Sega - Bulgarien | Mittwoch, 15. Februar 2012
Brüssel will Bulgaren arm halten
Die EU-Kommission will zwölf EU-Länder beobachten, in denen sie wirtschaftliche Ungleichgewichte festgestellt hat. Das hat der EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, Olli Rehn, am Dienstag angekündigt. Dabei kritisierte er an Bulgarien unter anderem den Anstieg der Arbeitskosten von 30 Prozent in den vergangenen vier Jahren als zu hoch. Aber ein Bulgare verdient heute im Schnitt 350 Euro, erinnert ihn die Tageszeitung Sega: "Olli Rehns Gehalt hingegen beträgt 22.122 Euro oder 737 Euro am Tag. Ein bulgarisches Durchschnittsgehalt würde ihn also nicht einmal bis zum Mittagessen durchbringen. Die Gehälter der Eurokraten sind aber in Ordnung, weil sie im Rahmen der EU-Vorschriften gleichmäßig und nicht sprunghaft gewachsen sind. ... Die Bulgaren hingegen sind stark unterbezahlt, aber niemand in Brüssel misst diese soziale Ungerechtigkeit. Wichtig ist, dass der EU-Grenzwert von vier Prozent für den Anstieg der Arbeitskosten nicht überschritten wird. Auch wenn er die Bulgaren zu ewiger Armut verdammt, denn anders als die Gehälter sind Inflation und Lebenshaltungskosten nicht begrenzt. Wer also gedacht hat, dass der Eintritt in den Klub der Reichen den Bulgaren Wohlstand und europäische Lebensstandards bringen wird, sollte noch einmal nachdenken."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Erweiterung, » EU-Politik, » Wirtschaftspolitik, » Europa, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Swetoslaw Tersiew
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 16. Februar 2012