Männer] scheinen sich in einem Punkt geeinigt zu haben: » mehr
Die spanische Tageszeitung sieht in dem Zusammentreffen von Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero und dem Vorsitzenden der oppositionellen Volkspartei, Mariano Rajoy, ein Hoffnungszeichen, dass es zu einem konstruktiven Dialog im Kampf gegen den baskischen Terrorismus kommen könnte. "Es ist der falsche Zeitpunkt, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Stattdessen muss es zu einer Verständigung zwischen der Regierung und der wichtigsten Oppositionspartei kommen... [Die beiden Männer] scheinen sich in einem Punkt geeinigt zu haben: Die Eta muss besiegt werden. Das erwartet die spanische Gesellschaft von ihnen. Die Aufkündigung des Waffenstillstands [vom 5. Juni] hat die Sozialisten und die Konservativen dazu gebracht, ihre Differenzen beiseite zu schieben, um wieder in einen vertrauensvollen und andauernden Dialog treten zu können, der ein einheitliches Vorgehen gegen die Eta möglich macht... Denn durch ihre Haltung lässt die Eta keine andere Handlungsweise als polizeiliche und juristische Maßnahme zu."
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ABC - Spanien | Donnerstag, 12. April 2007
Manuel Martín Ferrand setzt sich kritisch mit dem von 3.500 spanischen Intellektuellen unterzeichneten Manifest auseinander, das die oppositionelle konservative Volkspartei (PP) kritisiert. "Welche Person, die ... » mehr
Manuel Martín Ferrand setzt sich kritisch mit dem von 3.500 spanischen Intellektuellen unterzeichneten Manifest auseinander, das die oppositionelle konservative Volkspartei (PP) kritisiert. "Welche Person, die älter als 50 Jahre ist, hat nicht eines dieser Dokumente unterzeichnet..., die während des Franco-Regimes zirkulierten? Das Besondere bei denjenigen, die nun ihre Unterschrift gegeben haben, sozusagen der letzte Schrei bei Unterschriftensammlungen, besteht darin, dass sich der Protest gegen die Opposition richtet und nicht, wie sonst bei Protesten üblich, gegen die Machthabenden... Sie sehen unzulässigerweise im Terrorismus den 'Kern der Oppositionspolitik', ohne die Tatsache zu erwähnen, dass der Terrorismus Kern der Regierungspolitik ist. Sie attackieren die PP, ohne sie zu zitieren, und rufen dazu auf, bei den nächsten Wahlen die Sozialisten (PSOE) zu unterstützen... Es ist nicht gut für eine Demokratie, wenn die Intellektuellen keine eigene Stimme haben oder sie nur erheben, um auf die 'Übertreibungen und die Manipulationen der wichtigsten Oppositionspartei' aufmerksam zu machen."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 6. März 2007
"Ein eisiger Hauch der Polarisierung durchzieht die spanische Politik", schreibt Spanien-Korrespondent Leo Wieland und erklärt: » mehr
"Ein eisiger Hauch der Polarisierung durchzieht die spanische Politik", schreibt Spanien-Korrespondent Leo Wieland und erklärt: "Die politische Erosion kommt nun zu einem Zeitpunkt, da es dem spanischen 'Wirtschaftswunderland' so gut geht wie niemals zuvor. Die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt, die sich mit Budgetüberschüssen sogar noch den opulenten Ausbau des Sozialstaats leisten kann, ist international engagiert und unterhält Friedenstruppen vom Balkan bis Afghanistan. Im Inneren zerreiben sich aber die ebenso ehrgeizige wie schwache, weil von grünen, kommunistischen und regionalen Kräften abhängige Minderheitsregierung und eine isolierte Opposition. Erkennbare Vorteile haben einstweilen nur die Separatisten in immer neuen politischen und finanziellen Zugeständnissen und die wieder mit atemberaubender Dreistigkeit öffentlich handelnden Eta-Sympathisanten. Ohne eine Wiedergewinnung des alten Minimums an Übereinstimmung dort, wo es darauf ankommt, gerät Spanien in die Gefahr, auf dem Höhepunkt seines Wohlstands innen schließlich aus den Fugen zu gehen."
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Baskischer Separatismus
Top-Thema vom Mittwoch, 6. Juni 2007
Die spanische Separatistenorganisation Eta hat den seit dem 22. März 2006 geltenden 'permanenten Waffenstillstand' für beendet erklärt. Den Dialog mit der Regierung des Sozialisten José ... » mehr
Die spanische Separatistenorganisation Eta hat den seit dem 22. März 2006 geltenden 'permanenten Waffenstillstand' für beendet erklärt. Den Dialog mit der Regierung des Sozialisten José Luis Rodríguez Zapatero hält sie unter den derzeitigen Bedingungen für nicht möglich. Welche Konsequenzen hat die offizielle Absage an den Friedensprozess?
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Top-Thema vom Mittwoch, 3. Januar 2007
Drei Tage nach dem Anschlag der Eta auf den Flughafen von Madrid hat die spanische Regierung die Friedensverhandlungen mit der baskischen Separatistenorganisation für ausgesetzt erklärt. ... » mehr
Drei Tage nach dem Anschlag der Eta auf den Flughafen von Madrid hat die spanische Regierung die Friedensverhandlungen mit der baskischen Separatistenorganisation für ausgesetzt erklärt. Nicht nur die spanische Opposition und die spanische Presse streiten darüber, ob der von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero begonnene Dialog mit den Terroristen sinnvoll war.
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Top-Thema vom Donnerstag, 23. März 2006
Die baskische Separatisten-Organisation Eta hat am Mittwoch einen "dauerhaften Waffenstillstand" verkündet. Die Eta kämpft seit 1968 gewaltsam für die Autonomie des Baskenlandes - bei ihren ... » mehr
Die baskische Separatisten-Organisation Eta hat am Mittwoch einen "dauerhaften Waffenstillstand" verkündet. Die Eta kämpft seit 1968 gewaltsam für die Autonomie des Baskenlandes - bei ihren Terroranschlägen starben etwa 800 Menschen. Schon mehrfach hat die Eta eine Waffenruhe angekündigt, sie dann aber wieder gebrochen. Die europäische Presse schwankt daher zwischen Hoffnung und Skepsis.
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El País - Spanien | Freitag, 18. Januar 2008
Die nationalistische baskische Linke fordert in regelmäßigen Abständen ein Referendum über die Selbstbestimmung des Baskenlandes. Der Politologe Cesáreo Aguilera meint: » mehr
Die nationalistische baskische Linke fordert in regelmäßigen Abständen ein Referendum über die Selbstbestimmung des Baskenlandes. Der Politologe Cesáreo Aguilera meint: "Solange es die baskische Separatistenorganisation Eta gibt, ist eine solche Volksbefragung unmöglich. Ein Referendum setzt voraus, dass diese Organisation zerschlagen wird. Anschließend muss eine ausreichend lange Zeit verstreichen, damit sich alle politischen Strömungen trauen, öffentlich ihre Meinung zu äußern. Für die Anhänger eines vereinten Spaniens ist eine Eta, die mit 'geringer Intensität' agiert, das kleinere Übel. Denn solange die bewaffnete Gruppe aktiv ist, kann man unmöglich über Selbstbestimmung verhandeln. Es ist interessant, dass die Wähler der nationalistischen Linken nicht merken, dass die Existenz der Eta den Gegnern eines Referendums die besten Argumente liefert, um das Prinzip der Selbstbestimmung nicht auf demokratischem Wege auszufechten."
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El Mundo - Spanien | Dienstag, 8. Januar 2008
Eine Untersuchungskommission soll klären, ob Igor Portu, mutmaßliches Mitglied der Separatistenorganisation Eta, am Wochenende nach seiner Verhaftung misshandelt wurde. Ärzte hatten gebrochene Rippen und Lungenverletzungen ... » mehr
Eine Untersuchungskommission soll klären, ob Igor Portu, mutmaßliches Mitglied der Separatistenorganisation Eta, am Wochenende nach seiner Verhaftung misshandelt wurde. Ärzte hatten gebrochene Rippen und Lungenverletzungen festgestellt. "Es gibt ernsthafte Anzeichen für Folter, auch wenn die Guardia Civil behauptet, dass sich der Mann bei einem Fluchtversuch verletzt hat", erklärt Pedro G. Cuartango. "Wir dachten, dass solche Praktiken in Spanien längst abgeschafft sind, aber angesichts dieser Affäre kommen Zweifel auf. Es muss eine echte Untersuchung dieser Situation geben. Folter ist absolut inakzeptabel und kann - egal unter welchen Umständen - nicht toleriert werden. Es gibt keinen Grund, der Schmerz oder Demütigungen rechtfertigen könnte, nicht einmal bei den schlimmsten Kriminellen."
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El Correo - Spanien | Donnerstag, 20. Dezember 2007
Die spanische Justiz hat 47 Menschen zu Gefängnisstrafen verurteilt, denen Unterstützung oder Mitgliedschaft in der baskischen Separatistenorganisation Eta vorgeworfen wird. Es ist der erste Prozess dieser Art gegen das soziale, politische oder mediale Umfeld der Eta. Die Tageszeitung begrüßt das Urteil: » mehr
Die spanische Justiz hat 47 Menschen zu Gefängnisstrafen verurteilt, denen Unterstützung oder Mitgliedschaft in der baskischen Separatistenorganisation Eta vorgeworfen wird. Es ist der erste Prozess dieser Art gegen das soziale, politische oder mediale Umfeld der Eta. Die Tageszeitung begrüßt das Urteil: "Die Tatsache, dass ein Großteil der Verurteilten Repräsentanten der nach Unabhängigkeit strebenden Linken sind, zeigt deutlich, wie es der Eta gelungen ist, jahrzehntelang in der Mitte der baskischen Gesellschaft zu operieren... Die Verurteilung dieses Fanatismus, der so viel Leid in der baskischen Gesellschaft verursacht hat, lässt die Haltung derjenigen, die sich wie die baskische Nationalpartei PNV auf die Demokratie berufen, um die Rechtmäßigkeit des Urteils zu bestreiten, zweifelhaft erscheinen. Die separatistische Linke wird so Prozess für Prozess für das unerträgliche Fortdauern des Terrorismus verantwortlich gemacht."
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El País - Spanien | Freitag, 14. Dezember 2007
Der Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte hat die Klage der baskischen Partei Batasuna in Teilen zugelassen, die sich gegen ein Verbot von 2003 wehrt. Die Batasuna ist der politische Arm der separatistischen Eta. "Das ist eine gute Nachricht für alle Spanier", meint Soledad Gallego-Díaz. "Eine juristische Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs hat, egal wie sie ausfällt, grundlegenden Einfluss auf den Normalisierungsprozess im Baskenland. Sie hilft, die Zweifel an der Politik des spanischen Staates zu beseitigen. Wenn das Gericht das Verbot bestätigt, dann sind auch die baskischen Nationalisten dazu gezwungen, ihre uneindeutige Position gegenüber dem Terrorismus aufzugeben. Und es stellt sich eine grundsätzliche Frage: » mehr
Der Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte hat die Klage der baskischen Partei Batasuna in Teilen zugelassen, die sich gegen ein Verbot von 2003 wehrt. Die Batasuna ist der politische Arm der separatistischen Eta. "Das ist eine gute Nachricht für alle Spanier", meint Soledad Gallego-Díaz. "Eine juristische Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs hat, egal wie sie ausfällt, grundlegenden Einfluss auf den Normalisierungsprozess im Baskenland. Sie hilft, die Zweifel an der Politik des spanischen Staates zu beseitigen. Wenn das Gericht das Verbot bestätigt, dann sind auch die baskischen Nationalisten dazu gezwungen, ihre uneindeutige Position gegenüber dem Terrorismus aufzugeben. Und es stellt sich eine grundsätzliche Frage: Kann und muss eine Demokratie die bürgerlichen und politischen Freiheiten verteidigen, indem sie die Ausübung der gleichen Freiheiten verbietet oder einschränkt?"
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Dienstag, 11. Dezember 2007
Die Zeitung lobt die Einrichtung einer französisch-spanischen Polizeieinheit zur Bekämpfung des baskischen Terrorismus. "Frankreich war viel zu lange ein Rückzugsort für die Eta. Ihre Führer ... » mehr
Die Zeitung lobt die Einrichtung einer französisch-spanischen Polizeieinheit zur Bekämpfung des baskischen Terrorismus. "Frankreich war viel zu lange ein Rückzugsort für die Eta. Ihre Führer konnten dort mit unerträglicher Bewegungsfreiheit agieren. Versuche der spanischen Regierung, ihre Verbündeten im Norden davon zu überzeugen, dass der Terrorismus sich an keine politische Logik hält, sind lange an der hochmütigen Haltung der Politiker in Paris gescheitert. Die demokratische Konsolidierung Spaniens, seine Mitgliedschaft im grenzenlosen Europa, das Bewusstsein von der Brutalität und das Gefühl, dass die Forderungen der Eta am Ende Gewalt im französischen Baskenland säen, haben zu einem radikalen Meinungswandel geführt. Das bedeutet den Anfang vom Ende der Eta."
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La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 5. Dezember 2007
Tausende Spanier haben am 4. Dezember an einer Kundgebung zu Ehren des ermordeten Polizisten teilgenommen, der am vergangenen Wochenende von der baskischen Separatistenorganisation Eta in Frankreich getötet worden war. Zum ersten Mal seit 2004 hatten alle Gewerkschaften und Parteien gemeinsam zu einer Anti-Eta-Demonstration aufgerufen. Die Tageszeitung zweifelt an der Einigkeit der Teilnehmer: » mehr
Tausende Spanier haben am 4. Dezember an einer Kundgebung zu Ehren des ermordeten Polizisten teilgenommen, der am vergangenen Wochenende von der baskischen Separatistenorganisation Eta in Frankreich getötet worden war. Zum ersten Mal seit 2004 hatten alle Gewerkschaften und Parteien gemeinsam zu einer Anti-Eta-Demonstration aufgerufen. Die Tageszeitung zweifelt an der Einigkeit der Teilnehmer: "Die gegenseitigen Kränkungen der beiden großen Parteien [der Volkspartei und den Sozialisten] aufgrund der jeweiligen Haltung zur Terrorismusbekämpfung sind noch nicht lange her, die Kluft ist noch sehr groß... Der Terrorismus entzweit die Parteien und es wird schwierig, da raus zu kommen... Die Parteien werden im Kampf gegen die Eta fleißig die Einheit beschwören, aber diese Einheit ist so brüchig, möglicherweise hat sie nicht einmal die fünf Minuten gehalten, die die Kundgebung dauerte."
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El Correo - Spanien | Mittwoch, 10. Oktober 2007
Die baskische Separatistenorganisation Eta hat am Dienstag ihre Absichtserklärung wahr gemacht, wieder Anschläge zu verüben, erklärt die Tageszeitung aus Bilbao nach dem gestrigen Attentat im ... » mehr
Die baskische Separatistenorganisation Eta hat am Dienstag ihre Absichtserklärung wahr gemacht, wieder Anschläge zu verüben, erklärt die Tageszeitung aus Bilbao nach dem gestrigen Attentat im Baskenland. "Die Autobombe, die den Leibwächter des Kommunalpolitikers Juan Carlos Domingo verletzte, erinnert an die Zeit, in der die Organisation all jene vernichten oder ausschalten wollte, die sie als 'Feinde' ansah... Egal ob nun der Anschlag dem Leibwächter oder dem Politiker galt, man muss ihn als Anschlag auf das demokratische System interpretieren, das von den Kommunalpolitikern und auch von denen, die sie – unter Einsatz ihres Lebens – schützen, repräsentiert wird... Nach diesem Attentat besteht kein Zweifel mehr am Ernst der Drohung dieser Organisation, die den 'Friedensprozess' unterbrochen und angekündigt hat, den Staat 'von allen Seiten' anzugreifen."
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ABC - Spanien | Freitag, 2. März 2007
Die sozialistische Regierung Spaniens hat zugestimmt, dass die Strafe des Eta-Terroristen José Ignacio de Juana Chaos zur Bewährung ausgesetzt wird. Dieser hat seinen Hungerstreik, in ... » mehr
Die sozialistische Regierung Spaniens hat zugestimmt, dass die Strafe des Eta-Terroristen José Ignacio de Juana Chaos zur Bewährung ausgesetzt wird. Dieser hat seinen Hungerstreik, in dem er sich seit November befand, sofort abgebrochen. Die konservative Tageszeitung ist der Meinung, dass Madrid auf die "Erpressung" der Terroristen eingegangen ist und sich damit "erniedrigt" hat. "Die Eta hat ihre Verhandlungsposition gestärkt, und die der Regierung war noch nie so schwach, weil das Recht einer Strategie des Bündnisses mit den Terroristen untergeordnet wurde. Als sich die britische Regierung unter Margaret Thatcher entschloss, [1981] der Erpressung durch den nordirischen Terroristen Bobby Sands nicht nachzugeben, obwohl er einen wirklichen Hungerstreik unternommen hatte, schuf sie damit die Basis einer Machtposition. Diese machte es ihr im Folgenden möglich, auch wenn der Prozess voller Fehler und Unzulänglichkeiten war, der Gewalt der IRA ein endgültiges Ende zu bereiten, ohne den Status Nordirlands zu verändern, der ein Teil Großbritanniens geblieben ist."
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The Irish Times - Irland | Montag, 22. Januar 2007
"Die baskischen Nationalisten haben immer auf den irischen Friedensprozess verwiesen, wenn sie nach einer Lösung für ihren Konflikt mit Madrid gesucht haben", stellt die Zeitung ... » mehr
"Die baskischen Nationalisten haben immer auf den irischen Friedensprozess verwiesen, wenn sie nach einer Lösung für ihren Konflikt mit Madrid gesucht haben", stellt die Zeitung fest. "Allerdings hatte der spanische Friedensprozess schon bei seiner Entstehung einen Fehler. In drei Punkten fehlte ihm die Unterstützung, die für die Entwicklung seines irischen Gegenparts grundliegend waren. Erstens ist der Dialog mit der Eta, der von der spanischen Regierung initiiert wurde, von der größten spanischen Oppositionspartei aggressiv untergraben worden... Das steht im eklatanten Kontrast zur Zweiparteien-Politik, die in Großbritannien verfolgt wurde... Zweitens gibt es wohlbegründete Zweifel am Willen der Eta, echte Verhandlungen zu führen. Im Vergleich zum hochgeheimen Führungskreis der Eta scheint der Armeerat der IRA geradezu transparent... Das dritte entscheidende Problem ist, dass der politische Arm der Eta, die Batasuna, in den letzten fünf Jahren de facto illegal war. Das hat ihre Rolle als politischer Akteur weiter geschwächt."
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El País - Spanien | Dienstag, 16. Januar 2007
Der spanische Regierungschef José Luis Zapatero hat am 15. Januar zu einem "großen nationalen Konsens" aufgerufen - gegen die baskische Separatistenorganisation Eta. Juan Luis Cebrián bemüht musikalische Metaphern zur Analyse der politische Situation: » mehr
Der spanische Regierungschef José Luis Zapatero hat am 15. Januar zu einem "großen nationalen Konsens" aufgerufen - gegen die baskische Separatistenorganisation Eta. Juan Luis Cebrián bemüht musikalische Metaphern zur Analyse der politische Situation: "Der Unterschied zwischen einem professionellen Dirigenten und einem Amateur ist der gleiche wie der zwischen einem fähigen Politiker und einem Karrieristen. Das Ensemble klingt insgesamt gut, aber weil ihm die richtige Leitung fehlt, ist der Klang nicht ausgewogen - selbst der Dirigent kann darin untergehen. Wir sollten darüber nachdenken, wie man dirigiert beziehungsweise regiert, denn das Attentat vom 30. Dezember hat Unruhe geschaffen. Das betrifft Regierung und Opposition. Beide haben unter den Ereignissen sichtlich gelitten, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Es ist wichtig, dass sie sich zusammennehmen, bevor einer den Dirigentenstab loslässt und das Auge eines Musikers oder eines Zuschauers aussticht."
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La Voix du Luxembourg - Luxemburg | Dienstag, 9. Januar 2007
"Wollte die Eta der IRA nacheifern, die am 9. Februar 1994, als der politische Prozess blockiert war, ein Attentat mitten in London verübte, um die britische Regierung in Bedrängnis zu bringen?", fragt Thierry Labro nach dem Madrider Attentat vom 30. Dezember 2006. "Noch hat keine Verlautbarung den Standpunkt der Terroristen erklärt, doch eines ist sicher: » mehr
"Wollte die Eta der IRA nacheifern, die am 9. Februar 1994, als der politische Prozess blockiert war, ein Attentat mitten in London verübte, um die britische Regierung in Bedrängnis zu bringen?", fragt Thierry Labro nach dem Madrider Attentat vom 30. Dezember 2006. "Noch hat keine Verlautbarung den Standpunkt der Terroristen erklärt, doch eines ist sicher: Der spanische Premierminister hat einen Schlusspunkt gesetzt, als er bekannt gab, dass der Friedensprozess unterbrochen ist. Das wird er nur schwer zurücknehmen können... Zapatero hat wenig Zeit und noch weniger Handlungsspielraum, um eine umfassende politische Aktion auf den Weg zu bringen, die Eta zu isolieren und zu beweisen, dass die Thesen der Terroristen keine Chance auf einen Sieg haben. Genau an diesem Punkt hat die IRA in Nordirland die Waffen niedergelegt und sich aufgelöst. Es gibt also noch Hoffnung."
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Katalonien
Top-Thema vom Dienstag, 20. Juni 2006
In Katalonien haben sich am 18. Juni 73,8 Prozent der Wähler für ein Statut ausgesprochen, das der spanischen Region mehr Selbständigkeit gewährt. Premierminister José Luis ... » mehr
In Katalonien haben sich am 18. Juni 73,8 Prozent der Wähler für ein Statut ausgesprochen, das der spanischen Region mehr Selbständigkeit gewährt. Premierminister José Luis Rodriguez Zapatero, der zur Zeit mit mehreren Regionen über ihren Status verhandelt, möchte Spanien dezentralisieren.
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Libération - Frankreich | Donnerstag, 6. Dezember 2007
Der Schriftsteller Sergi Pàmies hat sich mit Natalie Levisalles über den Sprachenstreit in Katalonien unterhalten. Pàmies schreibt seine Bücher auf katalanisch, Artikel aber in Spanisch. ... » mehr
Der Schriftsteller Sergi Pàmies hat sich mit Natalie Levisalles über den Sprachenstreit in Katalonien unterhalten. Pàmies schreibt seine Bücher auf katalanisch, Artikel aber in Spanisch. "Man kann spanisch sprechender Katalane sein, aber man auch katalanisch sprechen, ohne Katalane zu sein. Mir gefällt die Vorstellung, dass die Nationalität nichts darüber sagt, in welcher Sprache man schreibt. Dennoch sollte man wissen, dass das Katalanische eine der großen europäischen Sprachen ist, mit einer eigenen Geschichte und einer eigenen Literatur... Man sollte nicht ungerecht sein. Ungerecht wäre es, wenn man katalanische Schriftsteller wie Mendoza, Vila-Matas, Vasquez Montalban, Carlos Ruiz Zafon, die in Barcelona leben, aber auf Spanisch schreiben, nicht als herausragende Vertreter der katalanischen Kultur begreifen würde. Umgekehrt wäre es ungerecht zu vergessen, dass diese großartige europäische Sprache große Schriftsteller wie Josep Pla oder Quim Monzó hervorgebracht hat."
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La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 10. Oktober 2007
Der katalanische Schriftsteller Quim Monzó hat am Dienstag mit einer Rede die Frankfurter Buchmesse eröffnet, deren Gastland in diesem Jahr Katalonien ist. "Im Laufe der ... » mehr
Der katalanische Schriftsteller Quim Monzó hat am Dienstag mit einer Rede die Frankfurter Buchmesse eröffnet, deren Gastland in diesem Jahr Katalonien ist. "Im Laufe der Jahrhunderte war das Schicksal nicht gerade auf der Seite der katalanischen Literatur... Selbst wenn, wie bereits gesagt, die politischen Wechselfälle uns nicht gerade verwöhnt haben, ist die katalanische Kultur doch eindeutig eine der Grundfesten der europäischen Kultur. Keine Kultur ohne eigenen Staat in diesem Europa (das wir, wie es jetzt heißt, gemeinsam aufbauen) hat eine so solide, vielfältige und traditionsreiche Literatur wie die katalanische... Viele Leute haben von der Welt eine Vorstellung, die durch die aktuellen kulturpolitischen Kräfteverhältnisse geprägt ist," erklärt Monzo und erinnert daran, "dass einige der ersten europäischen Abhandlungen der Medizin, Ernährungslehre, Philosophie, Chirurgie oder Gastronomie auf katalanisch geschrieben wurden."
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El Mundo - Spanien | Montag, 8. Oktober 2007
"Es scheinen im Moment mehr Schritte zurück als vorwärts möglich zu sein," schreibt Núria Cuadrado zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 9.Oktober, bei der in diesem Jahr Katalonien Gastland ist. "Viele wichtige Autoren - fast 130 - sind mit dabei, aber sie schreiben alle nur katalanisch. Doch trotz der Kritik und der Aufregung, die die Einladung Kataloniens hervorgerufen hat, zeigt die Auswahl des Institut Ramon Llull unter der Leitung von Josep Bargallo eine katalanische Kultur zwar mit einer 'einzigartigen' Literatur, aber doch mit 'universellen' anderen Kunstformen: » mehr
"Es scheinen im Moment mehr Schritte zurück als vorwärts möglich zu sein," schreibt Núria Cuadrado zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 9.Oktober, bei der in diesem Jahr Katalonien Gastland ist. "Viele wichtige Autoren - fast 130 - sind mit dabei, aber sie schreiben alle nur katalanisch. Doch trotz der Kritik und der Aufregung, die die Einladung Kataloniens hervorgerufen hat, zeigt die Auswahl des Institut Ramon Llull unter der Leitung von Josep Bargallo eine katalanische Kultur zwar mit einer 'einzigartigen' Literatur, aber doch mit 'universellen' anderen Kunstformen: Neben dem literarischen Programm hat das katalanische Kartell Ausstellungen, Theaterstücke, Tanz, Filmvorführungen und Konzerte im Programm - bei denen auch Künstler mit dabei sind, die sich in anderen Sprachen ausdrücken als [die katalanischen Schriftsteller] Josep Pla et Salvador Espriú."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 24. September 2007
Der katalanische Schriftsteller Javier Cercas wird auf der Frankfurter Buchmesse nicht die Region Katalonien repäsentieren, denn er schreibt - wie andere bekannte Autoren der Region ... » mehr
Der katalanische Schriftsteller Javier Cercas wird auf der Frankfurter Buchmesse nicht die Region Katalonien repäsentieren, denn er schreibt - wie andere bekannte Autoren der Region auch - auf spanisch. In einem Gastbeitrag kritisiert er den katalanischen und spanischen Nationalismus. Beide seien "so heuchlerisch, so engstirnig und potenziell gefährlich wie alle Nationalismen. Der spanische, weil er nicht begreift oder nicht begreifen will, dass die katalanische Sprache keine Erfindung der Katalanen zwecks Zersetzung der spanischen Einheit ist, sondern für das ganze Land eine Bereicherung, die des Schutzes und der Förderung bedarf, weil sie sonst verschwinden wird; der katalanische, weil er nicht begreift oder nicht begreifen will, dass umgekehrt Katalonien durch die spanische Sprache bereichert wird, wurde diese von Spanien doch offenkundig nicht erfunden, um das Katalanische zugrunde zu richten. Und vielleicht hat català, das ja nicht das Privateigentum einiger fanatischer Nationalisten ist, gerade im Windschatten der Weltsprache Spanisch seine einzige Überlebenschance."
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La Vanguardia - Spanien | Montag, 24. September 2007
Mehrere hundert katalanische Nationalisten haben am Samstag in Gerona Porträts des spanischen Königs Juan Carlos verbrannt, um ihre Unterstützung für einen jungen Katalanen zu demonstrieren, der ebenfalls ein Bild des Königs aus Protest verbrannt hatte und nun der Herabsetzung des Königshauses beschuldigt wird. Die Zeitung kommentiert: » mehr
Mehrere hundert katalanische Nationalisten haben am Samstag in Gerona Porträts des spanischen Königs Juan Carlos verbrannt, um ihre Unterstützung für einen jungen Katalanen zu demonstrieren, der ebenfalls ein Bild des Königs aus Protest verbrannt hatte und nun der Herabsetzung des Königshauses beschuldigt wird. Die Zeitung kommentiert: "Demonstrationen fanatischer Separatisten nehmen zu und vergiften die Beziehungen zwischen Katalonien und dem Rest Spaniens... In diesem dumpfen Unabhängigkeitsstreben wird gewöhnlich vom spanischen Staat mit großer Geste die volle Anerkennung des Pluralismus gefordert - gleichzeitig ist man aber unfähig, die besondere Vielfältigkeit der katalanischen Gesellschaft anzuerkennen, geschweige denn zu respektieren... Es ist offensichtlich, dass dieser lautstarke und anmaßende Separatismus zu Vorurteilen gegenüber dem Anliegen der Katalanen führt und dass selbst die Katalanen ihm misstrauen."
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ABC - Spanien | Dienstag, 19. Juni 2007
Der junge, populäre spanische Stierkämpfer José Tomás hat am 18. Juni in der Arena von Barcelona einen großen Sieg errungen - in einer Stadt, in ... » mehr
Der junge, populäre spanische Stierkämpfer José Tomás hat am 18. Juni in der Arena von Barcelona einen großen Sieg errungen - in einer Stadt, in der es viel Kritik an der Corrida gibt. "Drei Ohren und ein triumphaler Auszug auf den Schultern der Aficionados durch das große Tor - das war die Bilanz dieses außergewöhnlichen Tages. Neben den Ereignissen in der Arena zeigte der Auftritt von José Tomas auch, dass der Stierkampf in Katalonien sehr wohl lebendig ist. Ultranationalisten und Republikaner geben sich zwar alle Mühe, das Gegenteil zu behaupten, doch mit ihrer Kritik an der Corrida entfernen sie sich von der großen Masse der Bürger, die, egal ob sie Fans sind oder nicht, vor der Corrida großen Respekt haben... Der Kampf gegen nationale Symbole wie die Hymne oder die spanische Flagge ist zum Scheitern verurteilt. Die Menschen dieser Gesellschaft, die seit Jahrhunderten die spanische und die katalanische Identität problemlos miteinander vereinbaren, sind von Natur aus dagegen immun."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 9. Mai 2007
In diesem Herbst ist kein "Gastland", sondern eine "Gastregion" zur Frankfurter Buchmesse eingeladen: » mehr
In diesem Herbst ist kein "Gastland", sondern eine "Gastregion" zur Frankfurter Buchmesse eingeladen: Katalonien. Ijoma Mangold berichtet, dass das in Spanien für einen regelrechten "Kulturkampf" gesorgt hat: "Es geht um Identitätspolitik, um die Instrumentalisierung von Literatur für nationale Belange - denn als Nation versteht sich Katalonien gemäß dem jüngsten Autonomiestatut. Der Auftritt wird nicht einfach werden. Denn fast alle katalanischen Autoren, die international bekannt sind, schreiben ihre Bücher auf Spanisch... Das katalanische Kulturinstitut Ramon Llull jedoch, das im Regierungsauftrag den Gastlandauftritt durchführt, wollte nur solche katalanischen Schriftsteller nach Frankfurt einladen, die auch tatsächlich auf Katalanisch schreiben... Mit 70 (hoch subventionierten) Autoren will das Institut Ramon Llull nun nach Frankfurt reisen. Über diese Zahl wird in Spanien nicht ohne Bosheit gelacht: Woher man so viele Schriftsteller denn nehmen wolle?"
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Mittwoch, 25. April 2007
Das britische Magazin "Restaurant" hat am 23. April seine Liste der 50 weltbesten Restaurants veröffentlicht. Das katalanische Restaurant El Bulli von Ferran Adrià liegt erneut ... » mehr
Das britische Magazin "Restaurant" hat am 23. April seine Liste der 50 weltbesten Restaurants veröffentlicht. Das katalanische Restaurant El Bulli von Ferran Adrià liegt erneut auf Platz eins. "Das ist zwar kein Oskar und kein Nobelpreis, aber das Ergebnis einer Abstimmung des Netzwerkes, das die besten Gourmets [651 europäische, asiatische und amerikanische Experten] der Welt versammelt, Menschen, die nach ihrem persönlichen Geschmack entscheiden, so wie Kunstkritiker seit Jahrhunderten nach ihrem persönlichen Geschmack entscheiden... Die großen Genies der technisch-emotionalen Küche [zwei katalanische Restaurants sind unter den ersten elf] sind außerdem der Beweis für die exzellente Qualität der katalanischen Produkte, die viel zur mediterranen Küche beitragen."
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Kirche und Staat
Top-Thema vom Montag, 29. Oktober 2007
Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag 498 spanische Geistliche als Märtyrer selig gesprochen. Die Priester waren während des spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) von Republikanern ermordet worden. ... » mehr
Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag 498 spanische Geistliche als Märtyrer selig gesprochen. Die Priester waren während des spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) von Republikanern ermordet worden. Es war die größte Messe dieser Art in der Geschichte der katholischen Kirche. Sie hat den spanischen Streit um die Erinnerung an die Jahre des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur neu entfacht.
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Freitag, 1. Februar 2008
Im spanischen Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 9. März hat die katholische Kirche Partei für die bürgerliche Opposition ergriffen. Sie kritisierte die sozialistische Regierung unter ... » mehr
Im spanischen Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 9. März hat die katholische Kirche Partei für die bürgerliche Opposition ergriffen. Sie kritisierte die sozialistische Regierung unter José Luis Rodríguez Zapatero, mit der Eta verhandelt zu haben. Die Zeitung meint, so intensiv und ideologisch habe die Kirche noch nie eingegriffen. "Sie hat einen Schlussstrich unter die lange Tradition der katholischen Kirche gezogen, deren Rolle es oft war, in dramatischen Konflikten wie im Baskenland oder in Nordirland zu vermitteln... Nur wenige nicht-konfessionelle Staaten zeigen der Kirche gegenüber so viel Respekt wie Spanien... Umso schlimmer und schockierender ist die Kampfeslust der Kirche. Es scheint, als wolle sie einen moralischen Kanon durchsetzen und eine Form von Macht und Einfluss bewahren, der nichts mit einer modernen Nation, die sich aus freien Bürgern zusammensetzt, zu tun hat."
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Der Standard - Österreich | Mittwoch, 23. Januar 2008
Der österreichische Journalist Christoph Prantner fürchtet die "Retheologisierung der Politik" in Europa: » mehr
Der österreichische Journalist Christoph Prantner fürchtet die "Retheologisierung der Politik" in Europa: "Es scheint, als wären dies Tage der politischen Reconquista: In Spanien, Frankreich und Italien gibt der politische Katholizismus wieder deutliche Lebenszeichen... Warum aber kommt es ausgerechnet jetzt zu einer derart offensiven Wiederkunft der einst von ihren Gegnern so genannten Pfaffenpolitik? Ein Hintergrund ist die Auseinandersetzung mit dem Islam in den vergangenen Jahren. Wer gegen islamistisch inspirierte Terroristen argumentieren will, greift – wie Präsident Nicolas Sarkozy in seinen jüngsten Reden – leichtfertig auf christlich grundierte Wertvorstellungen zurück... Gerade das verweist aber auch auf die Gefährlichkeit dieses Diskurses: Wenn die Politik – wie bei Islamisten – zur Glaubensfrage wird, engen sich ihre Handlungsspielräume dramatisch ein. Glaube ist schlechterdings nicht verhandelbar. Menschen mit terroristischem Politikverständnis mag das nicht schrecken. Der immerhin auch der rationalistischen Tradition Europas verpflichteten katholischen Kirche sollte das aber zu denken geben."
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El País - Spanien | Montag, 14. Januar 2008
In Spanien haben Vertreter der katholischen Kirche Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero heftig kritisiert und vor allem seine Bildungspolitik sowie das Gesetz zur Homoehe angegriffen. José María Ridao meint, die Kirchenvertreter stilisierten sich als Opfer, um in der Politik wieder eine Rolle zu spielen. "Aus diesem Grund beschreiben sie die Lage in Spanien als Schlachtfeld, wo die Regierung mit Gesetzen gegen das Leben und die Familie kämpft, obwohl diese schon seit Jahrzehnten gelten. Dass sie diesen Kreuzzug nicht schon gegen frühere Regierungen geführt haben, die ihnen näher standen, liegt daran, dass das Leben und die Familie für sie ein Alibi sind, um zu bekommen, was für sie wirklich zählt: » mehr
In Spanien haben Vertreter der katholischen Kirche Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero heftig kritisiert und vor allem seine Bildungspolitik sowie das Gesetz zur Homoehe angegriffen. José María Ridao meint, die Kirchenvertreter stilisierten sich als Opfer, um in der Politik wieder eine Rolle zu spielen. "Aus diesem Grund beschreiben sie die Lage in Spanien als Schlachtfeld, wo die Regierung mit Gesetzen gegen das Leben und die Familie kämpft, obwohl diese schon seit Jahrzehnten gelten. Dass sie diesen Kreuzzug nicht schon gegen frühere Regierungen geführt haben, die ihnen näher standen, liegt daran, dass das Leben und die Familie für sie ein Alibi sind, um zu bekommen, was für sie wirklich zählt: Die politische Macht soll wieder dem Glauben dienen."
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El País - Spanien | Mittwoch, 31. Oktober 2007
Die spanische Historikerin Isabel Burdiel kritisiert die katholische Kirche in Spanien, die immer noch glaube, die Könige seien ihr unterstellt. "Nach der Vorstellung der Kirche ... » mehr
Die spanische Historikerin Isabel Burdiel kritisiert die katholische Kirche in Spanien, die immer noch glaube, die Könige seien ihr unterstellt. "Nach der Vorstellung der Kirche basiert die Macht der Monarchie auf göttlichem Recht und nicht etwa auf dem Willen des Volkes. Die Könige haben demnach die Pflicht, die Kirche gegenüber Säkularisierung durch Staat und Gesellschaft in Schutz zu nehmen. Doch die Vorstellung von einem König, der über den Parteistreitigkeiten steht - und auch über Streitigkeiten, die die 'religiöse Frage' provoziert - , ist nicht mit dem Selbstverständnis der Kirche zu vereinbaren... Eine demokratische Monarchie funktioniert nach einer Logik, die der der Kirche entgegen steht... Die Anwesenheit von Juan Carlos trägt sehr zur Beruhigung der Gemüter bei. Für die Demokraten besteht seine Legitimität genau darin, dass er sich aus den berechtigten Kämpfen der Parteien konsequent heraushält, auch in 'religiösen Fragen'. Der König sollte nur dann eingreifen,... wenn die Demokratie in Gefahr ist."
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El País - Spanien | Donnerstag, 22. Februar 2007
Der spanische Soziologe Salvador Giner spricht im Interview mit Carles Geli über die sozialen und politischen Veränderungen in Spanien. "Was im Norden Europas 120 Jahre gedauert hat, spielte sich hier innerhalb von 30 Jahren ab. Von einer politischen Übergangszeit war oft die Rede, dabei waren die kulturellen Veränderungen viel ungewöhnlicher. Früher wurden in Spanien Kirchen in Brand gesteckt, und Katholiken brachten Freimaurer um. 40 Jahre später sind die Kirchen leer. Das Anzünden von Kirchen ist der Indifferenz gewichen. Das ist ein Riesensprung. Der ethno-kulturelle Sprung hingegen war nicht so groß: » mehr
Der spanische Soziologe Salvador Giner spricht im Interview mit Carles Geli über die sozialen und politischen Veränderungen in Spanien. "Was im Norden Europas 120 Jahre gedauert hat, spielte sich hier innerhalb von 30 Jahren ab. Von einer politischen Übergangszeit war oft die Rede, dabei waren die kulturellen Veränderungen viel ungewöhnlicher. Früher wurden in Spanien Kirchen in Brand gesteckt, und Katholiken brachten Freimaurer um. 40 Jahre später sind die Kirchen leer. Das Anzünden von Kirchen ist der Indifferenz gewichen. Das ist ein Riesensprung. Der ethno-kulturelle Sprung hingegen war nicht so groß: Ob man Katalane oder Andalusier ist, wurde wieder wichtig. Die kollektiven Identitäten in Spanien wurden gestärkt. Möglicherweise soll das den Persönlichkeitsverlust ausgleichen... Wir haben keinen Glauben mehr. Der Kirche sind wir genauso indifferent gegenüber wie der kommunistischen Partei."
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El Mundo - Spanien | Mittwoch, 3. Januar 2007
Der spanische Kirchenrechtler Rafael Navarro-Valls kommentiert die in Europa aufkommende 'laizistische Demokratie', die grundsätzlich alle religiösen Einflüsse aus dem politischen Leben verbanne. "Einer der Irrtümer ... » mehr
Der spanische Kirchenrechtler Rafael Navarro-Valls kommentiert die in Europa aufkommende 'laizistische Demokratie', die grundsätzlich alle religiösen Einflüsse aus dem politischen Leben verbanne. "Einer der Irrtümer des spanischen Laizismus ist seine Tendenz, eine neue Religion werden zu wollen. Er neigt dazu, die alte Gottesherrschaft durch eine neue Ideenherrschaft zu ersetzen. Eine Religion, die, ohne Gott und Leben nach dem Tod, unvollständig erscheinen mag, aber danach trachtet, in der Seele der Bürger die vom schwindenden Glauben hinterlassene Leerstelle einzunehmen. Da sind zum Beispiel die Versuche, 'laizistische Weihnachten' zu schaffen oder christliche Feste (Taufe, Erstkommunion, Trauung) durch staatsbürgerliche Feierlichkeiten zu ersetzen. Einige versuchen, mit Hilfe des Laizismus eine Art 'fundamentalistische soziale Reinigung' zu betreiben, die dem öffentlichen Leben jegliche moralische oder religiöse Wertvorstellung entzieht."
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ABC - Spanien | Montag, 10. Juli 2006
Die konservative Zeitung meint, dass der Papstbesuch von Benedikt XVI. am vergangenen Wochenende in Valencia die Spannungen zwischen dem laizistischen und dem katholischen Spanien gezeigt ... » mehr
Die konservative Zeitung meint, dass der Papstbesuch von Benedikt XVI. am vergangenen Wochenende in Valencia die Spannungen zwischen dem laizistischen und dem katholischen Spanien gezeigt hat. "Die Beziehungen zwischen der sozialistischen Regierung und den spanischen Katholiken sind von grundsätzlichen Differenzen geprägt. Anlass für die Differenzen sind die laizistische Offensive der PSOE, die mit Gesetzen verbunden ist, die für die katholische Moral inakzeptabel sind, und Konflikte über die Erziehung und die Finanzierung der Kirche. Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero sollte seine Einstellung gegenüber der Kirche sofort ändern. Diplomatisch und politisch ist die Abwesenheit des Regierungschefs von der Papstmesse gestern inakzeptabel. Doch eine beklagenswerte Politik, die nicht auf der Höhe der Zeit ist, kann ein so bedeutsames Ereignis nicht trüben."
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El País - Spanien | Donnerstag, 6. April 2006
Der katholische Theologe Juan Jose Tamayo betont, wie wichtig die "Unabhängigkeit von Exekutive, Legislative und Judikative ist, um Despotismus zu verhindern" und stellt fest, dass die Kirche eben diese Unabhängigkeit nicht hat. "Der Papst vereint alle diese Gewalten als Souverän des Vatikan-Staats", und dieser Geist hat heute auch die katholische Kirche in Spanien erfasst. "In der Zeit der Transition [nach Francos Tod] hat die Kirche an der Demokratisierung der spanischen Gesellschaft teilgenommen. Jetzt hat die katholische Führung eine überraschende Wendung vollzogen: » mehr
Der katholische Theologe Juan Jose Tamayo betont, wie wichtig die "Unabhängigkeit von Exekutive, Legislative und Judikative ist, um Despotismus zu verhindern" und stellt fest, dass die Kirche eben diese Unabhängigkeit nicht hat. "Der Papst vereint alle diese Gewalten als Souverän des Vatikan-Staats", und dieser Geist hat heute auch die katholische Kirche in Spanien erfasst. "In der Zeit der Transition [nach Francos Tod] hat die Kirche an der Demokratisierung der spanischen Gesellschaft teilgenommen. Jetzt hat die katholische Führung eine überraschende Wendung vollzogen: Sie kann sich mit der Säkularisierung nicht anfreunden, sie fühlt sich in der Demokratie nicht wohl und hat den Eindruck, dass sie verfolgt und diskriminiert wird. Das führt dazu, dass sie für die Wiedererlangung ihrer verlorenen Macht kämpft, einen täglichen und offenen Kampf gegen die drei Gewalten des Staates."
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Monarchie
ABC - Spanien | Donnerstag, 27. September 2007
Die konservative Tageszeitung verteidigt die spanische Monarchie, deren Fortbestand in jüngster Zeit immer mehr in Frage gestellt wird. "Das Republikanertum stellt eine legitime ideologische Option ... » mehr
Die konservative Tageszeitung verteidigt die spanische Monarchie, deren Fortbestand in jüngster Zeit immer mehr in Frage gestellt wird. "Das Republikanertum stellt eine legitime ideologische Option dar, und seit jeher haben demokratische Parteien die Einführung der Republik gefordert. Aber noch nie gab es so heftige und anhaltende antimonarchistische Bekundungen wie in den letzten Wochen in Katalonien... Die spanische Krone ist einer Dauerprüfung ausgesetzt, die ebenso unverantwortlich wie ungerechtfertigt ist. In einem Staat wie Spanien, der schwerwiegende Probleme mit dem Separatismus und einer unklaren Aufteilung seines Territoriums hat, sind solche Angriffe inakzeptabel - vor allem gegen eine Institution, die, mehr als jede andere, die historische Einheit der Nation verkörpert."
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El Correo - Spanien | Mittwoch, 26. September 2007
Separatisten in Spanien haben kürzlich mehrfach symbolisch die spanische Krone angegriffen. Der im Baskenland geborene Schriftsteller Juan Bas findet, es sei an der Zeit, die spanischen Institutionen in Frage zu stellen. "Warum ich für eine dritte Republik in Spanien bin und gegen einen König als Staatschef? Aus einem schwerwiegenden, demokratischen Grund, der in Einklang mit der Moderne des 21. Jahrhunderts steht: » mehr
Separatisten in Spanien haben kürzlich mehrfach symbolisch die spanische Krone angegriffen. Der im Baskenland geborene Schriftsteller Juan Bas findet, es sei an der Zeit, die spanischen Institutionen in Frage zu stellen. "Warum ich für eine dritte Republik in Spanien bin und gegen einen König als Staatschef? Aus einem schwerwiegenden, demokratischen Grund, der in Einklang mit der Moderne des 21. Jahrhunderts steht: weil der Staatschef einer Republik der Präsident ist. Er wird gewählt und erbt nicht durch seine Geburt die Macht. Das steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass wir alle gleich geboren werden... Die Monarchie gehört einer altmodischen Welt an, einer mittelalterlichen Ästhetik, einer Welt, die es - mit einigen Ausnahmen - nicht mehr gibt ."
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Dienstag, 7. August 2007
Die spanische Justiz hat die Satirezeitschrift "El Jueves" verklagt, weil sie in einer dort veröffentlichten Karikatur eine Beleidigung der Königsfamilie sah, die laut Verfassung strafbar ist. Der Schriftsteller und Journalist José Manuel Fajardo überlegt: » mehr
Die spanische Justiz hat die Satirezeitschrift "El Jueves" verklagt, weil sie in einer dort veröffentlichten Karikatur eine Beleidigung der Königsfamilie sah, die laut Verfassung strafbar ist. Der Schriftsteller und Journalist José Manuel Fajardo überlegt: "Eine Gesellschaft, die nicht über ihre Eliten lachen kann, die nicht in der Lage ist, sich mit Humor in seiner einfachsten Form auseinander zu setzen, mit allem was grobschlächtig und ungehörig daherkommt, ist eine unterdrückte Gesellschaft... Man muss wissen, ob man das Recht hat, über die Monarchie zu lachen. Denn es gibt Journalisten und Zeichner, die möglicherweise im Gefängnis landen, wenn sie über die spanische Krone scherzen... Das Problem besteht darin, dass die Verteidigung der Ehre der Monarchie im Strafgesetzbuch festgeschrieben ist, statt sie dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu unterstellen, in dem keine Gefängnisstrafen vorgesehen sind, sondern nur Entschädigungen. Die Ehre unserer Monarchen wird nicht so verteidigt wie die anderer Bürger, nämlich mit der Androhung von Entschädigungszahlungen, sondern durch strafrechtliche Verfolgung."
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Vergangenheitsbewältigung
Top-Thema vom Mittwoch, 19. Juli 2006
Der Aufstand des Generals Francisco Franco gestern vor 70 Jahren, am 18. Juli 1936, war der Beginn eines blutigen Bürgerkriegs (1936-1939), der zum Untergang der ... » mehr
Der Aufstand des Generals Francisco Franco gestern vor 70 Jahren, am 18. Juli 1936, war der Beginn eines blutigen Bürgerkriegs (1936-1939), der zum Untergang der Zweiten Spanischen Republik und zur Franco-Diktatur führte, die bis 1975 dauerte. Noch heute ist der Umgang mit diesem Kapitel der eigenen Geschichte ein Reizthema in Spanien, bei dem sich die regierenden Sozialisten und die oppositionellen Konservativen unversöhnlich gegenüberstehen.
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El País - Spanien | Montag, 7. Januar 2008
Carlos Berzosa, Rektor der Madrider Universität Complutense (UCM), beklagt, junge Spanier wüssten oft wenig über die Grausamkeit der Verbrechen des Franco-Regimes (1939 – 1975). ... » mehr
Carlos Berzosa, Rektor der Madrider Universität Complutense (UCM), beklagt, junge Spanier wüssten oft wenig über die Grausamkeit der Verbrechen des Franco-Regimes (1939 – 1975). "Als Professor mache ich die Erfahrung, dass die Studenten durch Filme mehr über den Nationalsozialismus oder über die Diktaturen in Chile oder Argentinien wissen als über unsere eigene Diktatur. Sie haben keine genaue Vorstellung davon, wie brutal das Franco-Regime war... Ich will Unwissen über diese Zeit nicht verurteilen, aber ich bedauere diese Situation. Man kann die Generationen nicht einfach miteinander vergleichen. Wir leben in verschiedenen Epochen, die Lebenswelten sind vollkommen unterschiedlich... Aber ich glaube, dass wir die Bildungsprogramme an unsere heutige Zeit anpassen müssen, damit die jüngste spanische Geschichte nicht verkürzt oder entstellt wahrgenommen wird."
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El País - Spanien | Donnerstag, 20. September 2007
Vor einem Jahr hat die spanische Regierung ein Erinnerungs-Gesetz vorgelegt, über das zum Bedauern des Historikers Julián Casanova bis heute nicht abgestimmt worden ist. Die Nachfahren spanischer Republikaner hatten das Gesetz gefordert, damit die Opfer des Bürgerkrieges und des Franquismus rehabilitiert werden können. Casanova schreibt: » mehr
Vor einem Jahr hat die spanische Regierung ein Erinnerungs-Gesetz vorgelegt, über das zum Bedauern des Historikers Julián Casanova bis heute nicht abgestimmt worden ist. Die Nachfahren spanischer Republikaner hatten das Gesetz gefordert, damit die Opfer des Bürgerkrieges und des Franquismus rehabilitiert werden können. Casanova schreibt: "Die spanische Demokratie braucht dieses Gesetz. Ein Gesetz, in das die Erfahrungen aller einfließen, das aber festlegt, dass nur die Opfer der Unterdrückung der anti-republikanischen Militärs und der Gewalt der Franco-Diktatur eine moralische Entschädigung bekommen dürfen und das Recht auf juristische und politische Anerkennung haben. So viele Jahre waren sie beschämend marginalisiert... Zur Zeit herrscht in Spanien offiziell das Vergessen vor. Doch das wird die Erinnerung der Opfer nicht zum Verschwinden bringen. Bislang gibt es kein Mittel, die Traumata der Vergangenheit dauerhaft zu verdrängen. Früher oder später kommen sie wieder an die Oberfläche."
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Télérama - Frankreich | Mittwoch, 13. Juni 2007
Am 15. Juni 1977 fanden in Spanien die ersten demokratischen Wahlen nach dem Ende der Franco-Diktatur statt. Der spanische Soziologe Emilio Silva, Gründer des Verbandes ... » mehr
Am 15. Juni 1977 fanden in Spanien die ersten demokratischen Wahlen nach dem Ende der Franco-Diktatur statt. Der spanische Soziologe Emilio Silva, Gründer des Verbandes zur Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses (ARMH), sagt im Gespräch mit Gilles Heuré, die Erinnerungsarbeit sei noch nicht abgeschlossen. "Die sozialistische Regierung hat immerhin als erste überhaupt etwas in Gang gesetzt, doch sie ist zu wenig offensiv. Die Verantwortung des franquistischen Staates bei den Gemetzeln ist bis heute offiziell nicht nachgewiesen. Die Konservativen dagegen sind beim Umgang mit dem Bürgerkrieg schlicht zynisch. Einerseits erklären sie, die Wunden nicht wieder aufreißen zu wollen, andererseits ehren sie die franquistischen Soldaten der Blauen Division, die an der Ostfront Seite an Seite mit den Nazis gekämpft haben... Es ist ganz wichtig, dass Spanien die Hintergründe der Diktatur aufklärt und das Ausmaß des Traumas deutlich macht. Für unsere Demokratie ist das lebensnotwendig, denn nichts hat sich beruhigt. Man bedenke nur, dass die Rechten noch heute von den Linken als den 'Roten' sprechen!"
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Diario Sur - Spanien | Freitag, 15. Dezember 2006
Das spanische Parlament beschäftigt sich seit Donnerstag mit dem "Gesetz zum Geschichtsgedenken". Es sieht eine "moralische Anerkennung" der "ungerechten" Verurteilungen durch Sondertribunale während der Franco-Diktatur ... » mehr
Das spanische Parlament beschäftigt sich seit Donnerstag mit dem "Gesetz zum Geschichtsgedenken". Es sieht eine "moralische Anerkennung" der "ungerechten" Verurteilungen durch Sondertribunale während der Franco-Diktatur (1939-1975) vor. "Der Gesetzesentwurf hat gestern die erste Hürde genommen und dabei wieder die tiefen Gräben zwischen den politischen Lagern Spaniens zum Vorschein gebracht", schreibt die Zeitung. "Der stillschweigende Pakt, den die spanische Gesellschaft am Ende des Franquismus eingegangen ist und der in die Verkündung der Verfassung mündete, konnte nicht alle Aspekte behandeln, die mit der Transition einer im Bürgerkrieg entstandenen Diktatur in eine Demokratie zusammenhängen. Bestimmte legitime Bedürfnisse und Forderungen bleiben aufgrund der immensen Ungerechtigkeit, die jede Konfrontation zwischen Bürgern mit sich bringt, bestehen."
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El País - Spanien | Mittwoch, 30. August 2006
Der spanische sozialistische Europa-Abgeordnete Luis Yanez-Barnuevo ergreift Partei für die Erinnerungsarbeit, die Angehörige von Opfern der Franco-Diktatur leisten. "Gewisse Leute, die es nicht unbedingt böse ... » mehr
Der spanische sozialistische Europa-Abgeordnete Luis Yanez-Barnuevo ergreift Partei für die Erinnerungsarbeit, die Angehörige von Opfern der Franco-Diktatur leisten. "Gewisse Leute, die es nicht unbedingt böse meinen, wollen nicht, dass die Opfer des Franquismus auf Erinnerung drängen, denn sie meinen, dass das Aufrühren der Vergangenheit zur Spaltung der neuen spanischen Gesellschaft beiträgt. Aber die Vergangenheit holt uns ein, so wie in Deutschland oder Frankreich, und lässt uns für unsere Irrtümer büßen, wenn wir sie nicht ordentlich ausräumen. Außerdem ist es ein echter moralischer Imperativ, eine gerechte Sache zu verteidigen - und darum handelte es sich auf jeden Fall. Zehntausende Familien konnten damals nicht um ihre Toten trauern. Ist nach 70 Jahren die Zeit dafür nicht endlich gekommen? Und wenn nicht, dann wann?"
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ABC - Spanien | Freitag, 25. August 2006
In einer Militärschule in Saragossa ist am 24. August eine Statue des spanischen Diktators Franco entfernt worden. Die rechtsgerichtete Zeitung meint, die Regierung verschleiere mit ... » mehr
In einer Militärschule in Saragossa ist am 24. August eine Statue des spanischen Diktators Franco entfernt worden. Die rechtsgerichtete Zeitung meint, die Regierung verschleiere mit solchen Aktionen die wahren Probleme des Landes. "In einer Demokratie ist es verpönt, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von den wirklich wichtigen Fragen abzulenken, indem man künstliche Probleme schafft, die nur im Interesse einiger Parteien sind. Doch diese Strategie scheint zur Gewohnheit und immer effektiver zu werden. Demokratie bedeutet, dass die Politiker ihre Zeit darauf verwenden, Probleme zu lösen - und nicht, welche zu schaffen... Für die junge Generation sind die Akteure der republikanischen Epoche und der Franco-Zeit so unwichtig wie Geschichtsbücher. Wenn man jetzt die alten Wunden aufreißt, schadet das sehr dem Zusammenleben, das auf der Verfassung beruht. Die demokratische Regierung handelt sehr verantwortungslos."
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Diario Sur - Spanien | Dienstag, 1. August 2006
Die spanische Schriftstellerin Aurora Luque unterstützt die Gesetzesinitiative der spanischen Regierung, die Rechte der Opfer der Franco-Diktatur und des Bürgerkrieges (1936-1939) anzuerkennen und zu stärken. ... » mehr
Die spanische Schriftstellerin Aurora Luque unterstützt die Gesetzesinitiative der spanischen Regierung, die Rechte der Opfer der Franco-Diktatur und des Bürgerkrieges (1936-1939) anzuerkennen und zu stärken. "Es ist verrückt (oder vielmehr eine bewusste Demenz), zu glauben, man versuche den Geist der Transition - des Übergangs von der Diktatur zur Demokratie nach dem Tod Francos 1975 - zu zerstören. Wenn man die anonymen Toten der Nachkriegszeit ehrt, dann wird das weder die Demokratie zerstören noch zu einer Verteufelung des Mitte-Rechts-Lagers führen oder es zum Schuldigen der Diktatur erklären (wie manche geschrieben haben)... Die Nachkriegszeit mit Hunger, Vergeltung, Unterdrückung, Gleichschaltung, der Zerstörung des intellektuellen Reichtums und der Vernichtung von Freiheiten war eine der schlimmsten Zeiten in der spanischen Geschichte. Man kann nur hoffen, dass unsere jungen Menschen nicht erst ausländische Dokumentarfilme schauen müssen, um das zu erfahren."
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Mittwoch, 5. Juli 2006
Die Zeitung freut sich über die offizielle Verurteilung des Franquismus durch das Europäische Parlament. "Es ist ein historischer Akt der Gerechtigkeit, 60 Jahre nach dem ... » mehr
Die Zeitung freut sich über die offizielle Verurteilung des Franquismus durch das Europäische Parlament. "Es ist ein historischer Akt der Gerechtigkeit, 60 Jahre nach dem Militärputsch [der Spanien 1936 in einen Bürgerkrieg führte]. Die Würdigung der republikanischen Kämpfer und der Opfer der 40 Jahre dauernden Unterdrückung durch Francisco Franco wurde von allen politischen Parteien mit Ausnahme der spanischen Konservativen (PP) unterstützt. Die PP-Abgeordneten schienen gestern ganz verlassen im Parlament, nur unterstützt von einem rechtsextremen Abgeordneten Polens. Sie haben aufs Neue die sozialistische Regierung Spaniens beschuldigt, die Verfassung zu beschädigen, weil sie den Regionen mehr Autonomie zugesteht. Aber was für einen Wert soll man Leuten beimessen, die es ablehnen, die Feinde der Demokratie zu verurteilen?"
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ABC - Spanien | Montag, 29. Mai 2006
"Nationalismus bedeutet Krieg", sagte Francois Mitterand 1995 vor dem Europaparlament. Für den spanischen Schriftsteller Antonio Papell ist diese Formulierung zu einem Zeitpunkt, an dem Montenegro sich von Serbien löst, nach wie vor aktuell. Auch Spanien selbst zahle weiterhin für die "verheerenden Auswirkungen des Nationalismus": » mehr
"Nationalismus bedeutet Krieg", sagte Francois Mitterand 1995 vor dem Europaparlament. Für den spanischen Schriftsteller Antonio Papell ist diese Formulierung zu einem Zeitpunkt, an dem Montenegro sich von Serbien löst, nach wie vor aktuell. Auch Spanien selbst zahle weiterhin für die "verheerenden Auswirkungen des Nationalismus": "In den so genannten historischen Gemeinschaften, die von der Existenz autochthoner Parteien geprägt sind, konnte man die zerstörerischen Folgen einer Absonderung deutlich beobachten. Man beruft sich nicht bloß auf das exotische Recht auf Differenz, sondern fordert ohne Umschweife immer mehr für sich und ist zu immer weniger 'Solidarität' bereit, zu Bindungen, die zu Hilfe verpflichten und kostspielig sind... Für die Demokraten war es ein harter Schlag zu erleben, dass diese politischen Kräfte keinerlei Skrupel hatten, die finanzpolitischen Ungleichheiten der autonomen Regionen anzuführen, um weniger Umverteilung zwischen den Regionen zu erreichen."
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Dagens Nyheter - Schweden | Freitag, 26. Mai 2006
Der britische Erfolgsschriftsteller Antony Beevor hat ein von ihm in den achtziger Jahren publiziertes Buch über den spanischen Bürgerkrieg ("The Battle for Spain") neu geschrieben. Die Öffnung der russischen Archive habe eine Neubewertung der Ereignisse notwendig gemacht, sagt Beevor im Interview mit Jenny Aschenbrenner: » mehr
Der britische Erfolgsschriftsteller Antony Beevor hat ein von ihm in den achtziger Jahren publiziertes Buch über den spanischen Bürgerkrieg ("The Battle for Spain") neu geschrieben. Die Öffnung der russischen Archive habe eine Neubewertung der Ereignisse notwendig gemacht, sagt Beevor im Interview mit Jenny Aschenbrenner: "Wenn eine Nation versucht, über eine schwere Periode hinwegzukommen, deckt man die Wunde oft mit einem Verband zu, riskiert jedoch, dass sich diese darunter entzündet. Nach dem Tod Francos wollte Spanien seine Vergangenheit so schnell wie möglich vergessen, blickte nur nach vorn. Seither aber ist das Interesse an dem, was tatsächlich passierte, kontinuierlich gestiegen. Insbesondere die Linke hat das Bedürfnis zu trauern. Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, dass Geschichte mehr von Fragen handelt als von endgültigen Schlussfolgerungen."
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El País - Spanien | Donnerstag, 18. Mai 2006
Julian Santamaria Ossorio, Politologe an der Madrider Complutense Universität (UCM), hält es für wichtig, dass sich in Spanien ein Konsens über die jüngste Vergangenheit des ... » mehr
Julian Santamaria Ossorio, Politologe an der Madrider Complutense Universität (UCM), hält es für wichtig, dass sich in Spanien ein Konsens über die jüngste Vergangenheit des Landes bildet. "Spanien kann sich nicht länger als Opfer der gewaltigen Bürgerkriegstragödie (1936-1939) betrachten. Die Gesetzestreue der Republikaner vor dem Bürgerkrieg muss politisch anerkannt werden, die Opfer des Franquismus müssen moralisch rehabilitiert und die Diktatur muss verurteilt werden. Das darf nicht als Bruch verstanden werden, sondern als Erweiterung des demokratischen Umbauprozesses [der Epoche, die nach dem Tod des Diktators Francisco Franco 1975 begann] und als erweiterter Konsens. Wenn sich alle politische Kräfte darauf einigen könnten, würde das die Legitimität und die Stabilität der Demokratie stärken und die sinnlose Verkrampfung weitgehend lösen, die die spanische Politik vergiftet und ihre internationale Wirkung begrenzt."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 19. Dezember 2005
Den Übergang Spaniens in eine Demokratie hat nach dem Tod Francos auch ein stillschweigender "Pakt des Vergessens" ermöglicht, der bis heute eingehalten werde, wie sich Markus Jakob wundert: » mehr
Den Übergang Spaniens in eine Demokratie hat nach dem Tod Francos auch ein stillschweigender "Pakt des Vergessens" ermöglicht, der bis heute eingehalten werde, wie sich Markus Jakob wundert: "Sind es vielleicht eben die Simplifizierungen der franquistischen Ideologie, von denen sich weite Bevölkerungskreise noch heute betören lassen? Jene heilige Einfalt und jenes Anpassertum, die das Regime seinen Untertanen als Lebensentwurf verschrieb und für dessen Verwirklichung es zunehmend auch vorsorgte? Ein Arbeitsplatz, eine Wohnung, eine Familie, das Ganze lebenslänglich... Und selbstverständlich ein Spanien - das Falange-Motto 'España, una, grande y libre' geistert noch heute durch viele Köpfe. Kein Wunder, dass dieses Land die erbärmlichsten Massen dumpfer Konformisten hervorgebracht hat und zugleich die denkbar seltsamsten Exzentriker. Und beide mitunter in einer Person vereinigt."
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El País - Spanien | Mittwoch, 4. Oktober 2006
Der spanische Schriftsteller Suso de Toro würdigt den deutschen Schriftsteller Günter Grass dafür, dass er zugegeben hat, der Waffen-SS angehört zu haben. De Toro ist ... » mehr
Der spanische Schriftsteller Suso de Toro würdigt den deutschen Schriftsteller Günter Grass dafür, dass er zugegeben hat, der Waffen-SS angehört zu haben. De Toro ist der Meinung, Grass habe damit die Verantwortung für seine Fehler übernommen. "Wir Spanier sollten einen selbstkritischeren Umgang mit unserer Vergangenheit pflegen, vor allem was den Juli 1936 [Beginn des spanischen Bürgerkrieges] angeht, der unsere verstrickte Gegenwart begründet und erklärt. Es steht außer Zweifel, dass diejenigen, die sich als Erben derer betrachten, die den Staatsstreich und damit den Bürgerkrieg verursacht haben, eher Grund hätten, sich einer kritischen Selbstprüfung zu unterziehen und zu bereuen. Aber auch diejenigen, die sich als Erben der Verlierer verstehen, sollten nach Fehlern und Verantwortungslosigkeit suchen, die zur Liquidierung der Republik und zur Ausmerzung der Liberalen und der Arbeiterlinken beigetragen haben... Niemand muss die Fehler seines Vaters oder Großvaters... blind erben."
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Migration
Foreign Policy Edición Española - Spanien | Montag, 5. November 2007
Chefredakteur Andrés Ortega sieht einen Zusammenhang zwischen den Migrationsströmen und dem Herausbilden eines neuen Europas: » mehr
Chefredakteur Andrés Ortega sieht einen Zusammenhang zwischen den Migrationsströmen und dem Herausbilden eines neuen Europas: "Die ersten Erweiterungen der EU hatten keine größeren Verschiebungen zufolge, obwohl Migration erlaubt war. Auch nach dem Beitritt Portugals und Spaniens kam es trotz der damaligen Befürchtungen Frankreichs nicht dazu... Anders dagegen verhält es sich mit dem jüngsten Beitritt weiterer zwölf Länder. Sie haben starke Bevölkerungswanderungen innerhalb der EU in Gang gesetzt – eine Bewegung, die bis dahin vielleicht durch den Kalten Krieg verhindert worden war. Hinzu kamen Einwanderer aus dem Maghreb, aus Asien, aus Afrika und aus Lateinamerika... Die neue Migration ist dabei, die Realität in der EU in einer beispiellosen Weise zu verändern, die Zusammensetzung ihrer nationalen Gesellschaften und selbst ihre Vorstellung von Grenzen zu beeinflussen."
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El País - Spanien | Mittwoch, 12. September 2007
Zum spanischen Schuljahrsbeginn am 12. September sind neue Schülerzahlen veröffentlicht worden: » mehr
Zum spanischen Schuljahrsbeginn am 12. September sind neue Schülerzahlen veröffentlicht worden: Der Anteil von Immigranten, der 1996 bei 0,7 Prozent lag, beträgt heute 9,4 Prozent. Kinder von Immigranten besuchen meist die staatlichen Schulen. Die Zeitung stellt fest, es gebe immer mehr staatliche Schulen, in denen mehr als 80 Prozent der Schüler Immigranten seien. "Das ähnelt Schulghettos und führt dazu, dass das Niveau des Unterrichts in vielen Einrichtungen sinkt. Es ist einfach etwas anderes, wenn man 20 Kinder unterrichtet und 15 von ihnen ausländischer Herkunft sind und viele verschiedene Sprachen sprechen, als eine Klasse zu unterrichten, in der nur drei Kinder ausländischer Herkunft sind. Ohne Zweifel sind die Kinder aus anderen Kulturen eine Bereicherung für die spanischen Schüler, die viel über das Zusammenleben lernen können. Doch sie stellen auch ein Problem für unser Bildungssystem dar."
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Diario Sur - Spanien | Freitag, 20. Juli 2007
Ein "Cayuco", ein kleines Fischerboot mit rund 50 Menschen an Bord, ist am vergangenen Donnerstag vor den kanarischen Inseln gekentert. "Durch die zunehmende Beschränkung der ... » mehr
Ein "Cayuco", ein kleines Fischerboot mit rund 50 Menschen an Bord, ist am vergangenen Donnerstag vor den kanarischen Inseln gekentert. "Durch die zunehmende Beschränkung der legalen und illegalen Einwanderungsmöglichkeiten und die Kälte der Statistiken wird unsere Perspektive auf die Vorgänge in den Ankunftshäfen unmenschlich... [Doch] der Aufbruchswille der Einwanderer, der von skrupellosen Schleppern ausgenützt wird, verpflichtet unsere reiche Gesellschaft, denjenigen, die uns brauchen, die Hand zu reichen. Diese schmerzliche Tragödie überschattet, dass die Zahl der illegalen Einwanderer, die in den letzten fünf Monaten auf den Kanaren angekommen sind, um 68 Prozent zurückgegangen ist ... Spanien und Europa müssen ihre Anstrengungen bei der Küstenüberwachung und die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der Flüchtlinge verstärken, um zu verhindern, dass die Einwanderung afrikanischer Flüchtlinge zur tragischen Routine wird."
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Tiempo de hoy - Spanien | Freitag, 11. Mai 2007
Am 24. Mai finden in Navarra und im Baskenland Kommunalwahlen statt. Die seit 2003 verbotene baskische Separatistenpartei Batasuna versucht, indirekt daran teilzunehmen, indem sie andere Kandidaten unterstützt. Mehrere Kandidatenlisten wurden nun verboten. Der spanische Philosoph Fernando Savater fragt anlässlich dessen, wo die Grenzen der Toleranz liegen: » mehr
Am 24. Mai finden in Navarra und im Baskenland Kommunalwahlen statt. Die seit 2003 verbotene baskische Separatistenpartei Batasuna versucht, indirekt daran teilzunehmen, indem sie andere Kandidaten unterstützt. Mehrere Kandidatenlisten wurden nun verboten. Der spanische Philosoph Fernando Savater fragt anlässlich dessen, wo die Grenzen der Toleranz liegen: "Man muss Intoleranz ebenso wie das Inakzeptable anprangern und es demokratisch bekämpfen... Der schwedische Schriftsteller Lars Gustaffson hat es gut auf den Punkt gebracht: 'Die Toleranz gegenüber der Intoleranz führt zu Intoleranz. Die Intoleranz gegenüber der Intoleranz führt zur Toleranz.'... Der wirkliche Feind der Toleranz ist der Fanatismus, nicht unbedingt der Fanatismus der Menschen, die wirklich überzeugt sind, sondern der Menschen, die andere zum Schweigen bringen, um ihre eigenen Zweifel zu bekämpfen."
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Diario Sur - Spanien | Freitag, 27. April 2007
Spanien hat am 26. April eine Gruppe von illegalen Einwanderern nach Senegal zurückgebracht, die zuvor auf dem Weg nach Europa vor der westafrikanischen Küste aus Seenot gerettet worden waren. Die Zeitung fordert eine bessere Politik gegenüber illegalen Einwanderern. "Die Einwanderung aus Afrika nimmt ein solches Ausmaß an, der europäische Traum ist so nah, dass nur eine konzertierte Aktion von Politikern, Diplomaten, Ökonomen und Entwicklungsstrategen in Zusammenarbeit mit den Ländern südlich der Sahara dazu beitragen kann, die Ankunft von illegalen Einwanderern zu bremsen. Diese Herausforderung kann nicht von einem Land wie Spanien allein bewältigt werden: » mehr
Spanien hat am 26. April eine Gruppe von illegalen Einwanderern nach Senegal zurückgebracht, die zuvor auf dem Weg nach Europa vor der westafrikanischen Küste aus Seenot gerettet worden waren. Die Zeitung fordert eine bessere Politik gegenüber illegalen Einwanderern. "Die Einwanderung aus Afrika nimmt ein solches Ausmaß an, der europäische Traum ist so nah, dass nur eine konzertierte Aktion von Politikern, Diplomaten, Ökonomen und Entwicklungsstrategen in Zusammenarbeit mit den Ländern südlich der Sahara dazu beitragen kann, die Ankunft von illegalen Einwanderern zu bremsen. Diese Herausforderung kann nicht von einem Land wie Spanien allein bewältigt werden: Es bedarf eines echten Engagements der EU, die ihren Einfluss auf dem Nachbarkontinent geltend machen und eine neue gemeinsame Vision entwickeln muss."
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ABC - Spanien | Mittwoch, 27. Dezember 2006
Die konservative Zeitung findet die "mangelnde Transparenz" bei der Eröffnung neuer Moscheen in Spanien bedenklich. "Die Zahl der Orte des Kultes und der Zusammenkunft von ... » mehr
Die konservative Zeitung findet die "mangelnde Transparenz" bei der Eröffnung neuer Moscheen in Spanien bedenklich. "Die Zahl der Orte des Kultes und der Zusammenkunft von Muslimen nimmt in einigen spanischen Städten erheblich zu. Bei der Finanzierung sollten die gleichen Regeln wie für alle spanische Einrichtungen gelten. Der Gesetzgeber muss kontrollieren, dass solche Kultstätten legal finanziert werden. Er sollte auch darüber wachen, dass keiner die Freiheit der Religionsausübung, die den Muslimen niemand absprechen will, zum Vorwand nimmt, diese Orte mit terroristischen Doktrinen zu infiltrieren und die Moscheen in Basen für radikale Dschihadkämpfer zu verwandeln... In Andalusien gibt es 200 illegale Moscheen - gegenüber 83 offiziell angemeldeten. Das führt zu Misstrauen und begünstigt ein gefährliches Klima der Heimlichtuerei."
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L'Hebdo - Schweiz | Donnerstag, 12. Oktober 2006
Jacques Pilet lobt "Spaniens Gelassenheit" angesichts der massiven illegalen Einwanderung. "Die Debatte verläuft hart und beherrscht zugleich. Wenig leidenschaftliche Ausrutscher sind zu vermelden. Auf beiden ... » mehr
Jacques Pilet lobt "Spaniens Gelassenheit" angesichts der massiven illegalen Einwanderung. "Die Debatte verläuft hart und beherrscht zugleich. Wenig leidenschaftliche Ausrutscher sind zu vermelden. Auf beiden Seiten des politischen Spektrums behält man die Nerven. Die Regierung bietet der Opposition an, einen Pakt über die Aufnahmebestimmungen für Ausländer auszuhandeln. Die Rechte lehnt dies bislang ab, formuliert aber im Gegenzug hundert konkrete und vernünftige Vorschläge. Das Bemerkenswerte daran ist, dass niemand fordert, allen Nicht-Europäern den Zutritt zu verwehren. Alle sind sich einig, dass auch in Afrika selbst zu handeln ist und dass die Grenzkontrollen verstärkt werden müssen. Aber alle gehen davon aus, dass die Einwanderungsbewegung in den kommenden Jahren anhalten wird, ... wenn möglich, auf weniger chaotische Weise. Mutig erinnern mehrere politische Führer die Spanier daran, dass auch sie in Massen ausgewandert sind und sich daran erinnern sollten."
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El Diario Vasco - Spanien | Donnerstag, 31. August 2006
Die spanische Vize-Regierungschefin Maria Teresa Fernandez de la Vega hat sich am 30. August in Brüssel beschwert, dass die EU sich im Kampf gegen die ... » mehr
Die spanische Vize-Regierungschefin Maria Teresa Fernandez de la Vega hat sich am 30. August in Brüssel beschwert, dass die EU sich im Kampf gegen die zunehmende illegale Einwanderung aus Afrika nicht genug engagiert. Die Zeitung bezweifelt, dass die Hilfszusagen der EU ernst gemeint sind. "Man muss hoffen, dass sich das Szenario vom Mai nicht wiederholt. Damals kam die Vize-Ministerpräsidentin zufrieden mit 15 Maßnahmen aus Brüssel zurück. Doch die Einrichtung von Frontex [Europäische Agentur zur Sicherung der EU-Außengrenzen] entlang der Atlantikküste ging so langsam vonstatten und die EU-Länder waren so geizig bei den Mitteln, die sie zur Verfügung stellten, dass klar wurde, dass die EU das Problem der Flüchtlingsboote, das Spanien so sehr beunruhigt, bislang nicht ernst nimmt."
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Identität
ABC - Spanien | Donnerstag, 17. Januar 2008
Das spanische olympische Komitee COE hat den Text für die spanische Nationalhymne zurückgezogen. Zudem hat es das Gala-Konzert zur Vorstellung der neuen Hymne abgesagt, da ... » mehr
Das spanische olympische Komitee COE hat den Text für die spanische Nationalhymne zurückgezogen. Zudem hat es das Gala-Konzert zur Vorstellung der neuen Hymne abgesagt, da der Text heftig kritisiert worden war. Die Tageszeitung bedauert das Scheitern der Initiative. "Es wäre notwendig gewesen, das Ganze äußerst vorsichtig anzugehen und einen gesellschaftlichen Konsens zu suchen. Leider ist es anders abgelaufen. Wir haben einen beeindruckenden Mangel an Reife erlebt. Der Rückzug des Textes ist sicher kein Erfolg der katalanischen oder baskischen Separatisten. Es ist das Ergebnis der Unfähigkeit des olympischen Komitees, ein schlecht vorbereitetes Projekt konsequent zu verfolgen. Das könnte nun auf den COE-Präsidenten Alejandro Blanco zurückfallen."
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El País - Spanien | Dienstag, 15. Januar 2008
Die spanische Nationalhymne hatte bislang keinen Text. Um das zu ändern, hatte das Spanische Olympische Komitee einen Wettbewerb ausgeschrieben, der Siegertext wurde am Wochenende zur ... » mehr
Die spanische Nationalhymne hatte bislang keinen Text. Um das zu ändern, hatte das Spanische Olympische Komitee einen Wettbewerb ausgeschrieben, der Siegertext wurde am Wochenende zur Debatte gestellt. Der Werbefachmann Antoni Gutiérrez-Rubí stellt anlässlich dessen fest, dass die Spanier ein ganz anderes Verhältnis zu ihrer Nation haben als die anderen Europäer. "Das Nationalgefühl in Spanien ist uneinheitlich. Es gibt Menschen, die glauben, Spanien sei eine Nation. Und es gibt Menschen, die meinen, es sei eine Nation der Nationen, und wieder andere weigern sich, es als Nation anzuerkennen oder sich ihr zugehörig zu fühlen. Eine Hymne mit Text bedeutet das Ende dieses exklusiven und nützlichen Freiraums für Unterschiede. Solange man die Nationalhymne schweigend anhört, kann man die unterschiedlichen Gefühle, die die Spanier mit dem Wort Spanien verbinden, besser zulassen... Jeder soll empfinden, was er will. Durch ein Lied bekommen wir nicht mehr 'Spanien'."
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El País - Spanien | Dienstag, 31. Juli 2007
Die spanische Autorin Rosa Montero amüsiert sich über den Schnitzer, der kürzlich dem zukünftigen belgischen Premierminister Yves Leterme unterlaufen ist. Statt der belgischen Nationalhymne stimmte er die französische Marseillaise an. "Als ich von dieser Geschichte erfuhr, war ich platt... Ich dachte mir: » mehr
Die spanische Autorin Rosa Montero amüsiert sich über den Schnitzer, der kürzlich dem zukünftigen belgischen Premierminister Yves Leterme unterlaufen ist. Statt der belgischen Nationalhymne stimmte er die französische Marseillaise an. "Als ich von dieser Geschichte erfuhr, war ich platt... Ich dachte mir: Dieser Mann ist mein Held. Man stelle sich ein Land vor, das von allem billigen Patriotismus frei ist - frei von dieser nationalistischen Inbrunst, die im Lauf der Jahrhunderte so viel Blutvergießen hervorgebracht hat. Eine Welt, in der die Tatsache, in einer bestimmten Gegend dieser Welt geboren zu sein, nicht wie ein persönliches Verdienst erscheint... Wenn doch unsere Politiker auch einmal die Hymnen verwechseln würden. Die Kastilier würden [die baskische Hymne] 'Eusko Gudariak' singen, die Basken summten die spanische Hymne [die ohne Text ist], die Andalusier schmetterten die [offizielle katalanische] Hymne 'Els Segadors' und die Katalanen wiederum 'Asturias, patria querida' [die Hymne des Fürstentums Asturiens]. Ich bin sicher, es ginge uns allen viel besser."
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ABC - Spanien | Dienstag, 19. Juni 2007
Der junge, populäre spanische Stierkämpfer José Tomás hat am 18. Juni in der Arena von Barcelona einen großen Sieg errungen - in einer Stadt, in ... » mehr
Der junge, populäre spanische Stierkämpfer José Tomás hat am 18. Juni in der Arena von Barcelona einen großen Sieg errungen - in einer Stadt, in der es viel Kritik an der Corrida gibt. "Drei Ohren und ein triumphaler Auszug auf den Schultern der Aficionados durch das große Tor - das war die Bilanz dieses außergewöhnlichen Tages. Neben den Ereignissen in der Arena zeigte der Auftritt von José Tomas auch, dass der Stierkampf in Katalonien sehr wohl lebendig ist. Ultranationalisten und Republikaner geben sich zwar alle Mühe, das Gegenteil zu behaupten, doch mit ihrer Kritik an der Corrida entfernen sie sich von der großen Masse der Bürger, die, egal ob sie Fans sind oder nicht, vor der Corrida großen Respekt haben... Der Kampf gegen nationale Symbole wie die Hymne oder die spanische Flagge ist zum Scheitern verurteilt. Die Menschen dieser Gesellschaft, die seit Jahrhunderten die spanische und die katalanische Identität problemlos miteinander vereinbaren, sind von Natur aus dagegen immun."
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El Mundo - Spanien | Montag, 18. Juni 2007
Der britische Historiker und Spanien-Kenner Henry Kamen fragt, ob die spanische Nationalhymne einen Text braucht, wie es derzeit in Spanien lebhaft diskutiert wird. "Sicher ist, dass der Text einer Hymne Werte, die man liebt und Dinge, die man hasst, widerspiegeln muss. Doch für die Spanier, die nie an Nationalismus geglaubt und statt dessen lieber gegen andere gekämpft haben, gibt es keine solche von allen geteilten Werte. Klarer ausgedrückt: » mehr
Der britische Historiker und Spanien-Kenner Henry Kamen fragt, ob die spanische Nationalhymne einen Text braucht, wie es derzeit in Spanien lebhaft diskutiert wird. "Sicher ist, dass der Text einer Hymne Werte, die man liebt und Dinge, die man hasst, widerspiegeln muss. Doch für die Spanier, die nie an Nationalismus geglaubt und statt dessen lieber gegen andere gekämpft haben, gibt es keine solche von allen geteilten Werte. Klarer ausgedrückt: Es gibt nicht das Gefühl, eine Nation zu sein, und folglich ist es unmöglich, sich auf einen Hymnentext zu einigen... Vielleicht müsste man ein Referendum abhalten: Man müsste die Spanier fragen, ob sie denn glauben, eine Nation zu sein, und ob sie deshalb eine Hymne mit Text haben wollen wie alle anderen Länder. Wenn sie antworten, dass sie sich nicht als Nation fühlen, könnte man das Thema vergessen, denn das würde bedeuten, dass sie eine Identität, die es nicht gibt, nicht besingen wollen."
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El Mundo - Spanien | Montag, 11. Juni 2007
Die spanische Nationalhymne, der "Marcha real", wird nicht gesungen. Das wollen Politiker verschiedener Parteien nun ändern und schlagen vor, der Hymne einen Text zu geben. Diese Initiative wird von vielen spanischen Sportlern unterstützt, die nicht mehr länger stumm sein wollen. Der Jurist Jorge de Esteban urteilt: » mehr
Die spanische Nationalhymne, der "Marcha real", wird nicht gesungen. Das wollen Politiker verschiedener Parteien nun ändern und schlagen vor, der Hymne einen Text zu geben. Diese Initiative wird von vielen spanischen Sportlern unterstützt, die nicht mehr länger stumm sein wollen. Der Jurist Jorge de Esteban urteilt: "Eine Hymne ohne Worte ist ein nationaler Irrweg. Nicht nur weil in der heutigen Welt die rund 200 Länder unseres Planeten einen Text singen können, sondern weil eine Hymne ohne Worte wie ein Auto ohne Benzin ist: sie hat keine Daseinsberechtigung... Doch nun geht es um die heikle Frage des Textes... Die politischen Parteien, die diese Initiative ergriffen haben, werden sich nie auf einen Text einigen können, das haben ähnliche Versuche der Vergangenheit gezeigt. Es ist deshalb eine gute Idee, diese Aufgabe dem spanischen olympischen Komitee anzuvertrauen."
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El País - Spanien | Dienstag, 4. Dezember 2007
Der spanische Schrifsteller Julio Llamazares beklagt die mangelnde Debattenfähigkeit seiner Landsleute. "Die Welt ist voller Erleuchteter, die einander weder zuhören noch ausreden lassen. In Spanien ... » mehr
Der spanische Schrifsteller Julio Llamazares beklagt die mangelnde Debattenfähigkeit seiner Landsleute. "Die Welt ist voller Erleuchteter, die einander weder zuhören noch ausreden lassen. In Spanien ist dieser Zustand schon pathologisch... Das macht das Land ohrenbetäubend laut, rauh und heftig. Ein Land, in dem jeder über alles Bescheid weiß und wo es unmöglich ist, dem anderen seine Meinung auszureden. Ein Land, in dem jemand, der wohlerzogen und respektvoll ist, der zuhört, bevor er sich äußert, und letzteres diskret tut, dazu verdammt ist, sich nicht ausdrücken zu dürfen. Das stört aber am Ende nicht, solange wir, wie Felosio es ausgedrückt hat, in einer Welt leben, in der es ohnehin niemand schafft, den anderen zu überzeugen – egal worum es geht. Das ist vor allem in Spanien so, wo die politische Verkrampftheit, das Gebrüll und das Stimmengewirr überall zunehmen... Nur wenn man schreit, kann man sagen, was man denkt - und trägt damit zum allgemeinen Lärm weiter bei."
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El País - Spanien | Dienstag, 6. November 2007
Rosa Montero denkt über eine amerikanische Studie über die verheerenden Folgen des Schlafmangels nach. "Jetzt verstehe ich endlich, was sich in diesem Land abspielt: » mehr
Rosa Montero denkt über eine amerikanische Studie über die verheerenden Folgen des Schlafmangels nach. "Jetzt verstehe ich endlich, was sich in diesem Land abspielt: die schlechte Laune, die primitive Brutalität, das irrationale Durcheinander, das uns den Atem nimmt, die Beleidigungen, das Rumgemeckere und die Dauerwut. Der Grund dafür ist nicht unser soziales und kulturelles Erbe, belastet mit schlechten Absichten. Es passiert einfach, weil wir zu wenig schlafen. Jeder weiß, dass die Spanier stolz darauf sind, schlaflos zu sein, zu fortgeschrittener Zeit zu Abend zu essen und dann die ganze Nacht auszugehen. Selbstzufrieden lachen wir über die 'Touristen', die sich fragen, wie wir es schaffen zu schlafen. Hier ist die Antwort: Wir schaffen es nicht. Und aus diesem Grund sind wir ein so unausgeglichenes und cholerisches Volk."
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El País - Spanien | Freitag, 12. Oktober 2007
Autonomiebestrebungen, Terrorismus und neuerdings auch Kundgebungen gegen die spanische Krone haben im Land die Debatte um nationale Fragen neu entfacht. Der konservative Politiker Mariano Rajoy forderte mit einem Video auf Youtube die Bevölkerung dazu auf, am heutigen Nationalfeiertag 'voller Stolz' die spanische Fahne herauszuholen. Für den Schriftsteller Juan José Millas hat er damit die Debatte weiter angeheizt: » mehr
Autonomiebestrebungen, Terrorismus und neuerdings auch Kundgebungen gegen die spanische Krone haben im Land die Debatte um nationale Fragen neu entfacht. Der konservative Politiker Mariano Rajoy forderte mit einem Video auf Youtube die Bevölkerung dazu auf, am heutigen Nationalfeiertag 'voller Stolz' die spanische Fahne herauszuholen. Für den Schriftsteller Juan José Millas hat er damit die Debatte weiter angeheizt: "Das Schlimmste an diesem Videoclip, mit dem sich Rajoy in einen Youtube-Star verwandelt, ist nicht, dass er versucht, die Weihnachtsansprache des Königs zu imitieren, sondern dass er damit an Carlos Arias Navarro erinnert, dem Protagonisten einer anderen in die Geschichte eingegangenen Fernsehrede [am 20. November 1975 hatte der damalige Regierungschef Navarro unter Tränen den Tod Francos verkündet]... Dass so etwas passiert, ist keine Überraschung, schließen widersetzen sich die Politiker der Volkspartei mit mit aller Macht jedem Versuch, die Opfer des Franco-Regimes zu ehren."
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