Ist Skandinavien den Europäern voraus?
In Skandinavien vertragen sich Wohlfahrtsstaat und freie Wirtschaft gut. Die Krise der 90er Jahre scheint überwunden. Was hat sich in Skandinavien geändert, wohin schauen die europäischen Nachbarn?
Schweden
Expressen - Schweden | Samstag, 22. September 2007
Schwedens Finanzminister Anders Borg hat strengere Kontrollen der Arbeitsfähigkeit von Langzeitkranken angekündigt. Für Arbeitnehmer will die Regierung darüber hinaus die Möglichkeit beschränken, jahrelang halbtags zu arbeiten und nebenher Arbeitslosengeld zu beziehen. Die Zeitung kommentiert: » mehr
Schwedens Finanzminister Anders Borg hat strengere Kontrollen der Arbeitsfähigkeit von Langzeitkranken angekündigt. Für Arbeitnehmer will die Regierung darüber hinaus die Möglichkeit beschränken, jahrelang halbtags zu arbeiten und nebenher Arbeitslosengeld zu beziehen. Die Zeitung kommentiert: "Niemand wird in der Gosse landen, aber das Leben dürfte härter werden. Dennoch zielt die Politik der Regierung darauf ab, mehr Jobs zu schaffen... sowie Menschen im Abseits Rehabilitierung und subventionierte Arbeitsplätze anzubieten. Es geht darum, ein System umzubauen, in dem 1,5 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter außerhalb des Arbeitsmarktes standen, als die Sozialdemokraten die Macht abgaben... Der von Finanzminister Borg präsentierte Haushalt... ist der mutigste und verantwortungsbewussteste, den eine bürgerliche Regierung je vorgelegt hat."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Finanzpolitik, » Gesundheit, » Steuern, » Schweden
Dagens Nyheter - Schweden | Montag, 18. Juni 2007
Schwedens Regierung will die Einwanderung von Arbeitskräften aus außereuropäischen Ländern erleichtern. Die zentrale Gewerkschaft LO ist gegen diesen Vorschlag, weil sie Missbrauch fürchtet. Die Zeitung ... » mehr
Schwedens Regierung will die Einwanderung von Arbeitskräften aus außereuropäischen Ländern erleichtern. Die zentrale Gewerkschaft LO ist gegen diesen Vorschlag, weil sie Missbrauch fürchtet. Die Zeitung erinnert an den Fall eines lettischen Bauunternehmens in Vaxholm, der von schwedischen Gewerkschaften blockiert und schließlich in den Konkurs gezwungen worden war. Die eigentliche Ursache für den Widerstand der LO sei "die Angst, die Kontrolle über den Arbeitsmarkt zu verlieren. Darum ging es im Konflikt in Vaxholm, nicht um bedrohte Tarifverträge und um Dumping-Löhne. Die Sorge galt den eigenen Privilegien, nicht den lettischen Bauarbeitern. In Vaxholm schrien Gewerkschaftler 'Go home'. So direkt und offen drückte sich die LO-Führung zwar nicht aus, aber das dachte sie und sie unterstützte diese Botschaft. Die gleiche Haltung hat die Organisation zur Einwanderung von außereuropäischen Arbeitskräften. Ausländer sollen zu Hause bleiben."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Schweden, » Global
Upsala Nya Tidning - Schweden | Donnerstag, 24. Mai 2007
Die schwedische Zeitung sieht das Plädoyer des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof kritisch und fragt: » mehr
Die schwedische Zeitung sieht das Plädoyer des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof kritisch und fragt: "Wie ist unser Wohlstand zustande gekommen? Im Schutze von Protektionismus und Isolationismus? Oder als Ergebnis der Tatsache, dass schwedische Unternehmen erfolgreich auf Exportmärkten in der ganzen Welt konkurrieren konnten?... Barrieren gegenüber der Umwelt zu errichten, liegt nicht etwa im schwedischen Interesse, sondern stellt im Gegenteil eine Gefahr für die Zukunft dar. Wenn wir es selbstverständlich finden, dass schwedische Unternehmen Zugang zu den Märkten anderer Länder haben, dann müssen die Unternehmen anderer Länder in Schweden die gleichen Möglichkeiten haben."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Erweiterung, » Soziale Bewegungen, » Unternehmen, » Lettland, » Schweden, » Europa
Dagens Nyheter - Schweden | Freitag, 9. März 2007
Auf dem EU-Gipfel in Brüssel geht es neben Konsequenzen aus dem Klimawandel auch um die wirtschaftliche Entwicklung in den Mitgliedstaaten, deren ökonomische Probleme noch längst nicht überwunden sind - auch nicht in Schweden, bemerkt die Tageszeitung: » mehr
Auf dem EU-Gipfel in Brüssel geht es neben Konsequenzen aus dem Klimawandel auch um die wirtschaftliche Entwicklung in den Mitgliedstaaten, deren ökonomische Probleme noch längst nicht überwunden sind - auch nicht in Schweden, bemerkt die Tageszeitung: "In den letzten Jahren galt Skandinavien als großes Vorbild. Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs im Norden pilgerten zahlreiche Politiker nach Kopenhagen, Helsinki und Stockholm, um von ihren Vorbildern zu lernen. Doch wie eine aktuelle Studie der European Economic Advisory Group beweist, können leider nicht die Schlüsse gezogen werden, die die Verfechter des sozialen Modells so gerne ziehen würden. Es stimmt, dass besonders Schweden und Finnland in den letzten zehn Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt haben. Doch dieser Aufschwung muss klar als Konsequenz aus der Krise Anfang der 90er Jahre bewertet werden... Die Wirtschaft in Skandinavien hat sich seitdem zwar erholt, doch es ist unsinnig, von einem skandinavischen Wunder zu sprechen... Wie das gesamte kontinentale Europa muss auch Schweden seine Reformtätigkeiten steigern. Denn skandinavische Angeberei führt keineswegs zu neuen Unternehmen und Arbeitsplätzen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, schwedisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Unternehmen, » Nordeuropa
Top-Thema vom Dienstag, 17. Oktober 2006
Die neue konservative schwedische Vier-Parteien-Koalition unter Premierminister Frederik Reinfeldt ist nach nur zehn Tagen im Amt unter Druck. Handelsministerin Maria Borelius und Kulturministerin Cecilia Stegö ... » mehr
Die neue konservative schwedische Vier-Parteien-Koalition unter Premierminister Frederik Reinfeldt ist nach nur zehn Tagen im Amt unter Druck. Handelsministerin Maria Borelius und Kulturministerin Cecilia Stegö Chilò traten wegen persönlicher Verfehlungen zurück. Die Vorstellung des neuen Haushalts, der die im Wahlkampf versprochene Senkung der Einkommenssteuer vorsieht, stand im Schatten dieser Rücktritte.
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Schweden
The Independent - Großbritannien | Freitag, 15. September 2006
Die Zeitung kommentiert das Duell, das Göran Persson und Fredrik Reinfeldt bei den schwedischen Wahlen austragen. "Schweden ist die Verkörperung des skandinavischen Modells, einer Gesellschaft ... » mehr
Die Zeitung kommentiert das Duell, das Göran Persson und Fredrik Reinfeldt bei den schwedischen Wahlen austragen. "Schweden ist die Verkörperung des skandinavischen Modells, einer Gesellschaft mit hohen Steuern und Sozialleistungen, mit einer relativ geringen Kluft zwischen Spitzen- und Geringverdienern... Reinfeldt hat seine Partei ins Zentrum gelenkt und darauf geachtet, nicht den Eindruck zu machen, er wolle den schwedischen Sozialstaat abschaffen... Doch immerhin findet sich ein Plädoyer für die Senkung einiger Steuern in seinem Programm. Persson hingegen argumentiert, dass die relativ hohen Steuern in Schweden dem Wirtschaftswachstum von über vier Prozent nicht geschadet haben. Deshalb lassen sich französische und deutsche Reformer von den Skandinaviern ebenso inspirieren wie von den Briten."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Schweden
Hospodářské noviny - Tschechien | Freitag, 15. September 2006
Das Ergebnis der Wahlen am Sonntag in Schweden wird nicht nur für die Schweden interessant sein, erklärt Jiri Sladek. "Nach dutzenden von Jahren zeichnet sich ... » mehr
Das Ergebnis der Wahlen am Sonntag in Schweden wird nicht nur für die Schweden interessant sein, erklärt Jiri Sladek. "Nach dutzenden von Jahren zeichnet sich nämlich die Möglichkeit ab, dass die schwedischen Wähler den gewohnten Sozialstaat abwählen werden. Sie könnten damit ein Modell demontieren, das eigentlich eine schwedische Erfindung ist... Die Arbeitslosigkeit bewegt sich unter bewundernswerten sechs Prozent, die Wirtschaft boomt... stärker als in den vergangenen sechs Jahren. Das alte Modell war für die Schweden lukrativ. Sie hatten kostenlose Gesundheitsfürsorge, bezahlten keine Studiengebühren und bekamen trotzdem eine hervorragende Ausbildung. Jetzt aber, so sagt man, habe das System seine Möglichkeiten erschöpft... Reformen verlangt nicht nur der Dienstleistungsbereich, sondern auch der Arbeitsmarkt. Oppositionsführer Reinfeldt muss den Arbeitslosen aber erst einmal begreiflich machen, weshalb gerade die Begrenzung ihrer Unterstützung zu einer höheren Beschäftigung führen soll."
» zum ganzen Artikel (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Schweden
Alle verfügbaren Texte von » Jiri Sladek
Dänemark
Berlingske - Dänemark | Mittwoch, 21. Juni 2006
In Dänemark haben sich Regierung und Opposition am 20. Juni auf die so genannte Wohlfahrtsreform geeinigt. Unter anderem wurden eine Anhebung des Rentenalters auf 67 beschlossen und Anreize für einen schnelleren Studienabschluss geschaffen. Manche bezeichnen das Resultat als unambitionierten Kompromiss, die Kopenhagener Zeitung hingegen freut sich, dass die Reform zustande gekommen ist: » mehr
In Dänemark haben sich Regierung und Opposition am 20. Juni auf die so genannte Wohlfahrtsreform geeinigt. Unter anderem wurden eine Anhebung des Rentenalters auf 67 beschlossen und Anreize für einen schnelleren Studienabschluss geschaffen. Manche bezeichnen das Resultat als unambitionierten Kompromiss, die Kopenhagener Zeitung hingegen freut sich, dass die Reform zustande gekommen ist: "Das Bemerkenswerte ist, dass die Vereinbarung mit all ihren unpopulären Aspekten eine breite Mehrheit gefunden hat und zu einer Zeit verabschiedet wurde, in der die dänischen Wirtschaft stark ist... Die Regierung hat die Bürger vorsichtig und über eine sehr lange Zeit auf diesen Eingriff vorbereitet. Er wurde akzeptiert, denn eine leichte Kurskorrektur heute ist besser als radikale Maßnahmen später. In Frankreich und Deutschland wird man uns beneiden. Das ist die Lehre aus dieser Reform: Die Bevölkerung ist bereit, guten Argumenten zu folgen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, dänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Dänemark
Estland
Postimees - Estland | Donnerstag, 22. Februar 2007
Einer Untersuchung des IWF (Internationaler Währungsfonds) zufolge haben die baltischen Staaten wirtschaftlich stark aufgeholt und könnten bald das Niveau von Portugal erreicht haben. Doch auch ... » mehr
Einer Untersuchung des IWF (Internationaler Währungsfonds) zufolge haben die baltischen Staaten wirtschaftlich stark aufgeholt und könnten bald das Niveau von Portugal erreicht haben. Doch auch die Chancen für einen dauerhaften Aufschwung wie in Irland stünden nicht schlecht, heißt es. Aber ist Irland wirklich das große Vorbild für Estland? fragt die estnische Zeitung. "Die allgemeine Euphorie ist auch in der estnischen Öffentlichkeit einer gewissen Skepsis gewichen, wie nachhaltig unser Wachstum wirklich ist. Aber weder sind die Parallelen mit Portugal wirklich begründet, noch kann Irland unmittelbares Vorbild sein. Gewiss, das Modell Irland ist todsicher, denn dort besteht ein gesellschaftlicher Konsens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die geeigneten Rahmenverträge - aber Irland hat seine wichtigen industriellen Weichen schon vor einem Vierteljahrhundert gestellt. Es klingt wie ein Klischee, doch für Estland muss die Alternative eine wissenschafts- und forschungsbasierte Wirtschaft sein. Portugal dagegen hat die rote Laterne in der EU gerade aufgrund seines Ausbildungsniveaus, und das ist in Estland deutlich höher."
» zum ganzen Artikel (externer Link, estnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Wissenschaft / Forschung, » Estland
Polen
Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 15. Mai 2007
Laut einer Umfrage der Zeitung planen zwölf Prozent der Polen, also über drei Millionen Menschen, im kommenden Jahr im Ausland Arbeit zu suchen. Die meisten wollen nach Großbritannien, Deutschland oder Irland. Piotr Gabryel urteilt: » mehr
Laut einer Umfrage der Zeitung planen zwölf Prozent der Polen, also über drei Millionen Menschen, im kommenden Jahr im Ausland Arbeit zu suchen. Die meisten wollen nach Großbritannien, Deutschland oder Irland. Piotr Gabryel urteilt: "An sich ist nichts Schlimmes daran, ganz im Gegenteil, es wäre sehr gut - allerdings müsste es eine Bewegung in beide Richtungen geben. Viele Polen, die das Land verlassen haben, müssten zurückkehren und massenhaft Ausländer zum Arbeiten nach Polen kommen. Aber das geschieht leider nicht. Momentan verlieren die polnischen Politiker den Kampf um die Polen... Denn den Politikern fehlt es an Vorstellungskraft, Wissen und Mut, Reformen durchzuführen, die unser Land zu einem Paradies für unternehmungsfreudige Menschen machen würde... Wir brauchen diesen Mut, den vor allem die Iren in den 80er Jahren aufgebracht haben. Sie haben ihre Wirtschaft so liberalisiert, dass viele ihrer Landsleute, die schon ausgewandert waren, in Scharen zurückkehrten. Heute gewinnt Irland mit ihrer Hilfe den Kampf um die Köpfe und wird zu einem der reichsten Länder der EU."
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Polen, » Irland
Alle verfügbaren Texte von » Piotr Gabryel
Allgemeine Stimmen
La Stampa - Italien | Dienstag, 28. August 2007
Der Industriehistoriker Giuseppe Berta beschreibt, wie sich die europäische Wirtschaft seit den 1970er Jahren verändert hat. "Die Zunahme des innereuropäischen Tourismus zeigt, welche Veränderungen geschehen sind. Wir haben eine Wirtschaft, die auf dem tertiären Sektor basiert, auf Dienstleistungen,... und auf dem Angebot von Kultur... Im heutigen Europa ist der Stellenwert des Marktes und der Konkurrenz größer geworden, aber der Stellenwert des Staates ist nicht wirklich geringer geworden. Europa ist nicht Amerika, ... man hat sich nicht vom Sozialstaat abgewandt: » mehr
Der Industriehistoriker Giuseppe Berta beschreibt, wie sich die europäische Wirtschaft seit den 1970er Jahren verändert hat. "Die Zunahme des innereuropäischen Tourismus zeigt, welche Veränderungen geschehen sind. Wir haben eine Wirtschaft, die auf dem tertiären Sektor basiert, auf Dienstleistungen,... und auf dem Angebot von Kultur... Im heutigen Europa ist der Stellenwert des Marktes und der Konkurrenz größer geworden, aber der Stellenwert des Staates ist nicht wirklich geringer geworden. Europa ist nicht Amerika, ... man hat sich nicht vom Sozialstaat abgewandt: ... das bedeutet Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Bildung und so weiter... Linke und rechte Regierungen sind gleichermaßen für dieses Modell. Konservative und Fortschrittliche unterscheiden sich nicht fundamental, ... sondern vor allem in der Außenpolitik oder bei den Bürgerrechten.
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Giuseppe Berta
taz - Deutschland | Freitag, 9. März 2007
Der deutsche Grünen-Politiker Karl-Martin Hentschel schwärmt vom skandinavischen Modell, das Wirtschaftswachstum trotz hoher Steuern mit dem Sozialstaat zu verbinden weiß: » mehr
Der deutsche Grünen-Politiker Karl-Martin Hentschel schwärmt vom skandinavischen Modell, das Wirtschaftswachstum trotz hoher Steuern mit dem Sozialstaat zu verbinden weiß: "Das Geheimnis des skandinavischen Erfolgs: Bürgernähe. Die Kommunen sind der Staat. Sie kassieren zum Beispiel den größten Teil der Einkommensteuern... In Schweden werden daher fast die Hälfte aller öffentlichen Ausgaben von den Kommunen getätigt, in Dänemark sind es rund zwei Drittel. Mit dem Zentralstaat hat der normale Bürger nur zu tun, wenn er zum Militär muss, zur Polizei oder zum Gericht - also zu den klassischen Organen des Obrigkeitsstaates. Angesichts der Bedeutung der Kommunen ist es kein Wunder, dass die Bürger bereit sind, hohe Steuern zu zahlen. Sie sehen vor Ort, was damit geschieht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Finanzpolitik, » Steuern, » Nordeuropa
Alle verfügbaren Texte von » Karl-Martin Hentschel
Financial Times - Großbritannien | Donnerstag, 18. Januar 2007
Risto Penttilä, Direktor der EVA, eines finnischen Politik- und Wirtschaftsforums, denkt über das Geheimnis des nordischen Erfolgs nach. "Die Menschen in den fünf skandinavischen Ländern arbeiten weniger Stunden im Jahr und weniger Jahre in ihrer Berufslaufbahn als Menschen in Japan, den USA, Deutschland und anderswo. Dennoch ist es den Skandinaviern sehr gut ergangen: » mehr
Risto Penttilä, Direktor der EVA, eines finnischen Politik- und Wirtschaftsforums, denkt über das Geheimnis des nordischen Erfolgs nach. "Die Menschen in den fünf skandinavischen Ländern arbeiten weniger Stunden im Jahr und weniger Jahre in ihrer Berufslaufbahn als Menschen in Japan, den USA, Deutschland und anderswo. Dennoch ist es den Skandinaviern sehr gut ergangen: Finnland, Dänemark und Schweden sind unter den ersten Fünf bei internationalen Rankings. Die beiden Nachzügler Norwegen und Island sind unter den 15 Besten. Kann die prostestantische Arbeitsethik helfen, diesen Erfolg zu erklären? Die Antwort ist, dass die Skandinavier die Freizeit genauso ernst nehmen wie die Arbeit. Eine gute Work-Life-Balance zu haben, wird für ebenso bedeutend gehalten, wie es früher wichtig war, hart zu arbeiten... Mit anderen Worten, die prostetantische Arbeitsethik wurde durch eine prostestantische Freizeitethik ergänzt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Innenpolitik, » Nordeuropa
Alle verfügbaren Texte von » Risto Penttilä
Die Welt - Deutschland | Freitag, 30. Juni 2006
"Beim nordischen Modell ... ist für jeden etwas dabei", schreibt die Wirtschaftsjournalistin Inga Michler. "Genau hierin aber liegt das Problem. Denn die Lösungsansätze in Dänemark, Schweden und Finnland sind so vielfältig, die Voraussetzungen jedes Landes so unterschiedlich, dass sich keinesfalls 'das Modell' für Deutschland daraus ableiten ließe." Ein einfaches Beispiel sei die finnische Bildungspolitik: » mehr
"Beim nordischen Modell ... ist für jeden etwas dabei", schreibt die Wirtschaftsjournalistin Inga Michler. "Genau hierin aber liegt das Problem. Denn die Lösungsansätze in Dänemark, Schweden und Finnland sind so vielfältig, die Voraussetzungen jedes Landes so unterschiedlich, dass sich keinesfalls 'das Modell' für Deutschland daraus ableiten ließe." Ein einfaches Beispiel sei die finnische Bildungspolitik: "Seit Jahren ist das Land, das seine Kinder bis zur 10. Klasse in Gesamtschulen unterrichtet, bei der Pisa-Studie spitze. Ein Modell für Deutschland? Wohl nur eingeschränkt, denn Finnland hat traditionell kaum Einwanderer." Ob das Flexicurity-Modell in Dänemark, Vätermonate in Finnland oder die schwedische Steuerpolitik: "Gute Ideen also gibt es durchaus im Norden. Ein in sich konsistentes Modell aber, das sich auf Deutschland übertragen ließe, das gibt es nicht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Erweiterung, » Innenpolitik, » Deutschland, » Nordeuropa
Alle verfügbaren Texte von » Inga Michler
Financial Times - Großbritannien | Mittwoch, 1. März 2006
Martin Wolf weist darauf hin, dass die Mängel der europäischen Wohlfahrtsstaaten größer sind als ihr Nutzen. "Für die Europäer ist die Zeit gekommen, über das Undenkbare nachzudenken: » mehr
Martin Wolf weist darauf hin, dass die Mängel der europäischen Wohlfahrtsstaaten größer sind als ihr Nutzen. "Für die Europäer ist die Zeit gekommen, über das Undenkbare nachzudenken: Kann ihr vielgerühmtes Sozialmodell überleben? Der europäische Sozialstaat ist wie eine Mutter: er beschützt, aber er schränkt auch ein. Seine hohen Steuern und Sozialabgaben halten alle davon ab, zu erfolgreich zu sein. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass es niemandem allzu schlecht geht. Seine Leistungen sind für alle da, dafür sind sie aber mittelmäßig und unflexibel... Trotz ihrer viel diskutierten Unzulänglichkeiten hat sich die Marktwirtschaft nach dem Prinzip 'probieren, Fehler machen, wieder probieren' als effektiver erwiesen als die sowjetische Planwirtschaft, weil die Marktwirtschaft kreativer und flexibler ist. Obwohl die europäische soziale Demokratie das weitaus kleinere Übel ist, scheint sie auf Dauer zunehmend unpraktikabel."
» weiterführende Informationen (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Martin Wolf
Der Standard - Österreich | Dienstag, 28. Februar 2006
Sozialwissenschaftler Josef Weidenholzer hofft, dass das soziale Europa noch gerettet werden kann. Als Vorbild für ganz Europa könnten die Nordischen Sozialmodelle dienen. Merkmale dieser universalistischen ... » mehr
Sozialwissenschaftler Josef Weidenholzer hofft, dass das soziale Europa noch gerettet werden kann. Als Vorbild für ganz Europa könnten die Nordischen Sozialmodelle dienen. Merkmale dieser universalistischen Wohlfahrtsstaaten seien "neben der starken Rolle des Staates ein großes Volumen an staatlichen Transferzahlungen und die Priorität der Beschäftigungspolitik für jede Regierung. Südeuropa hat auch auf Grund der verspäteten Industrialisierung keine spezifische Sozialstaatlichkeit herausgebildet und Osteuropa ist noch immer ganz wesentlich von den Problemen des Übergangs zur Marktwirtschaft geprägt... Ein europäisches Sozialmodell, das diesen Namen verdient, garantiert Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit, es verhindert die Spaltung der Gesellschaft, indem es soziale Grundrechte sichert und es trägt dazu bei, den Europagedanken bei den Bürgerinnen und Bürgern Europas zu verfestigen."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Josef Weidenholzer
El País - Spanien | Dienstag, 10. Januar 2006
Die finnische Staatschefin Tarja Halonen, die als Favoritin der Präsidentschaftswahlen am kommenden Sonntag gilt, verteidigt das nordische Sozialmodell in einem Interview mit Adrián Soto : » mehr
Die finnische Staatschefin Tarja Halonen, die als Favoritin der Präsidentschaftswahlen am kommenden Sonntag gilt, verteidigt das nordische Sozialmodell in einem Interview mit Adrián Soto : "Das große Engagement für eine egalitäre Gesellschaft ohne Korruption wird von der Bevölkerung unterstützt und ich sehe nicht, warum wir es auf den Müll werfen sollten. Ein Beispiel: Eine finnische Mutter, die sich um ihre Kinder kümmern muss, weiß - unabhängig von ihren politischen Ansichten - dass es leichter ist, mit dem nordischen Modell zu leben. Denn sie braucht Unterstützung, um ihre Erwerbstätigkeit mit ihrer Famlienarbeit zu verbinden. Im finnischen Fall wird diese Unterstützung vom Staat bereit gestellt."
» weiterführende Informationen (externer Link, spanisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Finnland
Alle verfügbaren Texte von » Tarja Halonen
© Bundeszentrale für politische Bildung
Weitere Artikel zu den Themen » Wirtschaftspolitik, » Nordeuropa
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Wirtschaftspolitik, » Nordeuropa