Les Echos - Frankreich | Dienstag, 7. Februar 2012
Deutsch-französischer Motor läuft ohne Sarkozy
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris ein Fernseh-Interview gegeben, um das dieser sie im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen am 22. April gebeten hatte. Zwar haben Sarkozy und Merkel gemeinsam viel geleistet, doch hängt die Zukunft des deutsch-französischen Motors nicht an der Person Sarkozy, kommentiert die liberale Wirtschaftszeitung Les Echos: "Man kann das unterschwellige Argument der beiden Politiker, demzufolge 'man eine siegreiche Mannschaft nicht auswechselt', ins Lächerliche ziehen. Und das offenkundige Scheitern der Sanierung Griechenlands verleitet fast dazu. … Angela Merkel würde selbstverständlich auch mit François Hollande zusammenarbeiten, wenn dieser die Wahl gewinnt, denn die deutsch-französische Zusammenarbeit macht nicht an Parteigrenzen halt - ganz im Gegenteil. Zu glauben, dass all das, was in den vergangenen Jahren erreicht wurde, mit einem Schlag vernichtet werden könnte, oder dass ein Wechsel im Elysée-Palast ausreicht, um das Wirtschaftswachstum und das Vertrauen in Europa wieder herzustellen, wäre sehr naiv."
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