Vilniaus diena - Litauen | Donnerstag, 9. Februar 2012
Der Homo sovieticus hat in Litauen überlebt
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat beim EU-Gipfel am 31. Januar acht EU-Mitglieder aufgefordert, etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu unternehmen, darunter auch Litauen. Die Online-Ausgabe der Tageszeitung Vilniaus diena bedauert, dass litauische Politiker erst Druck von oben brauchen: "Dank an den EU-Kommissionspräsidenten Barroso, der die Peitsche Richtung Litauen geschwungen und gezeigt hat, dass im Land so ein großes Problem wie die Jugendarbeitslosigkeit existiert. ... Barroso wird so, ohne es zu wollen, einem Funktionär des ehemaligen Zentralkomitees aus Moskau ähnlich, der mit nur einem Telefonanruf eine für die Partei, den Sozialismus oder den eigenen Clan wichtige Angelegenheit erledigt. Und wir benehmen uns wie ein echter Homo sovieticus, der nur arbeitet, um Lob von der höchsten Stelle zu bekommen: Nachdem Barroso das Problem aufgezeigt hatte, rief die litauische Präsidentin sofort den litauischen Minister für Arbeit und Soziales zu sich. Und am Mittwoch kündigte dieser an, dass die zuständigen Institutionen in einer Woche Vorschläge zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ausarbeiten werden."
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